Landesweite Verteidigungsuebung und eine kleine Demonstration


Heute nahm die gesamte Zivilbevoelkerung an der landesweiten Verteidigungsuebung „Wendepunkt 3“ teil.

Die Kommentarschreiber bei der ZEIT liegen daneben. Die israelische Bevoelkerung laesst sich durch solche Uebungen nicht veraengstigen. Hier im Sueden haben wir ja vor weniger als einem halben Jahr im Ernstfall geuebt. Sderot und die anderen Ortschaften in der unmittelbaren Nachbarschaft sind von der Uebung dispensiert – sie ueben immer noch im Ernstfall. Wie Matan Vinai wissen wir, dass das Szenario realistisch ist.

Bekanntlich hat unsere Schule keinen geeigneten Schutzraum. Seit Ende der Militaeraktion im Gazastreifen wurde immerhin der Schutzraum unter dem Gebaeude, wo die 1. und 2. Klassen untergebracht sind, auf den neuesten Stand gebracht und hergerichtet. Fuer die Schueler der 3. bis 6. Klasse aber gibt es immer noch keinen Ort, wo sie im Ernstfall vor Schrappnell und fliegenden Glassplittern geschuetzt waeren.

Diese Schule in Tel Aviv hat auch keinen Schutzraum.

Die Schulleitung, der Traegerverein und die Elternvertretung sprechen seit Ende Januar alle verantwortlichen Stellen – Stadtverwaltung, Erziehungsministerium, Heimatfront – immer wieder darauf an. Die heutige Uebung wollten wir dementsprechend benutzen, um erneut auf die unbefriedigende Ausstattung der Schule aufmerksam zu machen.

Leider kommt immer nur ein Bruchteil der Eltern zu solchen Aktionen. Auch heute waren es nur ca. 20 von 300 Familien. Ich hatte gestern nacht noch mit Fingerfarbe auf ein altes Laken geschrieben „אין לסמוך על הנס“ (Verlasst euch nicht auf Wunder), das befestigten wir am Zaum neben dem Schultor. Die Kinder bekamen Watte oder Ohrenstoepsel, weil die Sirene recht laut ist. Dann setzten sie sich auf den Boden, wir Eltern stellten uns schuetzend um sie und spannten Gebetsmaentel ueber sie. Zwei Eltern fotographierten und filmten unser kleines Happening. Nur eine Reporterin von Y-net war gekommen, der wir natuerlich moeglichst eindruecklich unser Anliegen schilderten. Die Kinder genossen die kleine Demonstration sehr, auch weil sie wortlich im Mittelpunkt standen. Nach dem Alarm warteten wir noch die vorgeschriebenen 5 Minuten, dann schickten wir die Kinder in den Unterricht zurueck.

Hoffen wir, dass wir irgendetwas damit erreichen.

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