Obama – Fuehrer/Grosser Vorsitzender in spe


Es ist noch kein Jahr her, als ich in Obamas Plaenen totalitaere Schatten zu erkennen glaubte.

Inzwischen ist Obama knappe zwei Monate im Amt und dabei, seine Plaene umzusetzen. OFA, Organizing for America, soll eine „grass-root“ Bewegung sein, vom Regierungsoberhaupt gegruendet und dem Nationalen Kommitte der Regierungspartei unterstellt. Komisch und ich dachte, Grass wuechse von unten nach oben… Umgangen werden sollen die verschiedenen legislativen und buerokratischen Instanzen dazwischen.

Die Bewegung soll Druck auf den Kongress ausueben, vor allem auf die republikanische Minderheit und etwaige demokratische Abweichler:

„This is exactly the scenario OFA was moved into the DNC for, to take on the toughest tasks, the most transformational moments,“ said one party source. „Remember, everything Obama wants to accomplish from a substantive perspective requires him to pass this budget as a down payment and to draw lines in the sand.“

Passing Obama’s budget will not be an easy task. Republicans have lined up in near-unanimous resistance, and even some Democrats have voiced concerns about the huge deficit — $1.75 trillion for this fiscal year — and the spending priorities outlined in the proposal.

Zunaechst aber entsteht Druck in den verschiedenen Wohnvierteln, wenn Obama-Anhaenger von Tuer zu Tuer gehen und ihre Nachbarn organisieren sollen. Ich kann den Geloebnistext nicht einsehen, wenn ich mich nicht gleich dazu anmelde. Lona Manning berichtet in American Thinker, dass das Geloebnis auf Obama persoenlich, nicht auf den Staat oder die Partei geleistet werden soll.

Damit waeren wir beim Personenkult und bei Maos Rezept fuer die Kulturrevolution:

(…)

Im Juli 1964 wurde auf Wunsch Mao Zedongs ein kleines Komitee ins Leben gerufen, welches eine Kulturrevolution vorbereiten sollte. Diesem Komitee gehörten Peng Zhen (Bürgermeister von Peking, Mitglied des Parteisekretariats), Lu Dingyi (Propagandachef der Partei), Kang Sheng (Stellvertretender Parteisekretär), Zhou Yang (stellvertretender Propagandachef) und Wu Lengxi (Chef der Nachrichtenagentur Xinhua) an. Unter diesen fünf Personen kann jedoch nur einer (Kang Sheng) als enger Verbündeter Maos gewertet werden.

(…)

Am 25. Mai 1966 erschien die erste Wandzeitung (大字报, dàzibào, wörtl. „Große-Zeichen-Plakat“) an der Peking-Universität. Dieses Plakat wurde von Nie Yuanzi, Parteisekretärin des Philosophieinstituts, geschrieben. Dazu wurde sie von Kang Sheng ermuntert. Sie beschuldigte den Rektor der Universität, Lu Ping, und einige seiner Kollegen, die Kulturrevolution zu sabotieren. Am 1. Juni wurde der Inhalt des Plakats in einer von Mao persönlich modifizierten Form im Radio und am 2. Juni im Parteiorgan Renmin Ribao veröffentlicht. Das Plakat forderte unter anderem, „die große rote Flagge des Mao-Zedong-Denkens hochzuhalten, sich um die Partei und Vorsitzenden Mao zu vereinen und (…) alle Subversionspläne der Revisionisten zu zerstören“.

An den 55 höheren Bildungseinrichtungen in Peking formierten sich Gruppen aus Gymnasialschülern und Studenten. Plakate ähnlich dem von Nie Yuanzi erschienen an allen Schulen der Stadt. Eines dieser Plakate wurde mit „Rote Garde“ unterzeichnet. Dieser Name wurde später überall populär, obwohl sich in der Anfangsphase der Kulturrevolution Rebellengruppen mit allen möglichen Namen bildeten. Diese Gruppen waren keineswegs homogen. Die Gründe, warum sich Schüler diesen Gruppen anschlossen, reichten vom Glauben an die von Mao propagierten revolutionären Ideale über akademische oder soziale Interessen bis hin zur einfachen Lust zur Rebellion gegen ungeliebte Lehrer. (…)

Hierbei bediente Mao Zedong sich der leicht zu mobilisierenden und manipulierbaren Jugend (vor allem der Nachkommen der Funktionäre), die seit 1963/64 wieder verstärkt auf den „Vorsitzenden Mao“ eingeschworen worden war und ab 1966 dazu angestachelt wurde, den Klassenkampf gegen den vermuteten inneren Feind zu führen. Dies war zunächst die chinesische Kultur selbst, und somit ihre Träger, allen voran die Gebildeten und Gelehrten, sowie die kulturellen Güter und Lebensweisen des Landes. Ins Visier der Kulturrevolution gerieten rasch die verantwortlichen Parteimitglieder, d. h. die landesweite Verwaltung, die nach dem katastrophalen Großen Sprung nach vorn die Versorgungslage unabhängig vom Parteivorsitzenden wieder in den Griff bekommen hatte.

Flowerkraut, Migdalit: Seid Ihr immer noch sicher, dass ich Gespenster sehe?

9 Antworten

  1. Obama-Mao ist ziemlich gewagt (genauso wie wenn es ein Vergleich mit der Kremljugend „Naschi“ wäre ). Grundsätzlich finde ich die Idee eines „Organizing for America“ eigentlich sehr gut. Die Bürgerinnen und Bürger draussen im Lande können mit ihrem Engagement durchaus etwas zum Guten bewegen. Ein eventuelles Geöbnis auf Obama persönlich und nicht etwa auf die Vereinigten Staaten von Amerika ist jedoch auch für mich sehr grenzwertig.

    Hierzu auch ein Artikel der Deutschen Welle
    http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4100694,00.html (Obamas Web-2.0-Demokratie).

  2. So schlimm wird es schon nicht kommen, da das politische System der USA unter dem Strich immer noch recht gut austarierte checks&balances hat (vertraue Systemen eh mehr als Menschen). Wobei ich Obama auch sowieso nicht mit dem Schlächter Mao vergleichen würde.

    Obama ist halt ein typischer Sozialdemokrat (nicht mehr, nicht weniger), der neue Roosevelt in Sachen Wirtschaftspolitik (New Deal Reloaded) und bis jetzt auch der neue Carter in Sachen Aussenpolitik (wobei das Ende von Guantanamo definitiv zu begrüssen ist). Das Zugehen auf den Iran sehe ich allerdings mehr als kritisch.

    Seine Pläne bzgl. Jugend liegen leider im gesellschaftlichen Zeitgeist, wo die Kindererziehung ja mehr und mehr zum Staat hin abgeschoben wird.

  3. Perry,

    auch im von Dir verlinkten Text wird das Element des Personenkults spuerbar.

    Die Buerger der USA waren noch nie auf den Praesidenten angewiesen, um sich zu organisieren. Das Engagement von Privatleuten befand sich auch vor Obama auf einem hoeheren Niveau als in Europa. Das Gute, das sie bewirken wollten, definierte jeder nach seinen eigenen Prioritaeten.

    Jetzt will Obama derjenige sein, dass definiert, was „das Gute“ ist und die Buerger dazu anleitet (Argumentationshilfen!) Ihm persoenlich wird absolut vertraut, Lobbies sind immer diejenigen, die andere Ansichten vertreten und andere Ziele verfolgen. Die Verflechtungen zwischen Obama, Fannie Mae, ACORN u.ae. werden ausgeklammert.

  4. CK,

    Dein Wort in Gottes Ohr. In den kurzen zwei Monaten im Amt hat Obama schon dermassen viel Bedenkliches geleistet, dass sogar ich negativ ueberrascht bin. Dabei hatte ich ja von Anfang an eine negative Erwartungshaltung. Wenn das mal nicht boese ausgeht…

  5. Ich habe mich geopfert und mich auf der Netzseite von Hussein Osama registrieren lassen. Der Eid lautet:

    „I support President Obama’s bold approach for renewing America’s economy.
    I will ask friends, family, and neighbors to pledge their support for this plan.“

    Die bedingungslose Treue zu Führer, Volk und Vaterland steht noch nicht drin. Trotzdem finde auch ich es – nun ja, sonderbar, dass der Präsident „die Massen aufwiegelt“, um den Kongress unter Druck zu setzen. Man sollte nicht zuviel hineininterpretieren, aber ä Gschmäckle hat es schon.

    Übrigens: Für Leute, die glauben, dass das Gras von unten nach oben wächst, gibt es in Deutschland die Sammelbezeichnung „Stammtisch“. 😀

  6. Ganz im Gegenteil. Gugg mal hier: http://migdalit.wordpress.com/2008/11/10/change/

    Ich wünsche mir von ganzem Herzen dass Obama der starke, charismatische Anführer ist der die USA aus der Krise führt und vielleicht sogar zu einem Vorbild für den Rest der Welt umgestalten könnte – und dabei Demokratie und Freiheit verpflichtet bleibt -, aber ich lege nicht meine Hand dafür ins Feuer! Leider sind die Paralellen erschreckend und die von dir geposteten gleich noch mehr …
    … ich hoffe auf das Beste, aber leider könntest du mit deinen „Gespenstern“ durchaus auch Recht behalten😦

  7. […] Obama’s term of “change” (by the by: everybody speaking German just has to read Ruth’s article on Obama and Mao. Perhaps I should translate the most crucial parts but right now I just don’t feel […]

  8. […] und seiner Leute aufkommen – bei Demokraten und eigentlich Hardcore-Unterstützern Obamas. – „Revolution“ von oben – Die Sozialistisierung der USA hat der Präsi längst in Angriffe genommen und sagt den Amis, […]

  9. Fühlte mich sehr an deinen Artikel erinnert, als ich diesen Bericht in der FTD über die „Zaren“, die Obama als Berater ernannt hat las: http://www.ftd.de/politik/international/:Viele-Sonderbeauftragte-Obamas-Hofstab-bekommt-imperiale-Z%FCge/545733.html?nv=nl

    Zitat: Mit der inflationären Ernennung immer neuer Topberater wächst allerdings auch die Kritik an Obamas Zarenreich. Der Präsident konzentriere zu viel Macht im Weißen Haus, sagt Senator Robert Byrd. Zudem müssten sich die Zaren nicht vor dem Kongress verantworten – im Gegensatz zu den Ministern. Der konservative Radiomoderator Glenn Beck immerhin hat eine Idee, wer Obamas Sonderberater kontrollieren könnte: ein „Zarenzar“. Zitat Ende

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: