Fahrradausflug


Am Shabbatmorgen sassen wir wieder einmal um den Fruehstueckstisch und ueberlegten, was wir machen wollen. Die Grosse hatte gar nicht aufstehen wollen – seit dem Feuerwerk des Unabhaengigkeitstags schleppt sie ein Schlafdefizit herum. Die Kleine hatte sich ein Zelt in ihrem Bett gebaut, in dem sie spielen wollte und ausserdem jede Menge vor sich hergeschobener Hausaufgaben zu erledigen. Mit anderen Worten, die Maedchen wollten einfach nur zu Hause bleiben. Mein Mann schaute in der Runde herum und verkuendete: „Wenn ihr nichts machen wollt, dann nehme ich die Mama mit auf einen Fahrradausflug.“ Niemand hatte Einwaende.

Wir holten unsere Velos aus dem Keller und los ging’s. Erst die neue Strasse entlang bis zum anderen Ende von Ramot, das an die Autobahn nach Tel Aviv (Str. Nr. 60) angrenzt, dann entlang der Eisenbahnlinie nach Norden, Richtung Lehavin. Nach einer Weile machte ich mir Gedanken, wie wir zurueckfahren koennten. Ich hatte keine Lust, die gleiche Strecke in umgekehrter Richtung zu radeln und mein Mann hatte nichts dagegen, eine andere Route zu suchen. Etwa auf halber Strecke nach Lehavin nutzten wir eine Bahnunterfuehrung (noch im Bau), um auf die andere Seite zu gelangen. Dort boten sich mehrere Wege an, ich plaedierte fuer einen Richtung Osten, weil wir am Anfang der Tour gemeint hatten, wir koennten ja ueber Omer zurueck kommen. Nach einer Weile sahen wir aber geradeaus eine Schafherde und aus Respekt vor den Schaeferhunden bogen wir lieber nach rechts ab. Das fuehrte uns zu der Umgehungsstrasse von Ramot. Entlang fast der ganzen Laenge dieser Strasse verlaeuft eine Absperrung aus solidem Beton. Es waere gefaehrlich gewesen, die Raeder hinueberzuheben und nachzuklettern, waehrend gleichzeitig die Autos vorbeisausten. Also suchten wir wieder einen Weg nach Osten, Richtung Omer. Eine Karte hatten wir nicht, aber das Gelaende eignet sich gut zur Orientierung. Wir fanden also unsere Strecke ohne Probleme.

Ueber kurzem gerieten wir zwischen Ansiedlungen von Beduinen. Wir waren an keiner Stelle weiter als 10 km von unserem Haus entfernt, aber es fuehlte sich an, als seien wir in ein anderes Land geraten. Um ein Uhr hallte es Allah uakabar von diversen Lautsprechern. Ein etwa elfjaehriger Junge steuerte einen Gelaendewagen, mit dem er fuenf weitere Kinder von der Schule heimbrachte. Durch ein Dorf sind wir direkt hindurchfahren. Nach Google Earth muss das Abu ‚Abdun gewesen sein. Auf Veranden sassen die Maenner und tranken Kaffee, Kleinkinder spielten vor den Huetten/Haeusern. Pferde, Esel und Kamele grasten ringsherum. Abgesehen davon, dass keine einzige Frau zu sehen war, wirkte es idyllisch.

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Schliesslich gelangten wir zum Industriepark Omer und von dort kannte ich natuerlich den besten Fahrradweg zurueck. Das Essen stand warm im Ofen und wir eroeffneten die Balkonsaison, indem wir dort tischten.

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