Die toten Kinder auf der anderen Seite


In seinem Kommentar zu Alibilijuden Paula Abrams-Hourani (sollte eigentlich unter Alibijuden Gideon Levy stehen) schreibt jemand mit dem Pseudonym Klemperer85:

Während ich hier bei Ihnen keinen Hinweis auf die vielen toten Kinder der anderen Seite finde.

Darueber habe ich waehrend des langen Wochenendes bei den Schwiegereltern nachgedacht. (Auf manchen Bloedsinn in seinem Kommentar gehe ich nicht naeher ein: Tote Kinder koennen natuerlich spaeter nicht mehr reagieren. Nicht ich, sondern A.B. Yehoshua spricht davon, dass Levy kein Wort ueber tote israelische Kinder verliert. Die ganze anti-anti-deutsche Tirade ist fehl am Platz.)

Eine erste Antwort ist, dass ich aus Beer Sheva schreibe, mein Blickwinkel erlaubt keinen direkten Blick auf die Toten und Verletzten im Gazastreifen. Waehrend die Raketen in Beer Sheva niedergingen, verspuerte ich tatsaechlich so gut wie keine Empathie mit den Palaestinensern im Gazastreifen. Mein Gefuehlshaushalt wurde von Angst um die eigenen Kinder und Israelis (die Zivilbevoelkerung im Sueden und unsere Soldaten im Gazastreifen) und Erbitterung gegenueber unseren Feinden, Hamas und alle ihren Unterstuetzern, gepraegt. Ich denke, das ist ziemlich normal bei einer Bevoelkerung im Krieg. Ich haette Klemperer auch fragen koennen, welche Blogs aus dem Gazastreifen er kennt, die sich Gedanken darueber machen, wie es den Menschen in Israel wohl geht.

Das Wochenende verbrachten meine Schwiegereltern, mein Mann und ich mehr oder weniger vor dem Fernseher mit den Nachrichten. So erlebten wir auch, wie ein Journalist auf dem 10. Fernsehkanal live einen Anruf auf seinem Handy entgegennahm, der ihm die Traenen in die Augen trieb. Bald darauf wurde ein Archivphoto des Arztes Dr. Ezzeldeen Abu al-Aish eingeblendet. Ich kenne ihn irgendwoher, muss aber noch recherchieren, woher.*

Alle Erwachsenen, die um den Fernseher sassen, waren betroffen. Gleichzeitig suchten wir alle vier nach Moeglichkeiten, diese Betroffenheit abzuwehren. Wir kaempften geradezu darum, uns die Nachricht von diesem Unglueck nicht zu Herzen gehen zu lassen. Zunaechst auesserten wir Zweifel an der Wahrhaftigkeit des Berichts, dann daran, dass es sich tatsaechlich ein israelischer Panzer geschossen hatte. Schliesslich waere ja auch eine zu kurz geschossen Kassamrakete denkbar. (Diese Moeglichkeit kann anscheinend auch jetzt nicht ausgeschlossen werden, nur ist von einer Gradrakete die Rede.)
Oder Rache der Hamas an diesem Arzt, der fuer Versoehnung mit Israel eintritt.

Die israelischen Medien sorgten dafuer, dass sofort Krankenwagen zum Haus des Arztes geschickt wurden. Als dann Bilder der schwer verletzten jungen Maedchen im Fernsehen kamen, konnten wir uns nicht mehr gegen die Betroffenheit wehren. Krieg ist schrecklich. Diese Kinder sollten genauso wie der siebenjaehrige Orel, um dessen Leben die Aerzte im Sorokakrankenhaus immer noch kaempfen, unbeschwert lernen, spielen, leben koennen. Mein Herz tut mir weh, wenn ich an ihren Vater denke und an all die Eltern im Gazastreifen, die sich keine Maertyrer gewuenscht haben und trotzdem Kinder verloren haben oder deren Kinder verletzt wurden. (Mit Eltern wie Um Ayat habe ich immer noch kein Mitleid, mit ihren Kindern umso mehr, auch wenn sie physisch ganz unversehrt sind.)

In meinem Text zu Gideon Levy habe ich auch zu Yaakov Lozowicks Antwort verlinkt. Jetzt uebersetze ich ein paar Absaetze, weil ich es selber nicht besser sagen kann.

Jede militaerischer Aktion gegen Hamas wird zum Tod von Zivilisten fuehren, weil Hamas sich in zivilen Wohnvierteln eingenistet hat und ihre Kaempfer inmitten Unbeteiligter agieren. Egal, wie sehr wir uns anstrengen, Zivilisten zu schonen, es wird nicht zu vermeiden sein: Bei einem Angriff auf Hamas werden Kinder getoetet. Der Entschluss, Kinder zu toeten, ist boese. Israels Krieg ist daher boese und die Unterstuetzer dieses Kriegs muesen das akzeptieren.

OK. Und hier bin ich und unterstuetze diesen Krieg. Der stolze und angstgebeutelte Vater eines Soldaten, der in diesem Krieg kaempft. Ein Mann, der Gewalt hasst und den es beim Anblick von ermorderten Kindern vor Horror schuettelt. Ich uebernehme die Verantwortung den Tod dieser toten pal. Kinder im vollen Ausmass, in dem ein waehlender Staatsbuerger fuer die Handlungen seiner Regierung und seiner Armee verantwortlich ist. Die Verantwortung liegt schlussendlich beim Souveraein und ich bin ein Teil des Souveraens. Das ist mein Land. Ich bin kein voruebergehender Fremder oder unbeteiligter Beobachter. Ich bin ein Akteur in diesen Ereignissen.

Meine Rechtfertigung ist, dass es eine groessere Ungerechtigkeit waere, boesen Taten nicht entgegenzutreten, als etwas gegen sie zu unternehmen. Natuerlich muessen wir alle vernuenftigen Massnahmen ergreifen, damit wir nicht gleichermassen boese werden. Aber wenn wir das tun und solange wir damit nicht aufhoeren, ist es besser, dass wir die moechte-gern Moerder toeten, als dass wir ihnen erlauben zu morden.

Damit meine ich nicht, dass wir unsere Tage damit verbringen sollten, jeden zu jagen, der uns eventuell toeten moechte. Meine Aussage ist als Konzept gemeint. Natuerlich darf Gewalt erst dann eingesetzt werden, wenn alle anderen Mittel erschoepft sind und natuerlich muss sie dem zu erreichenden Ziel angemsenn sein und mit groesstmoeglicher Sorgfalt eingesetzt werden. Alle diese Bedingungen muessen erfuellt sein und regelmaessig neu hinterfragt werden, weil sich die Bedingungen aendern koennten. In dem Moment, wo diese Umstaende gegeben sind, ist es legitim, Krieg zu fuehren, auch mit der Gewissheit, dass unschuldige Zivilisten getoetet werden. Unter diesen Umstaenden keinen Krieg zu fuehren, waere die groessere Ungerechtigkeit.

Lozowick argumentiert weiter, dass Israels Existenz als juedischer Staat einen Krieg rechtfertigt.

*Inzwischen weiss ich, woher ich Dr. Abu Al-Aish kenne. Er hatte 2005 seine Stimme erhoben, als eine junge Frau, Wafa Samir Ibrahim al-Biss, die im Sorokakrankenhaus behandelt wurde, dort ein Selbstmordattentat begehen wollte.

48 Antworten

  1. Klar, reden wir doch mal über tote Kinder. Wie viele tote israelische Kinder gab es denn, sagen wir einmal in den letzten 7 Jahren, durch Raketenbeschuß aus Gaza? Das ist eine Information, die ich gerne einmal hätte.

  2. Selber googlen ist auch eine Moeglichkeit. Worauf wollen Sie denn heraus? Dass es vergleichsweise wenig Kinder waren? Das hat einen guten Grund: Israel schuetzt seine Kinder und verwendet sie nicht als Kanonenfutter und menschliche Schutzschilde.

  3. Waren unter dem guten Dutzend(oder so?) israelischer Zivilisten, die in den vergangenen 7 Jahren durch Raketenbeschuß aus Gaza gestorben sind, überhaupt irgend welche Kinder?

    Und nein, Ihre „Wir schützen unsere Kinder halt“-Ausrede läuft völlig ins Leere: Aus dem einfachen Grund, daß hier nun einmal andere wirtschaftliche und technologische Möglichkeiten am Werke sind. Geben Sie der Hamas doch bei der nächsten „Runde“ mal – meinetwegen leihweise – ein paar F-15 samt Bewaffnung und Besatzung und rüsten Sie sämtliche israelische Luftverteidigung ab. Dann sehen Sie, wie viel Ihre noble Entschlossenheit, Ihre Kinder zu schützen, ohne die entsprechenden Möglichkeiten wert ist.

    Bilden Sie sich tatsächlich ein, daß Ihre militärische Überlegenheit, die es Ihnen ermöglicht, hundertmal so viele Gaza-Bewohner zu töten (und das in viel kürzerer Zeit) wie Gaza-Bewohner umgekehrt Israelis töten, in Wirklichkeit eine moralische Kategorie ist? Die Hamas ist nun mal eine unterbewaffnete Amateurtruppe und die IDF eine der bestausgerüsteten und -ausgebildeten Armeen der Welt. Wer im Menschenumbringen effektiver ist, dürfte wohl klar sein.

    Wenn Sie immer noch nicht begriffen haben, was ich leider annehmen muß, hier einfache Fragen: Was sollen denn Eltern in Gaza, die einfach nur ihre Ruhe haben möchten, machen? Sich in Luftschutzkeller flüchten? Sich von der Regierung in sichere Gebiete evakuieren lassen? Nachdem sie durch die Warnsysteme der Armee frühzeitig informiert wurden? Oder wie stellen Sie sich das vor?

  4. @triepe:
    Kritisiert wurde, dass Hamas-Kämpfer gerne aus zivilen Umgebungen heraus „Widerstand“ leisten. Das überrascht eigentlich, man würde erwarten, dass der zu erwartende Gegenschlag nicht aus solchen Umgebungen heraus provoziert wird.
    Erreicht wird von der Hamas aber in jedem Fall entweder ein milit. Erfolg oder eben zivile Opfer.
    Das Konzept der Zivilperson ist zumindest bei der Hamas auch nicht anerkannt, vermutlich aus rel. Gründen.
    Klar, es mag den einen oder anderen ärgern, dass die Opferzahlen nicht proportional sind, aber so isses halt, aus meiner Sicht ganz OK, aber andere springen vor Wut im Dreieck.

  5. Haben Sie sich mal eine Karte des Gaza-Streifens angeschaut? Wo wollen Sie denn da sonst kämpfen? Natürlich kämpft man in einer Stadt in Gebäuden – das ist Urban Combat 101, wie es an anderer Stelle zutreffend hieß. Das gibt niemandem das Recht, die ganze Stadt oder auch nur substanzielle Teile davon, als militärisches Ziel einzustufen.

    … ich sehe gerade, das war überflüssig. Da Sie sich im letzten Absatz als Soziopath outen, ist eine auf Recht basierende Argumentation verschwendet.

  6. Also ich würde als militanter Gegner der israelischen, äh, Besatzung doch zumindest meine Raketenabschussanlagen, Waffenlager und Bunker in einiger Entfernung zu den Wohn- und Schulstätten einrichten. Auch Krankenhäuser würde ich nicht mit Befehlsständen versehen.
    Das das nicht geschieht ist unüblich und verbrecherisch.

  7. Fangen Sie bitte zunächst Ihre Sätze nicht mit Lügen an. Gar nichts würden Sie.

    „Raketenabschußanlagen“? Für was halten Sie die Hamas, eine Art islamische strategische Raketenstreitmacht? Diese klapprigen Katyushas oder selbstgebastelten Knallkörper werden von irgendwo, wo es sich gerade anbietet, abgefeuert. Und nach dem Abfeuern hat es sich mit der „Abschußanlage“.

    „Bunker“? Soso… wenn also unter einem israelischen Haus ein Bunker ist, dann ist die Schlußfolgerung ergo…

    Aber damit genug. Sie haben getan, was Sie fast immer tun: Frage ignoriert und etwas eingesetzt, was Ihnen besser paßt.
    Fakt ist: Der halbe Gazastreifen ist eine „zivile Umgebung“.
    Fakt ist weiterhin: Das entbindet niemanden von der Pflicht, zwischen militärischen und zivilen Objekten klar zu unterscheiden.
    Und: Es ist die Pflicht eines Militärs, zwischen militärischem Nutzen und Schaden für Zivilisten in verhältnismäßiger Weise abzuwägen. Wenn nun auf der einen Seite ein paar hundert Zivilisten sterben und auf der anderen drei oder vier, naja… normale Menschen würden da ihre Schlüsse ziehen. Aber Sie finden’s ja „OK“, wenn ein paar hundert Zivilisten ins Gras beißen… wie gesagt, einem Soziopathen kann man mit solchen Argumenten wohl nicht kommen.

  8. Ich habe nicht gelogen, sondern geschrieben was ich nicht machen würde, wäre ich Hamas, äh, Widerständler.
    Mein gütlicher Vorschlag wäre jetzt, dass Sie noch mal über die vorgetragenen Argumente nachdenken, auch i.p. Webkompetenz darf geübt werden, bringt doch nix den Meinungsgegner (sollte er einer sein) herabzusetzen.
    Also, meine „Hausaufgabe“ für heute an Sie [1]:
    Denken Sie mal darüber nach warum Systematiker eine Aussage über eine Sache immer als Aussage einer Person, die über eine Sache aussagt bearbeiten.
    Wenn Sie Meinungsfreunde suchen, was ich eigentlich nicht glaube, aber es sieht schon ein wenig danach aus: Es gibt Webbiotope, die sehr israelkritisch sind, auch in deutscher Sprache.

    [1] Ich will hier niemanden ausschliessen, aber dieser Bruder könnte ein wenig Reflektion vertragen. BTW, ein interessantes philosophisches Thema, also was kann man sagen und was nicht, wie steht die Aussage mit der Realität im Zusammenhang, was sagt man über sich aus, wenn man aussagt?

  9. > … Ihre üblichen Taktiken …
    > Sie haben getan, was Sie fast immer tun …

    Ich bemerke gerade, dass Sie Ihre Nachrichten mit Statements wie diesen versehen.
    Dbzgl. muss ich Ihre „Hausaufgabe“ noch erweitern. Denken Sie darüber nach was Sie geschrieben haben und wie Sie es meinen.
    Sie sehen sicherlich auf den ersten Blick, dass auch dbzgl. Erläuterungsbedarf besteht, beste Grüsse!

  10. Sagen Sie mal… glauben Sie tatsächlich, ich *möchte* Sie *nicht* persönlich angreifen? So daß ich mich von diesem „Vorwurf“ irgendwie reinzuwaschen hätte? Sind Sie zu allem Überfluß auch noch schwer von Begriff? Naja… paßt ins Bild.

    Und im Übrigen: Behauptungen, die so unglaubwürdig sind, stufe ich als Lüge ein.
    Wenn Sie sagen: „Ich würde einen funktionierenden Fusionsreaktor bauen, wenn Sie mir 10000 Dollar überwiesen“, nenne ich das auch eine Lüge. Ungefähr so glaubwürdig klingt es, wenn Sie so tun, als ob Sie sich in die „andere Seite“ hineinversetzen können. Paßt auch ins Bild. Obwohl, ich bin kein Seelenklempner… vielleicht ist es nicht pathologisch…

  11. Achja, nur damit Sie es übers Beleidigteleberwurstgeben nicht vergessen:

    Waren unter dem guten Dutzend(oder so?) israelischer Zivilisten, die in den vergangenen 7 Jahren durch Raketenbeschuß aus Gaza gestorben sind, überhaupt irgend welche Kinder?

    Was sollen denn Eltern in Gaza, die einfach nur ihre Ruhe haben möchten, machen? Sich in Luftschutzkeller flüchten? Sich von der Regierung in sichere Gebiete evakuieren lassen? Nachdem sie durch die Warnsysteme der Armee frühzeitig informiert wurden? Oder wie stellen Sie sich das vor?

  12. @beer

    ich denke manchmal ist es besser, wenn du zunächst die Postings liest und dann erst freischaltest, manche nutzen das leider nur für ihre Unverschämtheiten aus. q.e.d.

    Gruß

    Yael

  13. Ja genau. Bloß nicht die Friedefreudeeierkuchen-achwassinddieanderenalleböse-Party kaputtmachen.

  14. @triepe:
    Als Elternteil im Gaza siehts nicht so toll aus, wenn die Bärtigen von der Hamas kommen und in Hausnähe milit. Anlagen deponieren möchten, schon klar. Schwer zu sagen wie gross die Unterstützung für die Hamas im Gaza wirklich ist, es muss ja anscheinend doch regelmässig geholzt werden, da Widerstand gegen die Hamas vorhanden ist.
    Die IDF gibt meist oder fast immer rechtzeitig Warnungen raus, wenn ein Haus bombardiert wird.
    Aber das glauben Sie ja wieder nicht, schade eigentlich, Sie machen doch einen ganz vernünftigen Eindruck.
    Eventuell müsste die Hamas entmachtet werden?!

  15. Die IDF warnt ein militärisches Ziel, das sie bombardieren möchte, vor, und rechnet dann damit, daß die Zivilisten dieses Ziel ordnungsgemäß verlassen, die Hamas-Kämpfer davon aber nichts mitbekommen und schön an Ort und Stelle bleiben, samt ihrer primitiven, aber sehr transportablen Ausrüstung?

    Sorry, aber so eine geringe Meinung habe ich von den Kameraden von der IDF nicht. Ich finde es geradezu infam, wie Sie diese hochprofessionellen Soldaten hier als Vollidioten darstellen.

  16. Die IDF warnt um die Immobilie zu zerstören (Gefahrenabwehr bzw. Vergeltung) und um keine Zivilisten zu treffen.
    Die Hamas-Kämpfer sollen so nicht getroffen werden, das wäre zu unsicher, man will ja keine anderen gefährden.
    Interessantes Thema, BTW, weil die Hausbewohner ja auch reagieren, z.B. weggehen (dann wird gebombt) oder Hamas-Leute rufen, die dann deutlich sichtbar auf dem Dach stunden- und tagelang herumstehen. (Hier reagiert dann die IDF keinesfalls mit einem Bombardement, sondern gar nicht ODER wirft eine Scheinbombe, die die Leute vertreiben soll, aber keinen Schaden anrichtet und bombardiert dann. Bleiben die Leute cool wird wieder nicht gebombt. Wobei es hier eine Ausnahmeregelung unter Einbezug des VM gibt, die aber fast nie genutzt wird.)
    Die Hamas ist übrigens gar nicht so schlecht bewaffnet, der Iran und arabische Ländr liefern fortlaufend übers Tunnelsystem (ca. 500 Tunnel zu Ägypten, soviel zur „Isolation“ des Gaza).
    Die letzte irsaelische Militäraktion ist aus meiner Sicht sehr vorsichtig vorgetragen worden, also was die Opferzahlen auf i.Seite betrifft.
    In Israel ist bald Wahl und die Militäraktion ist durchaus auch als Vorstoss der politischen Mitte zu verstehen (Olmert etc.) sich die Wähler warm zu halten. Bekanntlich droht Netanjahu gewählt zu werden.
    Soviel zu den Hintergründen. Lesen Sie ruhig hier mal mit, es wird hier nicht gelogen. Und desinformiert ist ja jeder mal, sogar Sie als Reserveoff in D, gelle?

  17. Ja, Entmachen klappt aber nicht, wie Sie sehen. Noch ein typischer Zug der Vollvernageltenfraktion in der israelischen Politik: Sich nach dem richten, was man haben möchte, und nicht nach dem, was ist.

    Sie können sich auch tausend Mal wünschen, daß die Militäroffensive die Hamas unsympathischer Macht und irgendwie zu deren Sturz führen wird, statt im Gegenteil zu ihrer Stärkung. Davon wird das nur leider nicht zur Wirklichkeit.
    Haben Sie schon mal versucht, anzunehmen, daß die Palästinenser im Gaza-Streifen kein unmündiges Kolonialvolk sind, das sich nur unter der Knute wohlfühlt? Daß die vielleicht, nur vielleicht eine Art Stolz haben, der ihnen selbst einen spinnerten Brutalohaufen wie den Hamas-Mob – der aber aus den eigenen Reihen stammt – sympathischer macht als in Kolonialherrenmanier agierende Israelis?

    All die Reaktionen aus dem rechtsgerichteten Teil der israelischen Gesellschaft lassen eines vollkommen vermissen: Respekt. Anerkennung des Gegenübers als Person. Gibt es nicht. An der Behandlung, die sich der gute Dr. Al-Aish (bitte keine Belehrungen über die korrekte Umschreibung arabischer Namen) gefallen lassen mußte, zeigte sich das perfekt. Klar, mit der armen Kreatur hat man ein bißchen Mitleid… aber ein Lügner und ein Dummkopf, der selber schuld hat, ist er natürlich trotzdem.

    Sobald Israel anfängt, die Palästinenser als zivilisierte Personen zu behandeln, und nicht mehr als unmündiges Barbarenvolk, ist erst der erste Grundstein für einen Frieden gelegt (was Israels Seite angeht, für alle „aber die böse Hamas!“-Nixkapierer.) Dinge wie Siedlungsstop, Grenzbereinigung, souveräner Staat statt Reservat, *Verhandlungen* statt Zugeständnisse, folgen dann.

    Aber um zum Thema Kinder zurückzukommen: Lieber verheizt man die friedliche Zukunft der israelischen Kinder zugunsten eines kurzsichtigen Fanatismus, der sich keine andere Lösung für irgend etwas vorstellen kann, als eine unter Gewaltandrohung diktierte. Und die Zukunft wird nicht gut aussehen, wenn sich binnen einer Generation die demographischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der Region gewandelt haben werden und Israel dann immer noch keine einvernehmliche Aufnahme als Nachbar gefunden hat.

    Mitleid haben muß man daher – trotz Mangel an derzeitigen Todesopfern – mit den jüdischen Kindern Israels, denen durch den Fanatismus und die Arroganz ihrer Eltern die Zukunft in einem sicheren und friedlichen Staat verbaut wird.

  18. Es gibt einen rel. motivierten Vernichtungskrieg gegen Israel, seit einigen Jahrzehnten bereits. Das wird meist nicht zur Kenntnis genommen, da dieser weitgehend erfolglos ist und sich zurzeit „nur“ in Terror und im Sozialverhalten der Islamisten (Drohvideos, Rituelles, Hassparties etc.) äussert.
    Mit diesen will Israel nicht verhandeln, zeigt hier keinen Respekt. (In D wurde mit der RAF übrigens auch nicht verhandelt.)
    Mit Stolz oder arabischem Patriotismus hat das alles wenig zu tun, da könnte man was machen. Die PLO ist heute zu grösseren Teilen bspw. verhandlungsfähig (aber natürlich schon „ein wenig“ terrorfreudig), da ginge was.
    Wichtig ist halt die Analyse, sonst kommt man zu keinen Schlüssen, die hilfreich sind.
    Ich gehe davon aus, dass Hamas, Hizbollah und die Mullahs im Iran in einigen Jahrzehnten verschwunden sind. Die Alternative ist Ihnen sicherlich klar.

  19. 1. Als Vergeltung „Immobilien“, also zivile Objekte, zu zerstören, ist eine andere Kiste. Für diesen Zusammenhang ist das mit der Warnung rein rechtlich irrelevant, weil das *immer* ein Kriegsverbrechen ist, Warnung hin oder her. Gut, wenn zur gezielten Zerstörung ziviler Objekte noch die hingenommene Tötung von Zivilpersonen käme, wären es zwei Kriegsverbrechen.
    Hier ging es aber um die Bekämpfung der bewaffneten Teile der Hamas und um die dabei entstehenden „Kollateralschäden“. Und da gilt, was Sie oben im Grunde bestätigt haben: Ein spezifisches militärisches Ziel vorzuwarnen, ist dämlich. Für so doof darf man die IDF nicht halten.

    2. Die Hamas ist, militärisch betrachtet, *erbärmlich* bewaffnet. Es gibt texanische Kleinstädte, die besser bewaffnet sind. Um mal einen näher liegenden Vergleich zu nehmen, sowohl die Hizbollah als auch die „Insurgency“ im Irak, sind um Längen besser ausgestattet.
    Kein Vergleich irgend einer Art mit einer veritablen Armee, geschweige denn mit der israelischen.

    3. Es gibt keinen „Vernichtungskrieg“ gegen Israel. Schön, daß Sie die RAF ins Spiel gebracht haben: Es gab auch keinen „Vernichtungskrieg“ gegen die Gesellschaft der BRD. Ein „Krieg“ ist was anderes als ein paar spinnerte Guerilleros.
    Noch ein Problem, das in Israel nicht ausreichend begriffen wird. Israel hatte lange die Sympathien der Welt – es war David, die feindlichen arabischen Nachbarn waren Goliath.
    Aber in der jetzigen Situation ist Israel Goliath. Und der ist eben nicht der Sympathieträger.

    4. Nee, ist sie nicht, sorry, da muß ich nachfragen. Was ist die Alternative? Was ist, wenn in einigen Jahrzehnten es mehr Araber in Israel gibt als Juden, wenn die arabischen Staaten wirtschaftlich und technologisch zu Israel aufgeschlossen haben, aber die politischen Verhältnisse immer noch so sind wie jetzt. (Organisationsnamen sind hierbei Schall und Rauch.) Was dann?
    Und vor allem: Hamas, Hizbollah, Mullahs weg… und stattdessen? Wie stellen Sie sich denn die Zukunft der Region vor? Wenn Sie da keine Vorstellung haben, bleibt das auf dem Niveau „Augen zumachen und Probleme wegwünschen.“

  20. So, und nun was zum Thema Verhandlungen und Respekt: Das müssen sie aber leider. Ja, auch mit Leuten, die Israel momentan extrem unversöhnlich gegenüber stehen. Das ist auch rational ganz leicht zu begründen: Es kann Vorteile haben, aber keine Nachteile.

    Das beste, was dabei für Israel herumkommen kann, ist ein wirklicher Fortschritt in der Einstellung der Hamas und anderer Organisationen: Zum Beispiel eine Anerkennung der grundlegenden Existenz Israels (über Grenzen wird man noch nicht reden können.)

    Das schlimmste, was dabei herumkommen kann, ist ein Scheitern aller Verhandlungen und ein Verbleiben im Status Quo.

    Es gibt daher schlicht und einfach nichts zu verlieren. Im Wege stehen dem nur Emotionen.

  21. zu 1:
    Zivile Objekte werden durch milit. Nutzen zu legitimen Zielen, das muss ich Ihnen doch nicht schreiben.
    zu 2:
    Die Hamas wird „ordentlich“ beliefert, das steht doch ausser Frage. OK, es hat nicht so toll geklappt mit dem Widerstand als jetzt die IDF vorbeigeschaut hat, aberr die Hamas wird sich fitten, bspw. die Hizbollah als Vorbild. Da gehen wir sicherlich konform.
    zu 3:
    Doch, es gibt einen Vernichtungskrieg gegen das „zionistische Gebilde“, lesen Sie sich mal dbzgl. ein. Wie bereits geschrieben, dieser V-Krieg wird halt nicht gerne bemerkt, was zurzeit noch geht, da er weitgehend erfolglos ist. Die Aussagen der Führer in dieser Region sind oft erfrischend eindeutig, bitte selbst mal recherchieren…
    zu 4:
    Die Alternative ist die Säkularisierung.

  22. 1. Abgesehen davon, daß „Wohnhaus der Familie eines Selbstmordattentäters“ keine militärische Nutzung ist: Nein. Ein ziviles Objekt wird zu einem militärischen Ziel, wenn und solange es militärisch genutzt wird. Aber nicht länger. Und in einem solchen Ziel warnt man es nicht vor.
    Es gibt nur die zwei Möglichkeiten: Entweder ein militärisches Ziel – Vorwarnung ist töricht. Oder ein ziviles – Angriff illegal.

    2. Doch, das steht außer Frage. Ich sehe nämlich die Resultate. Und ich halte es auch für unwahrscheinlich, daß man Schützenpanzer und AAW-Systeme durch ein paar brüchige Tunnel einschmuggelt. Das mit der Parität zur Hizbollah wird so nix.

    3. Nö. Zu einem Krieg gehört ein wenig so etwas wie eine glaubhafte Bedrohung. Und die ist nicht vorhanden.

    4. Das ist eine Alternative zum Verschwinden der Hamas etc.? Häh? Oder meinen Sie eine Säkularisierung der Hamas? Oder soll das sein, was Sie sich anstelle der jetzigen politischen Situation vorstellen? (Was allerdings nicht die Frage nach der Alternative beantwortet.) Was soll das bringen? Glauben Sie, davon werden die Araber weniger antagonistisch gegenüber Israel? Und vor allem: Was soll das den Arabern bringen – was die viel entscheidendere Frage ist.

  23. @triebe:
    Wenn die Hamas sich vom islamisch motivierten Vernichtungskrieg konzeptionell verabschiedet, keine zivilen Einrichtungen mehr für Waffenlager oder Raketenabschuss nutzt, im allgemeinen abrüstet, sich so zu sagen säkularisiert, dann stehen den Arabern dort viele Möglichkeiten offen wirtschaftlich zu partizipieren.
    So wies jetzt ist, gibts zwar auch Kohle als „Flüchtlinge“ und Notleider, aber es ist halt perspektivlos. Das weiss auch der Onkel im Iran, deshalb wird der sich bald wieder melden. Auch um den Laden am Laufen zu halten, denn ohne ständiger Gewalt würde sich die Hamas in ihrer jetzigen Form deligitimieren.

    Sie merken schon, dass es so iss wie es iss, gelle, so ganz anders sehen Sies auch nicht.

    Bin ja gespannt wie Obama/Netanjahu in böser-netter Bulle-Manier mit dem Onkel in Teheran umspringen werden. Da wirds noch mal richtig hochkochen.

  24. Skydumont,

    danke, dass Du die Stellung gehalten hast. Allerdings halte ich Argumentation fuer aussichtslos. Triepe hat bereits eine feste Meinung und die laesst er sich nicht ausreden.

    Wenn man genau liest, stellt sich heraus, dass Israel eigentlich gar nichts machen kann. Jede Art von Aktion ist in seinen Augen entweder ganz voelkerrechtswidrig oder nicht proportional.

    Israel muesste abwarten, bis Hamas gleichwertig geruestet waere, dann duerfte es – vielleicht – zur Selbstverteidigung uebergehen, sozusagen „in fairem Kampf“. Da verwechselt entweder jemand Sport mit Krieg oder er hat Probleme mit der Existenz Israels.

  25. Tote Kinder auf der eigenen Seite:
    Die zweijaehrige Dorit Aniso und ihr vierjaehriger Cousin Yuval Ababeh spielten waehrend Sukkoth nahe dem Haus ihrer Familie unter einem Baum.
    Der dreijaehrige Afik Zahavi-Ohayon war auf dem Weg in den Kindergarten. Der gleiche Angriff toetete den Grossvater eines anderen Kindergartenkindes.
    Der achtjaehrige Osher Tuito ist zum Glueck nicht tot, er hat nur ein Bein verloren.

  26. Bilden Sie sich tatsächlich ein, daß Ihre militärische Überlegenheit, die es Ihnen ermöglicht, hundertmal so viele Gaza-Bewohner zu töten (und das in viel kürzerer Zeit) wie Gaza-Bewohner umgekehrt Israelis töten, in Wirklichkeit eine moralische Kategorie ist? Die Hamas ist nun mal eine unterbewaffnete Amateurtruppe und die IDF eine der bestausgerüsteten und -ausgebildeten Armeen der Welt. Wer im Menschenumbringen effektiver ist, dürfte wohl klar sein.

    Israels militaerische Ueberlegenheit wuerde es erlauben, innerhalb von wenigen Tagen mindestens Hunderttausende Menschen im Gazastreifen zu toeten. Diese technischen Moeglichkeiten zu haben und dennoch innerhalb von drei Wochen „nur“ einige Hundert Zivilisten zu toeten, weist tatsaechlich auf moralisches Vorgehen hin.

    Der Tod von Zivilisten ist immer tragisch. Daran aendert auch die Tatsache nichts, dass andere westliche Staaten meines Wissens hoehere Prozentzahlen an zivilen Opfern in Kauf nehmen.

    Fuer Menschen im Gazastreifen, die nichts mit der Hamas zu tun haben wollen, ist die Lage tatsaechlich verzweifelt. Es gibt wenig Schutzraeume und diese dienen ausschliesslich der Hamas. Waere meine Familie in dieser Lage, wuerde ich vermutlich versuchen, ausserhalb der Stadt in kleineren Ortschaften Zuflucht zu suchen. Vielleicht auch nahe der Grenze zu Israel, in der Hoffnung, dass uns die Front bald ueberrollen wuerde und wir hinter ihr sicher waeren. Wenn man sich den Gazastreifen auf GoogleEarth ansieht, sieht man uebrigens sehr wohl auch laendliche und duenn besiedelte Gebiete. Die Bevoelkerungsdichte wird haeufig uebertrieben.

    Auch in Nazideutschland gab es Menschen, die dem Regime ablehnend gegenueberstanden. Die Alliierten konnten im Krieg aber keine Ruecksicht auf sie nehmen. Das Grauenvolle am Krieg ist eben, dass immer auch Unschuldige leiden. Deshalb sollte jeder Krieg, wenn er unvermeidlich ist, so kurz wie moeglich gehalten werden. Und das bedeutet, dass der Staerkere alle seine Macht einsetzt, um moeglichst schnell sein Ziel zu erreichen. Alle diese duemmlichen Vorstellungen vom „fairen Kampf“, die aus dem Sport auf Krieg uebertragen werden, wuerden den Krieg nur verlaengern und das Leid auf beiden Seiten vervielfachen.

  27. Oh mein Gott.

    Sie sind sich allen Ernstes noch nicht mal für das „Wir könnten auch noch viel mehr umbringen“-Argument zu schade? Wenn ich also, sagen wir mal, in Ihr Haus einbreche und Ihren Mann umbringe, verhalte ich mich dann moralisch? Weil ich auch noch Ihre Kinder hätte umbringen *können*?

    Und labern Sie mich bitte nicht mit ihrem schwachsinnigen „Alles, was den Krieg abkürzt, ist moralisch“-Quatsch voll. Es ist *nicht* moralisch, Kriegsgefangene nur insoweit am Leben zu lassen, wie man sie zur Zwangsarbeit braucht, es ist *nicht* moralisch, Informationen mit Hilfe von Folter zu erpressen, es ist *nicht* moralisch, Zivilisten als Geiseln zu nehmen und massenhaft erschießen zu lassen, und es ist auch *nicht* moralisch, ganze Bevölkerungsteile zu vernichten, um Ressourcen freizumachen. Obwohl das alles Dinge sind, die einen Krieg abkürzen können. Und diese Dinge sind nicht nur nicht moralisch, sie sind auch nicht erlaubt. Aber internationales Recht interessiert Sie vermutlich auch nicht. Die Aufforderung, sich einmal den umgekehrten Fall vorzustellen setzt wahrscheinlich auch empathische Qualitäten voraus, über die Sie nicht verfügen.

    Den „‚Es ist nicht schön, aber so ist die Welt nun einmal‘, sagte der Raubmörder, als er seinem Opfer den Schädel einschlug“-Kram können Sie sich auch schenken. Diese Ausrede habe ich nun schon so oft für eigenes Verhalten gehört, ich wäre Millionär, wenn ich jedes Mal einen Euro bekäme. Um *Sie* geht es hier, nicht um eine geheimnisvolle Kraft namens „der Krieg“.

    Ihren Vergleich mit dem 2. Weltkrieg könnte ich jetzt auf verschiedenen Ebenen niedermachen – nehmen wir einfach nur eine, nämlich die geradezu bodenlose Ignoranz, die größte militärische Auseinandersetzung aller Zeiten, ausgetragen zwischen den mächtigsten industrialisierten Streitmächten, die die Welt bis dahin gesehen hatte, mit der Niederschlagung einer weitgehend hilflosen Chaotentruppe wie der Hamas durch eine ihr haushoch überlegene Armee zu vergleichen.

    Als ich noch beim Militär war, habe ich in einem amerikanischen Herrenmagazin (ja, ich habe in denen auch die Artikel gelesen) mal ein erfrischend offenes Interview mit einem – mMn leicht spinnerten – US-Colonel gelesen. Ging damals um den Krieg gegen den Irak (den ersten, wohlgemerkt.) Und ein Kernsatz kennzeichnet sehr schön die moralische Verfassung, in der sich viele Israelis – und nicht nur die – befinden: „I would rather kill 10000 Iraqi civilians than lose a single US soldier.“ Besser kann man die Mischung aus Feigheit und Unmenschlichkeit nicht destillieren.

    Und wenn Sie immer noch nicht begreifen, warum man für eine derartige Attitüde vollkommen zurecht in weiten Teilen der Welt verachtet wird, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Ich habe meine Zweifel daran, daß irgend jemand das kann. Leider waren Sie wohl zu lange von Leuten umgeben, die Sie in ihrem Wahn noch bestärken. Leid tun mir nur Ihre Kinder, die die Suppe in ein paar Jahrzehnten auslöffeln dürfen.

    Noch was: Im Gazastreifen gibt es grundlegend – nicht nur – zwei Arten von Gelände: Bebauung und Ödland. Und in letzterem leider keine Milch-und-Honig-Quellen oder Freiluftheizungen.

  28. @Beer:
    War ein Experiment. Schwer zu sagen, ob solche „Reserveoffiziere“ (mag ja einer sein, dennoch haben wir hier eine Metaphorik) beratungsresistent sind.Der Hang hier seine Meinung abzuladen ist jedenfalls unübersehbar, lustig auch das ständige ad personam.
    Die Leute in D sind halt grösstenteils unfähig sich ein Gesamtbild zu machen und empfinden sachliche Schilderung aus Israel bereits als Provokation und Zynismus. Verwöhnte kleine Burschen dort in D, gell. Und auch nicht sonderlich schlau. Schwer zu sagen, ob da noch was zu machen ist, die (Ur-)Bevölkerung jedenfalls halbiert sich alle 40 Jahre, warten wir einfach auf das was kommt.

  29. Ich erinnere auch noch einmal daran, dass wir nicht der Hamas zu danken haben, dass „nur“ wenige israelische Kinder durch Raketen getoetet wurden.

    Ueber eine knappe Rettung hatte ich hier berichtet:
    https://beer7.wordpress.com/2008/03/30/knapp/
    Hier ist eine weitere:
    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3282603,00.html
    Auch am vergangenen Sonntag war es knapp:
    http://www.jnewswire.com/article/2334

  30. Skydumont,

    Der Mann kann schon irgendeine Verbindung mit der Bundeswehr haben oder gehabt haben. Sein Server ist jedendfalls in einem Gebiet, wo es recht viele Kasernen usw. gibt.

    Auch in der Bundeswehr gibt es ja durchaus Leute mit „anti-israelischen“ Einstellungen. Moellemann war Reserveoffizier. Guentzel gar General.

  31. „In einem Gebiet, wo es recht viele Kasernen gibt“.

    Jetzt haben Sie mich wirklich mal am Vormittag schon zum Lachen gebracht. Glauben Sie allen Ernstes (diese Phrase muß ich hier ziemlich oft verwenden), Deutschland sei irgendwie in militärische und nicht so militärische Distrikte eingeteilt? Oder daß Leute innerhalb Deutschlands nicht umziehen? Und daß Sie daraus irgend welche Schlüsse ziehen können? (Schweigen wir mal davon, daß meine Stationierungsorte allesamt ein paar hundert Kilometer von meinem jetzigen Wohnort entfernt waren.)

    Fragen über Fragen…

    Und noch was: Knappe Rettungen sind schön, interessieren aber in dem Zusammenhang nicht. Die werden auf arabischer Seite noch nicht mal gezählt. Von Verstümmelungen wollen wir da ebenfalls nicht anfangen. Also drei tote Kinder? In einem Zeitraum von sieben oder acht Jahren? Korrekt soweit? Nein, die werden nicht durch das Verlinken von Bildern moralisch multipliziert.

    Da hat Baruch Goldstein ja innerhalb von ein paar Minuten mehr getötet.* Ja, die Hamas sind wirklich ernstzunehmende Vernichtungskrieger!

    *Nur spaßeshalber würde ich gerne mal sehen, ob und wie Sie es tatsächlich schaffen, das auch noch den Arabern in die Schuhe zu schieben.

  32. @triepe:
    Mach Dir mal ein Gesamtbild, dann kann das erörtert werden.
    So ist das alles irgendwie schwammng, beste Grüsse!

  33. „schwammig“ ?

    Ich wuerde seinen Stil eher als unverschaemt bezeichnen.

  34. Komischerweise wird von Palaestinensern keineswegs verlangt, ausfuehrlich und detailliert Empathie mit dem israelischen Feind zu bekunden.

    Nur Juden sollen staendig ueber ein solches oder anderes Stoeckchen springen, damit man doch einmal Sympathie fuer sie haben koennte…

  35. Doch, das wird es. Von mir jedenfalls. Und Ihnen würde ich mal eines raten: Jedes Mal, wenn Sie auf irgend etwas reflexhaft „Aber die anderen…“ antworten wollen, überlegen Sie sich, ob Ihnen wirklich nur noch das einfällt.

    Sie haben allerdings natürlich recht: Es gibt Leute auf der „anderen Seite“, bei denen versucht man gar nicht mehr, an die Menschlichkeit zu appellieren. Die hat man schon aufgegeben. Bei den Anführern der Hamas oder ihren prominenten Unterstützern im Iran ist es so. Mit denen kann man umgehen. Vielleicht sogar verhandeln. Aber sie sozusagen bekehren zu wollen, ist zwecklos. Die sind für die Mitmenschlichkeit verloren.

    Und Sie scheinen mir alles zu tun, damit
    a) Sie selber den gleichen Status erreichen und
    b) Möglichst große Teile der arabischen Welt das ebenfalls tun.
    Ist das Ihre Absicht? Wenn ja, dann sagen Sie es einfach. Wenn Sie sich eine Welt *wünschen*, in der nur der eigene Stamm zählt und alle anderen feindliche Außenseiter sind, dann kann man Ihnen auch nicht mehr helfen.

  36. Ich wuerde mir eine Welt ohne Antisemitismus wuenschen.

  37. Jedes Mal, wenn Sie auf irgend etwas reflexhaft “Antisemitische…” antworten wollen, überlegen Sie sich *ebenfalls*, ob Ihnen wirklich nur noch das einfällt!

    Versuchen Sie doch einfach mal, auf harsche Kritik einzugehen, statt nur Strategien zu ihrer Verdrängung zu entwickeln. Und – auch wenn’s schwerfällt – versuchen Sie mal ganz gezielt Fehler bei sich selbst zu suchen. (Und zwar keine wie „Ich bin zu gutmütig“, die sich wieder als Fehler *anderer* ummünzen lassen.)

  38. Triepe,

    langsam wird mir Ihre Unverschaemtheit zuviel. Ihre Argumentation gleitet staendig in Beleidigungen ab. Offensichtlich geht es Ihnen nicht um Austausch, nicht darum, den Blickwinkel aus Beer Sheva kennenzulernen. Auf meinem eigenen, persoenlichen Blog werfen Sie mir „unsachgemäße Erhöhung der eigenen persönlichen Erfahrung“ vor.

    Sie wollen mich zu Ihrer Weltsicht bekehren und falls ich das verweigern sollte, dann bin ich eben fuer die Mitmenschlichkeit verloren. „Mitmenschlichkeit“, so wie Sie das definieren.

    Den Beitrag, den Sie hier staendig kommentieren, entstand eben weil ich mich mit der Frage beschaeftigte, ob und inwieweit wir Israelis waehrend des Kriegs Empathie mit der feindlichen Bevoelkerung empfinden koennen.

    Ihre gesammelten Kommentare verraten keinen Funken an Empathie. Auf Ihre Distanz halten Sie sich etwas zu Gute!

    Ich moechte Sie bitten, sich Ihren „Sieg“ ueber mich (denn ebenso wie Hamas „siegen“ Sie natuerlich immer) einzupacken und sich woanders die Zeit zu vertreiben.

    Ich bemuehe mich sehr, andere Standpunkte zu tolerieren. Aber bei persoenlichen Beleidigungen sehe ich etwas weniger streng.

  39. 1.) Es geht hier nicht um „einen“ Blickwinkel aus Beer Sheva. Sondern um *Ihren*. Und Sie verbinden diesen Blickwinkel nun mal ständig mit Wertungen und Schlußfolgerungen. Und die kann man kritisieren. Wenn Sie nur ungewertet Ihr Alltagsleben darstellen würden, wäre es etwas anderes. Tun Sie aber nicht.

    2.) Ja, wenn Sie aus Ihren persönlichen Anekdoten allgemeine Aussagen über die Funktionsweise der IDF ableiten, ist das eine unsachgemäße Erhöhung der eigenen Erfahrung.

    3.) a.) Physische Distanz verhindert doch nicht Empathie. Wie kommen Sie auf sowas? Empathie bedeutet für mich, sich in den anderen hineinzuversetzen. Dafür ist Distanz sogar notwendig.
    b.) Hatte ich nicht eben etwas darüber geschrieben, worüber Sie sich mal Gedanken machen sollten? Kontern Sie doch nicht jeden Vorwurf, indem Sie ihn auf die Gegenseite zurückschmettern, sondern überlegen Sie sich mal was Besseres.

    4.) „Tolerieren“ ist ein Wort, das viele Leute gerne auf unterschiedliche Weise gebrauchen. Was verstehen Sie denn darunter?
    Wirklich, machen Sie mal das Experiment. Versuchen Sie mal ganz gezielt, sich folgendes zu überlegen: Welche Fehler mache ich? Wenn es natürlich Ihr Anliegen ist, zu provozieren, dann ist es etwas anderes. Aber Sie behaupten ja etwas anderes.
    Sie könnten sich auch einmal fragen: Wann habe ich das letzte Mal einen Standpunkt, der meinem eigenen total zuwiderlief, überprüft, für gut befunden, und meinen ursprünglichen Standpunkt geändert?

    Probieren Sie’s einfach mal.

  40. Noch eine patente Methode, mit Kritik umzugehen: Der virtuelle Retuschierstift. Schön, daß es Ihnen das Blog so einfach macht.

  41. Sie spielen sich schon wieder als Linienrichter auf.

    Ich mache keine Fehler, weil dieser Blog keinen anderen Zweck hat, als mir das Eine oder andere von der Leber zu schreiben. Wenn ich in den letzten Tagen einen Fehler begangen habe, dann war es, dass ich auf Sie eingegangen bin, anstatt Sie zu ignorieren oder zu sperren.

    Diesen Fehler kann ich leicht korrigieren.

    Melden Sie sich wieder, sobald Sie mir einen Text vorlegen koennen, indem Sie einen der Standpunkte, die Sie hier so entschieden vertreten, in Frage stellen und von der anderen Seite her betrachten.

    Hat eine Weile gedauert, bis ich es technisch im Griff hatte. Der Kommentator Triepe mit der IP 92.76.154.166 wird nicht mehr automatisch freigeschaltet. Ich werde die einzelnen Kommentare entweder freischalten oder auch nicht. Das gilt fuer eine Uebergangsfrist. Sollte ich feststellen, dass der Kommentator mir zu sehr auf die Nerven geht, werde ich weitere Schritte folgen lassen.

  42. Ich habe mich schon über deine Geduld gewundert. Sowas unverschämtes und arrogantes wie dieser Kerl erlebt man auch nicht oft. Es ist immer wieder erstaunlich, woher manche ihre dummdreiste Arroganz nehmen.😀

  43. Hmmm…. persönliche Beleidigungen, eh?
    (Nur mal die IP-Sache getestet.)

  44. Also, ich halte mal fest:
    1. Wann immer Beer7 irgendetwas tut oder schreibt (bwz. äußert), möge sie sich doch bitte „etwas Besseres“ überlegen
    2. Zwar lebt sie in Beer Sheva, trotzdem ist ihr Blickwinkel nicht deshalb „einer aus Beer Sheva“ – und zwar deshalb, weil sie nicht über ihre Küche schreibt, sondern über Politik
    3. Scheinen Sie der Überzeugung zu sein, irgendwo auftauchen und Verhaltensmaßregeln aufstellen sowie Befehle erteilen zu dürfen.
    … geht aus Ihren Anwürfen hervor.

    Beer7 hat sich wahrlich oft genug Gedanken gemacht und ausreichend viele Fragen gestellt, die sie vom Vorwurf des verbohrten Egoismus freizusprechen. Fragen übrigens, auf die *Sie*, triepe, noch mit keinem Wort eingegangen sind.
    Da ich die Diskussionen unter anderem in diesem Blog sehr interessiert verfolge und mehr an einer sachlichen Auseinandersetzung meine Freude habe als an persönlich gemeinten Unverschämtheiten, greife ich eine Ihrer eher pragmatischen Ideen auf:
    „Es gibt Leute auf der “anderen Seite”, bei denen versucht man gar nicht mehr, an die Menschlichkeit zu appellieren. Die hat man schon aufgegeben.“ (Beitrag 11:52h)
    Könnten Sie’s vielleicht hier auch aufgeben? Das würde eine ganze Menge Gegenagression ersparen, wissen Sie. Damit wäre auch ein bißchen was vom Weltfrieden gerettet, möglicherweise gar eine Gewaltspirale von vorneherein vermieden. Vielleicht kann die israelische Politik gar in diesem Punkt von Ihnen lernen.
    Danke.

    Beer7, ich bin zwar nicht unbedingt immer Deiner Meinung, mag aber die Art und das Rückgrat, mit dem Du Deine Ansichten vertrittst.

    Gruß,
    Janne

  45. 1.) Nein. Nur wenn Sie einen Vorwurf mit entweder dem Hinweise auf Verfehlungen anderer oder dem pauschalen Einwurf des Antisemitismus begegnet.
    Das gilt natürlich nicht nur für Sie.

    2.) Klar ist es einer. Aber eben nicht irgendeiner, sondern ein persönlicher. Ist das klarer?

    3.) Nein. Ich tue grundsätzlich nur meine Meinung kund. Daß ich weder die Absicht noch die Mittel habe, diese per Zwang anderen überzustülpen, sollte sich wohl von selbst verstehen.

    Auf welche Fragen bin ich denn Ihrer Meinung nach nicht ausreichend eingegangen? Sie sehen, ich bin – in der Eigenschaft als Kommentator – neu hier, da kann ich länger zurückliegende Dinge nicht bewerten.

    Ich sehe hier im Thread eigentlich nur eine Frage:

    „Worauf wollen Sie denn heraus? Dass es vergleichsweise wenig Kinder waren? “ Ja, genau darauf wollte ich hinaus – weil ich das schon vermutet hatte. Aber wissen wollte ich die genaue Zahl auch.

    Diese Frage scheint mir allerdings an mich gerichtet gewesen zu sein, und keine Selbstkritik zu beinhalten…

  46. “Es gibt Leute auf der ‚anderen Seite‘, bei denen versucht man gar nicht mehr, an die Menschlichkeit zu appellieren. Die hat man schon aufgegeben.” Könnten Sie’s vielleicht hier auch aufgeben?

    Das kommt darauf an. Wenn Sie klipp und klar sagen „Ja, ich sehe die ‚andere Seite‘ generell nicht als vollwertige Menschen“, und das auch ehrlich rüberkommt, dann vielleicht.
    Ist das Ihre Meinung?

  47. Tja, hatte ich es also noch nicht richtig gemacht, mal gucken, ob es jetzt klappt.

  48. […] das Unglück deines Feindes”; Spr. 24, 17): Der Vorfall während des Gazakrieges, bei dem die drei Töchter von Dr. Az A-Din Abu El-Eish in seinem Haus starben, wurde von den Israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) auf verschiedenen Ebenen sorgfältig […]

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