Sehnsucht nach dem Edlen Wilden


haben Victor Kocher und die Redaiton der NZZ laut diesem Artikel: Ägyptens Niedergang – Mubaraks dürres Erbe

Der Untertitel (Verantwortung der Redaktion, nicht des Autors) verraet, wohin die Reise geht:

Vom arabischen Führer zu einer Schachfigur der westlichen Nahostpolitik

Ein arabischer Fuehrer muss sich anscheinend in Oppostion zu westlicher Nahostpolitik definieren, um authentisch zu sein.

Mit Ägyptens Israel-Frieden scherte die mächtigste arabische Armee aus der Front aus, und die Option einer strategischen Bedrohung des jüdischen Staats war auf absehbare Zeit verloren.

Das scheint Victor Kocher zu bedauern.

Eine weitere Abkühlung der Beziehungen zu Israel dürfte naheliegen, aber solange die Alternative eine Drohung mit bewaffnetem Widerstand gegen die Expansion des jüdischen Staates bleibt, drohen kolossale Schäden an den Beziehungen zu westlichen Staaten.

Offensichtlich lebt man bei der NZZ in einem Paralleluniversum, wo der juedische Staat expandiert.

Und jetzt wollen wir uns anschauen, wie Aegypten unter Mubarak gefahren ist im Vergleich zu anderen. „authentischeren“ arabischen Staaten:
Nach Freedom House 2010 war Aegypten unfrei, erhielt jedoch zusammen mit Jordanien (ebenfalls eine „westliche Schachfigur“) bessere Noten als die arabischen Staaten, die sich nicht zu „Schachfiguren westlicher Nahostpolitik“ hergaben. Je hoeher die Ziffer, desto schlechter die Situation:

Staat Aegypten Jordanien Libyen Saudi-Arabien Syrien
Politische Rechte 6 6 7 7 7
Zivile Freiheit 5 5 7 6 6

In Sachen Wirtschaft kann Aegypten nur mit einem „authentischen“ arabischen Staat verglichen werden, weil die anderen Oel foerden, was keinen sinnvollen Vergleich zulaesst:

Syrien lasut CIA Factbook

GDP – per capita (PPP):
Field info displayed for all countries in alpha order.
$4,800 (2010 est.)
country comparison to the world: 151

Aegypten dagegen:

GDP – per capita (PPP):
Field info displayed for all countries in alpha order.
$6,200 (2010 est.)
country comparison to the world: 136

Ob „die arabischen Volksseele über den Ausverkauf der arabischen Würde und den Verrat an der Sache Palästinas“ dauerklagend wirklich syrische Zustaende vorzoege? Ich wuerde vermuten, dass hier die Sehnsucht nach dem Edlen Wilden mal wieder eine Projektionsflaeche gefunden hat.

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