olim lakever


Nach der Beerdigung sitzen die Angehoerigen sieben Tage lang Shiva (heisst auch nur ‚Sieben‘) zusammen und trauern. In dieser Zeit ist es angebracht, die Familie zu besuchen und auch gekochte Mahlzeiten mitzubringen, damit sie sich ganz ihrer Trauer widmen koennen.

Ich habe es nicht geschafft, Golans Familie zu besuchen. Entweder war ich im Buero und mit den Kindern zusammen und das ist kein Besuch, zu dem man Kinder mitnimmt. Erst gestern abend waere ich frei gewesen. Aber ich hatte einer behinderten Bekannten besprochen, mit ihr zusammen einkaufen zu gehen und ihr die Naegel zu schneiden. Die meisten Kollegen waren in derselben Lage. Deswegen gingen wir heute mit zum Grab, obwohl der Besuch beim Grab nach Ablauf der Shiva normalerweise der Familie vorbehalten ist.

Am traurigsten war es, den 10-jaehrigen Sohn zu sehen. Bei der Beerdigung stand er noch unter Schock. Nach dieser Woche fuehlt er den Verlust. Beim Kaddish, das er zusammen mit einem Grossonkel sagte, konnte er vor Schluchzen kaum sprechen. Gleich danach lief er etwas beiseite, um sich zu beruhigen. Als die Trauernden das Grab verliessen, rannte er noch einmal zurueck. „Papa, ich vermisse dich, Papa, warum bist du weggegangen.“ Eine Freundin der Familie nahm ihn schliesslich an der Hand und brachte ihn zu seiner Mutter.

Moege er getroestet werden zusammen mit allen Trauernden von Zion und Jerusalem.

Das ist ein Bild von der Beerdigung von Liuvov Radolskiya, die im Selbstmordattentat in Dimona vor einem knappen Jahr ermordet worden war.

Und das ist ein Bild von der Beerdigung von Oleg Lipskin, dem Angestellten der Oelfirma, der vor acht Monate in Nahal Oz von Terroristen ermordet wurde, nachdem er und ein Kollege gerade eine Oellieferung in den Gazastreifen abgefertigt hatten.

Gut moeglich, dass auch mein Koerper in die karge, steinige Wueste gelegt werden wird. Komischerweise wuerde ich weiche, dunkle Erde vorziehen, und ein weicheres Licht statt der harten Sonne am stahlblauen Himmel. Dann denke ich an all diejenigen, die im Laufe von Jahrhunderten gluecklich waren, wenn sie ihren Lieben ein wenig Wueste – eretz Israel – mit ins Grab geben konnten!

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