Palaestinensische Luegen laufen um die Welt II


Zur Berichterstatttung zu diesem Fall in deutschsprachigen Qualitaetsmedien und „Qualtiaetsmedien“:

FAZ:

1) Unter dem Titel
Palästinenser-Minister stirbt nach Gerangel mit Soldaten
veroeffentlicht die FAZ ein Video. Ein Gerangel mit Abu Ein ist darauf nicht zu stehen. Stattdessen sehen wir einen aelteren Mann mit Palaestinsertuch auf dem Kopf, der mit der Stange seiner Palaestinafahne auf die israelischen Soldaten einpruegeln will und von diesen zurueckgedraengt wird. ein juengerer Mann mit purpurfarbenen Pullover wird von einem israelischen Soldaten in einen Haltegriff genommen, wogegen er sich wehrt. Anschliessend sieht man Ziad Abu Ein, der behauptet, dass kein Demonstrant sich gewehrt haette: Die Soldaten haetten von Anfang an und ohne Grund die Demonstranten attackiert. Dann sieht man ein paar friedliche Demonstranten, mit denen die Soldaten sich ruhig unterhalten. Am Schluss sind noch Fragmente zweier Festnahmen zu erkennen, ohne dass Gewaltanwendung durch die Soldaten zu erkennen waere.

2) Die FAZ titelt tendenzioes: War es Mord? Immerhin steht gleich im Untertitel „Beweise gibt es nicht.“ Der Artikel von Hans-Christian Roessler dagegen ist sachlich und informativ. Es wird klar, dass selbst wenn die pal. Angabe, fuer die jeder Beleg fehlt, zutraefen, allenfalls von Koerperverletzung mit Todesfolge die Rede sein koennte. Die Redaktion kennt sich entweder mit den legalen Defintionen ueberhaupt nicht aus, oder sie hat doch eine leise Vorliebe fuer reisserische Titel, die Leser anlocken. Der Hinweis darauf, dass Abu Ein ein verurteilter Moerder war, fehlt im Text zwar. Aber dafuer wird der Hintergrund, dass naemlich die palaestinensische Fuehrung und die palaestinensische Bevoelkerung schon vor diesem Ereignis die Konfrontation mit Israel wuenschen und vorbereiten, gut dargestellt.

3) Als Abschluss dann noch ein Artikel nach dap Palästinenser geben Israel die Schuld an Ministertod Im Untertitel wird faelschlich behauptet, dass die pal. Schuldzuweisung auf der Autopsie beruhe. Dank dem vorangegangenen Artikel (2) ist jedoch voellig klar, dass die Palaestinenser einfach behaupten, die Autopsie belege, was sie schon vorher „gewusst“ hatten: Schlaege und Traenengas seien die Todesursache. Keines der Videos, die ich gesehen habe, zeigt Schlaege. Und ein Augenzeuge, der Journalist fuer den israelischen Fernsehkanal 10, Roy Sharon, sagt aus, dass er direkt neben Abu Ein gestanden habe und keine Schlaege sehen konnte. Eine israelische Stellungsnahme wird nicht beruecksichtigt, wonach Abu Eid an einem Herzinfarkt gestorben sei, wobei das vorhergehende Gerangel moeglicherweise ein Ausloeser gewesen sei. In Y-Net wird uebrigens der palaestinensische Befund anders berichtet als nach dpa: Von Schlaegen ist keine Rede, nur von Traenengas und fehlender Erster Hilfe. Dazu ist bemerkenswert, dass eine israelische Sanitaeterin unter den Soldaten versuchte, Erste Hilfe zu leisten, von den Palaestinern aber daran gehindert wurde.

Die WELT

1) Dasselbe Video, wie auch von der FAZ veroeffentlicht.

2) „Was – er ist tot? Ich kann es nicht glauben!“ Der Titel zu Gil Yarons Artikel ist zwar auch emotional, aber deutlich weniger manipulativ als der Titel der FAZ. Der Text selber gibt die ueberzogenen Reaktionen der palaestinsischen Funktionaere gut wider, auch werden sie mit den Aufrufen zur Gewalt der letzten Wochen in Zusammenhang gebracht.

BaZ

1) Palästinensischer Minister nach Konflikt mit Soldaten gestorben
Die Basler Zeitung berichtet voellig korret, sowohl im Titel wie im Text. Die israelische Einschaetzung zur Todesursache wird offensichtlich fuer plausibler gehalten, als die palaestinensischen Angaben, zu denen festgehalten wird, dass jeder Beleg fehlt. Es fehlt der terroristische Hintergrund von Abu Ein, sowie die verstaerkten Aufrufe zur Gewalt gegen Israel von Seiten der palaestinensischen Fuehrung schon vor dem Zwischenfall.

NZZ

1) Inge Guenther berichtet in der NZZ Tödliche Eskalation Der Titel ist reisserisch und wird durch die Fakten nicht gestuetzt. Als einziger Bericht wird im Text die terroristische Vergangenheit von Abu Ein erwahent, wenn auch mit einem sachlichen Fehler: Der Mann sass nicht sechs Jahre im Gefaengnis nur drei, weil er sich seiner Verhaftung durch Flucht in die USA entzog und die Auslieferung und das Verfahren insgesamt drei Jahre dauerten. Negativ bemerke ich, dass zwar das „ohnehin angespannte Verhaeltnis“ erwaehnt, aber verschwiegen wird, dass es palaestinesische Hetze und Anschlaege fuer die Anspannung gesorgt haben und weiterhin sorgen.

Die ZEIT

1) Palästinenserminister stirbt bei Gerangel mit israelischen Soldaten Die Ueberschrift ist nicht besonders reisserisch, aber falsch. Abu Ein starb nach dem Gerangel nicht waehrenddessen. Im Untertitel steht korrekt: „Zur Todesursache gibt es verschiedene Versionen.“ Im Text werden aber nur widerspruechliche palaestinensische Versionen berichtet: Traenengas oder heftige Schlaege? Die israelische These, dass Abu Ein einen Herzinfarkt erlitten haben koennte und israelische Augenzeugen, wie Roy Sharon und der Sprecherin der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din Reut Mor, werden dagegen unterschlagen.

Sueddeutsche Zeitung

1) Der Titel in der SZ ist korrekt: Palästinenser-Politiker stirbt nach Gerangel mit israelischen Soldaten Im Untertitel und in den Zwischentiteln werden nur die palaestinensischen Behauptungen betont. „Widerspruechlich“ ist laut SZ ausschliesslich, ob Abu Ein groessere Mengen Traenengas eingeatmet hatte. Dass das Bildmaterial keine Spur der heftigen Schlaege zeigt, die angeblich die Todesursache waren, und dass israelische Augenzeugen keine Schlaege sehen konnten, wird verschwiegen. Auch die Moeglickeit, Abu Ein koenne einen Herzinfarkt erlitten haben, wird erst gar nicht erwaehnt. Die israelische Sanitaeterin wurde nach Zeugenberichten daran gehindert, erste Hilfe zu leisten. Das Bildmaterial belegt in jedem Fall, dass Abu Ein nicht unter Betreuung ruhig gehalten wurde, bis die Ambulanz eintraf, sondern von Palaestinensern weggeschleppt wurde. Dabei scheint es gelegentlich zu Verzoegerungen zu kommen, weil Journalisten filmen.

Preisfrage an meine Leser: Welchen der analysierten Medien spreche ich Qualitaet zu und welche bekommen das Praedikat „Qualitaet“?

7 Antworten

  1. Paul hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Kommentarfunktion abgeschaltet war. Inzwischen habe ich den Fehler gefunden und korrigiert. Ueber Eure Kommentare freue ich mich.

  2. KStA (Kölner Provinzzeitung)

    [Auszug aus einem Beitrag bei HaGalil]
    http://www.hagalil.com/archiv/2014/12/12/nach-allem-was-passiert-ist/

    Heute Morgen (12.12.) war in der in meiner Gegend verbreiteten Tageszeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein vierspaltiger Artikel von Inge Günther, einer dort besonders beliebten Israelhasserin. Er beginnt mit: „Auch eine Autopsie hat die Todesumstände im Fall des palästinensischen Ministers [Siad Abu Ain], der nach einem Handgemenge mit israelischen Sicherheitskräften kollabiert und kurz darauf gestorben war, nicht zweifelsfrei klären können.“ [Doch, Sie professionelle Hetzerin, der Mann ist eindeutig an einem Herzversagen gestorben.]

    Garniert ist der Artikel mit einem großen Foto, auf dem das Gesicht einer sich schmerzerfüllt abwendenden jungen, attraktiven Frau zu sehen ist. Abgesehen von der Unverschämtheit, Trauernde in Nahaufnahme zu fotografieren, ist der Verwendungszweck des Fotos klar: Den Hass auf die „Schuldigen“ anfeuern.

  3. Hallo zusammen!

    Ich habe eine Frage, die nicht direkt etwas mit dem obigen Artikel zutun hat. Dr. Gregor Gysi hielt diese Woche eine Rede im deutschen Bundestag und er sagte wörtlich: „Es war übrigens auch der israelische Geheimdienst, der als Konkurrenz zur PLO Hamas gegründet hat. Sehr klug. Voll hammse in den Glückstopf gegriffen, kann ich nur sagen!“ (Die Rede ist auf dem offiziellen Youtube-Channel der Linkspartei zu vernehmen: https://www.youtube.com/watch?v=sGTT0u4MHQc | Ab: 06:10)

    Diese Behauptung kommt mir äußerst merkwürdig vor, schliesslich sieht bereits die Gründungscharta der Hamas die Vernichtung der Juden vor. Bislang habe ich nur einen Artikel hierzu gefunden („Die Mär von Israels Gründungshilfe für die HAMAS“ von Ulrich W. Sahm: http://www.security-explorer.de/index.php?id=20&tx_ttnews%5Btt_news%5D=97&cHash=a9798dc56acbc501de811fcea9f7fb82 ). Weiß hier jemand mehr dazu? Wie ist die Äußerung von Gysi zu bewerten? Handelt es sich um klassische, antisemitische Verschwörungstheorien? Wenn dem so ist, würde ich eine Beschwerde in Betracht ziehen.

    Vielen Dank für diese wunderbare Webseite!

  4. Der Mossad hat Hamas mit Sicherheit nicht gegruendet. Hamas ist der palaestinensische Ableger der aegyptischen Muslimbruderschaft, die es gibt seit 1928. Aegypten kontrollierte den Gazastreifen von 1948 bis 1967. Islamisten (Muslimbrueder) wurden in dieser Zeit unterdrueckt. Als Israel 1967 die Kontrolle uebernahm, wurden die drakonischen Gesetze gegen Islamisten gelockert, entsprechend wurden mehr Moscheen gebaut und muslimische Religionsschulen gegruendet. Anfangs war die Vorlaeuferorganisation der Hamas, Mujama al-Islamiya, gegen gewalttaetigen Widerstand gegen Israel, im Gegensatz zur Fatah. Zu Beginn der der 1. Intifada wurde dann Hamas offiziell gegruendet und der gewaltsame Widerstand ins Programm aufgenommen. Zu dieser Zeit wurde die Organisation von Israel nicht mehr geduldet.

    Dr. Gysi verwendet tatsaechlich typisch anti-israelische Versatzstuecke, ohne Ruecksicht auf ihren Wahrheitsgehalt.

    • Vielen Dank für die Antwort!

  5. Man sollte vielleicht noch dazu sagen, dass es in Israel sicherlich Leute gab, die die Hamas als willkommene Konkurrenz für die PLO sahen. Die hatten aber keine Ahnung, was auf sie zukam (eigene Dummheit). Und Rabin soll der PA ausdrücklich nicht irgendwelche Restriktionen auferlegt haben wollen, weil Arafat „anders mit der Hamas fertigwerden“ konnte als Israel das möglich war. (Sprich: Unterdrückung und gewaltsame Drangsalierung – aber das könnte auch nur ein Gerücht sein.)

    • Heplev,

      natuerlich war Mujama al-Islamiya, die Gewalt gegen Israel nicht im Programm hatte, eine willkommene Alternative zur PLO.

      Nein, Rabins Wunschdenken, dass Arafat ohne die Einschraenkungen, wie sie dem Premierminister in Israel auferlegt sind, bei Hamas und Co. aufraeumen wuerde, ist kein Geruecht. Caroline Glick und Moshe Yaalon erinnern daran.

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