Hartnaeckige Luegen in Schweizer Zeitungen


Am 2. Januar veroeffentlichte die Basler Zeitung einen Artikel „Israel befuerchtet Grossoffensive“. Darin steht auch dieser Satz:

Ende 2008 begann die israelische Armee als Reaktion auf zahlreiche Raketenangriffe eine Offensive gegen den Gazastreifen. Dabei wurden etwa 1400 Palästinenser getötet, vor allem Zivilisten, was heftige Kritik der internationalen Gemeinschaft hervorrief.

Ich schrieb einen freundlichen Leserbrief und wies darauf hin, dass die Aussage, die meisten der getoeteten Palaestinenser im Gazastreifen seien Zivilisten gewesen, von Anfang an von israelischer Seite bestritten wurde und dass inzwischen auch Hamas bestaetigt, dass die Haelfte der Toten Kombattanten waren. Bis heute kam keine Reaktion und keine Korrektur.

Am vergangenen Mittwoch brachte der Tagi den Artikel „Kamikaze-Frauen – bereit für Gaza zu sterben„. Der letzte Absatz ist die moderne Variante des Ritualmordvorwurfs: Juden schlachten unschuldige Kinder.

Die palästinensischen Selbstmordattentäterinnen wollen Rache für die Leiden ihres Volkes üben. Der erste weibliche Kamikaze, die 28-jährige Wafa Idris, die sich im Jahr 2002 in einer Diskothek in Jerusalem in die Luft sprengte, war ledig und arbeitete als Krankenschwester in einem palästinensischen Flüchtlingslager. Jeden Tag sah sie mit an, wie Israelis mit palästinensischen Kindern umgingen und konnte sich nicht damit abfinden.

Wie schlampig gearbeitet wird, weil es in erster Linie darum geht, Israel zu beschaedigen, wird schon dadurch deutlich, dass Wafa Idris sich nachweislich nicht in einer Disko, sondern vor einem Schuhgeschaeft in die Luft sprengte. Sie arbeitete fuer den Roten Halbmond, anscheinend als Sekretaerin, nicht als Krankenschwester in einer Kinderklinik. Mir scheint viel plausibler, dass ihr niedriger Status als kinderlose Geschiedene in der patriarchalischen, pal. Gesellschaft ihre Tat motivierte.

Im Gegensatz zu der implizierten Behauptung, Israel quaele taeglich palaestinensische Kinder sank die Kindersterblichkeit in der pal. Bevoelkerung erst durch die israelische Besetzung deutlich unter das Niveau der umliegenden arabischen Staaten. Hier eine Erinnerung von Dr. Eli Lasch, der wesentlich die Kinderheilkunde im Gazastreifen aufbaute.

Ich habe wieder einen Leserbrief geschrieben, aber ich zweifle sehr, ob ich eine Reaktion oder eine Korrektur erreiche.

3 Antworten

  1. Liebe Ruth, ich ziehe den Hut vor Dir, daß Du da reagierst. Ich ärgere mich nur – das hilft nun gar nichts.

  2. Cool, gut zu wissen wegen der Kindersterblichkeit.

    gruss

    Templarii – recognoscere.wordpress.com

  3. Gibt es in der Schweiz keine Art „Medienrat“?

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