Tote Zivilisten anderswo


Die Weltoeffentlichkeit ist sich ziemlich einig, dass Israel im Gazastreifen Kriegsverbrechen begangen habe, weil laut pal. Angaben viele Zivilisten getoetet wurden. Die IDF hat inzwischen ihre Untersuchung zur Gazaaktion „Gegossenes Blei“ vorgelegt. Im Gegensatz zu den nicht nachpruefbaren und anonymen Vorwuerfen der obskuren NGO „Breaking the Silence“ werden die Ergebnisse in den internationalen Medien nicht rezipiert.

Bemerkenswert ist auch, wie anders berichtet wird, wenn einmal nicht Israel als Kriegsverbrecher dargestellt werden kann. Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan steigt

Schon im Untertitel wird klar gestellt, dass nicht etwa die UN Truppen, sondern die Taktik der Taliban dafuer verantwortlich ist:

Mehr als 1000 Zivilisten sind in Afghanistan in diesem Jahr schon durch Kampfhandlungen und Anschläge gestorben. Die UN zeigten sich besorgt über die Zahl – sie liegt um fast 25 Prozent höher als im gleichen Zeitraum 2008. Ein Grund für den Anstieg ist offenbar eine veränderte Taktik der Taliban.

Im Artikel wird das weiter ausgefuehrt.

(…)

Die UN machen vor allem die radikal-islamischen Taliban und andere Aufständische für den Tod der Zivilisten verantwortlich. Die Aufständischen werden im jüngsten UN-Bericht vor allem für den „rücksichtslosen Einsatz“ von Sprengfallen und Selbstmordattentätern kritisiert.

Von den insgesamt 595 durch Gewalttaten der Taliban getöteten Zivilisten seien etwa 400 bei Bombenanschlägen ums Leben gekommen. Zudem agierten die Extremisten bei ihren Angriffen auf Sicherheitskräfte ohne Rücksichtnahme auf die Bevölkerung.

Allerdings gingen 31 Prozent der zivilen Opfer auf Kampfhandlungen internationaler und afghanischer Truppen zurück. Die Zahl der Toten sei vor allem deshalb gestiegen, weil Kämpfe zunehmend in bewohnten Gebieten stattfänden. Nach UN-Angaben operieren Aufständische bewusst aus dicht besiedelten Gebieten, in denen für Soldaten eine Trennung zwischen feindlichen Kämpfern und Zivilisten nur schwer möglich ist.

(…)

Gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Taktiken der Taliban und derjenigen der Hamas?
Sprengfallen – √
Selbstmordattentaeter – √
keine Ruecksichtsnahme auf die Bevoelkerung – √
Kaempfe zunehmend in bewohnten Gebieten – √
Trennung zwischen feindlichen Kaempfern und Zivilisten nur schwer moeglich – √

Besonders aufschlussreich ist, wenn wir die UN-Haltung zur Gazaaktion „Gegossenes Blei“ mit der oben zitierten UN-Haltung zu zivilen Opfern in Afghanistan vergleichen:

Nach UN-Angaben operieren Aufständische bewusst aus dicht besiedelten Gebieten, in denen für Soldaten eine Trennung zwischen feindlichen Kämpfern und Zivilisten nur schwer möglich ist.

FP: In a press briefing from the White House, spokesperson Dana Perino told reporters, „Hamas often hides amongst innocents, and uses innocent people, including children, as human shields.“ Is a distinction between civilians and combatants feasible in this case?

KK: I think there’s also an obligation to take precautions to make the distinction between civilians and active combatants. [Even if Hamas were hiding in a school, for example,] that would be the obligation.

Die Autoren des Berichts beklagen auch eine zunehmend schwierige Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern. Vor allem in Süd- und Zentral-Afghanistan sei die Arbeit der Hilfsorganisationen „extrem gefährlich“. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef hat es in diesem Jahr bereits 16 Anschläge auf Schulen gegeben.

FP: On Wednesday, Israel agreed to open its border for several hours to let humanitarian aid filter into Gaza. Realistically, how much aid can get through in that time?

KK: According to the humanitarian assistance agencies, it’s far from sufficient. What is really needed is the cessation of hostilities because the infrastructure is destroyed. It’s very difficult to get [the assistance] to the people who need it.

[Supplies would include] hospital and medical supplies, and fuel to run the hospitals. One of the things [we’re facing is that] there’s been such and outpour of willingness to provide assistance that a lot of the donations are not useable assistance, for example malaria drugs. In the confusion and the outpouring of wanting to help, sometimes [the operation] doesn’t end up getting what is needed.

Ich denke, der „Doppelten Standard“ ist belegt.
Das ist eines von den drei Ds aus Sharanskys Test, um zu klaeren, wann Kritik an Israel zum Antisemitismus wird: Double Standard, Demonizing, Delegitimizing

Update: In seinen Berichten aus Afghanistan beschreibt Michael Yon die „Rules of Engagement“ britischer und US-amerikanischer Soldaten dort als sehr restriktiv:

At 2115 we heard what sounded like a jet, but I was unsure, and then BOOM!, a large explosion. At 2125, there came word via radio: five Taliban had been killed by a Hellfire launched from a Reaper prowling invisibly in the dark skies. About five minutes later, the Apaches were overhead and then came four thumping bursts from the 30mm turrets. No flame or tracer could be seen, just darkness and thumping and the sounds of the Apaches, also prowling invisibly in the ink above. Four minutes later a pen flare arced just outside our perimeter, and at 2140, there were two very loud explosions approximately one second apart. We were told later that the second explosion was from an enemy bomb that detonated after our bomb had hit it and killed some men. I say in English, “Someone is not happy tonight,” and Colonel Wadood and the Afghan Sergeant Major, who speaks English, both burst into laughter, “Yes, yes…someone not happy tonight.” Seconds later, there were two more bursts from the Apache 30mm. We are later told that the Apaches were chasing squirters. Our radioman called back to the JOC (Joint Operations Center), and they said, “the aircraft are attacking people who are laying IEDs.”

Word comes a little later that the Taliban are saying we bombed people who were eating watermelon in a field. The Afghans responded by telling us this was a lie, because they know how careful the British and Americans are with their fires, and they also knew that Afghans do not sit in fields around here this late at night eating watermelon.

I’ve witnessed too many missions (several in the last week) wherein British or Americans refused to fire because they could not positively spot a weapon, despite it being flagrantly obvious that we were tracking actual enemies. It’s very frustrating for me at times because I want to say to an American or British commander…Take the shot! This is too obvious! But that is not the place of a writer. The strategic wisdom behind the Rules of Engagement can be difficult to contest, though tactically, those same ROE can be fantastically frustrating. Tactically, the restrictive ROE endanger our troops every day, but strategically there is no doubt that strong ROE save the lives of even more.

Der Unterschied scheint zu sein, dass die Talibanluegen nicht ungeprueft weltweit als Beweis fuer westliche Kriegsverbrechen verbreitet werden, pal. Luegen aber gern als „Beweis“ fuer die Brutalitaet der Israelis geglaubt und veroeffentlicht werden.

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3 Antworten

  1. Diese NGO mit dem Namen „Breaking the Silence“, kriegt man die nicht juristisch ran?

    Es kann doch nicht sein, dass falsche Tatsachenbehauptungen per „Studie“ mit anonymen Aussagen „belegt“ werden.

    Andernfalls wäre ein legaler Weg gefunden wüste Lügen zu verbreiten und Israel massiv zu schaden – und zwar mit Erlogenem.

  2. Webbaer,

    dieser Weg ist schon lange gefunden und wird seit Jahrzehnten begangen. Erinnerst Du Dich nicht an das „Massaker“ von Jenin?

    Das Recht auf freie Meinungsaeusserung schliesst auch das Recht auf Luegen ein. Verleumdungsklagen machen nur dann Sinn, wenn konkrete Personen (und nicht ein Staat) die Betroffenen sind.

  3. „Falsche“ bzw. „unwahre“ Tatsachenbehauptungen können in D juristisch angegangen werden, es kann auch schnell der Straftatbestand der beleidigung vorliegen.
    Ganz so einfach ist das nicht mit dem Lügen.
    In diesem Fall – „Studie“ mit möglicherweise erlogenen, jedenfalls anonymen „Aussagen“ – ist die jeweilige Rechtslage zu prüfen.
    Das Recht auf freie Meinungsäusserung sichert so ein Vorgehen üblicherweise nicht ab.
    Mal als Beispiel: Ich zitiere Aussagen anderer, deren Namen ich nicht nenne, und die Dich in schlechtem Licht erscheinen lassen.
    Juristisch mache ich mir die Meinung zu eigen, dann gibts juristische Haue, wenn es nicht stimmt.
    Bin aber kein Jurist. :–)

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