„Alles oder Nichts“


Das Problem der Landansprueche und wilden Siedlungen der Beduinen im Negev ist weiterhin ungeloest.

Wie im Januar schon berichtet, wurde der Begin-Plan deutlich verbessert und hoert jetzt auf den Namen Prawer-Plan:

Ca. 18,000 (180 km2) Hektar Staatsland werden den Beduinen ueberlassen. Zusaetzlich werden Beduinen, die keinen Eigentumsnachweis fuer das von ihnen besetzte Land erbringen koennen, fuer 62.5% davon Entschaedigung erhalten, entweder finanziell oder durch Land.

Allerdings muss Land, das in der Grund- und Bodenplanung fuer andere Zwecke vorgesehen ist, geraeumt werden. Das schliesst auch die darauf gebauten Haeuser mit ein.

Aus meiner Sicht ist das ein sehr grosszuegiges Angebot. In diesem Artikel zur Gesetzeslage in den USA ist nicht die Rede davon, dass Besetzer ohne jeden Rechtsanspruch ueberhaupt Ansprueche anmelden koennen, geschweige denn auf Kompensation fuer 62.5%. In Deutschland gibt es ebensowenig die Moeglichkeit, durch Besetzung Eigentuemer zu werden. (Leider stelle ich fest, dass Israels PR wieder einmal schlaeft. Wer nach Prawerplan googlet, bekommt auf den ersten Seiten nur Treffer mit israelfeindlicher Tendenz.)

Gestern demonstrierten in Beer Sheva Beduinen gegen den Prawerplan. Die Demonstranten versuchten, eine nahe gelegenene Kreuzug zu sperren, und als die Polizei sie daran hindern wollte, wurden sie gewalttaetig. Mehrere verletzte Demonstranten, zweil verletzte Poliziten und 14Verhaftungen nd das Ergebnis.

Dem Artikel zufolge sehen die Demonstranten den Prawerplan als Instrument, um die  Enteignung von 800,000 Dunam (~ 8000 km2) zu betreiben. Laut Wikipedia erstreckt sich die Negevwueste ueber ca. 13,000 km2. Knapp 2% davon, sagen wir 250 km2 befinden sich bereits in Beduinenbesitz, weitere 180 km2 spricht ihnen der Prawerplan nun zu. Die Sprecher der Beduinen scheinen davon auszugehen, dass ihnen ohne jeglichen Eigentumsnachweis a priori ueber 60% der Negevwueste gehoeren!

Auf dem Bild, das Y-net fuer diesen Artikel ausgewaehlt hat, kann man die palaestinensische Fahne nur erahnen, im Fernsehen dagegen sah man mehrere davon sehr deutlich wehen.

Es ist kein Zufall, dass gleichzeitig im Norden Israels in 16 Gemeinden arabische Proteste stattfanden und dass Ahmed Tibi sich zu Wort meldet.

Tatsaechlich kommt es zum Schulterschluss zwischen Palaestinensern, israelischen Arabern und nun auch den israelischen Beduinen, wie ich es vor fuenf Jahren am Horizont auftauchen sah.

Mit der fuer die Palaestinenser so typischen Haltung „Alles oder Nichts“ werden auch die Beduinen schlecht fahren.

Advertisements

Eine Antwort

  1. Der Protest gegen die Deportation weitet sich aus. Die deutsche Kolonie ist ein touristisches Wahrzeichen in Haifa, und die Bilder von brutaler Polizeigewalt mitten aus dem gutbürgerlichen Teil von Haifa werden keine gute publicity machen:

    Link geloescht, ich stelle meinen Blog nicht fuer anti-israelische Propaganda zur Verfuegung (RB)

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: