Elektrizitaetsengpaesse im Gazastreifen sind uninteressant


wenn Israel nicht dafuer verantwortlich gemacht werden kann.

Vor zweieinhalb Jahren war das etwas anderes. Da hatte Israel die Diesellieferungen geringfuegig reduziert, was die Stromversorgung um 5.1 bis 7.2% verringern konnte. In den internationalen Medien wurde schwer aufgebauscht und natuerlich Israel verurteilt.

An diesem Freitag wurde das einzige Kraftwerk im Gazastreifen, das ein Viertel des Stroms liefert, von Hamas ganz abgestellt. Hintergrund sind Auseinandersetzungen zwischen PA (Fatah) und Hamas, die inzwischen auch nicht mehr direkt miteinander verhandeln. Die EU soll als Mittler zwischen den beiden Buergerkriegsparteien eingeschaltet werden.

Das Internationale Kommitte des Roten Kreuz hat noch keine Pressemitteilung durchgegeben, obwohl Hamas natuerlich damit droht, dass Kranke sterben koennen:

Hamas’s Health Ministry warned that the lives of some 500 patients hospitalized in various hospitals were at risk because of the electric outage. It said that those who would die first are the ones in intensive care units and heart and kidney patients.

Das Gesundheitsministerium der Hamas warnte, dass das Leben von etwa 500 Krankenhauspatienten in verschiedenen Spitaeltern wegen der Stromausfaelle auf dem Spiel staende. Nach dessen Aussage wuerden als erstes die Patienten auf den Intensivstationen und die Herz- und Nierenkranken sterben.

Und nur zwei Wochen vor diesem innerpalaestinensischen Machtkampf auf Kosten der Zivilbevoelkerung im Gazastreifen hatte das IKRK die Gesundheitslage im Gazastreifen als schlechter denn je bezeichnet. Aber da ging es ja auch gegen Israel …

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2 Antworten

  1. Wenn das eben kein Doppelstandard ist, weiß ich nicht, wie einer aussehen muss. An diesem Beispiel sieht man doch, wie egal der Rest der Welt die Palästinenser sind, solange Israel nicht involviert ist.

    UNRWA kritisiert innerpalästinensische Kämpfe
    Die schweren Konflikte zwischen den Palästinenserfraktionen erregen zunehmend den Unmut der UNRWA. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sah sich nun veranlasst, zu einer Einstellung der Kämpfe aufzurufen, um eine entstehende Stromkrise im von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen abzuwenden.

    „Es ist so eine Tragödie, dass wir – zusätzlich zu den anderen Krisen, die wir im Gaza-Streifen haben – nun eine Stromkrise haben“, zitiert die Nachrichtenagentur den UNRWA-Direktor in Gaza, John Ging. „Es ist eine unerträgliche Situation hier im Moment, und sie muss schnell gelöst werden. Es ist ein palästinensisches Problem, das von Palästinensern geschaffen wurde und palästinensisches Leiden verursacht. Lassen Sie uns also eine palästinensische Lösung finden.“

    Das einzige Kraftwerk in Gaza, das gewöhnlich 25% des Stromverbrauchs von Gaza liefert, wurde wegen Zahlungsstreitigkeiten zwischen der Hamas und der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) am Wochenende geschlossen.

    Die EU hat ihre Hilfszahlungen zurückgeschraubt und verlangt von der PA, andere Wege der Kostendeckung zu eruieren. Die PA wiederum fordert von der Hamas, sie solle ihren Anteil bezahlen.

    (The Jerusalem Post, 27.06.10)

  2. […] Es gibt Elektrizitäts-Engpässe im Gazstreifen. Die Fatah und die Hamas machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Die Not der unter der Hitze leidenden Hamastanis oder die Lebensgefahr für Patienten im Krankenhaus ist aber kein Thema – wenn Israel nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, dann ist es uninteressant. […]

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