Die Glaubwuerdigkeit des syrischen Staatsfernsehens in der NZZ


Die NZZ uebernimmt schon in ihrer Schlagzeile die syrische Propaganda: Israelische Soldaten töten 20 Demonstranten. Ganz ohne Konjunktiv werden die Totenzahlen in der fettgedruckten Zusammenfassung genannt, dabei beruhen sie  ausschiesslich auf syrischen Angaben und werden von Israel bezweifelt. Die FAZ berichtet auf der Grundlage derselben dpa Meldung, aber sie findet auch Platz fuer das israelische Dementi:

Eine israelische Armeesprecherin bestritt die Zuverlässigkeit der syrischen Zahlen und warnte vor absichtlicher „Desinformation“. Die Soldaten hätten nach mehreren Warnungen Tränengas eingesetzt und nur auf die Füße von Demonstranten geschossen, die weiterhin versuchten, den Grenzzaun zu überwinden.

Die Welt ist sogar imstande, statt verlogen „Demonstranten“ zu schreiben, bereits im Titel exakt zu beschreiben „Palästinenser wollen Grenze stürmen“ Und gleich im ersten Satz nach der Schlagzeile wird die fragwuerdige Quelle offengelegt:

Nach syrischen Angaben erschossen israelische Soldaten Demonstranten, die die Grenze überrennen wollten.

Nachdem die NZZ so gleich zu Anfang deutlich signalisiert, dass sie im Zweifelsfall syrischen Angaben glaubt, wird im Verlauf des Artikels eine Gegenueberstellung der beiden Seiten mit gleicher Glaubwuerdigkeit vollzogen.

Israel beschuldigte Syrien, die Unruhen angestachelt zu haben, um von den Protesten im eigenen Land abzulenken. Das syrische Fernsehen berichtete dagegen, die Demonstration sei spontan entstanden und zeige, wie viel Ärger sich unter den Palästinenser aufgestaut habe.

Die syrische Opposition behauptet, dass das syrische Regime die „Demonstranten“ gekauft habe. Der anti-israelische Guardian berichtet von einem libanesischen „Demonstranten“, der fuer die Unruhen von vor vier Wochen an der libanesischen Grenze von Hisbollah bezahlt wurde:

One demonstrator who was wounded that day told the Guardian the Lebanese militia Hezbollah had given him $50 to turn up at the border and $900 to have his gunshot wounds treated by physicians. He said he had been planning to return to Maroun al-Ras yesterday until the rally was cancelled.

Wenn es gegen Israel geht, hat die NZZ offensichtlich auch keine Probleme damit, sich zum Handlanger der syrischen Propaganda zu machen. Das ist natuerlich dasselbe syrische Regime, wo die NZZ noch vor zwei Tagen berichtete Blutbad im syrischen Hama.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: