10. Tevet


Seit dem gestrigen Sonnenuntergang ist es im juedischen Kalender der 10. Tevet.

Am 10. Tevet begann die Belagerung der Stadt Jerusalem durch die Babylonier unter Nebukadnezar. Sie endete mit der babylonischen Gefangenschaft.

(uebernommen von Israel Matzav)

Die erneuerte Souveraeinitaet des Staates Israels war und ist nicht umsonst zu haben. Gestern abend begingen wir in der Gemeinde auch den vierten Todestag von Alex Mashevitzky.  Seine kleine Schwester hat zusammen mit unserer Kleinen am Vorbereitungskurs fuer die Bat Mitzva teilgenommen, so bin ich der Familie naeher gekommen. Beide Eltern stammen aus Familien, die in der Shoa fast ausgeloescht wurden. Die kleine Schwester traegt den Namen eines Maedchens, um dessen Rettung in der Shoa sich die Familie besonders bemueht hatte, leider zuletzt ohne Erfolg.

Zu Alex‘ Gedenken hat die Gemeinde eine kleine Bibliothek eingerichtet. Dort fand nach dem Gebet ein Vortrag statt. Prof. Chaim Hames sprach ueber sein Lieblingsthema. Ich kenne Chaim seit einigen Jahren, unsere Toechter besuchten die gleiche Grundschule und wir haben gemeinsam an verschiedenen Talmud-Shiurim teilgenommen.

Auch gestern hatte ich wieder das Gefuehl, dass er zu provokativ vorging, nicht zuletzt weil die Familie Mashevitzky sich nach der Shoa und in der Sovietunion an ihrem Judentum festhielt.

Kein Zweifel, das rabbinische Judentum unterscheidet sich grundlegend von den israelitischen Vorlaeufern. Die Rabbiner moegen nach dem Verlust des Tempels bewusst einen Ersatz fuer den Verlust der Souveraeinitaet konzipiert haben. Durchsetzen konnte sich das rabbinische Judentum aber nur, weil es an die vorhergehenden Texte und  Gebraeuche anknuepfte.

Die Geschichte des Judentums hat keinen klaren Anfang und sie wird kein klares Ende haben, es wird sich weiter verwandeln, und je nach Definition koennen Eckdaten gesetzt werden. Die Erneuerung juedischer Staatlichkeit ist eine Herausforderung fuer das Judentum und wird dessen weitere Entwicklung beeinflussen. Spaeter moegen dann Historiker vom israelischen Judentum sprechen oder sich einen neuen Namen ausdenken. Fuer mein Teil glaube ich, dass auch diese Phase Teil eines grossen Plans ist.

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