Antisemitismus in der ZEIT


Mitleid ist kein Antisemitismus verkuendet Theo Sommer in der ZEIT und ich gebe ihm Recht: Mitleid mit der leidenden Zivilbevoelkerung im Gazastreifen hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

Der Antisemitismus macht sich erst bemerkbar, wenn fuer dieses Leiden 100% Israel verantwortlicht gemacht wird, waehrend der Begriff  „Schutzschild“ kein einziges Mal im Artikel auftaucht.

Es ist zynisch, die Leute zum Verlassen ihrer Wohnung aufzufordern, sie dann aber nicht nur in Schulen und Krankenhäusern, sondern auch in UN-Schutzstätten zu bombardieren, wo sie Zuflucht gefunden haben.

Noch zynischer ist es, voellig zu uebergehen, dass eben diese UN-Schutzstaetten und Schulen von der Hamas als Waffenlager verwendet wurden, wie selbst Ban Ki Moon schockiert – schockiert zur Kenntnis nehmen musste, dass die Krankenhaeuser nachweislich als Kommandozentralen und Gefechtsstuetzpunkte dienen und dass der Beschuss mindesten in einem Teil dieser Faelle auf  Raketen zurueckgefuehrt werden kann, die von pal. Terrororganisationen zu kurz geschossen wurden.

Keiner von all denen, die Israel vorwerfen, die Verhaeltnismaessigkeit zu verletzen, haben je eine Definition vorgelegt, was denn verhaeltnismaessig waere.

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10 Antworten

  1. Liebe Ruth,
    solche Artikel regen auch mich sehr auf. Es gibt sie sehr häufig. Das ÖR Fernsehen betreibt den Antisemitismus in ähnlicher Weise. Der Schneider aus Jerusalem, der immer als Reporter berichtet, ist auch nicht besser.

    Auch hier wieder, wohin sollen denn die Flüchtlinge? Ich sage dann immer in provisorische Zeltstädte im Süden Gazas, dass soweit ich das mitbekommen habe, nicht beschossen wird.
    Die Hamas müsste diese Flüchlingslager nicht einmal selbst errichten, sondern nur die Genehmigung dazu erteilen. Dort könnte die Bevölkerung aus den gefährdeten Gebieten problemlos untergebracht werden. Nein, das wird nicht gemacht. Die Hamas braucht die Opfer besonders immer die Relation Palaraber zu Israelis. Was soll man denn sonst propagandistisch ausschlachten?

    Niemand artikuliert was in der Charta der Hamas steht. Die islamische Hamas (Gläubige) darf mit den Juden (Ungläubige) keinen Friedensvertrag schließen. So sagen es die Rechtsschulen des Islam. Es darf höchstens ein Waffenstillstand (Hudna) geschlossen werden.

    Abschließend nur noch ein Gedanke, weil ich hier sicherlich „Eulen nach Athen“ trage. (Vielleicht verschlägt es doch mal einen Unwissenden zu Dir.)

    Mich hat sehr irritiert, dass Obama und Andere immer wieder Israel zur Aufnahme von Friedensverhandlungen, zum Frieden, auffordert.
    Niemand stellt mit gleicher Intensität diese Forderung den Plästinensern.
    Nachdem ich das Gebot der Scharia in der Charta gelesen habe, ist mir klar geworden, warum das so ist. Jeder stellt die Forderung lieber dem „weichen“ Gegner, ehe er sich an dem „harten die Zähne ausbeißt“. Israel hat oft genug bewiesen, dass es zum Nachgeben bereit war. Immer mit dem Fünkchen Hoffnung, durch Nachgeben, sich, wenn schon nicht den Frieden, so doch wenigstens eine länger Zeit der Ruhe erkaufen zu können.
    In der Vergangenheit wurde Israel immer wieder enttäuscht. Da fällt mir Oslo und Land für Frieden ein.

    Da es sich m.E. um einen Religionskrieg handelt, dies habe ich der Charta entnommen, sehe ich für einen Frieden keine Hoffnung. Ein, vielleicht sogar längerer, Waffenstillstand wäre möglich. Nachdem ich von Broda erfahren habe, dass man vom Rand des Westjordanlandes den Flughafen in Tel Aviv mit bloßen Augen sehen kann, ist für mich klar, dass die Zweistaatenoption durch den gezielten Versuch den Flughafen mit Raketen zu erreichen, gestorben ist. Das Westjordanland, jedenfalls diesen Bereich, kann Israel nicht den Palästinensern übergeben.

    Herzlich, Paul

  2. Paul,
    da bin ich optimistischer als Du: Das islamistische Verstaendnis des Islam ist keineswegs unangefochten oder besonders gut begruendet. Im Gegenteil laesst sich aus dem Koran auch ableiten, dass Israel als juedischer Staat ein Teil des goettlichen Plans ist.
    Das Problem der Islamisten ist viel eher psychologischer als religioeser Natur, siehe Richard Landes.
    Der gegenwaertige Aufruhr in den arabischen Laendern kann gut und gern dazu fuehren, dass mittelfristig eine Neuorientierung im Islam stattfindet. Niemand kann laengere Zeit einem Regime, das sich auf die Sha’aria bezieht, ausgeliefert sein, ohne seinen Glauben nicht gruendlich zu ueberdenken oder zu verlieren.

  3. Liebe Ruth,
    nichts wünsche ich mir mehr, als das Du recht hast.

    Als Einsprachler etwas benachteiligt, habe ich mich durch den Artikel von Landes mit Hilfe von Google durchgekämpft.
    Den psychologischen Aspekt, den er darlegt, kann ich nachvollziehen. Allerdings hat der für mich auch religiöse Ursachen.
    Der Islam ist auf gewaltsame Missionierung angelegt und hat es über Jahrhunderte bewiesen. Das Ziel ist nich mehr und nicht weniger als die Erringung der Weltherrschaft. Als Katholik weiß ich, dass auch meine Kirche davon ausgegangen ist, dass die Erlösung der Menschheit erst dann erfolgt, wenn alle missioniert sind. Inzwischen sieht man das anders und von de´r früheren Militanz hat man auch Abschied genommen. Gott sei Dank.
    Im Islam ist man noch nicht so weit. Es geht alles um die Auseinandersetzung zwischen Gläubigen (das sind die Muslims) und den Ungläubigen (das sind alle anderen). Die Juden werden dabei als besonders minderwertig angesehen.

    Im Koran mag das drin stehen. Auch in unserer Bibel steht alles drin: Sowohl „Schwerter zu Pflugscharen“ als auch das Gegenteil „Pflugscharen zu Schwertern. Bei den Christen wird jetzt das Erstere hervorgehoben und das andere uminterpretiert.

    Wenn ich mir die Charta ansehe, bin ich nicht so optimistisch, dass in absehbarer Zeit eine Umorientiwerung erfolgt.

    Gott gebe, dass Du recht hast.

    Herzlich, Paul

  4. Ruth, die beiden Zeitungsartikel, die du heute verlinkt hast, sind rechte Schulbeispiele für Berichterstattung, die auf Bias fußt und Bias zementiert. Wie die FAZ Vorfälle in ein falsches Licht rückt, indem sie Informationen unterschlägt, hast du klar gezeigt. Die „Sprachregelung“ in der ZEIT ist eher noch gefährlicher, weil nicht auf den ersten Blick wahrnehmbar. Ich verfolge sie schon seit längerer Zeit, sie findet sich in vielen deutschsprachigen Printmedien . Hier einige Proben:

    „Wir haben Mitleid mit allen Israelis, die der Raketen-Regen der Hamas seit Wochen immer wieder in die Schutzräume jagt.“
    Seit Wochen: welche Lüge! Es gibt in Israel 13-jährige Kinder, die schon unter „Raketen-Regen“ (sprich Raketen-Terror) geboren wurden und überhaupt nicht wissen, wie es sich ohne die immer präsente Drohung von Raketenalarmen lebt. Übrigens: Raketen-Regen suggeriert sotto voce –Segen …, dies nur so nebenbei.

    „Diese Raketen haben mittlerweile eine ziemlich flächendeckende Reichweite, aber sind ein leichtes Opfer für die israelische Abwehr, die 90 Prozent von ihnen vom Himmel holt.“
    Wer oder was ist ein leichtes Opfer? Diese Raketen! Es sind Hamas-Raketen, aber das wird nicht gesagt. Wohl aber sind sie „Opfer“ der israelischen Abwehr. Opfer nun pflegt es bei Angriffen zu geben; der Angegriffene ist eben das Opfer. Und so wird ganz unauffällig eine Sachlage in ihr Gegenteil verkehrt. – Ein schönes Beispiel, wie dem nicht sehr aufmerksamen, vielleicht etwas flüchtigen Leser falsche Sachverhalte suggeriert werden.

    „In dem kleinen Küstenstreifen starben seit dem Beginn des Konflikts über 1.060 Menschen, zwei Drittel davon Zivilisten, ein Viertel Kinder; dazu gab es 6.000 Verletzte.“
    Statistiken seien eine elegante Form der Lüge, behaupten böse Mäuler. Mir geht es hier aber nicht um die absoluten Zahlen. Nehmen wir zunächst an, die stimmen. Man kann den Leser auch anders hinters Licht führen. „Zwei Drittel Zivilisten“, also 67%, und „ein Viertel Kinder“, noch weitere 25% Unbeteiligte also, macht zusammen 92%, wird dem Leser weisgemacht. Nur 8% wären demnach Hamas-Leute. – Kann das sein? Wirklich?? Sind Kinder keine Zivilisten? Oder wurden sie zweimal gezählt, einmal als Zivilisten, einmal als Kinder? Und wenn man doch etwas näher hinguckt: Wer ist Zivilist? Wie erkennt man ihn als solchen? Weil er Zivilkleider trägt? (Merke: Milzen/Terroristen tragen keine Uniformen.)

    Diese inhaltlichen und sprachlichen Unklarheiten – sind sie gewollt, sollen so Leser irregeführt werden? Oder geben sie die nebulöse Denkart gewisser Journalisten wieder? Oder ist es schlicht Pfuscherei ? Jede dieser Möglichkeiten ist fatal. Wer dieser Art von Journalismus ausgesetzt ist, wird mit der Zeit Bias, schwammiges Denken und Sprachschluderei entwickeln.

  5. Liebe vered,
    das haben Sie sehr aufmerksam gelesen und auch richtig beurteilt.

    Eine Ergänzung erlaube ich mir. Die Lügen und Desinformationen sind so subtil untergebracht, dass man wirklich Mühe hat sie alle zu erkennen.

    „Diese Raketen haben mittlerweile eine ziemlich flächendeckende Reichweite, aber sind ein leichtes Opfer für die israelische Abwehr, die 90 Prozent von ihnen vom Himmel holt.“

    Diese Aussage stimmt so nicht. Das würde nämlich bedeuten, dass von den vca. 2500 Hamasraketen 2250 durch Iron Dom abgefangen worden wären. Das ist eine sehr subtile und auf den ersten Blick kaum wahrnehmbare Irreführung. Es ist letzlich eine Verharmlosung der Terrorraketen. Kann ja nicht so schlimm sein, es werden ja 90% abgeschossen. Warum gehen die Israelis dann überhaupt noch in die Schutzräume?

    Richtig ist: Es gibt bei der Raketenabwehr eine Trefferquote von 90%. Die Raketenabwehr kann aber schon aus Kostengründen, jede Abwehrrakete kostet 50 000 Dollar. (Je bekämpfter Rakete werden immer zwei Raketen abgefeuert, also betragen die Kosten je Schuss: 100 000 Dollar.) Soweit ich das wahrnehmen kann gerät Iron Dom bei Raketensalven auch an seine Grenzen. Es können nicht alle Raketen der Salve bekämpft werden.
    Es werden also nicht 90% der abgeschossenen Raketen durch Iron Dom abgeschossen. Sondern nur 90% der abgegebenen Schüsse sind erfolgreich.
    Eine Gesamtastatistik konnte ich nicht finden, sondern verstreut nur immer Zahlen für einzelne Tage. Die Abschußrate bezogen auf alle aus Gaza abgeschossenen Raketen beträgt weniger als 20%.

    Herzlich, Paul

  6. Paul,
    Du hast natuerlich Recht, dass fuer Hamas und aehnliche islamistische Terrororganisationen keine Hoffnung besteht. Die muessen besiegt werden und zwar so deutlich, dass Muslime weltweit darueber nachdenken, was denn wohl am Islamismus falsch war. Dann koennen die Stellen im Koran herangezogen werden, die eine andere Sichtweise erlauben.
    Das Problem besteht darin, dass Israel Hamas nicht eindeutig besiegen darf (die USA und die EU halten ihre schuetzende Hand ueber Hamas), und dass es anderswo schon am politischen Willen fehlt, gegen den Islamismus vorzugehen. Solange politisches Entgegenkommen und apologetische Berichterstattung die uebliche Herangehensweisen sind, solange werden sich Islamisten bestaetigt fuehlen und weiterhin auf Aggression und Terror setzen. Und weltweit werden Muslime darueber nachdenken, dass die islamistische Herangehensweise vielleicht unsympathisch, aber doch erfolgreich und vielleicht richtig ist?

  7. Vered,
    danke fuer das genaue Lesen. Ja, Theo Sommers Vorurteile machen sich in solchen Formulierungen bemerkbar.
    Paul,
    aus Kostengruenden faengt Eisenkuppel nur Raketen ab, die in bewohntem Gebiet niedergehen wuerden. Dabei ist die Erfolgsquote ~ 90%. Damit ist aber das gesamte Strassennetz, landwirtschaftliche Flaechen und andere Gebiete ungeschuetzt.
    Im Auto unterwegs zu sein, wenn ein Raketenalarm kommt, ist sehr beaengstigend. Mir ist das bisher dreimal passiert.

  8. Liebe Ruth,
    zum Besiegen der Hamas durch Israel habe ich auch noch andere Überlegungen gelesen.
    Es besteht die Befürchtung, dass dann andere Terrororganisationen, die noch viel schlimmer sind, in diese Lücke stoßen würden. Die ISIS wird genannt, aber auch die Dschihadisten und Al Qaida.

    Täuscht mich meine Erinnerung?
    Zunächst war die PLO der gefährliche Gegner. Als er „weich“ wurde kam die Fatah. Als sich diese gemäßigt zeigte kam Hamas. Das Perfide, sie sind ineinander verschachtelt und spielen sich die Bälle zu. Aber einer ist immer der „Wadenbeisser“. Wenn es hart auf hart kommt verbünden sie sich wieder.
    Aber vielleicht sehe ich da auch etwas verkehrt?

    Die 90% habe ich deshalb angesprochen, weil bei uns schon die großen Verharmloser unterwegs sind.
    Es sei unangemessen dass die Israelis so hart zurückschlagen. Die Palästinenser schießen mit selbstgebastelten Raketen (Ofenrohren, hab ich schon gelesen) von denen auch noch 90% abgefangen werden, man sehe das ja auch an den Opferzahlen, sagen diese „Freunde Israels“. Ja, so läuft die Argumentationskette.
    Denen wünsche ich nichts schlechtes. Aber sie müssten mal im Auto neben Dir sitzen. Ich jedenfalls halte das nicht für so prickelnd.

    Deshalb wünsche ich Dir und Deiner Familie auch immer den Schutz des ALLMÄCHTIGEN und bete für Euch.

    Herzlich, Paul

  9. Paul,
    was Du beschreibst, ist der Mechanismus, wonach ein Scheitern von Islamismus (politischem Islam) durch fanatische Anhaenger nur dahingehend interpretiert werden kann, dass die Umsetzung nicht rein/getreu genug war. Aehnlich wie verblendete Marxisten das wiederholte Scheitern des Sozialismus in der realen Welt ja auch nur dahingehend verstehen koennen, dass bei der Umsetzung zuviele Kompromisse eingegangen wurden.
    So fanatisch ist aber immer nur eine Minderheit. Die Mehrheit der Muslime, die unter solchen Regimes leiden, wenden sich von dem so verstandenen Islam ab.
    Ob ISIS und Al Qaida fuer Israel schlimmer sein koennten, wage ich zu bezweifeln. Schon bei Hamas war der grosse Vorteil fuer Israel, dass der Fall eigentlich klar war. International war Hamas als Terrororganisation eingestuft. Dass die EU und jetzt die USA trotzdem darauf bestehen, Israel muesse auf gleicher Augenhoehe mit ihr verhandeln, belegt die Schwaeche des Westens. Wenn Al Qaida im Gazastreifen herrschte, kaemen sicher auch Verharmloser daher. Je extremer die Organisation, desto weniger internationale Unterstuetzung duerfte sie aber finden. Und das wuerde Israel helfen.

  10. Liebe Ruth,
    ich hoffe wieder, dass Du recht hast mit Deiner Einschätzung.
    Du merkst sicherlich, dass wir beide am gleichen Ende des Seils ziehen.
    Du bist nur etwas optimistischer als ich.
    Behalte aber bitte Deinen Optimismus.

    OT:
    Es gibt so viele Veröffentlichungen zum Thema, dass man nicht alle wahrnehmen kann.
    Soeben bin ich auf den Artikel eines Jusovorsitzenden gestoßen, auf den ich Dich aufmerksam machen möchte.
    Das Thema „Es haben nicht beide schuld – Israel und die Hams“.
    Der Verfasser vertritt die Meinung, dass beide Seiten Fehler gemacht haben, aber die Schuld an der gegenwärtigen Situation, eindeutig die Hamas hat.
    Da solche Stimmen in D rar sind, wollte ich sie Dir übermitteln.
    Bei uns nimmt immer mehr die Tendenz zu, so jedenfalls meine Wahrnehmung, zu behaupten, alle beide seien schuld, Israel und die Hamas. Das sind dann aber schon die gemäßigten „Freunde Israels“.
    http://linksterblog.de/internationales/nein-es-sind-nicht-beide-schuld/

    Herzlich, Paul

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