Keine Lust auf „Antisemitismus“


In den Reaktionen auf Israels militaerische Aktion im Gazastreifen wird wieder einmal deutlich, wie verbreitet bewusster und unbewusster Antisemitismus ist.

Das waere eigentlich jetzt das Thema fuer meinen Blog. Aber ich mag nicht, es oedet mich an. Ich kopiere daher nur ein paar Worte von Prof. Efraim Karsh:

(…) Seit Jahrtausenden galt jüdisches Blut als billig, wenn nicht kostenlos in der christlichen und islamischen Welt, wo der Jude zum Sinnbild der Machtlosigkeit wurde, einem ewigen Prügelknaben und Sündenbock für alle Fehler der Gesellschaft. Es scheint also keinen Grund zu geben, wieso Israel sich nicht ebenso wie frühere Generationen verhalten sollte, vermeiden sollte, die arabischen Nachbarn zu verärgern und sich zurückzuhalten, wenn es angegriffen wird. Doch nein, statt zu wissen, was sich für ihn gehört, verwirft dieser unverschämte jüdische Staat seine historisch angestammte Rolle, in dem er jüdisches Blut nunmehr teuer verkauft und jene zurückschlägt, die ihn bislang ungestraft tyrannisieren konnten. Diese dramatische Umkehr der Geschichte kann nicht anders als unmoralisch und unakzeptabel sein. Daher die Empörung der Weltgemeinschaft und daher die unbegrenzten Anstrengungen der Weltpresse, jede Minute der „unverhältnismäßigen“ Antwort Israels abzudecken, nicht jedoch die Zerstörungen in israelischen Städten.

Anders formuliert, die Palästinenser sind dabei nur der jüngste Blitzableiter gegen die Juden. Ihre angebliche Opferung bestätigt die Jahrtausende alte Dämonisierung der Juden im Allgemeinen sowie die mittelalterliche Ritualmordlegenden – dass Juden sich am Blut anderer ergötzen – im Besonderen. (…)

Ich finde es gut, dass israelisches Blut teuer ist. Das drueckt sich ja auch in den Freipressungen aus, wenn Israel hunderte von Gefangenen im Austausch fuer einen Israeli bietet. Den internationalen Aufschrei ueber die Unverhaeltnismaessigkeit habe ich wohl ueberhoert.

Antisemitismus ist gegenwaertig in erster Linie das Problem der Antisemiten. Moeglicherweise haben die Palaestinenser schon an zweiter Stelle unter Antisemitismus zu leiden, wie Richard Landes ausfuehrt:

For these people, like those Arab leaders who have treated them so abominably for so long, the moral and symbolic value of the Palestinians lies in their suffering, not in their recovery. The forces that have driven on the astounding, unprecedented, otherwise inexplicable 60-year refugee status for Arabs who fled Israel in 1948, will not be cheated of their most precious possession: a people victim of the Jews.

Auch die Beobachtung Tim Butchers im britischen Telegraph passt dazu:

so steeped is the Gazan mindset in the narrative of victimhood, there was no internally-focused groundswell of anger at what had happened. Palestinians in Gaza have felt victims since 1948, when a small number of locals were suddenly swamped by a larger number of refugees, forced to flee land taken by Israel at the creation of the Jewish State. For 60 years they have dwelled on victimhood, a supplicant people grown dependent on foreign aid and reliant on the role Israel plays as the scapegoat for all ills.

Die Welt bezahlt seit Jahrzehnten ein Volk dafuer, „Opfer der Juden“ zu sein und da sie reichlich bezahlt, bekommt sie das Gewuenschte auch in grossen Mengen. Aus Sicht der Auftragsgeber ist ein erwuenschter Nebeneffekt, dass die ewigen Opfer auch mit gutem Gewissen Terror betreiben koenenn.

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Eine Antwort

  1. Ja der ewige negative Kreislauf : Opfer-Retter-Verfolger!
    Es ist absolut richtig und logisch, dass sich ein Opfer wieder aufrichtet und beginnt sich zu wehren und seine Rechte einfordert.
    Aber das Problem, ist dann dass der „Retter“ sich dann arbeitslos sieht und wird dann wieder zum Verfolger oder fühlt sich sogar als jetzt als Opfer, des erstarkten Opfers.
    Ja das ist eben interessant, welches Interesse hat die Welt daran, Opfer zu produzieren?
    Dieser Wahnsinn muss aufgedeckt werden im Großen wie im Kleinen nur so ist es zu schaffen.

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