Wetterhahn im Wind


Das Muster ist immer dasselbe: In den ersten Stunden, am ersten Tag nach massivem Raketenbeschuss verkuendet die westliche Welt im Brustton der Ueberzeugung, dass Israel natuerlich das Recht auf Selbstverteidigung habe. Aber dann beginnt der Wetterhahn zu knarzen und setzt sich in Bewegung.

Catherine Ashton von der EU  fuegte schon gestern hinzu, man beklage die steigenenden Opferzahlen im Gazastreifen, darunter Kinder.

Heute bringt die Sueddeutsche die Opferzahlen schon im Untertitel

Bei Luftangriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen sterben mindestens 28 Menschen – unter ihnen auch mehrere Kinder.

Im Text selber erfahren wir dann, dass von diesen 28 Toten 17 Zivilisten gewesen sein sollen (also 11 nachweislich Terroristen). Es ist auch in keiner Weise sicher, dass alle Toten auf Israels Konto gehen. Waehrend der Militaeraktion Wolkensaeule vor weniger als zwei Jahren wurde Israel fuer den Tod von mindestens zwei Kindern verantwortlich gemacht, die in Wirklichkeit durch zu kurz geschossene Hamas-Raketen getoetet worden waren.

Bis Dienstagmittag gab es gar keine Todesopfer, so dass sich die „Pro-Palaestinenser“ mit falschen Bildern helfen mussten.

In den deutschen Medien wird weitgehend verschwiegen, dass Israel die Bewohner und Anrainer eines Angriffsziels in vielfaeltiger Weise warnt: Telefonanrufe, Textnachrichten, Warnschuesse, Flugblaetter.

Aus palaestinensischer Quelle wissen wir, dass die ersten Toten (darunter zwei Kinder) die israelischen Warnungen missachtet und sich bewusst Hamas als menschliche Schutzschilder zur Verfuegung gestellt hatten.

Wenn das Ziel der IDF waere, moeglichst viele Hamaskaempfer zu toeten und die „kollateralen Verluste“ in Kauf zu nehmen, dann muessten die Opferzahlen um ein Vielfaches hoeher liegen. Israel hat aber selbst nach den strengsten Kriterien von B’Tselem seit Jahren die niedrigste Ratio Kombattant/Zivilist von allen westlichen Laendern in kriegerischen Konflikten.

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht vom Montag (7/7/14) auf Dienstag 150 Ziele im Gazastreifen angegriffen und in der letzten Nacht 160 Ziele. Damit kommen wir auf 0.055 tote Zivilisten pro Angriff.

Bitte behaltet das im Hinterkopf, wenn demnaechst wieder der Vorwurf „exzessive Gewalt“ gegen Israel erhoben wird.

Jeder Zivilist kann einem leid tun, der in einem militaerischen Konflikt zu Schaden kommt. Aber damit macht die Hamas ihr Geschaeft:

Je schlimmer die Bilder und Szenen sind, die über das Fernsehen ins Ausland übermittelt werden, desto mehr Hoffnung macht sich die Hamas-Riege auf eine Besserung ihrer Lage.

Wer ihr dabei zuarbeitet, sorgt mit dafuer, dass Terrororganistaionen weltweit Zivilisten im Kampf um die oeffentliche Meinung opfern.

Implizit schwingt beim Vorwurf der „exzessiven Gewalt“ mit, dass zu wenig Israelis sterben. Der Staat Israel ist eben keine Terrororganisation und schuetzt das Leben seiner Buerger, auch wenn es teuer wird. Mein Mann ueberlegte gestern schon, welche Steuern demnaechst wohl erhoeht werden. Mit den Baumaterialien fuer die diversen Terrortunnel haetten auch im Gazastreifen Schutzraeume gebaut werden koennen, aber Hamas setzt die Prioritaeten anders.

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3 Antworten

  1. Immerhin ein Journalist (Richard Herzinger), der die Wahrheit ausspricht:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article129936877/Israel-muss-sich-wehren.html

  2. „Implizit schwingt beim Vorwurf der “exzessiven Gewalt” mit, dass zu wenig Israelis sterben.“ So ist es leider! Ich denke an Euch und wünsche mir, dass bald wieder Ruhe einkehrt!

  3. […] beer7 / Blick auf die Welt – von Beer Sheva aus: Wetterhahn im Wind […]

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