kleine Beobachtung zum aegyptischen Fernsehen


Mein Mann schaut mitunter den aeygptischen Sender. Er kann genug Arabisch, um halbwegs folgen zu koenenn. Ich schaue insgesamt selten fern und von arabischen Sendern habe ich nichts. Gestern werkelte ich also auch herum. Ploetzlich meinte mein Mann, die Aeypter seien geradezu obsessiv. Seit einigen Tagen wuerde man sich pausenlos mit entweder mit den verhafteten Hisbollahzellen in Aegypten oder mit Ahmadinejad in Genf beschaeftigen.

Spontan antwortete ich, dass es in Wirklichkeit um die Nachfolge Mubaraks geht, was die Intensitaet natuerlich erklaert. Auch nach etwas Nachdenken, scheint mir, dass Aegypten tatsaechlich an einer Wegscheide steht. Hosni Mubarak ist 81 Jahre alt. Seit einigen Jahren wird Mubaraks juengerer Sohn Gamal als Nachfolger aufgebaut. Das Problem bei der Machtuebergabe sind nicht die Konkurrenten aus der eigenen Regierungspartei, alle alten Herren, sondern die Muslimbruderschaft. Bis jetzt steht der Muslimbruderschaft ein aegyptisches Gesetz von 1952 entgegen, wonach keine Partei mit religioesem Programm antreten darf .

Die Regierungspartei NDP ist schon lange an der Macht und so korrupt, dass die Muslimbruderschaft mehr und mehr als einzige ernsthafte Oppositon erlebt wird, umso mehr seit die saekulare Oppositon „Kifiya“ („es reicht“) sich mehr oder weniger aufgeloest hat. Die langsame Aufloesung erfolgte parallel zum Auslaufen der neo-con Ideen von der Demokratisierung der arabischen Welt.

Die Muslimbruderschaft ist sozusagen das Mutterhaus auch der Hamas. Wir wissen, dass Hamas und Hisbollah und zunehmend Hamas und Iran kooperieren. Die Muslimbruderschaft ist also das iranische Pferd im Rennen um die Herrschaft in Aegypten, waehrend Gamal Mubarak das amerikanische Pferd ist. Der Iran setzt dabei darauf, dass der Hass auf Israel (nicht zuletzt dank der jahrzehntelangen Indoktrination durch die gelenkten, aegyptischen Medien) in der aegyptischen Bevoelkerung tief genug sitzt, dass auch die Einmischung durch eine fremde Macht geschluckt wird. Mit der Veranstaltung in Genf sollten wohl auch die Aegypter beeindruckt werden.

Ob die Rechnung aufgeht?

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2 Antworten

  1. Verzeihung, ich fürchte, ich bin etwas schwer von Kapee: Soll die Berichterstattung über Ahmadinedjad Propaganda für oder gegen ihn sein? Bei dem Hass der Ägypter gegen Israel müsste A. doch dort ein Volksheld sein, gerade wegen seines Auftretens in Genf. Aber welches Interesse kann das ägyptische Fernsehen daran haben, für A. (und das heißt, wenn ich Dich richtig verstehe: gegen Gamal Mubarak) Stimmung zu machen?

    Noch eine Frage: Hisbollahzellen in Ägypten? Meintest Du nicht Hamas?

  2. Nein, tatsächlich Hisbollah …

    http://www.haaretz.com/hasen/spages/1079098.html

    http://www.haaretz.com/hasen/spages/1077422.html

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