Wir Juden lieben das Leben


Bei Elder of Ziyon habe ich diesen herzbewegenden Text gefunden:
A tribute to Dvir Emanuelof – and all of Israel Dvir ist der erste israelische Soldat, der in den Kaempfen im Gazastreifen gefallen ist, Dalia ist seine Mutter.

Ich uebersetze ein paar Absaetze:

(…)

Ein paar Tage spaeter dachte ich an Dvir waehrend ich mich auf einen Vortrag in der Ramaz-Oberschule in Manhattan anlaesslich einer Israel-Solidaritaetsveranstaltung vorbereitete. Ich begann mit den Worten Dvirs an seine Mutter und fuehrte dann aus, warum Dvir kaempfen musste – soll heissen, warum Israel keine Alternative zum Krieg hatte, um den Raketenbeschuss der Hamas auf Wohnungen und Schulen in Sderot und andere Orte im Sueden Israels zu beenden. Nachdem ich Israels Kriegsziele beschrieben hatte, ging ich auf den Punkt ein, der diesen moralisch sensiblen jungen Leuten auf der Seele lastete: Wie koennen wir sicher sein, dass Israel bei der Umsetzung seiner moralischen Ziele auch moralische Mittel einsetzte? Ich betonte, wie weit die IDF geht, um pal. Zivilisten zu schonen und stellte dem die Hamasstrategie gegenueber, Zivlisten – Frauen, Kinder, sogar Patienten im Krankenhaus – als menschliche Schutzschilde zu missbrachen, damit die israelische Armee entweder ihre Kaempfer nicht angreift oder um andernfalls den juedischen Staat die Schuld am Tod von Zivilisten aufzuladen.

Anschliessend nahm ich Fragen von Oberschuelern in einer von Ramaz‘ Abschlussklassen entgegen. Ein ernstes junges Maedchen namens Julie stellte die schwierigste. Sie akzeptierte, dass Israel das Recht hat, in die Offensive zu gehen und moralisch kaempfte, aber sie machte sich grosse Sorgen hinsichtlich des Ausgangs. Wenn Hamas daran gelegen war, dass pal. Zivilisten getoetet wurden, waehrend die IDF ihr Bestes tat, solche Tote zu vermeiden, welche Hoffnung auf Sieg blieb Israel? Entweder wuerde die IDF davon abgehalten, der Hamas die noetigen Schlaege zu versetzen, um sie zu besiegen, oder Israel wuerde am Ende doch eine grosse Zahl von Zivilisten toeten und durch internationalen Druck gezwungen sein, einen vorzeitigen Waffenstillstand zu akzeptieren. Das wuerde als Hamassieg empfunden werden entsprechend dem Sieg der Hisbollah durch pures Ueberleben im 2. Libanonkrieg. Sie hatte die Aussage des Generalsekretaers der Hisbollah, Hassan Nasralla, von 2004 erschreckend ugt verstanden: „Wir haben gelernt, die Juden an ihrem wunden Punkt zu treffen… Wir werden siegen, weil sie das Leben lieben und wir lieben den Tod.“ Nasrallah meinte, dass Juden ihr eigenes Leben lieben, waehrend muslimische Extremisten den Tod im Heiligen Krieg anstreben. In Gaza stellt sich heraus, dass Juden auch das Leben von arabischen Zivilisten hoeher schaetzen als die Fuehrer der Hamas es tun. Ich antwortete stockend auf der taktischen Ebene, verwies auf die genauen Geheimdienstberichte der IDF und die praezise Umsetzung, die es ermoeglichte, vorwiegend Hamaskaempfer zu toeten, auch darauf, dass die internationale Verurteilung von Israel sich in Grenzen hielt wegen der Abscheu gegenueber dem Einsatz von menschlichen Schutzschilden.

(…)

An einer Stelle wandte sich Dalia an General Mizrahi und fragte, warum Israel im Gazastreifen nicht in derselben Weise kaempfen koenne wie die alliierten Kraefte es im Irak und in Afghanistan getan haben – aggressives Bombardement von Kaempfern in bewohnten Gegenden. In ihrer Stimme war keine Bitterheit darueber, dass die IDF mit der Ruecksichtsnahme auf pal. Zivilisten das Leben ihres Sohnes auf’s Spiel gesetzt hatte, auch kein Beduerfnis nach Rache – nur der bersorgte Ton einer israelischen Mutter, die gern die Sohne anderer israelischer Muetter beschuetzen wollte. Der General antwortete bedaechtig, aber ohne Zoegern, dass die IDF mehr unternahm, um das Leben ihrer Soldaten im Gazastreifen zu schuetzen, als in frueheren Konflikten und nannte als Beispiel die Woche Luftangriffe, die der Bodenoffensive voranging. Er fuegte jedoch hinzu, dass die Staerke der IDF unteilbar davon abhaengt, dass sie ihre Menschlichkeit und Ethik bewahrt. Soldaten fuehlen sich auch als Gemeinschaft, weil sie wissen, dass sie unabhaengig von religioesen und politischen Meinungsverschiedenheiten, gemeinsame Werte miteinander teilen. In Anspielung auf die weit verbreitete Meinung, dass sich die militaerische Fuehrung der Hamas im Untergrund des Shifakrankenhauses in Gazastadt verbirgt, sagte er, dass er keinen Befehl geben wuerde, das Krankenhaus aus der Luft anzugreifen, weil es gewisse Dinge gibt, die man einfach nicht tut. Das ist eine Verpflichtung, betonte er, die die IDF als juedische Armee hat. Die Reaktionen im Raum machten klar, dass sich alle mit Dalias Frage identifiziert hatten, aber auch alle die Antwort akzeptierten – sie waren auch beeindruckt, dass der Offizier bei dieser Gelegenheit dei juedischen Werte bekraeftigte, die uns verbinden.

Als ich nach Shabbatausgang wieder nach Hause ging, verstand ich die Antwort auf die Frage, die ein junges Maedchen mir 10.000 km entfernt gestellt hatte. Ja, auf der taktischen Ebene kann es ein Handikap sein, das Leben zu lieben, waehrend der Gegner den Tod liebt. Aber am Ende ist es diese Liebe zum Leben, die uns hilft, uns durchzusetzen. Wir werden diejenigen besiegen, die den Tod lieben, weil wir das Leben so sehr lieben, dass wir Israels – von halbwuechsigen Maedchen bis zu hohen Offizieren in Zeiten des Kriegs – denjenigen Trost bieten, die einen geliebten Menschen verloren haben und sagen koennen „Wir sind bei Euch.“ Unsere Liebe zum Leben ermoeglicht uns, Trauer und Verlust zu konfrontieren und mit Stolz, Entschlossenheit, Hoffnung und Glaube daraus hervorzugehen, wie uns Dalia gezeigt hat.

Wir lieben das Leben so sehr, dass wir unsere Kinder erziehen, das Leben zu lieben, obwohl wir von Feinden umringt sind, die unseren Tod erhoffen, darum beten und darauf hinarbeiten. Diese Liebe zum Leben hat es Juden moeglich gmacht, nach 2000 Jahren in ihre Heimat zurueckzukehren und einen Staat aufzubauen. Das Sendungsbewusstsein, das aus dieser Liebe zum Leben herruehrt, wird den zionistischen Traum noch weit in die Zukunft tragen. Wir lieben das Leben so sehr, das wir uns unser ethisches Empfinden auch nicht durch Feinde abstumpfen lassen, die uns zwingen wollen Kinder und Frauen zu toeten, wenn wir uns verteidigen. Obwohl unsere Grundsaetze die Effektivitaet der IDF beeintraechtigen, liefern sie einen immateriellen Vorsprung, der das mehr als ausgleicht – die Zuversicht und die Staerke unser Ziel verfolgen zu koennen mit dem sicheren Wissen, dass wir gerecht handeln und die Einigkeit in der Gesellschaft, die davon herruehrt, dass wir in Uebereinstimmung mit ihren wichtigsten Werten handeln. Ja, damit sich niemand taeuscht, wir werden siegen, weil wir das Leben so sehr lieben, dass wir bereit sind, auch dem Tod zu trotzen, wo es noetig ist, damit unser Volk ein freies Leben fuehren kann in dem Land, das wir entgegen allen Voraussagen aufgebaut haben. Am Ende ist es diese Liebe zum Leben, die uns durchhalten lassen wird – nicht nur im Krieg im Gazastreifen, auch in all den Herausforderungen, die wir in kommenden Jahren und Generation bestehen muessen.

Als Ergaenzung und Verstaerkung zu diesem Text empfehle ich Lila zu lesen: Eine Grundsatz-Erklärung und auch mein Choose Life!

Auch via Elder of Ziyon habe ich dieses Beispiel fuer die pal. Liebe zum Tod gefunden:

In a different part of town, another young fighter and his wife were getting ready to go see her brother, 20, who had been wounded in southwest Gaza City two nights ago while bringing food to fighters. The fighter, 27, in dark jeans and Timberland-style boots, swaggered with words about Islam and duty to his people. Hamas is doctrinally opposed to Israel’s right to exist.

“It’s either victory while alive, or martyrdom,” he said. “Both ways are victory.”

His wife, in a white head scarf, agreed.

“Two days ago, he was very tired and he didn’t want to leave the house,” she said. “I told him you have to leave, you have a responsibility.”

But the sight of her brother unconscious in the hospital bed seemed to jolt the couple into an alternate reality, one where they were vulnerable and afraid. The man’s eyes glistened with tears as he asked the doctor question after question.

Back outside, the woman regained her composure.

“I prefer you as a martyr,” she said to her husband.

“What if I am injured?” he asked.

She repeated her preference for death.


Dieses Beispiel ist schon aelter:

Interviewer: „Du hast Shahada als etwas Schönes beschrieben. Meinst du, dass es schön ist?”

Walla: „Shahada ist sehr, sehr schön. Jeder sehnt sich nach Shahada. Was könnte es Besseres geben, als ins Paradies zu gehen?”

Interviewer: „Was ist besser, Friede und volle Rechte für das palästinensische Volk, oder Shahada?”

Walla: „Shahada. Ich werde meine Rechte erhalten, wenn ich eine Shahida geworden bin.”

Jussra: „Natürlich ist Shahada eine gute Sache. Wir wollen nicht diese Welt, wir wollen das Jenseits. Wir profitieren nicht von diesem Leben, sondern vom Jenseits… Die Kinder Palästinas haben das Konzept akzeptiert, dass dies Shahada ist, und dass der Tod durch Shahada sehr gut ist. Jedes palästinensische Kind, das ungefähr 12 Jahre alt ist, sagt ‘O Herr, ich möchte eine Shahid werden.’” (PA-TV, 9. Juni 2002)

Wer den Tod liebt, bringt ihn ueber sich, seine Familie und seine Gesellschaft.

3 Antworten

  1. danker fuer den text, ruth. wirklich. danke.

  2. […] an Ruth 14 Januar 2009 at 18:51 | In Fremde Federn | danke dafuer das sie auf diesen grossartigen text aufmerksam […]

  3. […] (Dvir ist der erste israelische Soldat, der in den Kämpfen im Gazastreifen gefallen ist, Dalia ist seine Mutter) […]

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