Wieder faellt Silke Mertins angenehm auf


Gelegentlich werden in der NZZ Artikel aus der Feder von Silke Mertins veroeffentlicht, und sie stechen wohltuend vom ueblichen Schmus a la Victor Kocher ab.

Hinter vorgehaltener Hand räumen hochrangige Palästinenser längst ein, dass der rechtsnationale Netanyahu in fünf Monaten mehr für die Verbesserung der Lebensverhältnisse getan habe als sein friedensbewegter Vorgänger Ehud Olmert in drei Jahren.

Doch politisch ist der unerwartete Aufschwung natürlich sehr heikel. Denn er läuft der Strategie der palästinensischen Führung völlig zuwider. Solange Netanyahu den Siedlungsbau im Westjordanland nicht stoppe und sich nicht bedingungslos zur Zwei-Staaten-Lösung bekenne, werde es keine neuen Friedensgespräche geben, lautet das Mantra in Ramallah. Die Palästinensische Autonomiebehörde erwäge sogar, von der EU Sanktionen gegen die Netanyahu-Regierung zu fordern, wenn der Siedlungsausbau nicht zum Stillstand komme, hiess es dazu am Freitag.

Sehr praegnant wurde die Situation im Untertitel zusammengefasst:

Ausgerechnet Israels Ministerpräsident Netanyahu verhilft dem Westjordanland zu einem Wirtschaftsboom. Das passt den Palästinensern überhaupt nicht in die politische Strategie.

Die pal. Fuehrung sieht lieber, dass es den Palaestinensern schlecht geht. Daraus laesst sich mehr politisches und finanzielles Kapital schlagen.

Walter Mueller im Kommentar dazu meint, dass Israel aber kein Verdienst an der bluehenden Wirtschaft in der PA zukomme:

Dem Henker nun das Verdienst für die Erholung des Delinquenten zuzuschreiben, weil er den Strick vorübergehend etwas lockert, ist eine äußerst originelle Sichtweise der Dinge.

Bemerkenswerterweise geht es der Wirtschaft in allen arabischen Staaten deutlich schlechter als in der PA.
Nach Herrn Mueller muessen wir daraus folgern, dass die dortigen Regimes erbarmungslose Henker sind, die den Strick nie lockern wuerden. Dem koennte ich mich sogar anschliessen…

Auch bei Wadinet und besonders schoen bei Lizas Welt

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Eine Antwort

  1. Dieser Satz:
    Hinter vorgehaltener Hand räumen hochrangige Palästinenser längst ein, dass der rechtsnationale Netanyahu in fünf Monaten mehr für die Verbesserung der Lebensverhältnisse getan habe als sein friedensbewegter Vorgänger Ehud Olmert in drei Jahren.
    Der ist so wahr! Aber er wird nichts daran ändern, dass alles negativ hingestellt wird, was Isarel in den Palästinensergebieten möglich macht.

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