Die Kinder von Beit Hanina


Beit Hanina ist ein Viertel im Norden von Jerusalem (auch wenn politscherweise immer von Ostjerusalem gesprochen wird, weil es sich um Land handelt, das von 1948 bis 1967 von Jordanien besetzt war). Dabei handelt es sich um ein gepflegtes Viertel fuer den gehobenen Mittelstand, wie sich leicht auf diesen Bildern ueberpruefen laesst.

Durch die Strassenbahn ist Beit Hanina mit dem Rest von Jerusalem verknuepft. Die Einwohner haben blaue, israelische Personalausweise, koennen jederzeit die israelische Staatsbuergerschaft beantragen und sind auch ohne diese zur Teilnahme an den Kommunalwahlen in Jerusalem berechtigt.

Die Jerusalemschule in Beit Hanina war Ha’artez vor drei Jahren einen Artikel wert, weil dort auch juedische Israelis unterrichten duerfen und zum Frieden erzogen werden soll. Uebrigens bestaetigt auch dieser Artikel, dass Beit Hanina alles andere als ein Slum oder ein Ghetto ist.

Heute kamen zwei Cousings Brueder, 13 und 15 Jahre alt aus Beit Hanina ins benachbarte Viertel, Pisgat Zeev, das ueberwiegend von juedischen Israelis bewohnt ist. Dort trafen sie einen 13jaehrigen Buben, der mit dem Fahrrad unterwegs war. Nach anderen Berichten hatte er sich gerade Suessigkeiten gekauft und wollte wieder auf’s Rad steigen, als er angegriffen wurde. Die beiden arabischen Cousins stachen mit langen Messern wiederholt auf ihn ein. Ein Passant wollte eingreifen, die beiden rannten weg, wobei der Juengere von einem Auto erfasst wurde. Nach einer anderen Variante lenkte ein vorbeikommender Autofahrer seinen Wagen in den juengeren Cousin . Der grosse Cousin kuemmerte sich nicht um seinen kleinen Cousin, sondern rannte weiter, um als naechstes einen 21-Jaehrigen anzugreifen und schwer zu verletzen, bevor er seinerseits von der Polizei erschossen wurde. Das erste Opfer, der 13-jaehrige Bub schwebt zwischen Leben und Tod. Auch der 21-jaehrige kaempft um sein Leben. Nach den letzten Nachrichten konnte sein Zustand stabilisiert werden. Der 13-jaehrige Angreifer liegt ebenfalls schwer verletzt im Krankenhaus.

Auch anderswo gab es Kinder, die auf brutale Weise mordeten. Aber mir faellt auf Anhieb keine andere Gesellschaft ein, in der Kinder dazu erzogen werden. <a href=“https://fbcdn-video-f-a.akamaihd.net/hvideo-ak-xap1/v/t43.1792-2/12069272_761011277378776_1906336628_n.mp4?efg=eyJybHIiOjE1MDAsInJsYSI6MTQwMiwidmVuY29kZV90YWciOiJoZCJ9&rl=1500&vabr=885&oh=d41396ef0bb1f8d61fc3d92b6d02f019&oe=561C2D90&__gda__=1444690667_eaf677975e0406f0715b873850391684

Bei dieser Gelegenheit moechte ich noch einmal die israelische Skala erklaeren:

lebensgefaehrlich – wird meistens nur als Umschreibung fuer “noch nicht klinisch tot” verwendet. Wenn jemand eine solche Verletzung lebend uebersteht, spricht man von einem Wunder.
schwer – fuer alle Verwundungen, die zwar lebensgefaehrlich sind, aber eine reale Chance zum Ueberleben beinhalten.
mittel – Verletzungen, die das Leben nicht bedrohen, aber bleibende Schaeden nach sich ziehen, die den Betroffenen daran hindern, je wieder ein ganz normales Leben zu fuehren. (Verluste von Gliedmassen, Laehmung, Erblindung, Hoerverlust etc.)
leicht – alle anderen physischen Verletzungen. Vom Verlust eines Auges, Fingern oder der Hoerfaehigkeit in einem Ohr bis zur Schnittwunde
Schock – jede nicht physische Verletzung. Menschen, die solche Traumata erlebt haben, koennen oft ueber Jahre hinweg nicht normal leben.

Das ist der Polizist, der in Maale Adumim die Attentaeterin mit dem Gaskanister im Auto aufhielt. Er wird als „leicht verletzt“ eingestuft.

Update: Die Palaestinensische Autonomiebehoerde, Fatah und die „Israelkritiker“ weltweit arbeiten gerade heftig daran, den toten 15-jaehrigen Terroristen zur Ikone zu stilisieren: Ein weiteres palaestinensisches Kind, das von Israel kaltbluetig ermordet worden sei. Mohammed Dura laesst gruessen. 

2 Antworten

  1. Da sollten die in Israel man an der Verletzungsskala arbeiten und die an Maßstäbe anpassen wie sie im Rest der Welt gültig sind. Und da gibt es noch seinige andere Gepflogenheiten, bei denen dieser komische Staat sich mal bei Gelegenheit internationalisieren könnte. Es gibt keinen Staat in dieser Welt in dem den Massenmedien erlaubt wird, zum Mord an der Mehrheitsbevölkerung aufzurufen. Ein Beispiel wie man drauf reagiert: Tschetschenien. Und diejenigen die da immer noch nicht genug haben, werden bis Syrien verfolgt.
    Irgendwann müßten selbst Juden einsehen, daß das mit Oslo eine große Scheiße war. Ich war 1971 (an der Hand meiner Mama) in Nablus und wir haben da vorzüglich gegessen (nun gut … ich habe mir den Magen verdorben weil der Nachtisch so gut war). Wenn ich das richtig verstehe kommt man heutzutage selbst als Tourist da nur auf Nachfrage hin.
    Gibt es da nicht ein paar ausgesonderte Abklingbecken in Dimona wo man die PA-Leute für eine Weile unterbringen kann?

    • DFTT

      (Ein Vorschlag zur finstren Nacht.)

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