Glaubenssaetze der Nahostberichterstattung


Anlaesslich einer Ehrung von Arnold Hottinger, einem ehemaligen Nahostkorrespondenten der NZZ fuehren Rainer Stadler und Martin Woker in der NZZ ein Gespraech mit ihm.

Dabei gibt Herr Hottinger folgende Saetze zum Besten:

Solange Netanyahu da ist, wird sich nichts bewegen. Es geht in diesem Konflikt einzig und allein um Land. Das muss man immer wieder betonen.

Beide Aussagen – Netanyahu ist fuer den Stillstand veranwortlich – und – es geht ausschliesslich um Land – werden apodiktisch gesetzt. Herr Stadler und Herr Woker *wissen* das genauso wie Herr Hottinger.

Es fiele schwer, Belege dafuer zu finden:

So bewegte sich auch nichts, als Ehud Barak, Ariel Sharon, Ehud Olmert, Zippi Livni Regierungschefs waren. Der gemeinsame Faktor war nicht die israelische Politik, sondern die Ablehnung von jedem israelischen Vorschlag ohne Gegenvorschlag durch die Palaestinenser. So geschehen in Camp David II, so geschehen in Annapolis.

Wenn es in diesem Konflikt ausschliesslich um Land ginge, warum ist dann das sogenannte „Rueckkehrrecht“ fuer ehemalige palaestinensische Fluechtlinge nach Israel nicht verhandelbar? Warum muss jedes palaestinensische Gebiet „judenrein“ sein? Wenn es nur um das Land ginge, warum koennte der Staat Palaestina keine juedische Minderheit ertragen?

Offensichtlich handelt sich um Glaubenssaetze der Nahostberichterstattung, die nicht hinterfragt werden koennen, weil daduech das ganze Glaubensbekenntnis ins Rutschen geriete.

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9 Antworten

  1. Diese ‚Nahostberichterstattung‘ ist eine einzige Farce, vorhersagbar und so lächerlich, wie hierzulande der ‚Kampf gegen Rechts‘. Hier feiern sich Celebrities und solche, die sich dafür halten, daß sie ‚Mut‘ beweisen, indem sie ihre Stimme erheben gegen ein Problem, daß es (fast) nicht gibt. Migrantengewalt dagegen wird dagegen totgeschwiegen. Und zwar aus Feigheit.
    Bla, bla, bla – es sind wirklich alles Mitläufer.
    Diese ‚Nahostberichterstatter‘ und ‚-experten‘ sind intellektuelle Weißnichtwas – mir fehlen die Worte dazu (außer beleidigende). Sie laufen seit Jahrzehnten gegen immer ein und dieselbe Wand. Sie sind dumm und verachtenswert, denn sie befassen sich nicht einmal mit ihrem Thema, sondern schreiben nur ihresgleichen ab. Sie sind so stinkfaul, daß es nur peinlich ist. Sie geben vor Experten zu sein und vertreten eine Meinung, ohne überhaupt die moslemische Presse zu lesen. Dabei wird sie schon häppchenweise und höchst bequem von Leuten wie Dir, Heplev, Elder of Ziyon, PMW, MEMRI und vielen anderen zusammengestellt, vorgekaut und aufbereitet. Es gibt wirklich Tonnen an Informationen. Auch Debka, Stratfor, Barry Rubin, Caroline Glick. –
    Nur lesen muß man selber. Also, einfacher und bequemer geht nicht mehr!
    Aber Du schreibst es im letzten Satz: Es sind Glaubenssätze, es ist ein Dogma, das mantramäßig immer und immer wieder wiederholt wird. Gut, die NZZ ist schweizerisch, aber gerade hier in Deutschland schert kaum jemand gerne aus dem Glied heraus. Diese sch*** Mitläufer!

  2. Liebe Ruth,
    zu Arnold Hottinger gäbe es viel mehr zu schreiben. Ich habe folgenden Kommentar, da ist auch der im Blogeintrag von heplev wichtig – siehe Link – bei der NZZ hinterlassen.
    Gruss
    Urs

    „Die Kritik und Darstellung Israels bei Arnold Hottinger war immer auf bemerkenswerte Art und Weise einseitig.
    Er könnte (zusammen mit NR Geri Müller und NR Daniel Vischer) auch Mitglied der Gesellschaft Schweiz – Palästina sein. Als Unterstützer der antiisraelischen BDS – Kampagne (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) bewegte und bewegt er sich in diesem
    antisemitisierenden (Dan Diner)Umfeld.
    Siehe auch Link: http://www.bds-info.ch/aufruf/

    Bemerkenswert ist auch die Sicht von Arnold Hottinger auf die Geschichte und Gegenwart Israels seit seiner Gründung (man muss um die Ungereimtheiten und Verfälschungen zu erkennen Israel nicht idealisieren!) – siehe hier: http://heplev.wordpress.com/20
    („Arnold Hottinger und der Nahost-Konflikt“)
    Da wird Herr Arnold Hottinger zum Propagandisten der „arabischen (palästinensischen) Sache“!
    Die massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unterentwicklungen in den 22 arabischen Staaten haben Herrn Hottinger kaum schockiert sondern vermutlich eher fasziniert. Falls er diese thematisierte hat er sie meist auch verklärt. Seine alleinige Sorge galt dem Untergang der islamisch – arabischen Kultur.
    Zur Lage der Frauen in den 22 arabischen Staaten wusste er in den letzten Jahrzehnten nur wenig Tiefschürfendes zu berichten. Auch heute ist dieses Thema ihm kaum ein Anliegen. Zur Situation der Frauen in den 22 arabischen Staaten heute: http://www.dw.de/die-verlierer….
    Die schweren Menschenrechtsverletzungen und die Demokratiedefizite in den 22 arabischen Staaten hat Herr Arnold Hottinger meist nur ansatzwiese angesprochen. Ersatzweise hat er immer wieder die Menschenrechtsverletzungen (vermeintliche und wirkliche) Israels mit skandalisiert und zum Beispiel ein Vorwort für ein Buch des sehr umstrittenen Ludwig Watzal geschrieben. Zu Ludwig Watzal siehe auch hier: (Anitsemitismus: Juden protestieren bei Schäuble, Tagesspiegel)“.

    Usw. usw.

  3. […] Posted on April 8, 2013 by surzeit — Leave a comment ↓ […]

  4. Der Tagesspiegel – Link zu Ludwig Watzal funktioniert nicht.
    Vielleicht funktioniert dieser hier: http://www.tagesspiegel.de/politik/anitsemitismus-juden-protestieren-bei-schaeuble/1204110.html

  5. Danke Urs,
    ich habe den Link auch oben repariert.

  6. Und hier noch die Links zur BDS – Unterstützergallerie (Schweiz):
    http://www.bds-info.ch/aufruf/Portrait-Gallerie.php,
    und zur Situation der Frauen nach dem „arabischen Frühling“:
    http://www.dw.de/die-verliererinnen-des-arabischen-fr%C3%BChlings/a-16401368
    Entschuldigung. Ich muss da einige Teile verloren haben.

  7. Fast alle Links waren leider unvollständig:
    Hier zur Situation der Frauen (in den arabischen Ländern) nach dem „arabischen Frühling“:http://www.dw.de/die-verliererinnen-des-arabischen-fr%C3%BChlings/a-16401368.
    Zur BDS – Kampagne in der Schweiz: http://www.bds-info.ch/aufruf/Portrait-Gallerie.php
    Entschuldigung.
    Vielleicht klappt es ja jetzt?

  8. Solche Aussagen wundern mich eigentlich nicht. Habe ich doch bereits 1985 die Jungs der Internationalen Presse erlebt wie Sie in der Hotelbar des Hilton Tel Aviv abhingen, Ihre Spesengelder raushauten und zwischen den Drinks mal schnell in Ihren Hotelzimmern verschwanden um die neusten Neuigkeiten nach Hause zu senden. Ausgeschmückt mit einseitigen Aufnahmen die Ihnen von Palästinesern gegen bezahlung direkt in die Bar geliefert wurden. Zuhause dachte man die Jungs ermitteln vorort.Fakt ist aber,Sie waren nie ausserhalb Tel Aviv’s anzutreffen.

  9. […] Bei der NZZ sind sie sich mal wieder entgegen aller Fakten einig. Beer7 schreibt, was da falsch ist. […]

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