Die deutsche Marine vor der libanesischen Kueste


Auf der Basis der UN SC Resoltion 1701 beteiligt sich die deutsche Marine an der Aufgabe der UNIFIL, die Wiederbewaffnung der Hisbollah zu verhindern.

Seit 2006 laeuft diese Aktion, und schon seit 2008 pfeifen die Spatzen von den Daechern bzw. Ban Ki-Moon an den Sicherheitsrat, dass sie im grossen Stil gescheitert ist. Hizbollah besitze mehr Raketen als mancher Staat, verlautete aus US-Kreisen im Frueling 2010. Und noch vor drei Monaten verkuendete Nasrallah, dass die Terrororganisation sich weiter bewaffnen will.

Waehrenddessen schippern sieben Schiffe der Bundesmarine vor der libanesischen Kueste und warten vergeblich auf Erfolgserlebnisse. Fast koennten sie einem leid tun, wenn nicht klar waere, dass der Erfolg genau darin besteht, nichts zu sehen, nichts zu unternehmen und nicht bedroht zu werden, im Gegensatz zu den UNIFIL-Truppen im Suedlibanon, die auch nichts sehen oder unternehmen, aber immer wieder mal darin erinnert werden, wer das Sagen hat.

Das koennte sich demnaechst aendern. Iran schmuggelt Waffen übers Meer an die Hisbollah

Weder der Artikel selber noch die Kommentatoren verschwenden Ueberlegungen daran, warum denn Saudi-Arabien wegen des Waffenschmuggels zugunsten der Hizbollah beunruhigt sein sollte?

Die schiitische Terrororganisation ist Teherans wichtigste Waffe gegen Israel. Nach dem letzten Libanonkrieg, dem militärischen Schlagabtausch zwischen der Hisbollah und Israel im Jahr 2006, hat Teheran die Schiitenmiliz erneut massiv aufgerüstet. Das Kalkül dahinter: Je bedrohlicher Hisbollah ist, desto eher werden die Israelis von einem Schlag gegen das iranische Atomprogramm zurückschrecken aus Angst, die Hisbollah könnte ihre geschätzten 40.000 Raketen gen Israel feuern.

Sollten die arabischen Staaten am Ende in Israel stillschweigend einen Buendnispartner sehen, waehrend ein Fall es Assad-Regimes ihnen nuetzen wuerde?

Nach Informationen von „Welt Online“ waren sich die Teilnehmer der Konferenz einig darin, dass ein Sturz des Assad-Regimes ihnen nützen würde und ein weiterer Schritt wäre, um das regionale Vormachtstreben des Iran einzudämmen.

Ei der Daus, das regionale Vormachtsstreben des Iran?! Dabei hoeren wir doch sonst staendig, dass allein Israel den Weltfrieden gefaehrdet und Friede, Freude, Eierkuchen im Nahen Osten verhindert.

Um deutsche Marinesoldaten muessen wir uns trotzdem wenig Sorgen machen. Ihr Mandat sieht vor, dass sie erst einmal bei der libanesischen Regierung anfragen, ob etwas unternommen werden sollte, und die dominierende Partei in der Regierung ist zufaellig die Hizbollah.

Die Wochenenden in Beirut sind aber wunderschoen, und den libanesichen Soldaten kommt man naeher:

Anfangs noch etwas distanziert, wurde mit fortschreitender Zeit das Zusammenspiel immer besser, und man lachte auch mal gemeinsam, wenn etwas nicht auf Anhieb klappte. Schon komisch, dachten wir uns, dass trotz all der Unterschiede wie Herkunft und Religion die verschieden Kulturen, wenn es um das Erreichen eines gemeinsamen Ziel geht, so schnell zueinander finden.

Nach einem weiteren Kaffee verabschiedeten wir uns von den Kadetten mit dem guten Gefühl, heute nicht nur unseren Dienst im Auftrag der Vereinten Nationen geleistet, sondern auch die Libanesen dabei ein Stück voran gebracht zu haben, eines Tages die alleinige Verantwortung für die Überwachung ihrer Hoheitsgewässer zu übernehmen.

6 Antworten

  1. Die deutsche Regierung steht offenbar auf dem Standpunkt, dass die Sicherheit Israels nicht das Blut deutscher Soldaten wert ist. Einen solchen Standpunkt kann man vertreten; ich selbst halte ihn für falsch, aber ich kann nicht sagen, dass er indiskutabel wäre.

    Die Verlogenheit der deutschen Politiker besteht darin, dass sie den Standpunkt, auf dem sie stehen, eben nicht vertreten, sondern bombastische Phrasen absondern, die das Gegenteil dessen besagen, was sie tatsächlich tun. Phrasen wie „Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson“ sind ja an sich schon völliger Irrsinn; bestenfalls kann man von deutschen Interessen sprechen, die Staatsräson umfast aber nur solche Interessen, bei deren Nichtverfolgung der Bestand des eigenen Staates gefährdet wäre, und zur Staatsräson in diesem Sinne gehört die Sicherheit Israels ganz objektiv nicht.

    Statt aber durch Taten zu bekunden, dass diese peinlich dummen Phrasen (die offenbaren, dass deutsche Politiker nicht die geringste Vorstellung von Staatlichkeit oder Staatsräson haben) wenigstens ernst gemeint sind, setzen sie auf die Peinlichkeit der öffentlich bekundeten Dummheit und des demonstrativen Schuldkults noch die Peinlichkeit einer kaum bemäntelten Verlogenheit.

  2. Manfred,

    ich habe volles Verstaendnis fuer den Standpunkt, dass sich keine europaeischen Soldaten fuer Israel in Lebensgefahr begeben sollen.

    Wofuer ich kein Verstaendnis habe, sind die staendigen Versuche Europas, sich zwischen Israel und seine Feinde zu stellen, was de facto immer darauf hinaus laeuft, Israels Feinden als menschliche Schutzschilde zu dienen. Deutschland ist ja keineswegs allein bei diesen verlogenen Stoermanoevern.

  3. D’accord. Aber die Verlogenheit der deutschen Politik springt mir eben besonders ins Auge, weil sie sich vor meiner Nase abspielt. Im Übrigen ist die Diskrepanz zwischen Wort und Tat im Falle der BRD besonders krass,

  4. Als Deutscher (mit Migrationshintergrund😀 ) kann ich dem nur beipflichten. Deutsche Politiker neigen in der Tat dazu, sich als moralische Überinstanzen zu inszenieren, während sie gleichzeitig die zynischste Realpolitik betreiben. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Realpolitik, zumindest solange sie ein Minimum an Anstand nicht unterschreitet, aber diese aufgeblasene Wichtigtuerei und scheinheilige Selbstbeweihräucherung nerven ganz gewaltig!

  5. „Deutsche Politiker neigen in der Tat dazu, sich als moralische Überinstanzen zu inszenieren, während sie gleichzeitig die zynischste Realpolitik betreiben“.
    Ist dies wirklich eine Besonderheit der Politik in Deutschland?

  6. Sicherlich nicht generell, aber in Deutschland ist es sehr stark ausgeprägt. Ist zumindest mein subjektiver Eindruck.

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