IDF Brutalitaet im Gazastreifen? II


Ich bin gebeten worden, auch den Bericht aus dem Ma’ariv vom 22/03/09 zu uebersetzen. Dazu moechte ich anmerken, dass ich mich mit den ganzen militaerischen Fachausdruecken ueberhaupt nicht auskenne, weder im Deutschen noch im Hebraeischen. Wenn ich dabei also Fehler gemacht habe, bin ich fuer Hinweise dankbar.

IDF Untersuchung weist Zeugenaussagen zu Toetungen im Gazastreifen zurueck

Eine Untersuchung der Brigade, deren Truppen im Gazastreifen kaempften, hat die beiden Zeugenaussagen zu Toetungen von pal. Frauen in der Militaeraktion “Gegossenes Blei” zurueckgewiesen, die zu einem Aufruhr im Land gefuehrt hatten.

Heute (Sonntag, den 22.03.09) wurden die Ergebnisse der persoenlichen Untersuchung des IDF Brigadegenerals, dessen Truppen im Gazastreifen gekaempft hatten, vorgestellt. Es ging um die Zeugenaussagen von Soldaten seiner Brigade zu zwei Vorfaellen, bei denen pal. Zivilisten im Rahmen der Militaeraktion “Gegossenes Blei” getoetet worden sein sollen. Die Untersuchung stellte fest, dass wenigsten bei den beiden in den Zeugenaussagen beschriebenen Vorfaelle, die zu einem Aufruhr in der Oeffentlichkeit gefuehrt hatten, entgegen den Behauptungen keine palaestinensischen Frauen getoetet worden waren.

Die beiden zentralen Vorwuerfe, die in den Zeugenaussagen der Soldaten erhoben wurden, waren vom Leiter des Militaercollege Rabin, Danny Zamir, dem Generalstabschef Gabi Ashkenazi vorgelegt und von diesem an die zustaendige erste Brigade “חי“ר” weitergeleitet worden. Heute stellte der Brigadegeneral in Anwesenheit des Kommandeurs der Gaza-Division, Untergeneral Generalleutnant Brigadegeneral Ayal Eisenberg, die Ergebnisse seiner persoenlichen Untersuchung zu den Vorfaellen vor, die in den letzten Tagen durchgefuehrt wurde. Anschliessend wurden die Ergebnisse dem Generalmajor des Hauptquartiers Sued Kommandierenden General des Südkommandos, Yoav Galant, vorgelegt.

Hinsichtlich des Vorfalls, bei dem behauptet wurde, ein Scharfschuetze habe auf eine palaestinensische Frau und ihre beiden Toechter geschossen, zitierte die Untersuchung des Kompagniechefs die Aussage des Scharfschuetzen: “Ich sah die Frau und ihre Toechter und habe Warnschuesse abgegeben. Der Einheitsoffizier kam auf das Dach und schrie mich an ‘warum hast du auf sie geschossen’. Ich erklaerte, dass ich nicht auf sie geschossen hatte, sondern Warnschuesse abgegeben hatte.”

Offiziere der Einheit vermuten, dass die Soldaten, die im Erdgeschoss des palaestinensischen Hauses stationiert waren, dachten, der Schuetze habe sie getroffen und dass auf diese Weise das Geruecht entstand, ein Scharfschuetze habe eine Mutter und ihre beiden Toechter getoetet.

Was den zweiten Vorfall angeht, bei dem behauptet wurde, dass Soldaten auf ein Dach gingen, um Zielen zu ueben und eine alte palaestinensische Frau getoetet haetten, so fand die Untersuchung des Kompaniechefs, dass es keinen derartigen Vorfall gegeben hatte. Offiziere vermuten, dass diese Zeugenaussage, die zu Ohren des Leiters des Militaercollege Rabin kam, als Resultat von Wettstreiten zwischen Infanterieeinheiten der Brigade “חי“ר”entstanden ist, weil die Soldaten sich als “besonders kaempferisch” darstellen wollten.

Einer der Offiziere sagte aus: “Die Anzahl der getoeteten Terroristen und der Gefangennahmen war in der Aktion Gegossenes Blei sehr unterschiedlich von einer Einheit zur anderen, weil die Kaempfer in unterschiedlichen Sektoren operierten und Teil der Tradition ist immer auch ein Wettbewerb zu zeigen, dass die eigene Einheit kaempferischer sei.”

In der Zwischenzeit, kaum hatte die Untersuchung des Kompaniechefs begonnen, entstand unter den Offizieren verschiedenen Ranges, die im Feld gewesen waren der Verdacht, dass Soldaten weitere Vorfaelle, die es im Laufe der Kaempfe gegeben hatte, ans Licht bringen wuerden.

Der Offizier einer Eliteeinheit, die waehrend der Aktion Gegossenes Blei tief im pal. Gebiet gekaempft hatte, sagte dem Ma’ariv: “Der Finger sass locker am Abzug waehrend der Aktion Gegossenes Blei. Unbeteiligte Zivilisten wurden getoetet, ohne Zweifel. Aber es gab keinen Verstoss gegen die von Anfang an bestehende Anweisung, unbeteiligte Zivilisten zu schonen. Ich glaube in ganzem Glauben (Formel aus dem juedischen Glaubensbekenntnis des Rambam/Maimonides – Anmerkung der Uebersetzerin), dass es keinen einzigen Soldaten gab, der einfach so aus Rachelust geschossen haette. Ich weiss von keinen derartigen Vorfaellen.”

10 Antworten

  1. […] hat einen entsprechenden Bericht der Zeitung Maariv übersetzt: “Hinsichtlich des Vorfalls, bei dem behauptet wurde, ein Scharfschuetze habe auf eine […]

  2. […] Weitere Lesetipps:  Beer7 hat nicht nur die Ansicht von Yaakov Lozowick übersetzt und bei den FdoG eingestellt, sondern auch ein paar Fakten und Untersuchungsergebnisse, die bei Ma’ariv standen, auf ihrer eigener Seite veröffentlicht. […]

  3. „Untergeneral“ ist toll, den merk ich mir🙂

  4. […] Übersetzung) – IDF Brutality in Gaza? (deutsche Übersetzung) – Ma’ariv-Artikel in Hebräisch (deutsche Übersetzung) – Second Israeli Anti-IDF Exposé Makes the News Worldwide – The truth caught out in stockinged […]

  5. Da Du ausdrücklich um Hinweise gebeten hast:

    http://dover.idf.il/IDF/English/News/appointments/2008/11/2001.htm

    Ayal Eisenberg ist nach diesem Bericht Brigadegeneral und befehligt die Gaza-Division (Eine Kompanie wäre ein paar Nummern zu klein, daher auch „Divisionskommandeur“, nicht „Kompaniechef“).

    Was Yoav Galant angeht, so habe ich nicht mir sicherheit herausgefunden, was GOC heißt, aber ich würde mich trauen, „GOC of the Southern Command, Maj. Gen. Yoav Galant“ mit „Kommandierender General des Südkommandos“ zu übersetzen (Generalmajor ist ein Dienstgrad, keine Funktionsbezeichnung).

  6. Entlastendes wird von den fanatischen Israel- und Judenhassern einfach nicht zur Kenntniss genommen! Wie sonst ist es zu erklären, daß *heute* im DLF dieser bösartige und verlogene Beitrag laufen konnte!?

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/einewelt/941762/

    “Die Aussagen der Soldaten deckten sich mit den detaillierten Berichten, die die Vereinten Nationen, das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Oxfam, Israels Ärzte für Menschenrechte sowie das als seriös und unabhängig einzustufende Palästinensische Zentrum für Menschenrechte in Gaza inzwischen vorgelegt hatten.”

    Offensichtlich müssen Lügen nur dreist genug sein, dann werden sie für bare Münze genommen…

  7. Danke fuer die Korrekturen, Manfred, auf diesem Feld bin ich Analphabetin, ganz egal, wie oft mein Mann mir das erklaert.

  8. Kriegsverbrechen waren “Gerüchte”

    Der militärische Anwalt hat die Akte zu vermeintlichen Kriegsverbrechen israelischer Soldaten während des Gazakrieges im Januar geschlossen. Die Anwälte der Armee hatten zwei vermeintliche Fälle der Erschießung von „unbeteiligten Nicht-Kombattanten“ untersucht…

    Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 30. März 2009

    Nach Angaben von Soldaten bei einer Konferenz im Rabin-Militärischen Vorbereitungs-Zentrum sei während des Krieges eine alte Frau erschossen worden, die sich trotz Warnschüssen und Handzeichen und trotz Ausgangssperre einer Gruppe von Soldaten genähert habe, bis sie niedergeschossen wurde. An ihrer Leiche habe man keine Sprengstoffjacke gefunden. In einem anderen Fall wurden eine Mutter und ihre zwei Kinder erschossen, weil sie sich in die falsche Richtung bewegten, als von den Militärs vorgegeben.

    Diese Ereignisse habe es nicht gegeben. Die vermeintlichen Augenzeugen hätten gegenüber dem Militäranwalt gestanden, nur Gerüchte gehört zu haben und dann beiden Geschichten „übertrieben und bewusst übertrieben“ erzählt zu haben, um anderen Soldaten „ein Zeichen zu setzen“. Sie gestanden, nicht Beteiligte gewesen zu sein und konnten deshalb auch keine Angaben über den Ort und Zeitpunkt der von ihnen beschriebenen vermeintlichen Kriegsverbrechen machen. Die angebliche Ermordung der zwei Frauen und Kinder hatten in Israel wie in der Welt einen Sturm der Empörung ausgelöst.

    Zu dem Fall der angeblich erschossenen Frau und ihren zwei Kindern ergab die Untersuchung, dass es ein „ähnliches“ Ereignis gegeben habe, bei dem jedoch die Soldaten auf zwei Hamas-Kämpfer geschossen hätten, nicht aber auf die in der Nähe stehenden Frau und Kinder.

    Einige Soldaten hatten sich auch zu dem Einsatz von Phosphormunition geäußert. Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass sie ihre Aussagen nicht aufgrund eigener Erlebnisse oder Erkenntnisse gemacht hätten, sondern ungeprüfte Presseberichte zitierten.

    http://www.hagalil.com/archiv/2009/03/30/kriegsverbrechen/

  9. […] niemanden scheint es zu interessieren: Israel. Im Hinterkopf wird dennoch dies bleiben. Dabei kam Vieles schon einige Tage früher […]

  10. […] aber niemanden scheint es zu interessieren. Im Hinterkopf wird dennoch dies bleiben. Dabei kam Vieles schon einige Tage früher […]

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