Wer Mitleid mit den Grausamen hat, wird schliesslich grausam zu den Mitfuehlenden sein


Ich hatte schon einmal Argumente fuer die Todesstrafe erwogen. Dass Hamas fuer Gilad Shilat in einem noch unsymetrischeren Deal viele Erzterroristen freipressen konnte, bestaerkt mich in meinen Ueberlegungen.

Vor Jahrzehnten wurde die Todesstrafe anscheinend verdeckt und ohne Verfahren gehandhabt.

This was in the mid-seventies, when Palestinian terrorist groups were secular, leftist in orientation, and had not yet embraced jihad or suicide.The Palestinian operations teams required an escape plan. There had to be the chimera of survival, even if none existed in reality.

In the course of the interview, I said to the general that I had noticed that in none of the assaults he commanded did any of the terrorists survive, and I asked him why.

His initial response was evasive. He talked about the confusion that takes place in an assault, the impact of automatic weapons on a firefight, and other aspects of military tactics.

I persisted. Zero was an improbable number.

Finally, with some annoyance he looked at me and said, “So you notice that.”

“Yes,” I responded, “that’s the point of my question.”

He relaxed a bit, smiled a knowing smile, looked me dead in the eye, and without emotion said, “They notice it too.”

They did. Such Israeli tactics tore the enthusiasm from secular terrorists. Such organizations as the Popular Front for the Liberation of Palestine were harvesting their training cadre, their seed corn, in order to conduct operations

Ich vermute, das Ende dieses Verfahrens kam mit der Affaire um den Bus Nr. 300 1984, als israelische Journalisten dokumentierten, dass Terroristen lebend gefangen genommen und erst anschliessend getoetet worden waren.

Ein Jahr spaeter kam es zum Jibril-Deal, bei dem 1150 „Sicherheitsgefangene“, mit anderen Worten Terroristen und ihre Helfer, gegen drei israelische Soldaten ausgetauscht wurden, die im Libanonkrieg von 1982 in Gefangenschaft geraten waren. Drei Jahre spaeter begann die 1. Intifada, und den damals freigelassenen Palaestinenser wurde attestiert, bei diesen Unruhen eine fuehrende Rolle zu spielen. 

Etwa gleichzeitig wurde das „Hannibal-Protokoll“ bei der IDF eingefuehrt.

The „Hannibal protocol“ became official in the 1980s. It stipulates that IDF soldiers must prevent the abduction of a living soldier at any cost including opening fire at the abductors‘ vehicle. The protocol takes into consideration the fact that the captive soldier may be killed, with the guiding principle being that a dead soldier is better than a kidnapped soldier in the eyes of the State of Israel which will be forced to pay a heavy price for the captive.

Ich haette wirklich erwartet, dass nach dem Shalit-Deal die Anwendung der Todesstrafe fuer Terroristen diskutiert wird.  Verkehrsminister Katz machte einen dementsprechenden Vorstoss und verlangte, dass die Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen die Moerder an der Familie Fogel  die Todesstrafe beantragen sollte. Aber eine Diskussion um die Todesstrafe kommt nicht in Gang.

Dagegen wird diskutiert, dass Hannibal-Protokoll zu verschaerfen. Bisher blieb es den Offizieren im Feld ueberlassen zu entscheiden, ob und inwieweit das Hannibal-Protokoll angewendet wird. Der Befehlshaber der IDF, Gantz, will das aendern und eine einheitlich, allgemein verbindliche Interpretation des Protokolls einfuehren.

Ich habe gerade angefangen, „The Revolt“ von Menachem Begin zu lesen. Begin wurde und wird kontrovers beurteilt, vor allem seine Rolle im Kampf gegen die Briten. Von Antizionisten wird Begin gern als Terrorist dem palaestinensischen Terror gegenuebergestellt.

Dass der Irgun Zvai Leumi (abgekuerzt Etzel) als Revanche fuer die Hinrichtung seiner Mitglieder am Galgen, zwei britische Offiziere entfuehrte und ebenfalls haengte, kann ich nur verurteilen, auch dann, wenn diese Tat wirklich das weitere Haengen von juedischen Kaempfern verhindert haben sollte.

Auch das Hannibal-Protokoll kann ich nur verurteilen. Kein Soldat sollte in den Kampf ziehen und wissen, dass sein eigenes Land ihn lieber tot als gefangen sieht. Kein Soldat sollte in die Lage kommen, dass er den Tod eines Kamaraden in Kauf nehmen muss, um dessen Gefangennahme zu verhindern.

Nicht ueber unseren jungen Maenner sollte ein Todesurteil schweben, sondern ueber den Terroristen, die israelische Zivilisten angreifen. Ich bin fuer die Option der Todesstrafe in Israel in ordentlichen Gerichtsverfahren, und nicht als klandestine Toetungsaktion wie es bis zur Kav-300 Affaire anscheinend vorkam.

Unsere eigenen Soldaten lieber tot als gefangen zu sehen, waehrend gleichzeitig die Todesstrafe fuer rechtskraeftig verurteilte Terroristen aus moralischen Gruenden ausgeschlossen wird, das erscheint mir genau der Aussage  aus dem Midrasch zu entsprechen, die ich als Titel gewaehlt habe.

Update vom 1.11.2011: In Haaretz macht Generalstabschef  Benny Gantz klar, dass die Toetung eines Soldaten, um eine Geiselnahme zu verhindern, nicht durch das Hannibalprotokoll gedeckt ist.

 

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