Koennte israelische Wassertechnologie im Nahen Osten Frieden schaffen?


Natuerlich nicht!

Uebersetzung des Textes: „Could Israeli water expertise bring Mideast peace? Of course not!“ von Elder of Ziyon
Wunschdenken im Leitartikel der New York Times von Seth M. Siegel:

Ausbreitung von Atomwaffen, religieoser Fanatismus und materielle Ungleichheit sind wesentliche Bedrohungen der Stabilitaet im Nahen Osten. Leider koennte sich eine weitere an: Wasserknappheit.

Die menschlichen Ausloeser sind klar: Rasantes Bevoelkerungswachstum, veraltete Infrastruktut, exzessive Ausbeutung des Grundwassers, ineffiziente Landwirtschaft, Verunreinigung durch Duenger und Pestizide. Ausserdem beschleunigt sich der Klimawandel und damit das Verdunsten von Seen und Fluessen und die Niederschlaege nehmen ab.

Ein Land in dieser Weltgegend koennte die Loesung zu diesen Wasserproblemen haben: Israel. Es hat dieselben Probleme mit dem Klima und der Wuestenbildung wie seine Nachbarn, aber es hat die Bewirtschaftung seiner Wasservorraete gemeistert, so dass es Zeiten der Duerre ueberstehen kann, waehrend es gleichzeitig eine wachsende Bevoelkerung versorgt. Seine Wasserwirtschaft kann nicht nur ein Beispiel geben, sondern sogar die regionalen Spannunngen verringern.

Verschwenderische, landwirtschaftliche Praktigen – im besonderen, ein Feld unter Wasser zu setzen, um es zu bewaessern – sind die wichtigsten Faktoren hinter der regionalen Wasserknappheit. Seit den 1960er Jahren haben die israelischen Bauern diese Praxis aufgegeben und durch Tropfchenbewaesserung ersetzt, wodurch der Wasserverlust durch Verdunstung heruntergedrueckt, das Wasser effizienter an die Wurzeln gebracht wird und, besonders zentral, weit groessere Ernten erzielt werden koennen, als mit konventioneller Bewaesserung. Israel behandelt auch das Abwasser aus Haushalten als eine wertvolle Resource und verwendet ueber 80% davon in der Landwirtschaft. Im Iran und in vielen arabischen Laendern, laesst man Abwasser unbehandelt abfliessen, was die oeffentliche Gesundheit bedroht, weil so Quellen und Grundwasser verunreinigt werden.

… Niemand sollte sich irgendwo eine Wasserkrise wuenschen. Wenn die Wasserprobleme aber zunehmen, hofft man, dass Ideologie von Prgamatismus abgeloest wird und sich dadurch eine Tuer fuer freundschaftliche Kontakte zwischen der arabischen und islamischen Welt mit Israel oeffnen koennte. Eine Partnerschaft, die bei den Ingenieuren anfaengt und sich auf die Landwirte ausdehnt, koennte zu einem Kompromiss, vielleicht sogar zur Aussoehnung bei den Regierungen fuehren. Anstatt Israel als ein Problem zu betrachten, waeren Israels Gegner gut beraten, in ihm eine Loesung zu sehen.

Wann wachen die Leute endlich auf?

Araber hassen Israel nicht einfach – sie sind emotional darauf angewiesen, den Hass auf Israel beizubehalten. Das schliesst auch Israels „Friedenspartner“ in Aegypten und Jordanien mit ein. Es mag einige, taktische Zusammenarbeit geben und die Beziehungen florieren unter dem Tisch, wo sie auf gemeinsamen Interessen beruhen, aber sie werden sich nie in einen richtigen Frieden verwandeln, so wie normale Leute Frieden definieren.

Jedes arabische Land hat Organisationen, die sich dem Kampf gegen „Normalisierung“ mit Israel widmen. Jeder arabische Staat beleidigt Israel routinemaessig in internationalen Gremien. Arabische Medien werden so gut wie nie oeffentlich Antisemitismus oder Holocaustleugnung entgegentreten. (Letzte Woche gab es eine der sehr seltenen Ausnahmen.)

Die Athmosphaere ist vergiftet, und drei Generationen wurden schon mit diesem irrsinnigen Hass gross gezogen. Gelegentlich bemerken ein paar Araber, dass Araber einander schlechter behandeln, als Juden mit Arabern umgehen, aber das nicht wirklich als Kompliment gemeint.

Heute morgen hat mir gerade ein idiotischer Twitter auf meinen Beitrag geanwortet, in dem ich aufzeige, dass die arabischen Staaten planten, ihre juedische Bevoelkerung noch vor der Abstimmung zum UN Teilungsplan im November 1947 zu verfolgen, mit der Behauptung, es handle sich dabei um eine Reaktion darauf, dass Juden Araber aus ihren Heusern vertrieben. (Tatsaechlich waren die einzigen Mensche, die in Palaestina vor der Teilung aus ihren Haeusern vertrieben wurden,  Juden.)

Arabische Luegen ueber Israel dienen nicht nur dazu, Israel und Juden zu daemonisieren. Sie sollen auch die arabische Schande mildern, dass sie von Juden besiegt wurden. Westliche Menschen koennen einfach nicht verstehen, wie zentral Ehre/Schande in der arabischen Kultur sind. Israels blosse Existenz ist schandbar und eine staendige Erinnerung an die arabische Unfaehigkeit. (Deswegen werden dafuer auch uebertriebene Worte wie „Naqba“ und „Nasqa“ verwendet, aber nie fuer innerarabische, weitaus toedlichere Kriege oder Kriege, die von westlichen Maechten in der arabischen Welt gekaempft wurden.)

Das ist ein Problem, das nicht geloest werden kann, ausser durch Israels Vernichtung.

Israel kann nur sicherstellen, dass solche Technologien seinen Nachbarn in einer Weise zur Verfuegung gestellt werden, dass sie sie umettikettieren koennen, als kaemen sie aus Europa – und weiterhin oeffentlich den Hass auf Israel beibehalten koennen.

Arabische Regierungen moegen im Stillen darueber froh sein, dass es Israel gibt, weil die Alternative ein zweites Libyien oder Syrien waere und niemand mag das an seinen Grenzen. Laender wie Marokko werden weiterhin in aller Stille mit Israel Handel treiben. Abkommen ueber spezifische, gemeinsame Angelegenheite – einschliesslich Wasser – werden manchmal unter Schirmherrschaft einer dritten Partei entworfen werden. Aber die arabischen Staaten wollen und koennen Israel nicht als dauerhaften Staat in ihrer Mitte akzeptieren.

Als Beiweis braucht man nur zu sehen, was Israel heute schon anbieten kann und anbietet, weit mehr als Wassertechnologie, und die arabische Welt weigert sich, davon zu profitieren, obwohl es ihr unendlich helfen koennte. Nichts wuerde Israel lieber tun als Professoren als Dozenten an arabische Universitaeten zu schicken oder zu arabischen Regierungen als Berater fuer technische Themen wie Landwirtschaft, Medizin und Katastrophenschutz. Fuer Araber waere das oeffentliche Annehmen von israelischer Hilfe ein weiterer Fall arabischer Schande.

Friede ist unmoeglich. Entspannung ist das Ideal und in grossem Ausmass bereits erreicht. Das Einzige, was die Entspannung noch verbesseren kann, ist israelische Staerke, so dass seine Existenz als gegebene Tatsache akzeptiert werden kann. Israelische Zugestaendnisse dagegen machen den Arabern Hoffnung, dass sie die „Naqba“ rueckgaengig machen und ihre Schande tilgen koennen.

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4 Antworten

  1. Wenn man diesen Elderofzion-Post vom Kopf auf die Füße stellt und ausschließlich mit der Fragestellung liest „Was kann und sollte Israel tun?“, lautet die Antwort: „Israel kann und sollte nichts weiter tun!“

    Ich finde, letztlich vertritt Elder so eine Ideologie der Hilflosigkeit und macht Israel zum Objekt der Entscheidungen anderer. Er argumentiert für eine strategische Defensive Israels gegenüber seiner Umwelt, weil er meint, dass die Zeiten für Israel irgendwann besser werden. Wieso sollten sie? Dafür liefert er keine Begründung.

    Schaue ich auf die Entwicklung der letzten Jahre, sehe ich keine Anzeichen dafür, dass Israels Lage besser würde, jedenfalls keine, die Israel gestaltet hätte. Es kommt mir wahrscheinlicher vor, dass Israel den Status-Quo erst ändern wird, wenn es ihn ändern muss, weil er nicht mehr haltbar ist. Demnach wird Israel wahrscheinlich erst anfangen zu handeln, statt zu warten, wenn die Israelis den Status-Quo mehrheitlich unerträglich finden. Also aus einer Position der Schwäche, nicht der Stärke.

    Tragisch daran ist, dass diese Entwicklung vermutlich vermeidbar wäre. Elders Ideologie basiert auf Fehlschüssen, die nur plausibel wirken, wenn man amerikanische-bipolare Supermachtdenke mit israelischer Belagerungsmentatität mischt. Es scheint mir, dass sich Elders Teil der zionistischen Bewegung im Blindflug befindet, weil er verlernt haben, eine Zukunft jenseits der Hügel von Judäa und Samaria zu denken und zu gestalten.

    Die beiden wichtigsten Fehlschlüsse in Elders Argumentation sind aus meiner Sicht:

    Israels Existenz als Staat ist nicht gefährdet, sondern durch Atomwaffen garantiert. Die Debatte über Israels Existenzrecht als Staat ist akademisch und psychologisch, weil dieses Existenzrecht tatsächlich bereits seit 1973 durch die Dialektik der Abschreckung und die Samson-Option gesichert wird. Nur die Fanatiker der „Steadfastness“ und die Juden in Israel bilden sich ein, dies wäre anders. Oder gibt es einen ernstzunehmenden General, der behauptet Israel könne mit konventionellen militärischen Mitteln, inklusive Terror, vernichtet werden?

    Angenommen dieses Honor-Shame-Modell erklärt die sogenannte „arabischen Geisteshaltung“ zutreffend, wieso fragt sich dann niemand, wie Israel den Palästinensern einen ehrenvollen Weg öffnen kann, um mit der Nakba klarzukommen, bei dem Israels Interessen, also keine Massenrückkehr, gewahrt bleiben? Die Frage finde ich naheliegend. Sie zu ignorieren ist ein Fehler.

    Denn in einem Punkt stimme ich Elder zu. Naqba und Naksa stehen zwischen Israel und der arabischen Welt. Solange das so bleibt, ist Israel de-facto eine einsame Insel zwischen Europa und Goa, die in einem Meer aus unzugänglichem, feindlichen Nichts liegt. (Oder wahlweise eine „Villa im Dschungel“, wie Ehud Barak es ausdrückte.) Die anderen großen Ökonomien in der Region, die Türkei und die Golf-Monarchien also, haben im letzten Jahrzehnt auf allen Ebenen von der Globalisierung profitiert, während sich Israel allein auf seine Start-Up-Industrie und entfernte Märkte verlassen muss.

  2. Hat dies auf World-Media-Watch rebloggt und kommentierte:
    Wann wachen die Leute endlich auf?
    Araber hassen Israel nicht einfach – sie sind emotional darauf angewiesen, den Hass auf Israel beizubehalten. Das schliesst auch Israels “Friedenspartner” in Ägypten und Jordanien mit ein. Es mag einige, taktische Zusammenarbeit geben und die Beziehungen florieren unter dem Tisch, wo sie auf gemeinsamen Interessen beruhen, aber sie werden sich nie in einen richtigen Frieden verwandeln, so wie normale Leute Frieden definieren.

  3. Ludwig,

    Schaue ich auf die Entwicklung der letzten Jahre, sehe ich keine Anzeichen dafür, dass Israels Lage besser würde, jedenfalls keine, die Israel gestaltet hätte

    Wenn ich die Entwicklungen der letzten 20 Jahre anschaue, dann sehe ich, dass Israel sehr viele verschiedene Ansaetze durchprobiert hat, um seine Lage zu verbessern:

    1) Oslovertraege, Gruendung der PA
    2) Aktives, militaerisches Eingreifen (Defensive Shield in Judea und Samaria, Gegossenes Blei, Wolkensaeule im Gazastreifen)
    3) Einseitiger Rueckzug aus dem Gazastreifen und kleinen Gebieten im Norden Judeas.
    4) Rein defensive Massnahmen, Sperranlage zum Westjordanland, Zaun an der aegyptischen Grenze.
    5) Wirtschaftliche Foerderung der Gebiete unter Fatahkontrolle.
    6) Blockade der Gebiete unter Hamaskontrolle

    Wenn Du nun meinst, dass Israel mit all diesen Versuchen keine Verbesserung seiner Lage erreichen konnte, dann gibst Du Elder Recht: Was immer Israel tut, es kann seine Lage nicht selber verbessern.

    Ueber die wirtschaftliche Situation der Golfstaaten bin ich nicht naeher informiert, die tuerkische Seifenblase ist aber gerade am Platzen. Verglichen mit der Tuerkei steht Israel wesentlich besser da.

  4. […] Beer 7 schreibt: Könnte israelische Wassertechnologie im Nahen Osten Frieden schaffen? Dazu übersetzte sie einen Text von Elder of Ziyon und kommentiert ihn. […]

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