Basler Zeitung: anti-israelische Stimmung machen


Am Sonntag flog die israelische Luftwaffe mehrere Angriffe auf den Gazastreifen. Das kam nicht aus heiterem Himmel oder von wegen Rachsucht: Zuvor war der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Israel intensiviert worden. Vor allem die Salve auf Beer Sheva war eine klare Antwort der Hamas auf das Angebot des israelischen Premierministers: „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden.“ Die Hamasreaktion wuerde ich so uebersetzen: „Steckt Euch Eure Ruhe sonstwo hin, wir wollen Krieg.“ (inzwischen auch explizit)

Die israelische Luftwaffe toetete zwei Mann eines Raketenteam des Islamischen Jihads, das gerade sich mit einer Abschussrampe beschaeftigte. Darueber hinaus kamen sieben Hamaskaempfer um’s Leben. In diesem Fall ist nicht sicher, ob sie direkt getroffen wurden, oder spaeter verschuettet wurden, als sie versuchten, den getroffenen Tunnel wieder instand zu setzen. Eine dritte Variante lautet, dass sie versuchten, den Sprengstoff zu retten, der sich in diesem Tunnel befand und sich dabei versehentlich selber in die Luft sprengten. Soviel ist aber sicher: Waere Israel nur friedlich und ginge nicht gegen die Tunnel vor, durch die Waffen und Sprengstoff in den Gaza gelangen oder auch Hamaskaempfer und Sprengstoff aus dem Gazastreifen nach Israel, dann koennten diese sieben Terroristen heute noch im Kreise ihrer Familien das Nachtessen geniessen.

Mit etwas Rechnen kommen wir auf neun tote Terroristen, die gerade Taetigkeiten nachgingen, die gegen Israel gerichtet waren. Kein einziger, unschuldiger Zivilist (bei Terroristen streiten sich die Juristen, ob sie als Kombattanten oder als Zivilisten zu gelten haben, die sich selbst ihres Schutzanspruchs entledigt haben) wurde getoetet. Das ist eine ausgezeichnete Bilanz fuer Israel.

Aber es passt nicht ins Narrativ. Da muss sich die Redaktion der Basler Zeitung etwas einfallen lassen.

1) Die Schlagzeile

Israelische Drohnen töten im Gazastreifen

Das hat doch was, nicht wahr? Durch das Weglassen des Akkusativobjekts wird suggeriert, dass Israel wahllos toetet. Durch den Untertitel kann das verstaerkt werden:

„Im Gazastreifen kam es zu den schlimmsten Gewaltausbrüchen seit Jahren. Nahe eines Flüchtlingslagers setzte die israelische Armee Drohnen gegen Islamisten ein.“

Durch die unmittelbare Naehe zu den toetenden, israelischen Drohnen ist schon klar, dass Israel diese schlimmste Gewalt zu verantworten hat. Und dann werden diese moerderischen Drohnen auch noch in der Naehe eines Fluechtlingslagers eingesetzt! (Kleine Zwischenfrage: Warum gibt es im Gazastreifen eigentlich noch Fluechtlingslager? Seit 1994 war der Gazastreifen an die Palaestinenser damals noch unter Arafat uebergeben worden, seit 2005 herrscht Hamas weithin unangefochten im Gazastreifen. Aber keine palaestinensische Verwaltung sah Handlungsbedarf bei den Fluechtlingslagern?!)

Jetzt muesste eigentlich ein aufwuehlender Bericht zu den toten und verletzten Kindern, ihren verzweifelten Muettern usw. kommen mit anklagendem Bildmaterial. Stattdessen erfahren wir, dass sieben Hamasterroristen in einem Tunnel und zwei Terroristen des Islamischen Jihads getoert wurden, siehe oben. Aber nach der vorhergehenden Stimmungsmache, denkt kaum ein Leser: „Da hat es die Richtigen getroffen.“ Oder was meint Ihr?

8 Antworten

  1. […] beer7 […]

  2. Die Judenhasspropaganda der PA-Araber wird von der Basler Zeitung, aber nicht nur von dieser, willig aufgenommen und weitergegeben.
    Allenthalben wird von israelischer Rache und Vergeltung gesprochen.Niemand bedenkt, dass Israel gegenüber seinen Bewohnern, aber auch den Gästen, eine Fürsorgeverpflichtung hat. Die Militäreinsätze Israels haben nur das Ziel, Angriffe auf sein Territorium zu verhindern oder doch zu erschweren und zu minimieren. Aber das schreiben die europäischen Judenhasser natürlich nicht.

    Liebe Ruth,
    diese Militäreinsätze mögen Euch schützen.
    Ansonsten kann ich nur fürbittend für Euch beten. Der ALLMÄCHTIGE möge Euch die Kraft geben die Bedrohung zu ertragen und er möge Euch beschützen.

    Herzlich, Paul

  3. Der Artikel steht nur online und wurde verfasst von (ldc/chk/sda/AFP).
    Siehe auch hier: http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Israelische-Drohnen-toeten-im-Gazastreifen/story/29014796.
    Dieser von Dir zurecht kritisierte Artikel erschien in verschiedenen Online – Medien in der Schweiz und wurde auch über Tages-Anzeiger Online und Der Bund Online verbreitet. Verantwortlich ist ein gemeinsam genutztes Newsdesk.(http://de.wikipedia.org/wiki/Newsdesk).

  4. Danke fuer den Hinweis, Urs. Dieser gemeinsame Newsdedk ist also der Grund, warum manchmal identische Artikel in der Basler Zeitung und im Tagi erscheinen.

  5. Ja solche Artikel erscheinen manchmal online in „Der Bund“, „Basler Zeitung“, „Tagesanzeiger“ evtl. auch „Berner Zeitung“. Newsdesk – Leute sind oft schlicht ahnungslos und/oder sehr vorurteilsbeladen und/oder überfordert usw.
    Meine Sichtweise;
    Selbstverständlich könnte man die beiden, hier ldc/chk, welche die meist auch schon schlampig formulierten Agenturmeldungen (hier sda und AFP) abschreiben/bearbeiten angehen. Aber so was wäre ein Vollzeitstelle und brächte in den meisten Fällen eh wenig.

  6. Hallo Urs,
    Weisst Du, um welchen Newsdesk es sich handelt? Wenn immer wieder derselbe mit anti-israelischer Stimmungsmache auffaellt, koennte man die Redaktion der Basler Zeitung vielleicht darauf hinweisen, bei solchen Artikeln vorsichtiger zu sein. An sich ist die Basler Zeitung ja noch eine der besten in der Schweiz!

  7. Hallo Ruth,
    das „Newsnetz“ wird von den auch erwähnten Zeitungen gemeinsam betrieben für ihren Onlinedienst. Lokale Berichte (Basel, Zürich, Bern usw.) machen die Online-Redaktionen jeweils selbst. Ausland, Wirtschaft, Sport, Kultur werden Zentral produziert. In „schlimmen“ Fällen kann lokal ein Bericht gelöscht werden (z.B. durch die Online-Redaktion der Basler Zeitung). Was aber selten geschieht, auch weil die einzelnen Online-Redaktion dazu angeblich die Kapazität nicht haben bzw. es schwierig sei usw. .
    Mehr dazu: http://medienwoche.ch/2011/07/15/grosser-schneller-newsnetz/
    Dies ist eine unbefriedigende Antwort. Ich überlege mir was evtl. möglich ist. Dazu dann aber bilateral.

  8. […] Beer7 hat ein erneutes Beispiel, wie eine Zeitung (in diesem Fall die Basler Zeitung) Stimmung gegen Israel macht und mit unvollständigen Fakten bzw. gezielt auslassender Wortwahl Israel gewollt in ein schlechtes Licht stellt. […]

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