Die „Zweiteilung“ des Westjordanlands


Selbst in serioesen Medien wie der FAZ wird unwidersprochen behauptet, die eventuellen Bauten im Gebiet zwischen Jerusalem und Ma’ale Adumim ( E1) wuerden die Westbank in zwei Teile zerschneiden.

In ihrer augenfaelligen Unwahrheit erinnert mich diese Luege an die nachdrueckliche und falsche Behauptung, der Gazastreifen werde von Israel abgeriegelt.

Auch im Fall der aktuellen Luege muss man nur mal eine Karte anschauen:

Oder auch zwei, drei:

Deutlich ist zu erkennen, dass das Westjordanland an seiner engsten Stelle doch ein bisschen breiter ist als die 7 km, die Jerusalem von Ma’ale Adumim trennen.

Gut, es handelt sich um schwieriges Terrain, wo Israel bisher keine Strasse gebaut hat. Aber ein bisschen eigene Arbeit darf der PA zugemutet werden oder nicht?

Und warum sollte nur Israel schmale und daher gefaehrdete Stellen haben?

Besonders laecherlich ist die Aufregung, weil dieselben Staaten, die nun in Israels Baugenehmigungen das Ende des Friedenprozesses postulieren, letzte Woche geschwiegen oder zugestimmt haben, als die PA unter Abbas mit Hamas‘ Unterstuetzung die Oslovertraege oeffentlich brach.

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13 Antworten

  1. Es gibt da einen Staat, der besetzt seit mehreren Jahrzehnten ein anderes Land. Zigtausende der früheren Bewohner wurden vertrieben, und dieser Staat siedelt dort seine eigene Bevölkerung an. Internationale Kritik wird frecherweise ignoriert. Von welchem Staat Rede ich wohl? Na? Israel, werden Viele jetzt denken. Ätsch, falsch! Die Rede ist von der Türkei, die den nördlichen Teil Zyperns besetzt hält und wo inzwischen mehr türkische Siedler von Festland wohnen als Einheimische. Komischerweise regt sich niemand deswegen auf, es gibt keine „Free Cyprus“-Bewegung, keine „Boycott Turkey“-Aufrufe, kein Botschafter wird aus der Türkei zurückgerufen. Na klar, es sind schließlich keine Juden am Werk!

    Ansonsten volle Zustimmung zu diesem Blogeintrag!

  2. Liebe Ruth,
    Dein Beitrag ist hilfreich und beseitgt auch Unsicherheiten bei mir.
    Heute früh konnte ich lesen:
    „Dass die Europäer es schon lange aufgegeben haben zu differenzieren, dass für sie Israel und nicht bloß „die Siedlungen“ das Problem sind, lässt sich gerade am Fall Maaleh Adumim gut aufzeigen. Denn in allen bisherigen Friedensvorschlägen und -verhandlungen – dem Clinton Parameter im Jahr 2000, der Genfer Initiative von 2003 und dem Vorschlag des israelischen Premiers Olmert von 2008– war Maaleh Adumim als Teil Israels vorgesehen. Die Bigotterie europäischer Israel-Kritik wird nirgendwo so offensichtlich wie beim gegenwärtigen Aufschrei.“.
    Quelle: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_schlechter_witz/

  3. Sehe ich genauso. Ansonsten würde ich sogar sagen: Super, dass Israel baut. Also baut, siedelt, bringt ein Stück Zivilisation in diese trostlosen Gegenden! Mich würde es nicht stören, im Gegenteil. Sogar dort, wo irgendwann vielleicht mal ein Palästinenserstaat stehen soll. In Israel wohnen auch hunderttausende Araber. Warum sollen im Palästinenserstaat nicht auch ein paar hunderttausend Juden leben? 😀

  4. Hallo Urs und Eitan,
    ich vermute, dass hinsichtlich E1 schon auch strategisch gedacht wird.

    1) Die Fatah bestaetigt oeffentlich, dass der Staat Palaestina nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum kein-Staat-Israel ist.
    2) Die europaeischen Staaten wiederum haben uns vorgefuehrt, dass sie der PA auch offensichtliche Vertragsbrueche durchgehen lassen oder gar belohnen, waehrend Israel auch scharf kritisiert wird, wenn es Vertraege nicht bricht, sondern nur gegen deren „Geist“ verstoesst, wie er von den Palaestinensern verstanden wird.

    Vor diesem Hintergrund ist nicht von der Hand zu weisen, dass Israel gezwungen sein koennte, eines Tages einen feindlichen, bewaffneten Terrorstaat direkt neben seinen heiligen Staetten und grossen Bevoelkerungszentren zuzulassen. Es macht durchaus Sinn, dafuer zu sorgen, dass ein solcher Staat eine moeglichst schlechte Ausgangsposition fuer die zu erwartenden Anschlaege auf Israel bekommt. Israel kann kein Interesse daran haben, dass im Kriegsfall Ma’ale Adumim von Israel abgeschnitten werden und die Hauptstadt von drei Seiten in die Zange genommen werden kann, waehrend von Israel gebaute Strassen vom Feind fuer Truppenbewegungen genutzt werden koennen.

  5. Ich sehe es auch so – leider. Und ich schäme mich für meine eigene Regierung und die übrigen europäischen Regierungen – ausgenommen Tschechien, die selbst wissen, wie es sich anfühlt, von der ganzen Welt verlassen, verraten und verkauft zu werden und als einziges EU-Land bei der UN-Abstimmung zu Israel gehalten haben. Auch wenn ich hierzulande damit gegen den Strom schwimme – mein Herz schlägt für Israel!

  6. „ich vermute, dass hinsichtlich E1 schon auch strategisch gedacht wird“.
    Möglich. Ich weiss es nicht. Wenn, dann wohl auf beiden oder mehreren Seiten.

  7. Ruth, es ist nötig und wichtig solcheBeiträge zu schreiben, wie Du es hier getan hast!
    Denn selbst mein ansonsten kluger Mann war geneigt, sich von der FAZ Sand in die Augen streuen zu lassen, dank der Karten und des Beitrags die/ den Du eingestellt hast, konnte ich diesen „Sand entfernen“!
    Mir bereiten gerade die NATO-Raketenstellungen in der Türkei große Sorgen und ich ärgere mich darüber, dass wir von unseren Politikern für dumm und doof gehalten werden…. Denn die Dinger werden ja ganz sicher nicht wegen der wenigen Angriffe aus Syrien aufgebaut…. Da braut sich was zusammen und die, die über die militärische Option in der Türkei beraten, haben sicher sehr gute Erkenntnisse…..

    Vielleicht, so tröste ich mich, soll die heftige Reaktion der Deutschen auf den angekündigten „Siedlungsbau“ auch Sand in jemandes Augen streuen und von den eigentlichen Strategien ablenken….
    Gebe G’tt, dass es bei Euch so ruhig bleibt wie bisher…. wobei ich schon weiß, dass Eure Ruhe relativ ist!

  8. Danke fuer Deine Ermutigung, Rika.
    Urs, selbstverstandlich denken die Feinde Israels strategisch..

  9. Die illegalen Siedlungen fördern den Antisemitismus in Deutschland. Israel tut sich damit keinen Gefallen. ich habe dieses Buch gelesen und weiß jetzt, dass sich die Siedlungen gegen Israel richten: „Bin-ich-ein-Antisemit-Metamorphose“

  10. Ich nehme an, Sie haben das Buch verfasst und machen hier nun Werbung – Link wird geloescht. Viel Spass noch.

  11. […] es ist natürlich zu viel verlangt, sich diese Fakten zu Gemüte zu führen. Lieber tradiert man die alten Vorurteile im neuen Gewand, als da u.a. […]

  12. […] auf die Baupläne Israels: Ein schlechter Witz. Stimmt. – Beer7 hat auch die angebliche „Teilung“ des Westjordanlandes zum Anlass für einen Eintrag […]

  13. Eine typische Aussage: Juden sind am Antisemitismus selber schuld. Sagen Antisemiten immer.

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