Wett-Finanzierung fuer den Gazastreifen


Die Geberkonferenz fuer den Gazastreifen in Kairo ist zuende gegangen und hat Fruechte getragen: Ingesamt seien 5.4 Milliarden zugesagt worden, von denen die Haelfte, 2.7 Milliarden, fuer den Wiederaufbau des Gazastreifens verwendet werden sollen, sagt Norwegen.

Die Zahlen gehen nicht wirklich auf:

Hier die Spender nach Hoehe der in Aussicht gestellten Betraege:

  1. Qatar: 1 Milliarde (=1000 Millionen) US-Dollar
  2. EU: 568 Millionen US-Dollar
  3. Saudiarabien: 500 Millionen US-Dollar
  4. USA: 212 Millionen US-Dollar
  5. Emirate: 200 Millionen US-Dollar
  6. Tuerkei: 200 Millionen US-Dollar
  7. Deutschland: 63 Millionen US-Dollar
  8. Frankreich: 50.5 Millionen US-Dollar
  9. UK: 32 Millionen US-Dollar

Macht insgesamt 2,825.5 Millionen US-Dollar, also 2.8 Milliarden.

Der Witz an der Sache ist, dass das Geld auf PA und Hamas aufgeteilt wird: Hamas bekommt mit Sicherheit die ganze Milliarde aus Qatar, und wahrscheinlich das Geld aus der Tuerkei, also zusammen 1.2 Milliarden

Die PA hat gute Chancen auf den Rest, wobei zu beruecksichtigen ist, dass Saudiarabien und die Emirate ihre Zusagen haeufig nicht einhalten. Die PA kann demnach mit guten 900 Millionen bis bestenfalls 1.6 Milliarden rechnen.

Ich gehe davon aus, dass ungefaehr Gleichstand erreicht wird.

Mit diesen Geldern werden nun sowohl Hamas wie auch die PA versuchen, sich die Loyalitaet in der palaestinensischen Bevoelkerung zu kaufen. Der Aufbau proper wird nach Kriterein der Pareizugehoerigkeit vor sich gehen. Aber es geht nicht nur um den Gazastreifen, sondern auch um die Westbank. Die hat Hamas naemlich schon laenger ins Auge gefasst, als geeignete Ausgangsposition fuer die Zerstoerung Israel. Die PA muss dem im Westjordanland etwas entgegensetzen koennen. Da die Bevoelkerung dort nicht unter dem Krieg gelitten hat, koennte die Begeisterung fuer Hamas dort echt sein. Im Gazastreifen ist die Bevoelkerung desillusioniert und hat Hamas satt, das ist die Chance fuer die PA, wieder Boden zu gewinnen.

Auf jeden Fall sind unter dem Deckmantel der „Einheitsregierung“ verbissene Grabenkaempfe zwischen Hamas und PA zu erwarten, um Geld und um Prestige.

In den wie ueblich seichten Berichten der deutschsprachigen Presse wird davon erst zu lesen sein, wenn der Konflikt wieder in offene Gewalt eskaliert.

Waehrend die westlichen Laender mal wieder Geld in Palaestina verlochen, kommt der Wiederaufbau an anderen Brennpunkten im Nahen Osten gar nicht erst in die Gaenge.

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