Autounfall


Gestern abend fuhr ich wie jeden Abend vom Kibbutz nach Hause, auf der Schnellstrasse Nr. 40. Kurz nach Kreuzung, wo ich auf diese Schnellstrasse nach Sueden abbiege, kommt ein Moshav (eine landwirtschaftliche Siedlung). Die Einfahrt geht direkt von der Schnellstrasse ab. Wer von Norden kommt, hat gar kein Problem. Aber wer von Sueden kommt, muss die zweispurige Fahrbahn von Norden ueberqueren. Es daemmerte, aber ich hatte die Scheinwerfer an. Natuerlich war ich angeschnallt, und ich fuhr mit der erlaubten Geschwindigkeit. Als ich schon ziemlich nahe an der Abbiegung war, sah ich, wie ein weisser Wagen sich daran machte, meine Fahrspur zu kreuzen. Mein Fuss war sofort auf der Bremse, aber Abstand war zu kurz.

Einen Moment dachte ich, das war’s dann wohl, dann kam der Crash und ich fand mich hinter einem Airbag mit einem Geruch von Angebranntem in der Nase. Zuerst konnte ich mich nicht bewegen. Ein Polizist, der zufaellig vorbeigefahren war, half mir beim Aussteigen. Mein rechter Schuh war voller Blut, aber ich spuerte die Wunde am Unterschenkel ueberhaupt nicht. Ich spuerte fast nichts ausser Erleichterung am Leben zu sein. Die Fahrerin des weissen Wagen war noch vor mir aus eigener Kraft aus ihrem Auto gestiegen, schien dann aber einen Nervenzusammenbruch zu haben. Ich hatte meine Handtasche mit aus dem Auto genommen. Als erstes rief ich meinen Mann an, und dann meinen Chef. Der hatte es viel kuerzer zur Unfallstelle und kam gerade, waehrend ich und die andere Fahrerin in den Krankenwagen verladen wurde. Er kam auch mit zur Notaufnahme und blieb bei mir, bis mein Mann eintraf.

Im Krankenhaus wurden alle moeglichen Tests gemacht, mit dem Ergebnis, dass ich jede Menge Prellungen habe und einen tiefen Schnitt im rechten Unterschenkel, der mit zwei Nieten gesichert wurde, aber sonst nichts! Auch die junge Frau im anderen Auto ist mit blauen Flecken und einem grossen Schrecken davongekommen.

Man moechte es nicht glauben, wenn man die Autos sieht:

mein Auto von der Seite

das andere Auto 2

mein Auto

 

 

 

 

 

 

 

das andere Auto

 

 

 

 

 

 

Am kommenden Shabbat werde ich in der Synagoge Birkat HaGomel sagen

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Palaestinensische Luegen und die uebliche Leichtglaeubigkeit der internationalen Medien


Am Samstag starb ein 30jaehriger pal. Haeftling ueberraschend im Gefaengnis Meggido. Arafat Jaradat (ein Verwandter der Attentaeterin im Restaurant Maxim 2003?) war fuenf Tage zuvor festgenommen worden, weil er im November an  Steinwuerfen auf israelische Zivilisten beteiligt gewesen sein soll. Wir erinnern uns, waehrend der Militaeraktion Wolkensaeule waren die Proteste in der Westbank besonders gewalttaetig.

Von palaestinensischer Seite wird behauptet, dass Jaradat kerngesund war. Die Gefaengnisverwaltung dagegen sagt aus, dass Jaradat sich vor seinem Tod krank gefuehlt habe und seit seiner Festnahme mehrfach, zuletzt am Donnerstag vom Gefaengnisarzt untersucht worden war.

Ich gehe davon aus, dass jeder Tod in einem israelischen Gefaengnis eine Autopsie nach sich zieht, um die genaue Todesursache zu klaeren.

In diesem Fall wurde ein palaestinensischer Pathologe von den israelischen Behoerden eingeladen, der Autopsie beizuwohnen. Wenn Israel etwas zu vertuschen haette, waere es kontraproduktiv, einen palaestinensischen Zeugen dabei zu haben, will mir scheinen.

Die israelischen Experten fanden bisher nichts, was die Frage nach der Todesursache klaeren wuerde. An der Leiche wurden keine Zeichen von Gewaltanwendung gefunden:

This afternoon (Sunday, 24 February 2013), at the National Center for Forensic Medicine, an autopsy was performed on the body of Arafat Jaradat by Prof. Yehuda Hiss, in the presence of Prof. Arnon Afek, Director of the Health Administration at the Ministry of Health, and Palestinian pathologist Dr. Saber Aloul. During the autopsy, no signs of external trauma were found apart from those pertaining to resuscitation [attempts] and a small graze on the right side of his chest. No evidence of disease was found during the autopsy. Two internal hemorrhages were detected, one on the shoulder and one on the right side of the chest. Two ribs were broken, which may indicate resuscitation attempts. The initial findings cannot determine the cause of death. At this stage, until microscopic and toxicology reports are in, the cause of death cannot be tied to the autopsy findings.”

Heute Nachmittag (Sonntag, den 24. Februar 2013) wurde im Nationalen Zentrum fuer Forensische Medizin von Prof. Yehuda Hiss an der Leiche von Arafat Jaradat eine Autopsie vorgenommen. Anwesend waren Prof. Arnon Afek, Direktor der Gesundheitsbehoerde im Ministerium fuer Gesundheit und der palaestinensiche Pathologe, Dr. Saber Aloul. Waehrend der Autopsie wurden keine Anzeichen fuer ein externs Trauma gefunden, abgesehen von denjenigen, die auf die Wiederbelungsverusche zurueckgingen und eine leichte Schuerfung an der rechten Seite seines Brustkorbs. Kein Anzeichen einer Krankheit wurde waehrend der Autopsie gefunden. Zwei innere Blutungen wurden entdeckt, eine an der Schulter und die andere an der rechten Seite des Brustkorbs. Zwei Rippen waren gebrochen, was auf die Wiederbelebungsversuche hinweisen mag. Die bisherigen Befunde koennen die Todesursache nicht bestimmen. In diesem Stadium, bis die mikroskopischen und toxikologischen Untersuchungsergebnisse eintreffen, kann die Todesursache nicht an die Befunde der Autopsie gebunden werden. (Uebersetzung von mir)

 

Die Prellungen an der Schulter und  auf der rechten Seite kann sich Jaradat zugezogen haben, als er fiel.

Verschiedene Proben wurden zur Analyse geschickt und jetzt muessen die Ergebnisse abgewartet werden. Von einem endgueltigen Untersuchungsergebnis kann daher keine Rede sein.

Das hindert den Chefpathologen der PA, Saber Aloul, aber nicht daran zu behaupten, Jaradat sei zu Tode gefoltert worden.

Seit 1999 ist Folter in Israel illegal.

1) Das einzige Szenario, bei ich mir vorstellen koennte, dass tatsaechlich an Folter grenzende Verhoertechniken zur Anwendung gekommen sein koennten, waere wenn Jaradat als „ticking bomb“ (jemand, der ueber ein kurz bevorstehendes Attentat Bescheid weiss und durch dessen Information der Anschlag verhindert werden koennte) eingestuft gewesen waere. Meggido ist jedoch kein Gefaengnis, wo ein solcher Mann verwahrt und verhoert werden wuerde:

Prisoners under interrogation by the General Security Services (GSS) are being held at detention facilities in Petach-Tikva, at the Russian Compound (Al-Muskubiya) in Jerusalem, the Kishon Detention Center (Jalame) in the north, Shikma Prison in Ashkelon, and the Beersheba Prison.

Ganz zu schweigen davon, dass die Verhoerenden enorme Stuemper waeren, innerhalb von Tagen den Mann zu toeten, dessen Aussagen sie brauchen!

2) Die PA suggeriert, dass Jaradat zur Rache gefoltert worden sei. Warum sollte jedoch ausgerechnet dieser junge Mann wegen mutmasslicher Beteiligung an Steinwuerfen zu Tode gefoltert werden, waehrend brutale, mehrfache Moerder, wie z.B. Amjad Awad und Hakim Awau, die 2011 fuenf Mitglieder der Familie Fogel, darunter ein Baby abschlachteten, sich bester Gesundheit erfreuen?

Elder of Ziyon hat sich vor ein paar Jahren den Spass gemacht, auszurechnen, dass palaestinensische Haeftlinge in Israel signifikant bessere Aussichten haben nicht zu sterben, als freie Amerikaner in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre. Freie Palaestinenser derselben Altersgruppe duerften ein noch viel hoeheres Risiko tragen, von wegen Arbeitsunfaellen und so.

Die offensichtlichen Ungereimtheiten hindern auch die internationale Presse nicht, Israel zu beschuldigen:

Sueddeutsche: Foltervorwurf – Palästinenser stirbt in israelischer Haft

Basler Zeitung: Palästinensischer Pathologe bestätigt Folter-Vorwürfe

Der Standard: Pathologe: Palästinenser in Israel zu Tode gefoltert

Noch vor dem Tod Arafat Jaradats veroeffentlicht Khaled Abu Toameh, seine Analyse, wonach die PA vor Obamas Besuch in Israel sehr daran gelegen ist, Unruhen anzufachen. 

 

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