Andrea Nuesse: Aegyptische Fata Morgana


„Eine wahre Demokratie rückt in greifbare Nähe.“ freut sich Andrea Nuesse in der Zeit Mursi hat das Richtige für Ägypten getan ueber den Putsch der Muslimbruderschaft in Aegypten.

Der Westen schweigt oder murmelt besorgte Worte – obwohl Mursi das tut, was nötig ist. Aber die Angst vor den Muslimbrüdern ist im Westen immer noch groß. Das Militär als undemokratischer Aufpasser kam ihm da zupass. Amerikaner und Israelis verlieren zudem ihre Hauptansprechpartner und müssen nun wohl direkt mit dem islamistischen Präsidenten kommunizieren. Das Unwohlsein ist diesmal allerdings gerechtfertigt. Denn der Präsident zieht mit der Entmachtung der Militärs deren gesamten Vollmachten auf sich – darunter derzeit auch das Recht auf Gesetzgebung, da das Parlament aufgelöst wurde.

Damit hat Mursi zumindest auf dem Papier ebenso viel Macht wie der gestürzte Mubarak. Eigentlich eine Horrorvorstellung. Den Versicherungen, dass man diese Macht nur notgedrungen vorübergehend ausüben wird, muss man nicht glauben.

Andrea Nuesse glaubt fest an das Gute in der Muslimbruderschaft. Die Angst vor ihnen wird verfliegen, wenn der Westen erst erkennt, welch tatkraeftiger und altruistischer Vorkaempfer der Demokratie die Organisation eigentlich ist.

Dass gleichzeitig die staatlichen Medien in Aegypten gleichgeschaltet und die wenigen nicht-staatlichen Medien eingeschuechtert werden, dass ein erster Prozess wegen „Majestaetsbeleidigung“ stattfindet und Buecher verboten werden, das kann Andrea Nuesse nicht erkennen, deren Blick auf die Sterne gerichtet ist.

6 Antworten

  1. …das kann Andrea Nuesse nicht erkennen, deren Blick auf die Sterne gerichtet ist.

    Das darf sie vor allem nicht erkennen, weil sie für die „Zeit“ schreibt.

  2. Hm, ist es sehr unkorrekt Frau Nuesse zu unterstellen, dass sie eine Nuss ist – eine ziemlich …

  3. Jedenfalls, wenn Nüsse Nüsse der etwas härteren Art knacken würde statt taube Nüsse wie die „ägyptische Demokratie“ feilzubieten, dann brächte uns dies höhere Genüsse – und außerdem hätten wir dann keinen Anlass, über sie zu kalauern.

  4. Hätte er nur Exekutive oder nur Legislative Befungnisse auf sich vereint, er könnte es noch als Gewaltenteilung verkaufen.

    Anstatt die Sonderechte (die beim Militär wenigstens nooch bei einem mehrköpfiges Gremium lagen) abzuschaffen, übertrug es sie auf – sich selber.

    Sieht so als als behalten die Skeptiker gegenüber dem arabischen Frühling recht. Ich hätte gerne unrecht behalten. Gehofft unrecht zu haben hatte ich nie ernsthaft.

  5. Die Dame ist erkennbar unterbemittelt.

    BTW, was hältst Du denn von Borgstede, der setzt immer sowas ab:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article109534401/Netanjahu-unterwegs-mit-Marketing-Methoden.html

    WELT, die sollten eigentlich nicht hetzen dürfen.

  6. Ich denke, dass Borgstede sich von israelishen Journaisten beeinflussen laesst. Die sind (wie anderswo auch) ueberwiegend links orientiert und lehnen von daher die Regierung Netanyahus ab und suchen ihm am Zeug zu flieckn.

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