Vorhersehbarer Schaden der neuen „Friedensverhandlungen“


Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Im palaestinensisch-israelischen Friedensprozess haben wir die Phase der Farce laengst erreicht. Die passende Assoziation waere uebrigens  ein „Food Processor“:  Allerdings kann bei dem eingestellt werden, ob man die Nahrungsmittel lieber geschnetzelt, gemahlen, gerieben, pueriert oder geknetet haben will. Was vom „Frieden“ nach dem neuesten Prozess uebrig bleiben wird (kleine Fetzen, Staub, Sand oder Klumpen) entzieht sich unserer Kontrolle.

Ein haeufiges Argument fuer Verhandlungen ist, dass sie doch nicht schaden koennen. Leider ist das ein unreflektiertes Klischee. Verhandlungen koennen schaden und im vorliegenden Fall ist schon jetzt offensichtlich, dass, wie und wem sie schaden werden.

Als Geste des guten Willens, wie sie immer und ausschliesslich von Israel gefordert werden, sollen Terroristen und Moerder auf freien Fuss gesetzt werden.

Die Erfahrung zeigt: Ein grosser Teil von ihnen wird sich wieder als Terroristen und Moerder betaetigen. Die Leidtragenden werden voraussichtlich israelische Zivilisten sein. Auch palaestinensische Zivilisten koennen ihnen zum Opfer fallen, als sogenannte Kollaborateure.

Die PA kann die israelischen Erwartungen nicht erfuellen: Die Bevoelkerung hasst Israel zu sehr und wurde nie auf eine friedliche Loesung vorbereitet. Die PA hat keine Legitimitaet und nur ungenuegende Macht im Westjordanland, im Gazastreifen hat sie ueberhaupt keine Macht. Keine pal. Organisation ist bereit, das Langzeitziel, Israel zu vernichten, aufzugeben.

Israel kann die pal. Erwartungen nicht erfuellen. Schon als Vorbedingungen fuer die Verhandlungen wird das maximale Ergebnis gesetzt, fuer das Israel von der PA einen vollen und nachhaltigen Frieden bekommen muesste.

Wenn die pal. Erwartungen an die Verhandlungen enttaeuscht werden – und sie muessen enttaeuscht werden, da die PA alles fordert und nicht geben will/kann, dann ist eine neue Welle von Gewalt zu erwarten. Sie wird auch bereits angekuendigt. Opfer werden wieder israelische Zivilisten und Sicherheitskraefte sein. Zusaetzlich werden Palaestinenser in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschraenkt muessen, mit klaren wirtschaftlichen Folgen. Paul de Boer argumentiert im hier verlinkten Artikel, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der sog. 2. Intifada auch ursaechlich fuer die Machtuebernahme der Hamas im Gazastreifen waren. Unter abzusehender Schaden koennen wir auch das Aufsteigen von Extremisten verbuchen.

Unsere beste Hoffnung mag sein, dass Kerry sich zu frueh gefreut und seinem Wunschdenken erlegen ist.

5 Antworten

  1. Das ist leider alles nur zu wahr, was Du schreibst.
    Meiner Meinung nach ist es die „eigene Familie“, der Westen, der Israel in Wahrheit hintergeht. Die Araber, ich sag es ganz offen, halte ich für dumm und unfähig. Wenn der Westen, die EU und die USA, aufhören würde, diese zurückgebliebenen Barbaraen so bedingungslos zu unterstützen, dann gäbe es die ganzen Probleme nicht.
    Und diese Hinterhältigkeit hat eine lange, lange Tradition. Schon kurze Zeit nach dem Palästina-Mandat 1920 fing es an, als die Briten auf jüdischem Land Transjordanien errichteten. Von da an ging es kontinuierlich und konsequent bis zu dem Punkt, an dem wir uns heute befinden.
    Ich habe die Hoffnung, daß die vielen kürzlichen Öl- und Gasfunde auf der Welt, die Golfgegend politisch marginalisieren. Die USA fahren ihre Importquote für Öl stetig herunter. Sie ist bereits auf einem 13-Jahres-Tief. Dann würde diese Arschkriecherei gegenüber den Arabern abnehmen. Aber das ist eher eine langfristige Geschichte.
    Kopf hoch und weitermachen!

  2. Sven,

    es greift zu kurz, Araber fuer dumm und unfaehig zu halten. Nachweislich erweisen sich arabische Einwanderer in die USA als sehr tuechtig und erfolgreich. Die arabischen Staaten funktionieren mehr schlecht als recht, selbst die mit dem vielen Oel.

    Ein Argument ist, dass diesen Staaten das Staatsvolk fehlt. Der arabische Nationalismus war ueberstaatlich und ist inzwischen gescheitert.
    Daniel Greenfield vertritt die These, dass schon die muslimische Eroberung die urspruenglichen Kulturen zerstoerte und dadurch die Entwicklung von modernen Staaten verhinderte.

    When you don’t have a nation, but you do have an army, then what you have is not a state, but a Shawarma Republic. To keep the army from overthrowing the leader, he must find internal or external enemies. When a downturn occurs, and the mobs gather, either the army massacres the mob or overthrows the ruler. Or the rebels cut a deal with some internal elements and wipe out the loyalists.

    This is an old regional narrative that has nothing to do with democracy, human rights, Twitter or any of the other nonsense flowing through New York Times columns faster than the sewers of Cairo.

  3. Liebe Ruth,
    Du hast ganz sicher Recht. Ich habe vielleicht eine verkürzte Sicht, weil ich tagtäglich nur Negatives lese, angefangen von Familienbanden, die hier ihr Unwesen treiben, über das Chaos im Nahen Osten, bis hin zu den Kannibalismusfällen.
    An meiner Uni waren viele Iraner und Türken; also, wie gesagt, Du hast schon recht, aber ich kann für den Islam nichts anderes als Verachtung empfinden. Das ist keine Religion, sondern eine faschistische Naziideologie. Und jeder, der das wissen will, der kann es auch wissen.
    .
    Mal was anderes.
    Habe gestern rein zufällig diesen Artikel der BZ (Axel Springer) vom letzten November gefunden. „Was, wenn Berlin Israel wäre…“. Eine Wohltat unter dem vielen Mist, der hier geschrieben wird.
    http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/was-wenn-berlin-israel-waere-article1585107.html
    .
    Schöne Grüße aus Berlin! Hier ist’s gerade bestimmt (fast) genauso heiß wie bei Euch. 31 Grad! Hurra! Wannsee, ich komme!😀
    Sven

  4. Liebe Ruth,
    Deine Darstellung der Situation ist nicht pessimistisch, sondern realistisch. Leider!

    Wenn Du es noch nicht kennst, empfehle ich Dir den Beitrag eines anderen Realisten, Yakkov Lozowick:
    http://heplev.wordpress.com/2013/07/17/ende-des-konflikts/

  5. Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt.

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