und noch ein paar Raketen zum Ueben


Auf der Fahrt zum Buero hoerte ich einen lauten Knall. Im ersten Moment befuerchtete ich, mir sei ein Reifen geplatzt. Im zweiten Moment dachte ich an eine Rakete, aber es hatte keinen Alarm gegeben. Und ausserdem ist die Gefahr schon vorueber, wenn man den Bumm hoert. Also fuhr ich einfach weiter.

Inzwischen sind zwei weitere Raketen gefallen, zwei davon anscheinend im Norden der Stadt, wo wir wohnen. Im Buero hoere ich den Alarm kaum, die zustaendige Mitarbeiterin musste mich persoenlich in den Schutzraum bitten. Jetzt habe ich mir Radio Darom (Sued) Online eingestellt, so dass ich die Nachrichten im Hintergrund hoere. Der Firmenchef traf gerade aus Tel Aviv, wo er wohnt, ein, waehrend diese Raketen fielen. Als er im Flur an mir vorbeiging, sagte ich ihm lachend, dass auf ihn gezielt worden sei. Sonst ist er sehr fuer diese Sorte Humor zu haben. Aber diesmal sah er mich nur mit weissem Gesicht an.

Meine Schwiegermutter rief an und will, dass wir die Kinder zu ihr bringen. Ich zoegere. Wenn Hamas heute einen Raketen-auf-Beer-Sheva-Tag einlegt, ist es sicherer, moeglichst wenig draussen zu sein. Ausserdem kann auch der Norden jeden Moment mit Krieg ueberzogen werden. Hisbollah sitzt schon in den Startloechern. Wenn sie in Schutzraeumen sitzen muessen, dann doch lieber bei uns. Das Zimmer ist groesser und besser eingerichtet.

Waehrend ich schreibe, schon wieder eine Sirene…

Und noch eine.

Alle Mitarbeiter draengen sich im Schutzraum. Viele telefonieren mit den Handys nach Hause, beruhigen Verwandte. Niemand weiss genau, wo die Raketen einschlagen, aber die Geruechtekueche liefert meistens plausible Angaben.

19 Antworten

  1. […] freundliche Gedanken Dezember 31, 2008, 9:28 Posted by Lila in Land und Leute. trackback an Ruth und ihre Familie. Sie sitzen seit dem Morgen wieder pausenlos im Schutzraum, nachdem sie letzte […]

  2. Ich würde Euch ja in eines unserer Ferienhäuschen im Kibbuz einladen, die Mädchen hätten Spaß. Aber wir haben hier nicht mal Schutzräume, keine Ahnung, was als nächstes kommt.

    Chazak ve-eymatz.

  3. Vielen Dank, Lila, dass Du mit Deinen Gedanken bei uns bist.!

  4. Wenn ich das lese möchte ich ja glatt meine Sachen packen, nach Israel fliegen, mir dort ein Sturmgewehr besorgen und dann direkt nach Gaza fahren und die Hölle losbrechen lassen.

    Die Palästinenser wissen gar nicht, wie gut es ihnen mit den geduldigen Israelis geht. Würde sich hier irgendein beliebiges Nachbarland das rausnehmen, was sich die Hamas rausnimmt… also das wäre undenkbar. So viel Geduld gäbe es in keinen einzigen deutschen Landkreis. Dort würde sofort, spätestens aber nach der sechsten Woche, zum Gegenschlag gerufen werden.

    In Deutschland fangen die Leute ja sogar an zu meckern, wenn man die Grenze nach Polen aufmacht und deswegen mal ein paar Autos mehr gestohlen wurden. Die Zunahme der Kriminalität aus dem Osten wurde in Deutschland damals wochenlang öffentlich diskutiert!

    Oder ein anderes Extrembeispiel: Griechenland. Als es türkische Zivilisten wagten auf einer winzig kleinen und unbewohnten griechischen Insel direkt vor der Küste der Türkei eine türkische Fahne zu hissen, ließ die griechische Admiralität eine Fregatte zur Insel fahren und erteilte den Befehl, bei der nächsten Territorialverletzung sofort das Feuer zu eröffnen. Die hätten deswegen einen Krieg in Kauf genommen.

    Ich hoffe inbrünstig, dass die Hamas schnell so stark geschwächt ist, dass die Fatah in Gaza wieder die Macht übernimmt. Im Moment sieht es zwar noch nicht danach aus, aber das kann ja noch werden.

    Was würde mir einer abgehen, wenn dann Hamas-Leute in Unterhosen am Grenzübergang Erez vor verschlossenen Toren stehen.

  5. Markusoliver,

    ich faende es gar nicht positiv, wenn Fatah den Gazastreifen uebernimmt. Diese Organisation hat voellig abgewirtschaftet und „moderat“ in dem Sinn, dass sie sich mit Israels Existenz abgefunden haette und ernsthaft eine 2-Staatenloesung anstrebte, ist die naemlich auch nicht.

    Der Vorteil von Hamas ist, dass sich nur ganz Unverbesserlich zusammenluegen koennen, dass mit ihr Friedensverhandlungen gefuehrt werden koennten.

    Mein privates Kriegsziel waere deswegen, die Hamas so zu schwaechen, dass sie 2009 keine oder so gut wie keine Raketen losschicken kann, aber doch an der Macht bleibt, bis sich die Bevoelkerung im Gazastreifen selber gegen sie wehrt.

  6. Beim letzten Mal war es mit der Fatah in Gaza nicht so toll. Das lag aber daran, dass die Hamas schon viel zu stark war und die Fatah-Leute froh waren am Leben zu bleiben. Wie stark die Hamas geworden war, konnte man auch sehr gut am Rückgang der Aktonen des Islamischen Dschihad sehen. Unter Arafat waren die noch verhältnismäßig aktiv, aber nachdem die Hamas die Macht übernommen hatte, haben die Jungs wohl eine klare Ansprache bekommen.

    Nach einer Machtergreifung durch die Fatah würde von den Hamasstrukturen diesmal wohl nicht mehr viel übrigbleiben. Den Fehler die Hamas zu unterschätzen machen die Leute von der Fatah nie wieder.

    Dass die Bevölkerung von Gaza sich gegen die Hamas auflehnt, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Dafür müssten sich wohl ein paar große Clans zusammenschließen und diese stellen aber auch die meisten Mitglieder von Fatah und Hamas.

    Wenn es also zu einer Machtübernahme kommt, dann geht das von einer der Organisationen aus.

    Aber wer weiß… vielleicht behält Elmar Therveßen ja Recht und El Kaida übernimmt die Macht in Gaza… *lach*. Dann können wir Kurt Beck als Vermittler nach Gaza schicken, um mit den dann dort vorhandenen moderaten Taliban zu verhandeln.

    Im Moment stehen die Chancen für eine Machtübernahme durch die Fatah in Gazah gar nicht mal so schlecht. Wenn Israel der Hamas noch ein wenig einheizt und das Geld knapp werden lässt, werden viele Wackelkandidaten der Hamas zur Fatah überlaufen. Ich denke das geht alles ganz schnell, da muss ja nur ein Patriarch mal die Gunst der Stunde nutzen.

    Zudem wird die Hamas im Westjordanland zunehmend stärker und die Fatah dort immer schwächer. Das Westjordanland ist ein für die Autonomiebehörde doch im Grunde unregierbares Gebiet. Die Fatah wäre sehr froh, wenn sie die Macht in Gaza übernehmen könnte. Dort hätte sie alles, was sie für eine vernünftige politische Basis braucht:

    Ein Gebiet frei von israelischen Truppen, einen Zugang zum Mittelmeer und einen wieder in Betrieb zu nehmenden internationalen Flughafen. Die Fatah wartet nur auf die Gunst der Stunde.

  7. Allerdings glaube ich auch nicht wirklich, dass die Fatah wirklich so viel moderater ist als die Hamas. Sie ist im Moment aber die bessere Alternative.

  8. Wieso sollte die Fatah, die sich im Westjordanland nur dank Israels Hilfe halten kann, konsolidieren, wenn sie den Gazastreifen auf dem Silbertablett bekommt?

    Bisher hat sich keine pal. Organisation etabliert, der es um das tatsaechliche Wohl der Palaestinenser geht.

    Das ist wenig ueberraschend, wenn man sich vor Augen haelt, dass auch die arabischen Parteien in Israel ihre Prioritaeten in der Hetze gegen den Staat sehen.

    Offensichtlich drueckt das psychische Trauma, dass es einen juedischen Staat gibt, viel staerker als materielle Einschraenkungen, Mangel an Infrastrukturen usw.

  9. Ja, der jüdische Staat ist schon ein Problem aus arabischer Sicht. Und zwar nicht nur ein Randproblem, ich halte die Existenz des Staates Israel sogar für ein – aus arabischer Sicht – „Hauptproblem“.

    Zu Deiner Frage bezüglich der Konsolidierung:

    Sie macht das gar nicht freiwillig, sondern eher gezwungenermaßen. Der Wechsel würde auch nicht schlagartig gehen, sondern innerhalb von ein paar Jahren vollzogen werden. Fakt ist jedenfalls, dass die Fatah im Westjordanland auf verlorenem Posten steht. Das liegt auch daran, dass der Iran über sein Werkzeug Hisbollah gegenüber Israel eine Politik der Eindämmung betreibt. Das Ziel des Irans ist, das Problem Israel zu einem rein schiitischen Problem zu machen und darüber an Einfluss in der arabischen Welt zu gewinnen. Das die Hamas überhaupt die Fatah besiegen konnte, lag bestimmt nicht an den Leuten der Hamas, die hatten Hilfe.

    Wenn es dem Iran gelingt an Israels Grenzen gewissermaßen eine rein schiitsche Front aufzubauen, dann sind die Sunniten aus dem Spiel. Das ist für Saudi-Arabien und Ägypten aber praktisch nicht hinzunehmen. Ägypten könnte es im Grunde egal sein, es hat schon wegen seiner Größe und der riesigen Bürokratie gewisse notwendige Großmachtbestrebungen.

    Für Saudi-Arabien aber wäre ein zunehmender schiitischer Einfluss auf der arabischen Halbinsel eine Existenzbedrohung. Nicht auszudenken wie die Machtverhältnisse wären, wenn die Schiiten im Irak an Macht gewinnen würden. Dann kommt es zu einem Flächenbrand. (aber zu dem kommt es auf jeden Fall.)

    Die Leute von der Fatah sind ja nun auch nicht vollkommen verblödet. Die merken ja auch, was läuft. Sie werden also froh sein, wenn Israel ihnen die Chance gibt in Gaza die Macht zurückzugewinnen und dort auszubauen. Dass das Westjordanland verloren ist, ist denen doch schon lange klar. Die Palästinenser wissen doch auch, dass das Westjordanland niemals von Israel aufgegeben wird. Es wird irgendwann von Israel annektiert werden, ohne das Westjordanland ist Israel auf Dauer nicht überlebensfähig. Der Siedlungsbau im Westjordanland spricht auch eine ziemlich eindeutige Sprache, vor allem die strategische Verteilung der Siedlungen.

    Die Fatah wird zur Konsolidierung durch die stärkeren Einfluss der Hamas und – jawohl – auch der Hisbollah im Westjordanland gezwungen. Noch spricht zwar niemand von der Hisbollah (dafür reicht es bei den „Experten“ noch nicht), aber bis zum 11. September 2001 erkannte von diesen Typen ja auch niemand die Notwendigkeit von Anti-Terror-Maßnahmen.

  10. als ich eben in den Nachrichten gehört habe dass jetzt Raketen auf Beersheba fallen musste ich sofort an dich & deine Fam denken obwohl ich euch ja nur vom Blog her kenne. Ich wünsch‘ euch das Allerbeste, dass „es“ bald vorbei ist und vor Allem dass ihr es weiter mit so beneidenswerter Fassung und Stärke tragt!

  11. Meine Gedanken sind heute bei Dir und Deiner Familie Ruth. Bewundernswert, wie ihr mit dieser Gefahr umgeht.

  12. die Linken hier in der BRD wollen uns die Raketen als so eine Art Feuerwerkskörper verkaufen. Sie werden schon vom braunen Mob zitiert. Scheint denen egal zu sein.

    Beer, pass gut auf deine Familie und dich auf, damit euch nichts passiert. Und noch ein gutes neues Jahr. Wirklich alles Gute wünschen meine Familie und ich euch allen.

  13. Markusoliver,

    Du weisst schon, dass die Hamas die pal. Niederlassung der Muslimbruderschaft ist? Und die ist sunnitisch und hat einige Querverbindungen zum Salafi oder Wahabi-Kulti in Saudiarabien.

    Hamas konnte Fatah im Gazastreifen so leicht besiegen, weil die Bevoelkerung Fatah satt hatte und die Organisation auch intern schon korrupt war. Die Prioritaeten lagen eindeutig darauf, wer die meisten Gelder auf Auslandskonten verschieben konnte und nicht mehr auf dem Terror gegen Israel. Den aber wollte das Wahlvolk im Gazastreifen und keine Armanianzuege fuer Dahlan.

  14. Ja, ich weiß. Du musst aber vorsichtig sein mit den Begriffen. Der Faktor „Zeit“ wird sehr gerne vergessen, Begriffe unterliegen einer Wandlung. Und politische Institutionen und Terrorgruppen auch.

    Ich bin daher ein großer Freund davon, politische Bezeichnungen mit Jahreszahlen und bei Anlaß sogar mit genaueren Datumsangaben zu versehen, mache das aber nur in bestimmten Kreisen. Hier hatte ich das jetzt nicht gemacht, weil den Sinn so erstmal niemand verstanden hätte.

    Die Beispiele für die Wandlung solcher Gruppen sind zahlreich. Die PLO z.B., was daraus geworden?

    Sicher ging die Hamas aus der Muslimbruderschaft hervor. Jedenfalls wird das immer wiederholt. Zumindest für große Teile stimmt das, aber auch damals wird nicht alles in der Hamas Muslimbruderschaft gewesen sein.

    Das heisst auch nicht, dass die Hamas heute noch eine rein sunnitische Organisation ist. Nach außen hin ist sie das natürlich noch, aber sie vertritt doch mittlerweile ganz andere Interessen. Die Hamas ist ja sogar für Ägypten ein Problem geworden.

    Früher konnte Ägpten über die Palästinenser quasi beliebig verfügen. Heute haben sogar die Bewohner des Sinai ihre Probleme mit der Hamas. Die Unruhe nimmt überall zu.

    Die Hamas ist ein Verbündeter der Hisbollah und des Irans geworden.

  15. Die Muslimbruderschaft wurde in Opposition zum Staat Aegypten gegruendet. Dass Hamas ein Problem fuer Aegypten darstellt, ist ein Zeichen der Kontinuitaet.

    Natuerlich bilden sich Allianzen ueber die Spaltung Sunna-Schia hinweg. Deswegen wird die Hamas aber nicht shiitisch.

  16. Na religiös natürlich nicht! Aber sie dient iranischen Interessen und damit dient sie der schiitisch-iranischen Sache.

    Die Beziehungen der Hamas zu Ägypten waren auch nicht immer schlecht. Das lag daran, dass es eine abstrakte Organisation „Hamas“ nie gab, sie setzte sich ja immer überwiegend aus den Clans des Gazastreifens zusammen. Dass das Programm der Hamas wegen des „Hervorgehens“ aus der Muslimbruderschaft daher gewissermaßen eine Oppositionshaltung gegenüber Ägypten sei, bezweifle ich daher. Das war das Programm der ägyptischen Muslimbruderschaft, aber ganz bestimmt nicht das der palästinensischen Muslimbruderschaft, später Hamas. Sicher, man war gegen den Friedensvertrag, aber man wusste auch, dass man die Ägypter braucht.

    1995 habe ich in Amsterdam zwei Leute der Hamas kennengelernt. Du wärest überrascht gewesen, wie weltoffen die waren. Die waren sogar nicht mal Judenfeinde, ganz im Ernst. Sie unterschieden sehr wohl zwischen den Menschen und dem israelischen Staat und hegten keinen Hass auf Juden im Generellen. Durch die Begegnung mit diesen Leuten wurden mir die Augen geöffnet, ich erkannte, dass die Familienclans eine viele bedeutendere Rolle spielen als einem das in den Medien oder sonst vermittelt wird. Bei einem so kleinen Gebiet ist das aber auch kein Wunder. Da kennt doch fast jeder jeden. Zumindest in der dortigen Nachbarschaft ist das so. In der Masse der Bevölkerung Gazas wird der Judenhass natürlich gepflegt – keine Frage – aber es gibt durchaus auch „Köpfe“ in der Hamas.

    Wer auch immer sich in Gaza etablieren will, braucht die Rückendeckung der Clans. Ohne die geht gar nichts. Diese Rückendeckung hat man aber nur, solange man ihre Interessen vertritt. Ein wichtiger Teil dieser Interessen sind gute Beziehungen auf den Sinai.
    Diese wiederum können die Clans aber nur unterhalten mit der Billigung der ägyptischen Sicherheitskräfte, darum verstand sich die Hamas so lange Zeit mit den Ägyptern so gut.

    Erst in den letzten Jahren leistete sich die Hamas etwas mehr Aufmucken gegenüber den Ägyptern. Aber auch nur, weil sie Rückendeckung hatten und von einem neuen Mitspieler Geld floss.

    Die Muslimbruderschaft in Ägypten halte ich in ihrer damaligen Bedeutung für weit überschätzt. Das war ein netter Versuch, aber in einem Land wie Ägypten zum Scheitern verurteilt, jedenfalls damals. Sicher, für die Leute der Hamas (oder besser: der damaligen Clans) waren das willkommene Geldgeber und Gründungsunterstützer, aber eine Einmischung in ihre Angelegenheit in Gaza haben die auch nicht geduldet. Ich denke die Macht der ägyptischen Muslimbruderschaft reichte nicht einmal bis in den Sinai hinein. Die Bewohner des Sinai konnten mit dem Wahabismus nicht besonders viel anfangen, man brauchte daher einen Zugang zu denen. Und weil ich das denke, denke ich auch, dass es eher die ägyptische Muslimbruderschaft war, die den Kontakt zu den Palästinensern suchte, als anders herum.

    Heute sieht das anders aus, weil der radikale Islamismus noch radikaler geworden ist. Ich meine damit nicht die Wahnsinnigen, die die Terrorakte in Afghanistan und Pakistan begehen und dadurch zu Vorbildern wurden, sondern den Islamismus in den Moscheen.

    Der wird ganz oft und von den meisten Kommentatoren aus den Augen verloren. In den Moscheen gibt es einen neuen Trend hin zu einer noch stärkeren Besinnung auf „islamische Werte“. Die politische Szene in den Moscheen ist mittlerweile weit besser international verbunden, als sie es noch vor zehn Jahren war. Vermutlich liegt es am Internet.

    Diese Form des Islamismus – die ich für den ägyptischen Staat für viel gefährlicher halte als jede Form von Terror – zielt darauf ab die Gesellschaft nachhaltig zu verändern, sie noch stärker zu islamisieren. Und diese Form des Islamismus ist in Ägypten extrem erfolgreich geworden. Viel erfolgreicher, als es die Muslimbruderschaft je war.

    Ich gehe alle paar Monate mal in hiesige Moscheen, weil ich von früher noch ein paar Leute kenne. Jedes Mal, wenn ich dort hin komme, scheinen sich die Leute noch weiter radikalisiert zu haben. Nicht unbedingt zur direkten Gewalt hin, aber in Bezug auf ihre Oppositionshaltung gegenüber der Noch-Mehrheitsgesellschaft. In einer Moschee ist man sogar dazu übergegangen den Kindergarten aufzulösen und ihn privat zu organisieren, weil man ihn so noch ein wenig „islamischer“ gestalten kann.

    Die Sunniten sind eben im Nachteil nicht wirklich eine solche theokratische Organisationsstruktur zu haben, wie die Schiiten. Das macht sie anfällig für solche Islamisierungen von unten, aus dem Volk heraus.

    Übrigens steht heute ein Kommentar in der Süddeutschen (Gerüstet fürs Verderben), der fast hätte gut werden können… der Schreiber geht auch vom israelischen Willen der Machtverschiebung zur Fatah aus, was angesichts der deutschen Medieneinschätzungen ja schon ein riesiger Fortschritt ist.

    Euch dann noch einen guten Rutsch. Bei der Böllerei heute Abend werde ich an Euch denken.

  17. Darueber habe ich heute gegenueber den Kinder auch schon gewitzelt: „Wisst ihr, dass im Ausland Leute viel Geld fuer Knallkoerper ausgeben, damit es an Sylvester schoen kracht. Und wir bekommen das umsonst.“

  18. Der Gedanke, dass Deine reizenden Kinder im Schutzraum kauern müssen tut mir in der Seele weh. Dir und der Familie alles erdenklich Gute!

  19. […] es nervt mich. Wie sich wohl die Menschen fühlen müssen, wenn sie sehen und hören müssen, wie in der westlichen Welt mit der Reaktion des Staates Israel […]

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