Antisemitische Mythen: Kindermord


Mit der Erinnerung an den bethlehemitischen Kindermord, als sei er historisch erwiesen, begann Hilary Andersson ihren Bericht ueber die Kindesopfer der sogenannten 2. Intifada vom Juni 2001:

Deep underground in Bethlehem are the remnants of an atrocity so vile, so far back in history, that it almost seems impossible. King Herod’s slaughter of the innocents. All the little children under two were killed.

Die Mutter und Grossmutter des aktuellen Opfers, Mohammed, geben ausdruecklich zu Protokoll, dass sie den Einsatz von Kindern, auch den eigenen Soehnen und Enkeln, befuerworten:

MOTHER:
(TRANSLATION) They want to fight and liberate Palestine. If we all stopped our sons, there would not be a fight. It’s not just up to me.
REPORTER:
But he was only 13 years old. Is it right that children should be fighting an adult war?

MOTHER:
(TRANSLATION):
He’s not a child. He’s a young man. And this is the age when they all go out and throw stones and fight. How can I stop him?

ANDERSSON:
His grandmother went even further. „If they all died and this was the last child we have left, we would send him to fight too,“ she said.

Die Reporterin rationalisiert diese moerderische Einstellung in einer Weise, die letzlich Israel die Verantwortung zuordnet:

Many families do try to stop their children from fighting, but this family have lived in a refugee camp for over 50 years. They see no way of ever getting their land back unless every Palestinian is involved

Dazu passt, wie sie am Ende des Berichts dem verantwortlichen israelischen Minister staendig unterstellt, dass israelische Soldaten wissentlich und absichtlich Kinder toeten:

ANDERSSON:
The Israelis say the Palestinians want the children to die to help their propaganda. But to the families whose lives are being ripped apart by it all, the claim is outrageous.

SNEH:
To kill children, it’s against our values, against our very basic and fundamental moral concept and against our values.

REPORTER:
But you’re still shooting.

SNEH:
We are trained…

REPORTER:
You’re shooting them.

SNEH:
Who sent them to the place?

REPORTER:
Who is shooting them?

Hilary Andersson bewies, dass sie den antisemitischen Mythos, dass Juden Kinder toeten, erinnerlicht hatte. Vermutlich war ihr nicht einmal bewusst, dass sie mit ihrer Einleitung explizit diesen Mythos bediente.

Lady Ashton bedient den gleichen antisemitischen Mythos, indem sie auf den kaltbluetigen Mord an juedischen Kindern und Lehrern so reagiert:

And in days when we remember young people who have been killed in all sorts of terrible circumstances, the Belgian children having lost their lives in a terrible tragedy, and a friend of mine’s child being part of that. When we remember what happened in Toulouse today, when we remember what happened when I was in Norway last week, a year ago. When we know what’s happening in Syria, when we see what’s happened in Gaza and Sderot, in different parts of the world, we remember young people and children who lose their lives.

Wie wir wissen, wurden bei den juengsten Luftangriffen im Gazastreifen 20 Terroristen getoetet und vier  Zivilisten getoetet, obwohl die Terrororganisationen ihre Raketen bekanntlich aus dicht bewohnten Gebieten  abfeuern und gern Kinder als menschliche Schutzschilde verwenden. Meines Wissens war keiner der vier Zivilisten minderjaehrig.

Vermutlich geht der Mythos tiefer als der Bethlehemitische Kindermord.  Thematisch gehoert er eindeutig zum Themenkreis „Menschenopfer“.
In der Bibel wird ausfuehrlich beschrieben, dass die Kanaaniter Kinder opferten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise, dass auch die fruehen Israeliten Kindesopferung praktiziert haben mochten. Dass Avraham Avinu bereit gewesen waere, seinen Sohn zu opfern, ist bekannt. In der Geschichte vom Auszug aus Aegypten markieren die Israeliten ihre Tueren mit Tierblut, damit ihre maennlichen Erstgeborenen verschont bleiben. Die Ausloesung des maennlichen Erstgeborenen ist ein bis heute praktiziertes Ritual. Auch die Beschneidung kann als Ersatzhandlung fuer die Opferung verstanden werden.  Waehrend des Zusammenlebens mit den Kanaaniter in der Richter- und Koenigszeit uebernahm ein Teil der israelitischen Bevoelkerung auch immer wieder den Goetzendienst und die Menschenopfer. Erst nach dem babylonischen Exil scheint das endgueltig ueberwunden zu sein.

In der psycholanalytischen Literatur scheint man sich einigermassen einig zu sein, dass der Vorwurf des Kindermordes eine Projektion ist. (Mortimer Ostov, Martin Bergmann,

By their very existence, the Jews, who had abandoned and condemned human sacrifice, became the unwitting accusers of the Christians, who have sacrificed their Christ Jesus to their God the Father, and, by „a perverse move of the spirit,“ the Jews became the target of the sacrificer’s unconscious projections of guilt feelings.

(Avner Falk,  Antisemitism: a history and psychoanalysis of contemporary hatred, p. 28)

Heutzutage wirkt das Opfermotiv im Christentum vielleicht weniger stark in der Psyche von modernen Europaeern. Dafuer koennte ein zusaetzliches Motiv an Bedeutung gewonnen haben. In Grossbritannien wird jede 5. Schwangerschaft abgetrieben, bei jungen Maedchen jede zweite.

2 Antworten

  1. Liebe Ruth,
    wie bereits angekündigt werde ich mich zu den von Dir angesprochenen Themen nicht mehr äussern
    Alles Gute
    Urs

  2. […] hat sich etwas angetan und festgestellt, dass der Mythos Israel ermorde Kinder nicht nur keine Grundlage hat, sondern auch antisemitisch […]

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