FAZ Nahostberichterstattung


In einem Artikel vom Donnerstag, den 26. Januar, uebernimmt die FAZ ungeprueft palaestinensiche Behauptungen:

Israel lässt Frist verstreichen
26.01.2012 ·  Die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinenser bleiben unterbrochen: Nach Agaben [!] der Palästinenser hat Israel bis Donnerstag keinen Entwurf für den künftigen Grenzverlauf vorgelegt.

In einem Artikel in der Jerusalem Post vom Freitag, den 27. Januar lesen wir dagegen:

PA officials: Israeli border proposal a non-starter
Palestinian officials said Friday that Israel’s presentation of its ideas for border and security arrangements of a future Palestinian state at a meeting in Amman on Wednesday was a nonstarter, envisaging a fenced-off territory of cantons that would preserve most Jewish settlements.

(Hervorhebungen von mir)

Offensichtlich haben die israelischen Vorschlaege dem palaestinensischen Verhandlungsteam nicht gefallen. Gegenueber auslaendischen Medien laesst man daher verlauten, es habe gar keine israelischen Vorschlaege gegeben. Die glauben sowieso alles, was man ihnen erzaehlt. Den Israelis gegenueber muss man etwas feiner vorgehen und sagt deswegen: Die Vorschlaege seien nicht brauchbar.

Die Palaestinenser haetten ihre Vorschlaege schon eingereicht, steht in der FAZ, ohne dass die Vorschlaege erklaert werden. Fuer den Kenner der Materie ist das auch ueberfluessig. Schliesslich haben sich die Palaestinenser nie auch nur einen Millimeter bewegt. Sie fordern das gesamte, 1967 von Israel eroberte Gebiet, einschliesslich Jerusalem und dazu ein Rueckkehrrecht nach Israel fuer die Araber und alle ihre Nachkommen, die im Verlauf des Unabhaengigkeitskriegs 1948 das heutige Staatsgebiet Israel verlassen haben.

Dass Israel diese Forderungen nicht akzeptieren kann, sollte den meisten unvoreingenommenen Lesern einleuchten. Deswegen vermeiden es Medien wohl auch, sie staendig auszuschreiben.

Erstaunlicherweise sind es nicht die Israelis, die Verhandlungen verweigern, sondern auch hier wieder die Palaestinenser:

Der Israeli Izchak Molcho und sein palästinensisches Gegenüber Saeb Erekat hatten seit Anfang Januar versucht, sich auf mögliche neue Verhandlungen zu einigen. Es waren die ersten direkten Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern seit September 2010. „Von sofort an gibt es keine Vorgespräche mehr“, sagte der palästinensische Repräsentant jedoch am Donnerstag. „Diese Gespräche sind vorbei.“

Am 4. Februar werde es aber ein Treffen der Arabischen Liga geben,bei der [!] entschieden werden solle, ob die Gespräche doch fortgesetzt werden. Die Palästinenser fordern vor neuen Friedensverhandlungen mit Israel weiterhin einen vollständigen Siedlungsstopp sowie die Festlegung der Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 als Gesprächsbasis.

Natuerlich gibt es keine „Grenzen“ vor dem Sechstagekrieg, sondern nur Waffenstillstandslinien, die nie Grenzen sein sollten. Uebrigens erfahrt der aufmerksame Leser hier, dass die Palaestinenser weitere Verhandlungen davon abhaengig machen, dass ihre Vorschlaege zum Grenzverlauf akzeptiert werden. Worueber dann noch verhandelt werden soll, ist nicht ganz klar.

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