Es ist was faul in al-Zeitun


Az Zaitun (auch Al-Zeitun, al-Zeitoun und Zeitun) ist ein Vorort im Sueden von Gazastadt. Nach der verlinkten Luftansicht in der groesstmoeglichen Aufloesung scheint es sich eher um einen Villenvorort als um ein Armenviertel zu handeln.

In al-Zeitun sollte die Geschichte mit dem „sicheren Haus“ stattgefunden haben. Als Zeugen und Opfer werden immer wieder Mitglieder der Al-Samoni (auch Al-Samouni) Familie angefuehrt.

Israel hat energisch demenitert. Zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls (4. und 5. Januar) befanden sich noch keine israelischen Bodentruppen so dicht bei Gazastadt. Das kann wenig ueberraschen. Die Bodenoffensive begann in der Nacht auf den 4. Januar und die IDF drang langsam ein. Fuer 2 km brauchte sie mehrere Stunden. Erstes Ziel waren die Raketenabschussrampen im Norden des Gazastreifens und nicht Gazastadt. Erst eine Woche spaeter wird von Kaempfen zwischen IDF und Hamas in Al-Zeitun berichtet.

6 days ago: GAZA CITY, GAZA STRIP – JANUARY 22: Daughter in-law of Ebrahim Hilmi Al-Samoni, Mas’uda Subhi Al-Samoni ,21, (R) who lost her husband Mohammed a baby and 27 other relatives, sits with her sons Ebrahim ,4, (R) Mousa ,2, and her sister in-law Samah ,17, (L) on the rubble of their destroyed home as they remember 29 members from their family who were killed by Israeli action during the offensive on January 22, 2009 in Gaza City, Gaza Strip. Ebrahim Hilmi Al-Samoni and his relatives accuse the Israeli soldiers of the mass killing of 29 members of their family, including his three brothers, four sons, wife, grandchild, and nephews and nieces when they gathered in a house and the Israelis started shelling it on January 5.

Das ist nur eines von mindestens 42 Photos speziell zu dieser Familie bei Daylife. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass diese Familie einen Photographen im engen Bekanntenkreis hat.

Die Darstellung der Al-Samonis variiert auch: Zunaechst soll es sich um Panzergranaten gehandelt haben, die das „sichere Haus“ moeglicherweise irrtuemlich beschossen. Aber hier erzaehlt Faraj al-Samoni davon, dass israelische Soldaten mit Handfeuerwaffen seine Angehoerigen erschossen habe.

Ich gehe bis auf weiteres davon aus, dass der Tod von verschiedenen Mitglieder der Al-Samoni Familie nicht durch die IDF verursacht wurde, sondern moeglicherweise durch Hamas selbst. Es kann sich um ein Unglueck gehandelt haben, weil das Haus vermint worden war. Anschliessend wurde dann versucht, Israel die Schuld in die Schuhe zu schieben. Das ist nichts Neues und wurde und wird bei so gut wie allen Arbeitsunfaellen versucht.

Ein neues Beispiel fuer diese Vorgehensweise waere der verminte Zoo.

Angesichts dieser Unstimmigkeiten faellt es mir schwer, nun diese Beschuldigung zu glauben.

Some of the graffiti was written on the ruins of the homes of the al-Samuni family, who lost dozens of its members during the war.

Die abgebildeten Graffiti koennen gut und gern nach dem Abzug der Soldaten angebracht worden sein, umso mehr, als sie anscheinend mit demselben schwarzen Marker gezeichnet wurden und auf Englisch verfasst sind.

Man beachte die abfallende Tendenz. Statt Kriegsverbrechen werden nun Graffiti als Vorwurf an Israel hochgeschaukelt!

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8 Antworten

  1. Welche Graffiti sind gemeint? (Der Link zu „diese Beschuldigung zu glauben“ führt zum Wikipedia-Eintrag über die Explosion am Strand.)

  2. Hallo nam3,

    bitte entschuldige, ich hab’s gerichtet. Vielleicht sollte ich mit etwas weniger Links jonglieren, die aber sorgfaeltiger setzen.
    Danke fuer den HInweis.

  3. Danke fürs „Richten“!
    Ich weiß nicht, ob man von vornherein ausschließen kann, dass es Soldaten waren, die solche Schmierereien hinterließen oder anderen unnötigen Schaden verursachten. Vermutlich wird Krieg auch bei israelischen Soldaten nicht unbedingt die besten Seiten in den Vordergrund rücken. Wenn sie solche Dinge taten, so wäre das in meinen Augen dumm und unnötig. Das Relevante aber ist, dass es dem IDF ebenso scheint: „The matter is being investigated and those responsible for it will be severely reprimanded.“ Etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet.

  4. Via Elder of Ziyon bin ich auf einen weiteren interessanten Artikel gestoßen, über die angeblich beschossene UNRWA-Schule. Erinnert sich noch jemand an die zitterende Stimme des UNRWA-Sprechers in den Nachrichten? Keinen sicheren Ort gäbe es nun in Gaza, nirgendwo könnten die Leute hinfliehen. Man war ganz ergriffen. – Nun ja. Der Mann hat gelogen. Die Schule wurde überhaupt nicht beschossen, und es starb auch niemand darin. Das alles fand vor der Schule statt, auf der Straße, da, von wo aus die israelischen Truppen beschossen worden waren. Schon erstaunlich, welche Sprecher sich eine UN-Organisation so leisten kann.

    Hat nun eigentlich schon jemand Israel wegen Kriegsverbrechen angeklagt? Nein? Dann könnte es vielleicht versuchen, eine Klage gegen sich selbst einzureichen. Etwas Besseres als eine sorgfältige Untersuchung der herumgeisternden Vorwürfe könnte dem Land gar nicht passieren.

  5. Im Grunde ist es wurscht, wer die Grafitis gemacht hat. Und die Bilder dieser Familie. Ja, ist mir auch schon aufgefallen und das von dir eingebettete wirkt sehr komponiert. Aber was wirklich sache ist, kann man mit unseren Ressourcen leider nicht feststellen.

    Grüße Andreas (ja, es gibt mich noch, hatte ein wenig was um die Ohren die letzte Zeit: Klausuren, Messen, etc.)

  6. […] Pallywood war von Anfang an in Aktion. Und während der Angriff auf die UNRWA-Schule sich gerade endgültig zu klären beginnt, ist eine andere Propaganda-Aktion schon länger auf dem Prüfstand. Die „Geschichte mit dem sicheren Haus“ am 4./5. Januar kann sich nicht so abgespielt haben, wie von den Hamas-Propagandisten behauptet. Beer7 hat mehr. […]

  7. Nam,

    natuerlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Graffiti von Soldaten stammen.

    Aber ueberlege Dir folgendes: Am 22. Januar war mindestens ein Pressefotograph dort und machte mindestens 42 Bilder. Auf keinem dieser Photos tauchen Graffiti auf. Dann ploetzlich am 28. Januar wird diese Geschichte verbreitet.

  8. Das riecht allerdings – danke für den Hinweis. Die Daten wären mir nicht aufgefallen.

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