Koationsverhandlungen zwischen Hamas und Fatah


Die Fatah hat der Gewalt abgeschworen und setzt auf Verhandlungen.

Das ist der letzte Satz des FAZ Artikels Nationaler Dialog beginnt in Kairo

Leider ist der Satz unwahr, er beruht offensichtlich auf Wunschdenken. Um keine Missverstaendnisse aufkommen zu lassen, hat Abbas vor einem Jahr zu Protokoll gegeben, wie konsequent Fatah der Gewalt abgeschworen hat.

In an interview with the Jordanian daily al-Dustur, Abbas said that he was opposed to an armed struggle against Israel – for the time being.

„At this present juncture, I am opposed to armed struggle because we cannot succeed in it, but maybe in the future things will be different,“ he said.

The PA president also expressed pride both in himself and in his organization, Fatah, for trailblazing the path of resistance.

„I had the honor of firing the first shot in 1965 and of being the one who taught resistance to many in the region and around the world; what it’s like; when it is effective and when it isn’t effective; its uses, and what serious, authentic and influential resistance is,“ Abbas said.

„It is common knowledge when and how resistance is detrimental and when it is well timed,“ he added. „We (Fatah) had the honor of leading the resistance and we taught resistance to everyone, including Hizbullah, who trained in our military camps.“

Drei Monate spaeter verkuendete der PLO Botschafter Abbas Zaki im libanesischen Fernsehen ebenfalls die offizielle Fatahpoltik:

„In light of the weakness of the Arab nation and the lack of values, and in light of the American control over the world, the PLO proceeds through phases, without changing its strategy. Let me tell you, when the ideology of Israel collapses, and we take, at least, Jerusalem, the Israeli ideology will collapse in its entirety, and we will begin to progress with our own ideology, Allah willing, and drive them out of all of Palestine,“ added Zaki.

Die ideologische Kluft zwischen Hamas und Fatah ist so tief nicht, wie die FAZ zu glauben vorgibt. Die Frage ist eigentlich nur, wie aussichtsreich die Gewaltoption im Augenblick ist. Und der wirkliche Knackpunkt ist natuerlich, wer das Recht haben soll, internationale Hilfsgelder zu kontrollieren.

Update: Zur Bestaetigung meines Eintrags laesst sich Fatah nicht lumpen und bekraeftigt aktuell, dass sie keineswegs ausschliesslich auf Verhandlungen setzt:

Addressing a pro-Fatah rally of more than 100,000 people in the Samaria city of Shechem (Nablus), the PA Mayor Jamal Muhsein threatened: „Whoever thinks that negotiations are the only choice for Fatah is wrong. On the
contrary, all options are open, including armed struggle, as long as we seek peace and others do not. Jerusalem is the gate to peace as well as the gate to war.“

g

3 Antworten

  1. Danke für die guten Infos!
    Die Fatah wird hier von vielen immer noch als Friedenstaube – gerade verschärft durch den Gegensatz zur Hamas – gesehen.

    Das Hauptgeschäft der Palis ist Lüge und Verblendung – leider.

  2. […] gegen den jüdischen Staat. Die Fatah hat der Gewalt abgeschworen und setzt auf Verhandlungen. Wie Beer7 ausführt und belegt, hat die Fatah der Gewalt nicht abgeschworen, sondern nur zum vorläufig nicht ganz so gut […]

  3. […] Israels erwähnt Lerch zudem nicht, dass auch die ja ach so “moderate” Fatah der Gewalt nur zeitweilig abgeschworen hat, Israels Existenzrecht nach wie vor nicht anerkennt und selbiges daher auch nicht von der Hamas […]

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