JCall


JStreet wurde in den USA als Organsiation fuer Juden gegruendet, die sich mehr als „links“ denn als juedisch identifizieren. Das Problem ist natuerlich nicht neu, so dass es nicht an Versuchen fehlte und fehlt, Judentum als Links an sich zu definieren.

In Europa wird „Links“ eher noch eindeutiger mit „gut“ gleichgesetzt als in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig hat die Linke in Israel den kolonialistischen, imperialistischen, nationalistischen usw. Boesewicht ausgemacht. Kein Wunder, dass viele Juden in Europa sich lieber links identifizieren und von Israel distanzieren.

Nach einigen Fehlstarts, wie dem soeben verlinkten, wurde nun das amerikanische Konzept mit Erfolg kopiert

Ich halte gar nichts davon.

Wem es um’s Abschwoeren geht, das hat sich historisch nicht bewaehrt. Auch heute unterscheiden eingefleischte Judenfeinde nur oberflaechlich zwischen „guten Juden“ und anderen. Im Grunde sehen sie alle Juden gleich. So zum Beispiel illustriert „Palestine Today“ die Berichterstattung ueber JCall:
(hattip Elder of Ziyon)

Und wenn es darum gehen sollte, Israels Politik mitzubestimmen. Da gibt es den geraden Weg: Einwandern, Staatsbuerger werden und sich politisch organisieren.

JCall uebersieht geflissentlich, dass Israel genau die politische Fuehrung hat, die das Volk gewaehlt hat. Auch heute zeigen alle Umfragen, dass die Mehrheit der Israelis hinter ihrer Regierung steht. Trotz aller Lippenbekenntnisse zum Selbstbestimmungsrecht der Israelis, halten die Organisatoren und die Unterzeichner von JCall dafuer, dass sie besser wissen, was fuer Israel gut ist.

Die endgültige Entscheidung liegt bei den Israelis, dennoch soll die Solidarität der Juden weltweit die Israelis dazu ermutigen, die richtige Entscheidung zu treffen. Die systematische Identifizierung mit der Politik der israelischen Regierung ist gefährlich, weil sie im Gegensatz zu den echten Interessen des Staates Israel stehen kann.

Wir Israelis muessen ja schon ziemlich verblendet und/oder bloed sein, dass wir das selber nicht erkennen koennen! Aber die Moerser und Raketen fallen auf uns. Unsere Maenner leisten Reservedienst, unsere Kinder schicken wir zur Armee. Unsere Steuern muessen auch den hohen Verteidigungshaushalt bezahlen. Wir sind das Angriffsziel der Attentaeter. Aus sicherer Entfernung uns vorschreiben zu wollen, was die „echten Interessen“ Israels seien und auswaertige Maechte dazu aufzufordern, uns zu unserem eigenen Besten zu zwingen, scheint mir eine ziemliche Unverschaemtheit. Immerhin ist der Text diplomatischer formuliert als weiland David Landaus Wunsch, Israel moege vergewaltigt werden.

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5 Antworten

  1. Wir wissen doch, dass „links“ immer im Recht ist, die alleinige Wahrheit und Moral besitzt. Und alles, was anders denkt, ist Nazi. Also kann Israel nur Nazi sein, wenn es nicht links ist. Und schon haben sie ihre beliebtesten Feindbilder und können auf alles eindreschen. Natürlich aus der moralisch höheren Position…

  2. Aus sicherer Entfernung uns vorschreiben zu wollen, was die “echten Interessen” Israels seien und auswaertige Maechte dazu aufzufordern, uns zu unserem eigenen Besten zu zwingen, scheint mir eine ziemliche Unverschaemtheit.

    ————–
    Sehr gut getroffen, liebe Ruth!

    Herzliche Grüße
    Bernd

  3. Guter Beitrag, der die reichlich entbehrungswürdigen Äußerungen dieser seltsamen Schönwetterisraelfreunde als das vorführt, was sie sind, nämlich das Gewäsch von Leuten, die mit fetten Bezügen in ihren vermeintlich sicheren Elfenbeintürmen hocken und wenig Ahnung von Realpolitik haben.

  4. […] Mai 12, 2010 von Claudio Casula …sagt beer7 in wenigen Sätzen: […]

  5. […] JCall kann ich mich nur Spirit of Entebbe anschliessen, dass es der Kollege aus ‘beer7‘ bereits alles auf den Punkt […]

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