Wieder ein Raketenangriff auf Beer Sheva


Beim letzten Einschlag in Beer Sheva merkten wir, dass die Stahllaeden unseres Schutzraums sich nicht schliessen liessen. Drei Wochen lang telefonierten wir herum, um jemanden zu finden, der sie reparieren kann. An diesem Montag kam endlich jemand, der sie in Ordnung brachte, obwohl auch er darauf bestand, er sei nur irrtuemlich gekommen und eigentlich nicht fuer solche Laeden zustaendig. Die Raedchen waren von der Schiene gerutscht.

Gestern berichtete das Fernsehen, dass die IDF ein Raketenteam des Islamischen Jihads angegriffen und dabei leider auch drei Zivilisten, einen elfjaehrigen Buben, einen Sechszehnjaehriger und einem erwachsener Mann – alle Mitglieder einer Familie – getoetet hatte. Mein Mann stand sofort auf und schloss die Stahllaeden im Schutzraum. Die Grosse, deren Kinderzimmer der Schutzraum ist, protestierte umsonst, dass sie auch bei Nacht ein wenig Licht haben moechte.

Um halb sechs morgens wachten wir von der Sirene auf und liefen in den Schutzraum. Die Kinder blieben diesmal ruhig, vermutlich weil der Stahlladen geschlossen war. Wir hoerten auch diesmal den Einschlag, aber es klang weiter weg. Ein Mann verletzt, ein Splitter – von der Rakete oder eine Glasscherbe – ist ihm in die Brust gedrungen. In den Fernsehnachrichten um 6 Uhr sahen wir Bilder: ein Mann im Rollstuhl, aeltere, gebrechliche Menschen. In diesem aelteren und aemeren Stadtviertel haben die Haeuser keine privaten Schutzraeume. Anscheinend waren laengst nicht alle staedtischen Schutzraeume vorbereitet und offen. Drei weitere Menschen erlitten einen Schock.

Der Buergermeister hat entschieden, dass die Schulen heute geschlossen bleiben. Die Maedchen sind enttaeuscht. Beide haetten heute Klassenarbeiten schreiben sollen und sie haben keine Lust, sich noch einmal darauf vorzubereiten.

3 Antworten

  1. Ich dachte sofort an Euer Fenster, als ich davon hörte.

    Hoffentlich bleibt es in Zukunft ruhig *frommer Wunsch*…

  2. […] Ruth beschreibt auf ihrem Blog alltägliche Probleme in Beer Sheva, Süd-Israel: Beim letzten Einschlag in Beer Sheva merkten wir, dass die Stahllaeden unseres Schutzraums sich nicht schliessen liessen. Drei Wochen lang telefonierten wir herum, um jemanden zu finden, der sie reparieren kann. An diesem Montag kam endlich jemand, der sie in Ordnung brachte, obwohl auch er darauf bestand, er sei nur irrtuemlich gekommen und eigentlich nicht fuer solche Laeden zustaendig. Die Raedchen waren von der Schiene gerutscht. […]

  3. Es ist schrecklich was in Beer Sheva passiert!
    Jedes Mal wenn ich in den Nachrichten eine „dieser Meldungen “ sehe, überkommt mich eine Traurigkeit, da Menschen einen Schock erleiden, sich verletzten und auch sterben. Ich bekomme Angst um Menschen die mir Nahe sind und in diesen Gebieten leben, aber auch eine unheimliche Wut auf die Berichterstattung, da diese die Ereignisse verharmlost und es sogar schafft Israel und damit auch der unschuldigen Bevölkerung die Schuld in die Schuhe zu schieben.

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