Alibijuden: Peter (Jochi) Weil-Goldstein


Antisemitismus sei der Sozialismus des dummen Kerls, wird August Bebel in den Mund gelegt. Wie Jean Amery schon 1969 diagnostiziert, haben linke Intellektuelle spaetestens nach dem Sechs-Tage-Krieg Antisemitismus in den Sozialismus integriert.

Peter (Jochi) Weil-Goldstein kandidierte 2007 fuer den Nationalrat auf der Liste der Partei der Arbeit der Schweiz (Sozialisten/Kommunisten).

Auch die Medico International Schweiz, fuer die Weil-Goldstein als Projektleiter Israel-Palaestina taetig ist, hat klare ideologische Wurzeln. Sie wurde zur Unterstuetzung der internationalen Brigaden gegen Francos Faschisten im Spanischen Buergerkrieg gegruendet. Auch heute identifiziert sie sich mit dem Sozialismus, wie auch aus der Liste der Projekte sofort ersichtlich ist: Cuba, El Salvador, Eritrea, Guatemala, Mexico, Niceragua, Palaestina, Vietnam. Das liest sich wie die Liste linker Anliegen der letzten Jahrzehnte. Nur Venezuela fehlt noch. Und natuerlich unterstuetzt Medico International Schweiz das Narrenschiff von „Free Gaza“ bei deren Solidaritaetsaktion mit Hamas. Update vom Mai 2010: Hier noch eine sehr interessante Darstellung, wo und wie Medico International sich auch einsetzt.

Ausserdem setzt sich Weil-Goldstein fuer die Kampagne Olivenoel ein. Die wiederum basiert auf den Palestinian Agricultural Relief Committees (PARC). In deren Mission Statement lesen wir, es ginge ihnen um Entwicklung in der Landwirtschaft, Umwelt und Frauenrechte:

PARC is a leading Palestinian NGO working in the field of rural development, environment protection, and women empowerment.We offer technical assistance and support, along with extension services to individuals and organizations working in similar fields.

Aber schon aus der Webseite selber ist erkennbar, dass es sich hier um eine Front handelt, dahinter wird auch der uebliche „pal. Befreiungskampf“ betrieben. Von den acht Icons auf der Eingangsseite heisst das achte unter einem Bild der Al-Aksa-Moschee „Settlements, Wall and Jerusalem“.

Im Action Alert wird Israel nicht nur die Souveraenitaet ueber Ostjerusalem abgesprochen, sondern auch ueber Westjerusalem. Unter dem Zwischentitel „Actions Required“ werden die Organisationen aufgelistet, von denen man fordert, Druck auf Israel auszuueben. „Jewish Community Leaders Worldwide“ und „Jewish Community Religious Leaders“ werden als moegliche Aliierte genannt.

Jemand wie Weil-Goldstein laesst sich so etwas nicht zweimal sagen. Seine juedische Herkunft setzt er gern fuer die gute Sache ein. Am 2. Maerz stellt er auf einer Pressekonferenz in Bern seinen Appell an die israelische Regierung vor:

Wir, die unterzeichnenden Jüdinnen und Juden, erwarten die Beendigung der israelischen Besatzung, Besiedlung und Blockade palästinensischer Gebiete. Wir bestehen auf würdigen Lebensbedingungen sowie auf Sicherheit für alle Menschen in Israel und Palästina.

Der Appell ist nota bene ausschliesslich an die israelische Regierung gerichtet. Wir lernen daraus, dass nur Israel die wuerdigen Lebensbedingungen und die Sicherheit aller Menschen in Israel und Palaestina verhindert. Die Palaestinenser haben gar nichts damit zu tun. Wenn sie Terroranschlaege in Israel durchfuehren, Raketen auf israelische Staedte abfeuern, in innerpalaestinensischen Konflikten einander gefangennehmen, morden und foltern, so handelt es sich ausschliesslich um Verzweiflung ueber Israel, das Wuerde und Sicherheit schaffen koennte und sich dennoch weigert. Dass die verschiedenen politischen Programme der Hamas und der PLO die Vernichtung Israels als Ziel definieren, ist ebenfalls kein Hinderungsgrund. Wir ahnen schon: Israel koennte Wuerde und Sicherheit schaffen, indem es sich selbst aufloest. Die Forderung nach der Vernichtung Israelis ist demnach identisch mit der Forderung nach „Wuerde und Sicherheit“. Normalerweise werden in solchen Aufrufen die Worte „Friede und Sicherheit“ gepaart. Ich musste meinen Text gerade korrigieren, weil ich das automatisch geschrieben hatte. Es ist aber kein Zufall, dass der Appell Frieden nicht erwaehnt und stattdessen auf Wuerde setzt.

„Wuerde“ entspricht der „Ehre“ in der arabisch-muslimischen Ehre-Scham-Kultur. Die arabische Ehre kann nur durch die Vernichtung Israels wieder hergestellt werden.

Einige Unterzeichner wissen wohl, was sie fordern und unterschreiben deshalb. Bei Nurit Peled-Elhanan z.B. wuerde ich davon ausgehen. Andere duerften sich darueber nicht im Klaren sein.

Der seelische Druck auf Juden ist durch die internationale Anfeindung derzeit wieder einmal besonders stark. Kenneth Levin in seinem Buch „The Oslo Syndrome“ erklaert die Mechanismen, wie Menschen unter solchen Umstaenden teilweise die Sicht ihrer Umgebung uebernehmen und nach psychischen Auswegen suchen. Dieses Motiv kommt in den Aussagen von einigen Erstunterzeichnern deutlich vor:

Die 23 Erstunterzeichner, darunter die Organisation Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina, hoffen, dass sich eine nie dagewesene Anzahl von Juden ausserhalb Israels von der Politik der Regierung in Jerusalem distanziert.

Die Situation im Nahen Osten sei eine sich ständig verschlimmernde Tragödie, sagte Weil-Goldstein vor den Medien in Bern: „Wenn wir gegenüber dem Unrecht der seit 1967 andauernden Besatzung palästinensischer Gebiete und der Entwürdigung der Menschen dort schweigen, gilt dies aus meiner Sicht indirekt als Zustimmung“.

Für den früheren Schweizer Botschafter Philippe Lévy ist die Kritik an der Politik Israels eine moralische Notwendigkeit. Wenn ein Familienmitglied ein Verhalten an den Tag lege, das „sittlich unakzeptabel“ sei, dann müssten sich die anderen Familienmitglieder von ihm distanzieren, sagte Lévy.

(Hervorhebungen von mir)

Hier wollen also Juden abschwoeren. Diesmal nicht dem Judentum, sondern dem Staat Israel. Auch legt nicht die Heilige Kirche Juden – natuerlich aus Sorge um deren Seelenheil – diesen Schritt nahe, sondern die Heilige Linke. Ein kleines Wort der Warnung an die Abschwoerwilligen: Auch damals hat es nicht so toll funktioniert, wie sich das mancher wohl vorgestellt hat.

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Eine Antwort

  1. […] (Jochi) Weil-Goldstein – […]

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