Neujahrsfest mit Gasmasken


Ich nehme an, dass das Thema Waffengesetze und Gewaltverbrechen im Augenblick noch langweiliger wirkt als es ohnhin empfunden wird.

Das Thema in Israel und weltweit duerfte der mutmassliche Giftgaseinsatz in Syrien und dessen Folgen sein.

Als ich vorgestern wieder einmal Kinder kutschierte, liefen im Radio die Nachrichten. Unsere Kleine hoerte sich die Hype um chemische Waffen erst an, dann meinte sie trocken: „Was spielt das fuer eine Rolle, wie die Menschen in Syrien ermordet werden. Seit Jahren hoeren wir von Tausenden Toten. Wenn Assad konventionelle Waffen benutzt, darf er dann morden?“

Was uns angeht. Wir haben Gasmasken. Als es vor ein paar Jahren moeglich war, sich die fuer wenig Geld von der Post zustellen zu lassen, anstatt irgendwo lange anzustehen, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt.

Vermutlich nehmen wir die Schachteln mit dem praktischen Tragegurt mit, wenn wir zu Rosh HaShana zu den Schwiegereltern in den Norden fahren.

Aber wir rechnen nicht damit, dass wir sie brauchen werden. Solange Assad nicht mit dem Ruecken an der Wand steht, wird er sich hueten, Israel anzugreifen (mit oder ohne chemische Waffen). Und wenn Obama ihm schon von vornherein zusichert, dass kein Regimewechsel angestrebt ist, dann hat Assad den Ruecken frei.

Advertisements

Waffengesetze und Gewaltverbrechen: Harvard Studie


Mit diesem Thema habe ich mich ausfuehrlich 2006 beschaeftigt und kurz 2008.

Inzwischen liegt eine Studie der Universitaet Harvard vor, die zum selben Ergegnis kommt wie ich: Schaerfere Waffengesetze korrelieren nicht mit einer niedrigeren Rate an Gewaltverbrechen. Im Gegenteil scheint die umgekehrte Korrelation vorzuliegen:

Obviously there are certain people who should not be allowed to own any deadly instrument. Reasonable as such prohibitions are, it is unrealistic to think those people will comply with such restrictions any more readily than they do with laws against violent crime.82 In any event, studies analyzing acquaintance homicide suggest there is no reason for laws prohibiting gun possession by ordinary, law‐abiding responsible adults because such people virtually never murder. If one accepts that such adults are far more likely to be victims of violent crime than to commit it, disarming them becomes not just unproductive but counter‐productive.83

Harvard hat ja nicht gerade den Ruf, ein Nest fuer Waffenarren, Hardcore-Republikaner und Tea-Party-Aktivisten zu sein…

Unterstuetzung fuer die Muslimbruderschaft


findet weltweit statt. Unter anderem wohl auch in der FAZ. In dem Artikel Nach dem Putsch die Verfolgung der Kopten weiss Rainer Hermann :

Papst Schenuda III. stand von 1971 bis zu seinem Tod im März 2012 an der Spitze der koptischen Kirche, zu der sich etwa jeder zehnte der 85 Millionen Ägypter bekennt. Schenuda III. führte seine Kirche, indem er die Nähe zum Staat suchte und die Politik mied.

Weil Papst Schenuda III. so ganz und gar staatstreu und unpolitisch war, wurde er von Sadat verbannt und erst von Mubarak wieder eingesetzt:

1981 verbannte Sadat den koptischen Papst Schenuda III., indem er ihn des Schürens interkonfessionellen Unfriedens beschuldigte. Sadat suchte sich danach fünf koptische Bischöfe aus und bat sie, einen neuen Papst zu wählen. Sie lehnten ab, und erst 1985 setzte Präsident Hosny Mubarak Papst Schenuda III. wieder ein.

(deutsche Wikipedia)

Vor allem aber behaupet Herr Hermann allen Ernstes:

Völlig gleichberechtigt waren die ägyptischen Kopten gegenüber der muslimischen Mehrheitsgesellschaft nie. Zum ersten Mal seit langem werden sie in Ägypten aber wieder gezielt angegriffen.

Und daran sind die Kopten selber schuld, haben sie doch die Partei der Militaerherrschaft ergriffen. Waeren sie neutral geblieben, waere ihnen laut Rainer Hermann nichts passiert. Das entspricht ziemlich genau der Argumentation der Muslimbruderschaft:

Zwar hat die Bruderschaft die Angriffe auf Kirchen inzwischen verurteilt und ihre Anhänger zur Zurückhaltung aufgefordert. Doch schwang in ihrer Stellungnahme der Vorwurf mit, die Christen hätten sich die Attacken selbst zuzuschreiben, weil sie sich mit der Mehrheit der Ägypter gegen die Muslimbrüder gestellt hätten. Ägyptens Kopten hätten dem Islam den Krieg erklärt, heißt es auf einer Facebook-Seite der Brüder. Daher dürften sich die Christen nicht über den Zorn der Islamisten wundern. „Auf jede Reaktion gibt es eine Gegenreaktion.“

Allerdings gibt die deutschsprachige Wikipedia die Geschichte der Koptenverfolgung in Aegypten etwas anders wider:

Ende der 1990er Jahre wurden im Governorat Minya, einem „antiken Zentrum des koptischen Glaubens“, fünf historische Kirchen, zwei Wohltätigkeitsorganisationen und 38 von Christen betriebene Geschäfte niedergebrannt. Die Zerstörungen wurden ausgetragen von „Banden junger Muslime, die Eisenstangen sowie Molotowcocktails schwingen und `Allah ist Groß!` rufen.“[5] Der Polizei wurde vorgeworfen, sich den Angreifern in mehreren Fällen angeschlossen zu haben.[6] In Südägypten gab es Probleme, als Terroristen in Klöster eindrangen und Mönche bedrohten, entführten und folterten, etwa bei den Angriffen auf Mönche des Klosters Sankt Fana 2008
(…)
Im Mai 2010 kam es in Ägypten zu einer Wellen von Überfällen von Muslimen auf Kopten, was viele Christen dazu zwang, aus ihren eigenen Häusern zu fliehen. Trotz der verzweifelten Hilferufe kam die Polizei typischerweise erst an, nachdem die Gewalt vorbei war. Die Polizei nötigte die Kopten sogar dazu, die „Versöhnung“ mit ihren Angreifern anzunehmen, um die Verfolgung zu vermeiden, während kein einziger Moslem für irgendeinen Angriff verurteilt wurde.[2]
Nach der Revolution in Ägypten 2011 kam es zu einer großen Furcht innerhalb der koptischen Bevölkerung.[9] Während des Sturzes von Hosny Mubarak wurde von einer Zunahme der sektiererischen Gewalt berichtet – mit 24 Toten, 200 Verwundeten und drei niedergebrannten historischen Kirchen.[10]
Mohammed Mursi wurde Mitte 2012 Präsident; er und die islamistische Muslimbruderschaft setzten Ende 2012 eine neue Verfassung durch. Ab Januar 2013 nahmen Protestbewegungen deutlich zu; Ende Juni kam es zu riesigen Massenprotesten. Im April 2013 wurde erstmals die Sankt Martins Kathedrale, der Sitz des koptischen Papstes, angegriffen. Die Sicherheitskräfte ließen die Randalierer gewähren und griffen erst nach einer Stunde ein.[11](…)

Offensichtlich kam es schon unter Mubarak zu gezielten Angriffen auf Kopten. Unter Mursi scheinen die Angriffe sich gehaeuft und verschaerft zu haben, so dass die Kopten inzwischen sogar ein Militaerregime im Stil Mubaraks vorziehen.

Warum die FAZ sich zum Sprachrohr der Muslimbruderschaft machen will, kann ich nicht nachvollziehen.

„Kushi“ – kein rassistischer Begriff


Yaakov Lozowick erklaert, warum der Rassismusvorwurf an den neugewaehlten ashkenasischen Oberrabbiner falsch ist.

Hier noch etwas mehr Hintergrund:

Die Bezeichung „Neger“ kommt vom lateinischen „niger“ = schwarz und ist offensichtlich beschreibender Natur. Menschen mit hellerer Hautfarbe fanden es vor allem bemerkenswert, dass andere Menschen eine dunklere Hautfarbe hatten.

„Schwarzer“ statt „Neger“ bzw. „Black“ statt „negro“ im Englischen ist nichts weiter als die Uebersetzung des Lateinischen in die eigene Sprache.

Dem gegenueber hat das hebraeische Wort „Kushi“ nichts mit der Farbe schwarz zu tun.

Das Koenigreich Kush gab es, suedlich von Aegypten. Nach dem Namen eines fruehen Koenigs „Kashta“ (= der Kushite) zu schliessen, handelt es sich um den Namen, den sich das Koenigreich selbst verliehen hat.

Dieser Name wurde ins Hebraische uebernommen und pars pro toto fuer Schwarafrikaner verwendet.

Das hebraeische Wort „kushi“ entspricht dem schweizerischen „Schwabe“, mit dem alle Deutschen gemeint sind.

 

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: