Sirene um 2 Uhr nachts


Letzte Nacht weckte uns Raketenalarm um 2 Uhr. Mein Mann und ich waren sofort hellwach. Ich stuermte zum Kinderzimmer. Die Maedchen schlafen seit ihrer Rueckkehr nicht mehr im Schutzraum, sondern in ihren eigenen Betten. Ich dachte, jetzt muesste ich doch schlaftrunkene Kinder aus den Betten reissen. Aber sie kamen mir schon entgegen. Zusammen gingen wir schnell in den Schutzraum. Mein Mann und ich wechselten einen raschen Blick: Nur kein Hinweis darauf, dass die schweren Fensterladen offen waren! Die Kinder waeren sonst noch mehr erschreckt. Wir warteten eine Weile, hoerten aber keinen Einschlag. Dann schluepften wir wieder in unsere Betten. Ich konnte lange nicht einschlafen. Sollte ich meine Termine in Tel Aviv absagen? Wenn doch wieder Raketen auf Beer Sheva abgeschossen werden, moechte ich ungern so weit von den Kindern entfernt sein. Ob ueberhaupt unterrichtet wuerde? Um 6 Uhr morgens hastete ich zum Fernseher, aber der gab mir keine Auskunft. Ich bat meinen Mann, sicherheitshalb die staehlernen Fensterladen wieder zu schliessen. Erst das Radio um 7 brachte die Aufklaerung:

Fehlalarm

Der Waffenstillstand wird schon gebrochen


Der erste Bruch bestand in Schuessen auf abziehende Soldaten. Schwerer wiegt, dass heute acht Moerser abgefeuert wurden. Ob Hamas wieder einmal die Chance ergreift, eine Chance zu verpassen?

eine kleine Hausarbeit


Aus der Schule brachte die Kleine heute ein vorgedrucktes Blatt nach Hause. Man sieht ein Kind vor einem Microphon. Gross darueber steht als Titel: „Was ich sagen wollte“. Darunter sind mehrere linierte Zettel gezeichnet, jeweils in der ersten Zeile wird der Adressat genannt. Das Vorgedruckte gebe ich kursiv wieder, das Folgende ist der Text der Kleinen.

Meiner Familie und den Klassenkamaraden moechte ich sagen, dass man auch mal Angst haben kann. Dafuer muss sich niemand schaemen. Jeder kann einmal Angst haben.

Allen unseren Feinden moechte ich sagen: Gebt es auf, uns zu bekaempfen, ihr habt keine Chance. Gott beschuetzt uns.

Der Welt moechte ich sagen: Hamas ist boese und man kann mit ihr nicht zusammenarbeiten. Juden haben genau dasselbe Recht auf einen eigenen Staat wie andere Voelker auch.

Unserem Regierungschef und dem Verteidigungsminister moechte ich sagen: Acht Jahre lang haben die Einwohner von Sderot gelitten und die Regierung hat nichts unternommen. So kann es nicht weitergehen.

Unseren Soldaten moechte ich sagen: Bitte macht den Einwohnern des Gazastreifen nichts, nur den Hamasleuten. Die Einwohner kaempfen nicht gegen uns, nur Hamas. Mit der Hamas sollt ihr aber kein Mitleid haben.

Elterliche Liebe


diesmal aus dem Gazastreifen. Wie bei Um Ayat stoesst auch bei Saber Jnaid die elterliche Liebe an enge Grenzen.

Saber Jnaid said his son, a Hamas fighter, had been killed 12 days ago during Israel’s 22-day onslaught on the Islamist militant group. He could not formally receive condolences until fighting stopped on Sunday and Israeli forces pulled back.

„May God make the Islamic resistance stronger,“ the grey-bearded father told Reuters as he sat with relatives. „I have 10 more sons and I hope all of them die as martyrs.“

David Grossman und die Verblendung


MIt David Grossman habe ich mich nun schon zweimal in diesem Blog auseinandergesetzt. Anhand seiner Rede zu Rabins 11. Todestag habe ich bei ihm Projektion eigener Gedanken und Gefuehle auf die Palaestinenser diagnostiziert.

Zu Beginn der Aktion gegen Hamas insistierte David Grossman, Israel muesse das Muster, seine Gewohnheit, auf jede Provokation militaerisch zu reagieren, durchbrechen. Ich habe nachgewiesen, dass Grossman blind sein muss, um ein solches Muster zu unterstellen, nachdem Israel jahrelang den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen geduldet hatte. Ausserdem konnte ich an einem Beispiel aus der sog. 2. Intifada belegen, dass israelische Zurueckhaltung kontraproduktiv ist, wenn das Ziel Ruhe und weniger Tote auf beiden Seiten ist.

Meine Diagnose verschaerft sich stufenweise. Blinder Glaube, willentliche Blindheit, Verblendung:

In seinem neuesten Artikel in Ha’aretz schreibt Grossman:

maybe then we will settle accounts with those who, time after time, incite the Israeli public, whipping them into a frenzy of arrogance and a euphoria of power. Those who have taught us over the years to scoff at belief in peace and any hope for change in our relations with the Arabs. Those who have convinced us that the Arabs understand only force, and therefore that is the only language we can use in our dealings with them.

Wer moegen die mysterioesen „die“ sein?

Fuer mein Teil wuerde ich den Terroristen der Hamas und der Tanzim, Al-Aksa-Brigaden, Islamischer Jihad und wie sie sich alle nennen, die Schuld daran geben, dass „Friede“ fuer mich schon fast ein schmutziges Wort geworden ist.

Aber die hat Grossman kaum gemeint. Er duerfte an israelische Politiker denken. Das kleine Problem ist nur, dass die gegenwaertige Regierung unmoeglich als rechts charakterisiert werden kann. Olmert wurde seinerzeit gewaehlt, um den einseitigen Rueckzug aus der Westbank einzuleiten. Barak ist Vorsitzender der Arbeiterpartei und Livni galt als Taube neben Olmert. Wenn sie sich jetzt als Falke gebaerdet hat (Hat sie das? Mir ist das entgangen.), dann um sich gegenueber Netanyahu in den kommenden Wahlen zu profilieren. Selbst Meretz, die Partei am aeusserten linken Rand in der Knesseth, rief nach einer militaerischen Aktion gegen Hamas. Damit ist uebrigens die Frage von Reinhard Meier von damals endgueltig beanwortet: Ja David Grossman steht links von Meretz.

Olmert hat sich geradezu verbatim an Grossmans Anweisung gehalten.

Wenden Sie sich an die Palästinenser, Herr Olmert. Sprechen Sie sie über die Köpfe von Hamas hinweg an. Wenden Sie sich an die Gemäßigten unter ihnen, diejenigen, die Hamas und ihre Politik ebenso ablehnen wie Sie und ich. Wenden Sie sich an das palästinensische Volk.

In den Tagen vor Beginn der militaerischen Aktion wandte er sich ueber die Kopefe der Hamas hinweg an das Volk im Gazastreifen:

Israeli Prime Minister Ehud Olmert on Thursday issued a „last-minute“ appeal to Palestinians in the Gaza Strip to reject their Hamas rulers and stop rocket fire at Israel, warning them he would not hesitate to use force.

(…)

Olmert told Al Arabiya television, an Arab broadcaster widely watched in Gaza: „I didn’t come here to declare war.“

„But Hamas must be stopped — that is the way it is going to be. I will not hesitate to use Israel’s might to strike Hamas and (Islamic) Jihad. How? I will not go into details now,“ Olmert said, according to a statement issued by his office.

Olmert has resisted calls within Israel for a major military operation against Hamas, but rocket and mortar fire from the coastal enclave since a six-month truce brokered by Egypt expired last week has increased pressure on him to act.

Aber das gilt nicht bei Grossman. Denn die Wirkung war eben nicht, wie er meint, dass sie notwendig eintreten muss:

Yet even when the Palestinians act with indiscriminate violence, when they use suicide bombings and Qassam rocket fire, Israel is stronger than them, and it can have a tremendous impact on the level of violence in the conflict as a whole – and hence on calming it down and even bringing it to an end.

Am selben Tag, als Olmert so versuchte, das palaestinensische Volk zu erreichen und den Krieg zu verhindern, machte Hamas sehr deutlich, dass jede israelische Zurueckhaltung als Schwaeche verstanden wird:

Boasting that it had fired dozens of rockets and mortars at Israeli towns in the past few days, the group pointed out that Israel was „hopeless and desperate“ because it doesn’t know what to do to stop the attacks.

„The enemy is in a state of confusion and doesn’t know what to do,“ the leaflet read. „Their fragile cabinet has met in a desperate attempt to stop the rockets while thousands of settlers have found refuge in shelters which, by God’s will, will become their permanent homes.“

Grossman glaubt daran, dass Sprache alternative Realitaeten erschaffen kann.

We must speak to them, and create, within this closed-off, deaf reality, the very possibility for speech. We must create this alternative, so mocked and maligned today, which in the tempest of war has almost no place, no hope, no believers.

Als Schriftsteller erschafft Grossman tatsaechlich alternative Realitaeten und ich wiederhole noch einmal, dass ich ihn als Schriftsteller sehr schaetze. Dass er aber aufgrund seines literatischen Schaffens ernsthaft meint, seine Rezepte koennten Israel den Frieden bringen, wuerde ich unter Selbstueberschaetzung des Kuenstlers verbuchen.

Ich schlage David Grossman ein Experiment vor: Er stellt sich Hamas freiwillig als Geisel zur Verfuegung. Durch Reden wird er sie dann davon ueberzeugen, ihn und Gilad Shalit freizulassen, alle seine Buecher ins Arabische zu uebersetzen und gemeinsam mit Israel einen Lesezirkel zu eroeffnen.

P.S. Diesmal war ich Yaacov Lozowick eine Nasenlaenge voraus. Sein Text zu David Grossman erschien drei Stunden nach meinem. Ich moechte noch darauf hinweisen, dass ich Grossman nicht in der Serie Alibijuden behandle und Lozowick ihn nicht als antisemitic Jew kategorisiert. Entgegen den Unterstellungen von gelegentlichen Kommentatoren wird eben nicht jede andere Meinung in dieser Weise zurueckgewiesen.

Hamas und Fatah


Abbas will mit der Hamas zusammen regieren titelt die NZZ.

Die Liebe scheint einseitig zu sein, denn aus der Jerusalem Post erfahren wir ‚Hamas torturing Fatah members in Gaza‘.

Was wetten wir, dass sich keine Menschenrechtsorganisation darum bekuemmert. Dabei spazieren, waehrend ich schreibe, ahnungslose und voreingenommene Gutmenschen durch den Gazastreifen, lassen sich kleine Feuerchen zeigen und die Ohren mit angeblichen israelischen Kriegsverbrechen volljammern. „Useful idiots“ oder willige Helfer beim Propagandakrieg gegen Israel?

Natuerlich kann die NZZ auch nicht umhin, das sog. saudische „Friedensangebot“ falsch darzustellen:

Appell an Israel

König Abdullah von Saudi-Arabien forderte Israel auf, das von ihm bereits vor mehreren Jahren vorgeschlagene arabische Friedensangebot anzunehmen. «Der arabische Vorschlag liegt nicht mehr lange auf dem Tisch», sagte er.

Das Angebot, das 2002 in Beirut von allen Staaten der Liga akzeptiert worden war, bietet Israel die Aufnahme normaler Beziehungen zu den arabischen Staaten an. Bedingung ist, dass sich Israel aus allen Gebieten zurückzieht, die es im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt hat.

Statt Appell sollte „Drohung“ stehen. Das Angebot verlangt einen Rueckzug aus allen Gebieten, die Aufnahme aller Fluechtlinge mitsamt ihrer Nachkommen, die daran interessiert sind, in den Staat Israel. Im Gegenzug werden keine vollen diplomatischen Beziehungen angeboten, sondern voellig undefinierte „normale“. Normal ist in der arabischen Welt wie Hamas und Fatah miteinander umgehen.

Back to school


Heute findet der Unterricht wieder statt. Im Buero hoere ich Muetter ihre Bedenken aeussern. Wir trauen dem Waffenstillstand nicht ganz. Aber vor den Kindern versteckt jede ihre Befuerchtungen.

In den ersten Stunden soll den Kindern Gelegenheit gegeben werden, ueber ihre Erlebnisse und Gefuehle waehrend des Kriegs zu sprechen.

Die Lehrerinnen sollen dafuer sorgen, dass die Stimmung festlich ist. Die Grosse bringt einen bunt verzierten Schokoladenkuchen mit, um auch in der Klasse ihren Geburtstag zu feiern. Das passt dann ganz gut.

Kriegstrauma?


Die Grosse hat morgen Geburtstag. So wie es ausschaut, geht ihr groesster Wunsch in Erfuellung und wir koennen morgen als Familie ganz normal zuhause feiern.

Am Wochenende sagte sie mir vertraulich – ich kaemmte ihr im Badezimmer die Haare -, dass sie diesen Krieg so satt habe. Mehr noch als die Raketenalarme in Beer Sheva stoere sie das staendige Reden ueber Raketen bei den Grosseltern. Ich kann sie verstehen, obwohl ich genauso obsessiv wie alle anderen die Nachrichten verfolgte und vergleichende Raketenstatistik betrieb.

Am Samstagabend gingen mein Mann und ich ins Kino. (Changeling) Das machen wir eigentlich regelmaessig, wenn wir seine Eltern besuchen, weil wir so den Babysitter sparen. Diesmal mussten wir uns gegenseitig dazu draengen. Als wir in der Kinolobby standen, empfanden wir unsere Umgebung als voellig unwirklich. Real war fuer uns eine Stadt, in der kaum Menschen unterwegs sind, wo die Kinos seit Wochen geschlossen sind. Es ist klar, dass wir die Dissonanz zwischen Stadt im Krieg und Stadt im Frieden empfanden, aber genausogut haetten wir den Frieden als wirklich und den Krieg als boesen Traum empfinden koennen.

Die toten Kinder auf der anderen Seite


In seinem Kommentar zu Alibilijuden Paula Abrams-Hourani (sollte eigentlich unter Alibijuden Gideon Levy stehen) schreibt jemand mit dem Pseudonym Klemperer85:

Während ich hier bei Ihnen keinen Hinweis auf die vielen toten Kinder der anderen Seite finde.

Darueber habe ich waehrend des langen Wochenendes bei den Schwiegereltern nachgedacht. (Auf manchen Bloedsinn in seinem Kommentar gehe ich nicht naeher ein: Tote Kinder koennen natuerlich spaeter nicht mehr reagieren. Nicht ich, sondern A.B. Yehoshua spricht davon, dass Levy kein Wort ueber tote israelische Kinder verliert. Die ganze anti-anti-deutsche Tirade ist fehl am Platz.)

Eine erste Antwort ist, dass ich aus Beer Sheva schreibe, mein Blickwinkel erlaubt keinen direkten Blick auf die Toten und Verletzten im Gazastreifen. Waehrend die Raketen in Beer Sheva niedergingen, verspuerte ich tatsaechlich so gut wie keine Empathie mit den Palaestinensern im Gazastreifen. Mein Gefuehlshaushalt wurde von Angst um die eigenen Kinder und Israelis (die Zivilbevoelkerung im Sueden und unsere Soldaten im Gazastreifen) und Erbitterung gegenueber unseren Feinden, Hamas und alle ihren Unterstuetzern, gepraegt. Ich denke, das ist ziemlich normal bei einer Bevoelkerung im Krieg. Ich haette Klemperer auch fragen koennen, welche Blogs aus dem Gazastreifen er kennt, die sich Gedanken darueber machen, wie es den Menschen in Israel wohl geht.

Das Wochenende verbrachten meine Schwiegereltern, mein Mann und ich mehr oder weniger vor dem Fernseher mit den Nachrichten. So erlebten wir auch, wie ein Journalist auf dem 10. Fernsehkanal live einen Anruf auf seinem Handy entgegennahm, der ihm die Traenen in die Augen trieb. Bald darauf wurde ein Archivphoto des Arztes Dr. Ezzeldeen Abu al-Aish eingeblendet. Ich kenne ihn irgendwoher, muss aber noch recherchieren, woher.*

Alle Erwachsenen, die um den Fernseher sassen, waren betroffen. Gleichzeitig suchten wir alle vier nach Moeglichkeiten, diese Betroffenheit abzuwehren. Wir kaempften geradezu darum, uns die Nachricht von diesem Unglueck nicht zu Herzen gehen zu lassen. Zunaechst auesserten wir Zweifel an der Wahrhaftigkeit des Berichts, dann daran, dass es sich tatsaechlich ein israelischer Panzer geschossen hatte. Schliesslich waere ja auch eine zu kurz geschossen Kassamrakete denkbar. (Diese Moeglichkeit kann anscheinend auch jetzt nicht ausgeschlossen werden, nur ist von einer Gradrakete die Rede.)
Oder Rache der Hamas an diesem Arzt, der fuer Versoehnung mit Israel eintritt.

Die israelischen Medien sorgten dafuer, dass sofort Krankenwagen zum Haus des Arztes geschickt wurden. Als dann Bilder der schwer verletzten jungen Maedchen im Fernsehen kamen, konnten wir uns nicht mehr gegen die Betroffenheit wehren. Krieg ist schrecklich. Diese Kinder sollten genauso wie der siebenjaehrige Orel, um dessen Leben die Aerzte im Sorokakrankenhaus immer noch kaempfen, unbeschwert lernen, spielen, leben koennen. Mein Herz tut mir weh, wenn ich an ihren Vater denke und an all die Eltern im Gazastreifen, die sich keine Maertyrer gewuenscht haben und trotzdem Kinder verloren haben oder deren Kinder verletzt wurden. (Mit Eltern wie Um Ayat habe ich immer noch kein Mitleid, mit ihren Kindern umso mehr, auch wenn sie physisch ganz unversehrt sind.)

In meinem Text zu Gideon Levy habe ich auch zu Yaakov Lozowicks Antwort verlinkt. Jetzt uebersetze ich ein paar Absaetze, weil ich es selber nicht besser sagen kann.

Jede militaerischer Aktion gegen Hamas wird zum Tod von Zivilisten fuehren, weil Hamas sich in zivilen Wohnvierteln eingenistet hat und ihre Kaempfer inmitten Unbeteiligter agieren. Egal, wie sehr wir uns anstrengen, Zivilisten zu schonen, es wird nicht zu vermeiden sein: Bei einem Angriff auf Hamas werden Kinder getoetet. Der Entschluss, Kinder zu toeten, ist boese. Israels Krieg ist daher boese und die Unterstuetzer dieses Kriegs muesen das akzeptieren.

OK. Und hier bin ich und unterstuetze diesen Krieg. Der stolze und angstgebeutelte Vater eines Soldaten, der in diesem Krieg kaempft. Ein Mann, der Gewalt hasst und den es beim Anblick von ermorderten Kindern vor Horror schuettelt. Ich uebernehme die Verantwortung den Tod dieser toten pal. Kinder im vollen Ausmass, in dem ein waehlender Staatsbuerger fuer die Handlungen seiner Regierung und seiner Armee verantwortlich ist. Die Verantwortung liegt schlussendlich beim Souveraein und ich bin ein Teil des Souveraens. Das ist mein Land. Ich bin kein voruebergehender Fremder oder unbeteiligter Beobachter. Ich bin ein Akteur in diesen Ereignissen.

Meine Rechtfertigung ist, dass es eine groessere Ungerechtigkeit waere, boesen Taten nicht entgegenzutreten, als etwas gegen sie zu unternehmen. Natuerlich muessen wir alle vernuenftigen Massnahmen ergreifen, damit wir nicht gleichermassen boese werden. Aber wenn wir das tun und solange wir damit nicht aufhoeren, ist es besser, dass wir die moechte-gern Moerder toeten, als dass wir ihnen erlauben zu morden.

Damit meine ich nicht, dass wir unsere Tage damit verbringen sollten, jeden zu jagen, der uns eventuell toeten moechte. Meine Aussage ist als Konzept gemeint. Natuerlich darf Gewalt erst dann eingesetzt werden, wenn alle anderen Mittel erschoepft sind und natuerlich muss sie dem zu erreichenden Ziel angemsenn sein und mit groesstmoeglicher Sorgfalt eingesetzt werden. Alle diese Bedingungen muessen erfuellt sein und regelmaessig neu hinterfragt werden, weil sich die Bedingungen aendern koennten. In dem Moment, wo diese Umstaende gegeben sind, ist es legitim, Krieg zu fuehren, auch mit der Gewissheit, dass unschuldige Zivilisten getoetet werden. Unter diesen Umstaenden keinen Krieg zu fuehren, waere die groessere Ungerechtigkeit.

Lozowick argumentiert weiter, dass Israels Existenz als juedischer Staat einen Krieg rechtfertigt.

*Inzwischen weiss ich, woher ich Dr. Abu Al-Aish kenne. Er hatte 2005 seine Stimme erhoben, als eine junge Frau, Wafa Samir Ibrahim al-Biss, die im Sorokakrankenhaus behandelt wurde, dort ein Selbstmordattentat begehen wollte.

Kleine Sendepause


Bald fahren mein Mann und ich nach Norden, zu seinen Eltern und unseren Kindern. Vor Sonntag sind wir nicht zurueck. Wenn die Lage nicht ganz ruhig ist, lasse ich die Maedchen noch bei ihren Grosseltern.

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