Bericht vom Raketendrill in der Schule


In der Kantine fingen die Telefone an zu klingeln und diverse Kinder erzaehlten ihren Eltern von der Uebung, die sie heute in der Schule gehabt hatten.

Jetzt war ich dran. Die Kleine erzaehlte uebermuetig, dass sie fast nichts gelernt haetten, weil die meiste Zeit fuer den Sicherheitsdrill drauf ging. Es stellte sich heraus, dass die veranschlagten 45 Sekunden nie im Leben ausreichen, um die Klassen in den Schutzraum zu bringen. Den Kindern wurde auch verboten zu rennen, damit nicht in einer Panik ueber ein gefallenes Kind getrampelt wird. So wurde denn beschlossen, dass die Kinder bei Raketenalarm nur ihre Klassenzimmer verlassen und sich im Gang an die innere Wand draengen sollten.

Kaum war der Drill vorbei, hoerte man einen Alarm. Kinder und Lehrer glaubten im ersten Moment, jetzt sei es ernst, dabei hatte nur die benachbarte Schule vergessen darauf hinzuweisen, dass sie auch eine Uebung durchfuehrt.

Spaeter wurden dann alle Schueler in die Turnhalle gefuehrt, wo die ganze Schule zusammen fuer die Soldaten im und um den Gazastreifen beteten. Die Kleine betete besonders intensiv neben ihrer weinenden Freundin. Deren grosser Bruder gehoert zu den Soldaten, die nun jeden Moment mit der Bodenoffensive in den Gazastreifen eindringen muessen.

Der Sohn einer Mitarbeiterin gehoert auch dazu. Diese Frau, immer sehr schick und gepflegt (sie hat mich zur Kosmetikerin geschickt), sieht seit Wochenanfang wie ein Gespenst ihrer selbst aus. Sie kann vor Sorgen nicht schlafen und wird wohl noch einige Zeit nicht schlafen koennen!

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