Das geheime Wissen der NZZ-Redaktion


Nach Martin Woker laesst nun auch Juerg Bischoff in der NZZ durchblicken, dass arabische Israelis in Israel nicht dieselben Rechte wie juedische Israelis geniessen.

Mir will immer noch nicht einfallen, welche Rechte den arabischen Israelis verweigert werden? Das Recht auf obligatorischen Militaerdienst, freiwillig durfen sie naemlich sowohl Wehr- wie auch Zivildienst leisten.

Immer wieder wird viel davon hergemacht, dass die Infrastruktur in arabischen Doerfern und Staedten in schlechterem Zustand ist als in den meisten nicht-arabischen Ortschaften. (Es sollte sich niemand einbilden, die seien rein juedisch, auch in meinem Wohnviertel in derselben Strasse wohnen mehrere arabische Familien.) Das liegt daran, dass die Kommunalsteuer in den arabischen Ortschaften kaum bezahlt wird, die Kommunen also weniger Geld fuer ihre Aufgaben zur Verfuegung haben. Das kann nicht einfach mit Armut erklaert werden. Das ambivalente Verhaeltnis zum Staat bedeutet auch eine schlechte Zahlungsmoral hinsichtlich Steuern durch die Buerger und ein weniger effizientes Durchsetzen der Steuern durch die arabischen Kommunalverwaltungen. Der Staat Israel versucht, Anreize fuer Investitionen in die arabischen Kommunen zu schaffen.

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6 Antworten

  1. Naja, wie wir ja auch aus anderen deutschsprachigen Medien wissen, herrscht in Israel doch Apartheid, das kann man schon als „nicht dieselben Rechte“ bezeichnen 😉

  2. Eine typische Sache, die ich immer wieder höre, wäre, dass es für die Araber schwieriger wäre, Baugenehmigungen zu bekommen oder überhaupt Land, da vieles im Besitz des Nationalfonds wäre und die würden nur an Juden welches verkaufen. Auch würden schonmal Häuser abgerissen werden, wenn des dem Staat zum Bau von Strassen dient.

    In diese Kerbe schlägt bspw. auch Quantara:
    http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-329/i.html

  3. Qantara ist keine serioese Quelle:

    Unerwaehnt bleibt, dass mehr Land in Israel in arabischem Privatbesitz ist als in nicht-arabischen Privatbesitz.

    Auf die dahinter stehende Luege habe ich schon in meiner Serie zu den Beduinen aufmerksam gemacht.

    Der JNF ist eine haarigere Angelegenheit. Ein Teil des Landes wurde vor der Staatsgruendung mit juedischem Geld und zu ueberhoehten Preisen gekauft. Ein anderer Teil wurde nach der Staatsgruendung vom Staat Israel an den JNF verkauft, dabei handelte es sich um vor allem um konfiziertes Land von Arabern, die aus dem spaeteren Staatsgebiet geflohen waren.

    Der Landtausch zwischen JNF und ILA (Israel Land Authority), der bei Qantara als Diskriminierungsmassnahme dargestellt wird, soll das Problem loesen: ILA Land kann ohne juristische Probleme an jedermann verleast werden. Wenn der JNF also Land im Galil (Galiaea, wo viele arabische Israelis leben) an die ILA weitergibt und dafuer Land im Negev bekommt, dann wird auf diese Weise Land fuer alle Buerger verfuegbar.

    Selbst Haaretz beendet die Diskussion, auf der auch der Qantara Artikel zurueckgeht, so:

    The response to the High Court indicates that the JNF and the ILA view an exchange of lands as a long-term solution and are looking for a mutually acceptable way to apply it on a large scale. In the past, however, Arab organizations opposed this solution, arguing that it preserves a situation in which large amounts of land in Israel are not available for use by all of its citizens.

    In der Tat ist ein grosser Teil des Landes in Israel nicht zur Nutzung durch Privatpersonen freigegeben. Gerade auch Naturschutzgebiete, Waelder usw – die Aufforstung war ja eines der ersten Ziele des JNF. Daraus laesst sich aber schlecht Apartheid stricken.

  4. @beer7: Da mir öfters vorgeworfen wird, islamophob zu sein, lese ich halt bewusst auch ab und zu Qantara, was noch eine der moderatesten Seite im deutschsprachigen Raum wohl zu sein scheint.

    Danke für die Erklärung mit der Bodenpolitik! Ist wirklich ein Argument, was immer wieder in Diskussionen mit „Israelkritikern“ auftaucht und eins, was ich bis jetzt leider nie beantworten konnte, weil mir dort der Durchblick fehlte, habe mich dann auf andere Lügen und Verdrehungen beschränkt. Interessanterweise schreibt ja auch Qantara, dass man immerhin vor Gericht klagen kann, was ja beweist dass Israel ein Rechtsstaat ist.

    Der Apartheids-Vorwurf ist natürlich sowieso daneben. Eh klar. Mir scheint was viele „Linke“ kritisieren bzgl. Araber in Israel (schlechtere Strassen udgl.) sind ganz normale Probleme, die JEDER Staat hat.

    Aus liberaler Sicht kann man dort sicher wunderbar Etatismus-Kritik betreiben, wie ja überhaupt und sowieso die Bürokratie in fetten Staaten zu „Ungleichbehandlungen“ bzgl. Gelderverteilung, Lobbyismus usw. neigt, was ich auch kritisiere, aber eben keine Diskriminierung im egtl. Wortsinne. Nur leider stellen sich Menschen oft gerne einfach mal so als Opfer dar, vor allem Minoritäten.

    Mal was Anderes: bei vielem fehlt ja dem gemeinen Laien einfach der Durchblick, wäre es nicht eine Idee irgendwo (vlt. gemeinsam unter den israelfreundlichen Bloggern) eine FAQ einzurichten, wo alle Argumente der Israelkritiker und die Antworten darauf, vlt. mit weiterführenden Links darunter, zusammen aufgelistet werden könnten? Würde einem auch Arbeit sparen wenn solche Leute auftauchen. Oder gibt es das bereits irgendwo und ich habe dies bisher übersehen?

  5. CK,
    Vielleicht hilft dir die Virtual Jewish Library auch weiter?
    http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/israel.html

    Verlässliche Quelle und fundierte Informationen – einfach mal stöbern.

  6. […] Das geheime Wissen der NZZ-Redaktion. […]

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