Joel analysiert das Waffenstillstandpuzzle


In seinem Blog Guide to the Perplexed (eine Anspielung auf Rambam oder Maimonides) analysiert Joel Pollak die Geruechte um einen Waffenstillstand. Ich uebersetze die Schlussfolgerung:

Hamas ist nicht reif fuer einen Waffenstillstand. Eine Waffenruhe ist immer noch schlechter als die beste Alternative zu einem verhandelten Abkommen – naemlich weiterkaempfen in der Hoffnung, Israel einen drastischen Schaden zuzufuegen, der in einen Propagandasieg verwandelt werden kann. Soweit hat Israel Hamas keine Gelegenheit dazu geboten, vor allem wegen der ausgezeichneten Leistung der IDF und indem es die eigenen Kriegsziele vage hielt, wodurch die Hamas keinen Sieg verbuchen kann, einfach weil Israel gescheitert ist. Davon unabhaengig, moechte Hamas wahrscheinlich den Versuch nicht aufgegen – je mehr Zivilisten in Gefahr gebracht werden, umso besser fuer ihre Propagandazwecke.

Israel ist bereit zu einem Waffenstillstand, kann keinen akzeptiern, der offene Grenzuebergaenge erlaubt, es sei denn, dass ein solches Geschaeft durch eine formelle Anerkennung durch die Hamas und/oder die Freilassung von Gilad Shalit versuesst wird. Es wird weiterkaempfen, solange Hamas kaempft – aber nicht nur aus diesem Grund: Kaempfen ist immer noch besser als eine Verhandlungsloesung, die den Raketenangriffen und dem Waffenschmuggel kein Ende setzt. Wenn dieses grundlegende Ziel nicht erreicht wird, wird Israel seinen Einsatz langsam hochfahren muessen und groessere Risiken eingehen (um einen potentiell hoeheren Gewinn) und darauf abwarten, dass die Politiker die Dinge ins Reine bringen.

Kurz gesagt: Trotz der „prinzipieller“ Zustimmung werden die Kaempfe noch mehrere Tage anhalten, mindestens bis zu Obamas Amtsantritt. Diese Runde der Kaempfe wird in mancher Hinsicht „Diplomatie mit anderen Mitteln“ sein, besonders da sowohl Israel wie auch Hamas zoegern, direkt miteinander zu verhandeln. Hamas wird verzweifelte Mittel einsetzen, um Israel wenigstens irgendeinen Schaden zuzufuegen, sie koennte sogar die eigenen Zivilisten in grossem und bisher unerhoertem Stil angreifen. Israel wird vorsichtig vorgehen und darauf hoffen, hochwertige Hamasziele zu treffen, ohne sich allzu sehr in Gefechten zu verzetteln – aber ohne dass Hamas behaupten kann, Israel habe sich vor einer wirklichen Schlacht gefuerchtet.

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