Georg Schmidt Leiter Referat 22 (Afrika, Asien, Entwicklungspolitik)


und zwar im Praesidialamt der Bundesrepublik Deutschland.

So ist dieses Schreiben unterzeichnet.

Zwei Punkte stechen mir besonders ins Auge:

Henning Mankell bezieht in der Tat polarisierend Stellung in einer politischen Diskussion, die im europäischen Ausland und in Israel selber anders geführt wird als in Deutschland.

Lese nur ich hier zwischen den Zeilen, dass man auch in Deutschland gern Stellung dazu beziehen wuerde, ob der Staat Israel weiter existieren duerfe und sich das aus „historischen Gruenden“ leider verkneifen muss?!

In seiner Rede im Bundestag anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus, am 27. Januar 2009, hat er daher auch der Toten der Auseinandersetzung im Gaza-Streifen gedacht und gemahnt, dass der Teufelskreis der Gewalt im Nahen Osten endlich gebrochen werden muss.

Lasst uns den „Teufelskreis der Gewalt“ mal ein bisschen naeher ansehen: Im Sommer 2005 raeumte Israel einseitig den Gazastreifen, keine Siedlung, kein Militaerstuetzpunkt blieb bestehen. Dieser Fall von brutaler Gewalt wurde noch dadurch gesteigert, dass die Gewaechshaeuser intakt den Palaestinensern uebergeben wurden. Jeder Europaeer hat volles Verstaendnis dafuer, dass sich die Palaestinenser das nicht bieten lassen konnten. Die Tausenden von Raketen und Moerserangriffe auf Israel seit dem einseitigen Abzug erscheinen als gerechtfertigte, wenn nicht zurueckhaltene Reaktion. Dass die Israelis auf die Kriegserklaerung der Hamas im Dezember 2008 tatsaechlich mit militaerischen Mitteln reagierten, ist zutiefst beklagenswert. Dabei haette ein Appell an die friedliebenden Buerger im Gazastreifen und eine realistische Aussicht auf einen pal. Staat garantiert fuer Frieden und Sicherheit sorgen koennen!

Kurz vor Weihnachten 2008 gab es in der Muenchner U-Bahn auch einen solchen Teufelskreis von Gewalt. Der nervige Rentner hatte sogar angefangen, weil er in pingeliger Weise auf das Rauchverbot hinwies.

Ich hoffe, dass ein solches Hantieren mit undurchdachten Schlagworten nicht typisch ist fuer das Praesidialamt, aber ich fuerchte, dass ich wieder einmal uebertrieben optimistisch bin.

5 Antworten

  1. Lese nur ich hier zwischen den Zeilen, dass man auch in Deutschland gern Stellung dazu beziehen wuerde, ob der Staat Israel weiter existieren duerfe und sich das aus „historischen Gruenden“ leider verkneifen muss?!

    Nein, ich lese genau dasselbe.

    Das musst Du doch verstehen: Man treibt hier seit Jahrzehnten Selbstdressur, indem man israelfreundlich nicht aus Überzeugung, sondern aus schlechtem Gewissen ist. Dementsprechend sagt man nicht, was man für richtig hält, sondern das, wovon man glaubt, man habe es für richtig zu halten.

    Da eine solche Übung ziemlich anstrengend ist, möchte man ab und zu darauf aufmerksam machen, wie gut man sie beherrscht, und was wäre da näherliegend als der halb naserümpfende, halb neidische („Die dürfen und wir nicht“) Hinweis auf „andere Länder“, die dieses Kunststück nicht oder nur unvollkommen meistern?

  2. Dieses Herumeiern am eigentlichen Thema vorbei ist auch wieder typisch für solche Schreibtisch-Hengste. Kombiniert mit Plattitüden wie „Kreislauf der Gewalt“ usw. ist das eine unschlagbare Front gegen jedes eigenständige Durchdenken seitens des unbeleckten Normalbürgers.

  3. Es liest sich genau so, als ob in Deutschland 2010 sogar der Antisemitismus dem Out-Sourcing unterliegt.

  4. […] | In Lesen! | Leave a Comment Weitere Gedanken zum Leiter des Referat 22 im Bundespräsidialamt: – Blick auf die Welt – von Beer Sheva aus – „Seine Bücher verkaufen sich übrigens auch in Israel“ – Diesseits von Afrika – Ich setze […]

  5. Out-sourcing klingt gut… zur EU beispielsweise:

    http://www.hagalil.com/archiv/2009/11/01/soda-club/

    wenn das die Zukunft ist…😦

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