Respekt fuer Heilige Staetten?


Respekt zeigen Muslime auf dem Tempelberg ihrem „Erhabenem Heiligtum“ nicht, jedenfalls nicht nach dem westlichem Verstaendnis von Respekt.

Auf dem Tempelberg wird Fussball gespielt, politische Demonstrationen werden durchgefuehrt, Besucher werden beschimpft und belaestigt. Natuerlich werden auch Steine geworfen und Krawall gemacht.

Die letzten, groesseren Krawalle auf dem Tempelberg, als sich junge Muslime in der Al Aksa Moschee verschanzten und vor dort aus die Polizisten angriffen, fanden in der Pessachwoche statt.

Heute ist Jerusalemtag, an dem die Wiedervereinigung der Stadt vor 47 Jahren gefeiert wird, nachdem sie fuer 19 Jahre geteilt gewesen war. Naechste Woche feiern wir Shavuot, das Wochenfest, an dem das Volk Israel die Thora empfangen hat. Und natuerlich bieten sich diese Feste wieder fuer Krawalle auf dem Tempelberg an.

Ueblicherweise wird argumentiert, dass nur wenige Jugendliche hinter solchen Aktionen stecken. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass der Wakf, die muslimische, religioese Behoerde, die den Tempelberg verwaltet, je diese Unruhestifter verurteilt oder auch nur ermahnt haette.

Wir sollten daher von der entgegengesetzten These ausgehen: Der Kampf gegen Unglaeubige ist im Islam eine religioese Pflicht. Insofern sind Unruhen gegen unglauebige Besucher und/oder juedische Polizisten kein Sakrileg , sondern entsprechen der richtigen Praxis des muslimischen Glaubens. Wenn der Kampf gegen die Unglaeubigen fuer das Heiligtum in naechster Naehe zum Heiligtum selber durchgefuehrt wird, dann wird das Heiligtum dadurch in keiner Weise geschaendet, sondern im Gegenteil geehrt.

Dass der Tempelberg gleichzeitig die Heiligste Staette des Judentums ist, wird geleugnet. Aber auch in Faellen, wo die Heiligkeit von bestimmten Orten fuer andere Menschen nicht abgestritten wurde, haben sich Muslime nicht respektvoll in unserem Sinne verhalten. Ja, es waren nie „die Muslime“, immer nur bestimmte Gruppen, aber es fand sich kein „main-stream“ Islam, der dagegen aufgestanden waere.

Fair is foul, and foul is fair:

 

Advertisements

SodaStream & Beduinen


Die Firma SodaStream war Anfang  des Jahres den Schlagzeilen:

Die angeblichen „Pro-Palaestinenser“ zeigten dabei wieder einmal deutlich, dass sie in Wirklichkeit einfach Antisemiten sind. Von ihnen aus sollten Palaestinenser lieber arbeitslos darben als die gut bezahlten Jobs bei SodaStream anzunehmen.

SodaStream baut derzeit eine weitere Fabrik direkt neben der Beduinenstadt Rahat im noerdlichen Negev. Die dort entstehenden Arbeitsplaetze werden zu einem grossen Teil der beduinischen Bevoelkerung zugute kommen, vor allem auch den Frauen, bei denen die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist. Deswegen wird diese Investition auch vom Staat Israel mit 25 Millionen NIS unterstuetzt.

Und wieder zeigen die Israelhasser, dass ihnen das Wohlergehen von Arabern keineswegs am Herzen liegt. ElectronicIntifada moechte auf keinen Fall, dass Beduinen (oder gar Beduinninnen!) eine Chance erhalten, ausserhalb der traditionellen Landwirtschaft zu arbeiten. Dass die rasant wachsende, beduinische Bevoelkerung mit dieser Landwirtschaft nicht zu ernaehren ist, interessiert in dieser Gemeinschaft niemanden. Wenn Israel fuer eine Modernisierung der beduinischen Lebensweise eintritt, dann kann das in den Augen von Israelhassern nur bedeuten, dass es sich dabei um etwas Boeses handelt. Das entspricht der antisemitischen Ueberzeugung von der boesartigen Natur des Juden. Das Insistieren darauf, dass die Beduinen weiterhin ihrer traditionellen Kultur entsprechend leben sollen, weist darauf hin, dass dieselben Personen auch Rassisten sind.

 

 

Variationen zur Wasserluege: Gazastreifen


Waehrend der Pessach Halbfeiertage besuchten mein Mann und ich zum ersten Mal das kleine Museum „Wasser und Sicherheit“ im Kibbutz Nir Am.

Der Hintergrund ist faszinierend. Leo Picard, ein aus Deutschland stammender, renommierter Hydrologe und Geologe, identifizierte den Kuestenaquifer, ein Grundwasserbecken, das vom Carmelgebirge bis in die Sinaihalbinsel reichte. Damit war klar, dass wenigstens der westliche Teil der Negevwueste mit Wasser versorgt und besiedelt werden konnte. Um moeglichst schnell eine Wasserleitung legen zu koennen, wurden die Rohre gekauft, die waehrend des Luftkriegs gegen England auf den Strassen Londons verlegt worden waren, um der Feuerwehr jederzeit und flaechendeckend schnellen Zugang zu garanieren.

Gegen Ende der Fuehrung erwaehnte die Dame beilaeufig, dass das Trinkwasser in der westlichen Negev inzwischen von der Entsalzungsanlage in Ashkelon kommt und das Nutzwasser fuer die Landwirtschaft ist recyceltes Wasser aus dem Zentrum des Landes. Ueber die Gruende dafuer schwieg sich die Dame aus.

Der Grund ist der Gazastreifen: Der Kuestenaquifer wird im Gazastreifen seit Jahrzehnten ueberpumpt, Salzwasser und Abwasser dringen in die Grundwasserschicht und kontamieren sie.

Das Verhalten der PA und der Hamas, die seit 2007 de facto im Gazstreifen herrscht, ist nicht weiter ueberraschend. An die Abkommen zur Wasserverteilung, die sie im Rahmen der Oslovertraege unterzeichnet hat, haelt sich die PA nicht. Ihr geht es nicht um Wasser fuer die Bevoelkerung, sondern um Propagandamaterial. Die palaestinensischen Elite hat ja auch nicht unter Wassermangel zu leiden. In den 20 Jahren seit ihrem Entstehen hat die Palaestinensische Autonomiebehoerde kaum in die Wasserinfrakstuktur investiert. Nach eigenen Berichten gehen in der PA ueber 33% des Wassers durch undichte Rohe (oder illegales Anzapfen der Rohre?) verloren. Im Januar 2014 noch stellt USAID fest:

Im Westjordanland sind 5-10% der Haushalte nicht ans Wassernetz angeschlossen , nur 25-35% aller Abwaesser werden gesammelt und von diesen wiederum weniger als 3% recyclet. In der Folge dringt Abwasser ins Grundwasser ein und verbreitet Krankheitserreger. (Polio?)

Und das, nachdem USAid nach eigenen Aussagen mehr als 866 km Wasserrohre verlegt hat und das Wasserverteilungssystem verbessert hat.

Mit anderen Worten, die PA ist inkompetent oder nicht willens, ihrer Verantwortung als Regierung der palaestinensischen, autonomen Gebiete (Zonen A & B) nachzukommen.

Im Gazastreifen sieht es noch schlimmer aus: Der Kuestenaquifer war schon vor 1967, als Aegypten noch dort herrschte, ueberpumpt . Seit 20 Jahren wird von einer Entsalzungsanlage gesprochen, aber nur private Investoren haben kleine Entsalzungsanlagen hochgezogen. Hamas zieht es vor, die Wasserrecylinganlage nicht laufen zu lassen, anstatt zusaetzlichen Treibstoff fuer das Kraftwerk im Gazastreifen zu kaufen, damit die PA keine darauf zu erhebenden Steuern bekommt. Ausserdem sind Metallrohre fuer ein Abwassersytem viel zu schade, wenn sich auch Raketen daraus fertigen lassen.

All das interessiert Frau Bolliger und die NZZ nicht: die israelische Blockade (noch nicht ganze sieben Jahre in Kraft) soll die meiste Schuld haben. Dabei laesst sich selbst diesem Artikel entnehmen, dass die Hamasregierung nichts unternimmt, um wildes Brunnenbohren zu unterbinden, Abwasser zu sammeln und dem Verlust von Wasser entgegenzuwirken. Und auch ein EU-Projekt zum Bau einer grossen Entsalzungsanlage ist umstritten:

Gegner des Projektes meinen, die Entsalzungsanlage nehme einmal mehr Israel aus der Verantwortung.

Das ist palaestinensisch pur: Jede Eigenverantwortung wird kategorisch abgelehnt, weil damit Israel aus der Verantwortung entlassen werde, und das nachdem der Gazstreifen seit 2007 unabhaengig genug ist, um wiederholt Krieg gegen Israel zu fuehren.

Ulrich Sahm gibt eine sehr gute Antwort auf den Artikel von Frau Bolliger.

P.S. 11/08/15: Hamas Admists Gazans Behind Water Crisis. Not Israel

Louis wird vermisst


Unser Kater ist seit fast zwei Wochen nicht nach Hause gekommen.
In den zwei Wochen vor seinem endgueltigen Ausbleiben liess er sich insgesamt dreimal mehrere Tage nicht sehen. Wenn er dann zuhause war, wirkte er erschoepft und schlief stundenlang. Er wirkte aber nicht krank und hatte keine Verletzung.

Louis Fruehling 2013Louis ist gerade mal zwei Jahre alt, ein gesunder, junger Kater, hat den empfohlenen Impfschutz.

Direkt vor unserem Haus ist ein Park, wo Louis normalerweise umherstreifte, wenn er unterwegs war. Wir sind sicher, dass er sich seit seinem letzten Verschwinden weder lebend noch tot dort befindet. Wir haben immer wieder nach ihm gerufen (normalerweise kommt er dann) und unter alle Straeucher geschaut.

Wir haben die einzige Strasse in der Naehe, auf der Autos zu schnell fahren, um fuer Katzen zu bremsen, bzw. den Katzen das Ausweichen zu ermoeglichen, jeden Tag kontrolliert und koennen mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass er nicht ueberfahren wurde.

Habt Ihr Theorien, was passiert sein koennte?

%d Bloggern gefällt das: