Kriegstrauma?


Die Grosse hat morgen Geburtstag. So wie es ausschaut, geht ihr groesster Wunsch in Erfuellung und wir koennen morgen als Familie ganz normal zuhause feiern.

Am Wochenende sagte sie mir vertraulich – ich kaemmte ihr im Badezimmer die Haare -, dass sie diesen Krieg so satt habe. Mehr noch als die Raketenalarme in Beer Sheva stoere sie das staendige Reden ueber Raketen bei den Grosseltern. Ich kann sie verstehen, obwohl ich genauso obsessiv wie alle anderen die Nachrichten verfolgte und vergleichende Raketenstatistik betrieb.

Am Samstagabend gingen mein Mann und ich ins Kino. (Changeling) Das machen wir eigentlich regelmaessig, wenn wir seine Eltern besuchen, weil wir so den Babysitter sparen. Diesmal mussten wir uns gegenseitig dazu draengen. Als wir in der Kinolobby standen, empfanden wir unsere Umgebung als voellig unwirklich. Real war fuer uns eine Stadt, in der kaum Menschen unterwegs sind, wo die Kinos seit Wochen geschlossen sind. Es ist klar, dass wir die Dissonanz zwischen Stadt im Krieg und Stadt im Frieden empfanden, aber genausogut haetten wir den Frieden als wirklich und den Krieg als boesen Traum empfinden koennen.

Eine Antwort

  1. […] ruth widmet sich dem kriegstrauma mit einem ? […]

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