Antisemitische Mythen: „Landraub“


Ich moechte eine neue Serie beginnen, in der ich auf antisemitischen Themenfelder eingehe. Zielgruppe sind natuerlich nicht die Antisemiten selber – die sind unbelehrbar – sondern Menschen, die sich mit den verschiedenen Themengebieten nie naeher befasst haben und sich daher keine eigene Meinung gebildet haben. Leider ist die Berichterstattung vor allem in Europa immer deutlicher von anti-israelischen und anti-juedischen Ressentiments gepraegt, so dass der normale Medienkonsument ueberwiegend verzerrte Darstellungen serviert bekommt.

Ich beginne mit dem Thema „Landraub“, weil ich dazu einen fast fertigen Text auf dem Rechner habe. Der Hintergrund war, dass mir bei einer Online-Zeitung ein Kommentarschreiber auffiel, der sich auf dieses Thema versteifte und es auch dort anbrachte, wo wirklich kein Zusammenhang bestand. Da dieser Mann mit Klarnamen kommentierte, konnte ich ihn leicht ausfindig machen und weil es sich um jemand handelt, mit dem ich zu den meisten Themen eine gemeinsame Sprache haben sollte, habe ich ihn angemailt. In seiner ersten Antwort schrieb er:

Es finden regelmaessig ‚Restitutionen‘ von Werten statt, die waehrend der Zeit des Dritten Reiches unrechtmaessig enteignet worden sind. Ich will jetzt nicht argumentieren ob zu Recht oder nicht. Man koennte ev diskutieren, warum die Sudetendeutschen z.B. nicht das selbe Privileg haben sollten.
 
Im Falle Palaestinas stellt sich doch sicher die Frage, ob alle Eigentumsfragen denselben strengen iuristischen Tests standhalten wuerden. Man muesste bei jedem einzelnen Grundstueck genauestens die Sachlage pruefen.

Wir sehen, dass hier Palaestinenser,  Sudentendeutschen und im 3. Reich verfolgte Juden gleichgestellt werden. Ganz uebersehen wird der offensichtliche Unterschied: Die Sudetendeutschen und die Palaestinenser gehoeren einem Kollektiv an, das einen Aggressionskrieg gefuehrt und verloren hat, was den Juden nur schwer nachgesagt werden kann. Selbst der Artikel im Daily Express vom 24.03.1933, der hier symptomatischerweise vom Radio Islam aufgegriffen wird, beschreibt unter der reisserischen Ueberschrift „Judea declares war on Germany“ nur Boykottaktionen als Reaktion auf den Terror, die Gewalt und Unterdrueckungsmassnahmen gegen deutsche Juden:

Sectional differences and antagonisms have been submerged in one common aim – to stand by the 600,000 Jews of Germany who are terrorised by Hitlerist anti-Semitism, and to compel Fascist Germany to end its campaign of violence and suppression directed against its Jewish minority.

Ich glaube, der Mythos, dass Juden einen Aggressionskrieg gegen Deutschland gefuehrt haetten, ist bisher nur bei extremen Antisemiten verbreitet. Daher mache ich mir nicht die Muehe, ihn detailliert ad absurdum zu fuehren.

Dagegen ist der Mythos, Juden haetten einen Aggressionskrieg gegen Palaestinenser gefuehrt und ihnen dabei ihr Land geraubt, weit verbreitet:

Natuerlich gab es keinen Staat Palaestina. Bis zum 1. Weltkrieg gehoerte dieser Teil des Nahen Ostens zum Osmanischen Reich. Das Britsche Imperium (Aegypten) und Frankreich (Libanon, Syrien) hatten territoriale Ambitionen. Juden dagegen mussten enorme buerokratische Huerden ueberwinden und hohe Preise zahlen, um Immobilien zu erwerben.  Auch unter der Britischen Mandatsregierung aenderte sich die Situation nicht wesentlich: Die buerokratischen Huerden wurden reduziert, aber gleichzeitig auch die Korruption, mit der die Huerden umgangen werden konnten.

Alles Land, das Juden vor 1948 erwarben, haben sie daher rechtmaessig gekauft und haeufig ueber dem Marktpreis bezahlt. Das waren immerhin ca. 7% des heutigen Staatsgebiets und der 1967 besetzten Gebiete, wie diese Karte von „Palestine Remembered“ belegt, die den „Landraub“ Israels dokumentieren soll. Diese ca. 7% befanden sich in einwandfrei belegtem, juedischen Privatbesitz. Demgegenueber befanden sich die restlichen 93% des Landes nicht in arabischem Privatbesitz. „Palestine Remembered“ vermengt absichtlich die Kategorien von arabischem Privatbesitz und oeffentlichem Land.

Durch die Staatsgruendung Israel uebernahm der Staat Israel die Rechtsnachfolge des Britischen Mandats, das wiederum der Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches war. Alles oeffentliche Land wurde daher voellig rechtlich in israelischen Staatsbesitz ueberfuehrt. Verschiedentlich wird angefuehrt, dass Landbesitzer im Osmanischen Reich ihre Besitzansprueche nicht formalisierten, um keine Steuern darauf zahlen zu muessen. Das Osmanische Reich soll auch eine langfristige Strategie verfolgt haben, moeglichst viel kommunalen Grundbesitz in Staatsbesitz zu verwandeln. Beides mag zutreffen, kann aber schwerlich Israel angelastet werden.

„Landraub“ kann nur vorliegen, wo Grundbesitz aus arabischem Privatbesitz ohne angemessene Entschaedigung enteignet wurde/wird. Dagegen koennen Palaestinenser vor dem Obersten Gerichtshof in Israel klagen und tun das auch, teilweise mit Erfolg. Der Verlauf der Sperranlage zum Westjordanland muss in mehr als einem Fall geaendert werden, weil das Oberste Gericht den palaestinensischen Klaegern Recht gab. (Ha’aretz ist eine sehr regiergungskritische, links orientierte Zeitung)

Waehrend den Unruhen, die in den Unabhaengigkeitskrieg muendeten und waehrend des Kriegs, verliessen viele Araber Gebiete, die spaeter zum Staatsgebiet Israels wurden.

In diesem, ebenfalls antiisraelisch ausgerichtetem Text, wird dieser Grundbesitz mit 2.4 Millionen Dunam angegeben, das waeren, wenn wir mit den Zahlen unter der oben verlinkten Karte vergleichen, ca. 10% des heutigen Staatsgebiets und der 1967 besetzten Gebiete. Das ist wahrscheinlich hoch gegriffen, ebenfalls in der Absicht, Israel „Landraub“ vorzuwerfen.

Nach der Staatsgruendung uebertrug der neue Staat Grundbesitz von geflohenen Personen nach und nach an den Jewish National Fund, diesselbe Organisation, die vor der Staatsgruendung mit juedischem Geld Land im Mandatsgebiet gekauft hatte. 1960 wurde die  Israel Land Administration gegruendet, um den Grund im Staatshaenden zu verwalten. Die verschiedene Herkunft des Grundes wird aber weiterhin dokumentiert und dazwischen unterschieden:

In 1960 under Basic Law: Israel Lands, JNF-owned land and government-owned land were together defined as “Israel lands,” and the principle was laid down that such land would be leased rather than sold. The JNF retained ownership of its land, but administrative responsibility for the JNF land, and also for government-owned land, passed to a newly created agency called the Israel Land Administration or ILA.

Of the total land in Israel in 1997, the Israel Government Press Office statistics say 79.5% is owned by the government, 14% is privately owned by the JNF, and the rest, around 6.5%, is evenly divided between private Arab and Jewish owners. Thus, the ILA administers 93.5% of the land in Israel.

George E. Bisharat stammt aus einer palaestinensischen Familie. Seinen Text LAND, LAW, AND LEGITIMACY IN ISRAEL in „The American University Law Review“ verfasste er unter der Praemisse,  dass der Zionismus ein kolonialistisches Projekt sei. Er steht Israel alles andere als positiv gegenueber. Trotzdem geht klar aus seinem Text hervor, dass Israel das Thema Grundbesitz auf legale Art anging. Bisharat haelt auch fest, dass es keineswegs eine sofortige und eindeutige Entscheidung gab, den Grundbesitz geflohener Araber zu enteignen. Tatsaechlich konnten Zehntausende der Fluechtlinge unbehindert zurueckkehren. Nach und nach uebernahm der Staat Grundbesitz, zum einen in grenznahen Gebieten, als Schutzmassnahme gegen feindliche Infiltration, zum anderen zur Unterbringen von Hunderttausender juedischer Fluechtlinge aus arabischen Staaten. (504 ff).

Mein Gegenueber akzeptierte meine Antwort natuerlich nicht:

Na wenn Sie das alles glauben dann ist Ihnen nicht zu helfen
 
Britisches Mandat war genauso legal wie das Generalgouvernement Polen, nur da regt sich die (zionistisch dominierte) ‚Weltmeinung‘ ja nicht auf.

Der Witz ist, dass ich meine Argumentation fast ausschliesslich auf anti-israelischen Quellen aufgebaut hatte, denen Antisemiten normalerweise alles glauben. Auch die Legitimitaet des Britischen Mandats kann eigentlich nur bestritten werden, wenn Voelkerrecht insgesamt abgelehnt wird. Aber die Palaestinenser begruenden  ihre Beschwerden und Forderungen  vor allem mit Voelkerrecht.

Das ist ein klares Symptom fuer Antisemitismus: Logik, Konsistenz spielen keine Rolle. Solange es gegen Juden geht, kann dasselbe Gesetz mal heilig, mal voellig unberechtigt sein.

17 Antworten

  1. Hilfreich, Danke Ruth!

    BTW hier ist der neue Link zu La Russophobe: http://dyingrussia.wordpress.com/

  2. Dank Dir fuer den Link, hab’s aktualisiert!

  3. Daß die Sudetendeutschen einen Aggressionskrieg geführt hätten, das ist wohl die neueste Geschichtserkenntnis?

  4. Ach so, nur, weil mich das so ärgert. Zuerst war die Österreichisch – Ungarische Monarchie. Die wurde durch die Sieger des Ersten Weltkrieges verstümmelt und künstliche Staaten geschaffen, nach Lust und Laune. Eine der Minderheiten waren die Sudetendeutschen als Teil der Tschechischen Republik. Als das Münchner Abkommen unterzeichnet wurde, wurden die Sudetendeutschen Teil des Großdeutschen Reiches. Darin hatten sie freilich genausowenig über Krieg und Frieden zu bestimmen, wie heute die Sorben oder Westphalen über die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Zum 01. September 1939 gab es auch keine Volksabstimmung.

    Daraus nun zu schlußfolgern, äsche-bätsche, wer immer am Überfall auf Nachbarnationen teilnimmt, egal unter welcher Begründung, der verdient es, erschlagen, erschossen, vergewaltigt und von Heim – und Hof gejagt zu werden, wie es den Sudetendeutschen in Friedenszeiten geschah, der möge sich dann nicht wundern, wenn er mit der Nase auf die vielen Kriege gestupst wird, die Israel in der Vergangenheit geführt hat, natürlich, natürlich, immer nur, um die berechtigten Sicherheitsinteressen Israels zu wahren und die Bevölkerung Israels zu schützen.

  5. Karl Eduard,
    ich muss mich wohl ein bisschen einarbeiten. Auf den ersten Blick scheint mir, dass Dein Einwand hinsichtlich der Sudetendeutschen sehr berechtigt ist. Ich werde meine Formulierung ueberpruefen.

    Was Israels Kriege angeht: Mit Ausnahme des Sinaikrieges 1956 und des Libanonkriegs 1982, bei denen der Fall nicht eindeutig ist (und mit denen ich mich noch nicht intensiver beschaeftigt habe), wurden Israel die Kriege aufgezwungen. Kommen hier mal wieder Deine Ressentiments durch?

    Ich kann nicht finden, dass meine Formulierung in irgendeiner Weise Totschlag, Vergewaltigung und Vertreibung der Sudetendeutschen rechtfertigt. Ich weise lediglich darauf hin, dass ein Unterschied besteht zwischen einer Minderheit, die einem Kollektiv angehoert, das gerade einen Aggressionskrieg verloten hat und einer Minderheit, die nicht einmal in der Lage waere, sich gewaltsam zu wehren.

    Die Benesdekrete, so umstritten und bedenklich die Beweisumkehr ist, haben im uebrigen vorgesehn, dass Sudetendeutsche, die nachweisen konnten/wollten, gegen Nazideutschland Widerstand geleistet zu haben, von den anti-deutschen Sanktionen ausgenommen wurden.

  6. Ich freue mich auf die Reihe! Aber kannst du für die 7% noch eine unabhängige und eher wissenschaftliche Quelle finden? Ich traue der Quelle nicht…

    Was die Antisemiten angeht, bin ich anderer Meinung. Die „einfachen“ Antisemiten – die du mal mehr oder weniger treffend als „nützliche Idioten“ bezeichnet hast – können bestimmt überzeugt werden, es kostet nur viel Mühe. Was die „hardcore“ Antisemiten betrifft, gebe ich dir recht, nur die verfolgen sowieso andere Ziele als die „einfachen“, die oft denken der Wahrheit auf der Spur zu sein.

    Viel Erfolg bei der Serie!

  7. Ein super Artikel, herzlichen Dank!

  8. Super die Idee. Bitte unbedingt weiter machen, ist enorm wichtig.

  9. Interessanter, lesenswerter Beitrag!
    Es bleibt natürlich die Problematik, daß bei jeder Gründung eines Staates bisher stets das Territorialprinzip galt und immer darauf geachtet wurde, potentiell, tatsächlich oder vermeintlich „illoyale“ Bewohner der betreffenden Landstriche loszuwerden. Nur allzu häufig läuft das auf Vertreibungen oder Schlimmeres hinaus, so zuletzt geschehen im Jugoslawienkrieg.Im Falle Israels gab es einen massiven Angriff seitens der umliegenden arabischen Staates und dann Gegenwehr. Dabei kam es leider auch zu Kriegsverbrechen an unschuldigen Zivilisten, von beiden Seiten. Viele Palästinenser flohen vor den Kämpfen, es gab aber auch direkte Vertreibungen und manchen passte die Fluchtwelle auch ganz gut ins ihr Konzept der Staatsbegründung.
    Besser wäre es in jedem Fall, die Rechte des Einzelnen hätten Vorang den Interessen der Staaten. Der Liberale Ludwig von Mises hat dazu Bedenkenswertes geschrieben (Liberalismus, 1927, auch online).
    Warum soll es eigentlich nicht möglich sein, daß sich zwei Staaten ein Territorium teilen. Jeder bestimmt selbst welchem der Staaten er angehören will und zahlt an diesen seine Steuern. Gegenseitig werden alle Eigentumsrechte und anderen Menschenrechte respektiert. Eigentumsübertragungen geschehen nur im gegenseitigen Einverständnis, egal ob zwischen Angehörigen desselben oder unterschiedlicher Staaten oder zwischen Privatpersonen und Staaten. Aus praktischen Gründen müßten natürlich bestimmte Dinge vorort gemeinsam geregellt werden, z.B. Straßenbau, Abwasser, Verkehrswege u.ä.m.. Das könnte über Verträge geschehen. Nur eine schöne Utopie oder doch eine reale Denkmöglichkeit!?
    Beste Grüße
    Jens Christian Heuer
    http://geistdergesetze.wordpress.com/

  10. nibeblog:
    Auch Bisharat bringt Zahlen. Bei ihm ist von ca. 4% die Rede. Allerdings kann es sein, dass er sich nur auf das Staatsgebiet Israels bezieht und die umstrittenen Gebiete aussen vor laesst.

    Elder of Ziyon hat ein PLO von 2008 vorgestellt, in dem juedischer Landbesitz in den Gebieten behandelt wird.

  11. Jens Christian,
    vielleicht hast Du verpasst, dass es in Israel eine Mehrheit gibt, die bereit waere, das Land zu teilen, wenn echter Friede moeglich waere? Nur ist die Lage einfach so, dass davon keine Rede sein kann. Es geht im Moment nicht darum, Gedankenexperimente durchzuexerzieren, sondern die konkrete Situation so gut wie moeglich zu meistern.

  12. zu den 7 % vielleicht einmal – die Zeit der korrekten Datenerfassung begann ja erst viel später – aber eines ist sicher – Ruth beschönigt sie Dinge eher zu Gunsten der Araber – hier mal aus einer iranischen Quelle: http://tangsir2569.wordpress.com/2010/11/10/wem-gehort-das-land-israel/

  13. Herr Jens Christian, haben Sie sich mal mit der Gründung des Staates Pakistan befasst? 1947 durch Vertreibungen gegründet, nur kräht kein Hahn mehr danach, nur im Falle Israels wird das immer noch diskutiert. Nein, es geht nicht um Staaten, die sich ein Territorium teilen sollen – es geht um etwas Anderes, die Israelis würden teilen, die sogenannten „Palästinenser“ nicht – darum geht es. Ich bin ok, du bist ok gilt hier in Europa, NICHT im Nahen Osten, erst wenn Sie diese Diskrepanz verstehen, sollten sie sich „als einer der 8.000. 000 Nahostexperten“ outen. Sie haben keine Ahnung der verschiedenen Mentalitäten.

  14. @Eleonore Yonut
    Aus zwei Gründen kräht kein Hahn nach der Staatsgründung Pakistans:

    1) Weil die Welt seit jeher vom Judentum besessen ist! Was auch immer Juden tun oder nicht tun, ist IMMER eine extra Schlagzeile wert.

    2) Weil sich in den letzten Jahrzehnten in den wohlhabenden westlichen Staaten eine Gutmenschen-Mentalität durchgesetzt ist, die vor allem darauf aus ist, sich selbst durch Selbstkritik und Selbsterniedrigung MORALISCH ins bessere Licht zu setzen – und zwar gegenüber den BARBARISCHEN nicht-westlichen Staaten, denen man eh nicht zutraut, nach westlichen Moralstandards zu leben. Deswegen interessieren massive Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten in arabischen, asiatischen oder afrikanischen Staaten kein Schwein – aber wehe, ein amerikanisches Anti-Terror-Team knallt im Ausland einen internationalen Terrorpaten ab, ohne sich vorher einen Haftbefehl bei der zuständigen Regierung geben zu lassen.

  15. @beer7

    Was mich ärgert, ist dieses Kollektivschuld zuweisen. Die Sudetendeutschen haben da lange vor der Gründung der Tschechoslowalischen Republik gelebt, sie waren treue Untertanen in der Habsburger Monarchie und wurden durch Siegerbeschlüsse anderen Staaten zugeordnet. Durch das Münchner Abkommen später zum Deutschen Reich. Daran waren übrigens Frankreich und England beteiligt. Also unzweifelhaft zwei Musterdemokratien.

    Ich hab auch mal so naiv gedacht – Alles Nazis. Recht ist ihnen geschehen. Den Sudetendeutschen. Aber man wird ja älter und hat im Internet auch die Möglichkeit, sich Quellen zu erschliessen, die vorher unzugänglich waren.

    Nach Kriegsende. Ich wiederhole mich. Also im Frieden. Wo keine Kriegshandlungen irgendetwas entschuldigen würden, wobei sie dann Kriegsverbrechen genannt werden müßten, wurde mit Unterstützung staatlicher Stellen Jagd auf Deutsche gemacht, sie wurden aus den Häusern gezerrt, auf dem Weg zur Arbeit abgefangen, mißhandelt, vergewaltigt und erschlagen. Und das nicht, weil sie irgendwelche Verbrechen begangen hatten, sondern weil sie zur deutschen Volksgruppe gehörten.

    Wer so relativiert, waren eben Aggressoren und haben es verdient, aber gleichzeitig jammert, weil seiner eigenen Volksgruppe, sagen wir mal, Unrecht geschieht, der hat ein ziemlich gespaltenes Verhältnis zum Menschen- und zum Völkerrecht.

  16. Selbst wenn die Geschichte vom Landraub stimmen würde, wäre es kein Grund, Israel auch 60 Jahre später nicht anerkennen zu wollen. Wie viele Vertreibungen gab es in der Geschichte der Menschheit?

    Außerdem wurden nach 1948 mehr als 850.000 Juden aus den arabischen Ländern vertrieben, ohne dass die arabischen Länder irgendwie dafür bezahlt hätten. Die Palästinenser sprechen aber noch heute von ihrem „Rückkehrecht“.

    Die vertriebenen Juden besaßen mehr als 100.000 Quadratkilometer Land (mehr als das vierfache der Größe Israels!) und Eigentum im heutigen Wert von 300 Milliarden Dolllar!
    http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishNews/Article.aspx?id=82191

  17. Karl Eduard,
    ich dachte, ich haette sehr deutlich geschreiben, dass ich die Verbrechen an den Sudetendeutschen in keiner Weise rechtfertige. Du willst das anscheinend unbedingt in meinen Text hineinlesen.

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