Kirchen als Zufluchtsort


Der Koelner Dom wird dieses Jahr waehrend der Karnevalstage geschlossen.

Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine hat die temporäre Schließung des Doms zu Karneval verteidigt. Er sei kein Zufluchtsort bei drohender Gefahr, sagte Kleine im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Köln mit Blick auf die Gewaltexzesse der Silvesternacht. „Wir können doch nicht mit zwei Domschweizern sicherstellen, dass jemand, der verfolgt wird, in den Dom kommt, die Verfolger aber nicht.“

Die Argumentation ist richtig: Wenn eine Meute muslimischer Maenner junge Frauen auch in den Dom hineinverfolgt, kann auch ein massives Polizeiaufgebot die Frauen nur bedingt schuetzen, wie sich an Sylvester am Bahnhof herausgestellt hatte.

Bemerkenswerterweise sehen sich Kirchen in anderem Zusammenhang durchaus als Zufluchtsstaetten.

Die Vertreter der Kirchen verteidigen die Praxis vehement: Das Kirchenasyl stärkte die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates, davon ist Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge überzeugt. Ziel des Kirchenasyls sei es, „Menschen, die in ihrer Existenz bedroht sind, zu ihrem Recht zu verhelfen“, schreibt der Bischof in einem Gastbeitrag für das Magazin „The European“. Jeder Rechtsstaat sollte dankbar sein, wenn sich Bürger auf diese Weise für Menschenrechte engagierten

Der klare Unterschied, der aber nirgends ausgesprochen wird, liegt daran, dass deutsche Poliziten und die deutsche Oeffentlichkeit den Kirchenraum ehren und nicht entweihen wollen. Dem gegenueber besteht die reale Gefahr, dass dieselben muslimischen „Grabscher“ auch christliche Symbole schaenden und im Dominneren Schaden anrichten koennten.

Dieser Unterschied kann nicht besprochen werden, weil damit die Theorie von der Gleichwertigkeit verschiedener Kulturen ins Schwanken geraten koennte. Bisher werden Menschen, die daran Zweifel anmeldeten, ins rechtsextreme Eck gestellt.

Frankreichs Innenminister Claude Guéant hat mit Äußerungen zur Gleichwertigkeit von Kulturen für Aufsehen gesorgt. „Entgegen der relativistischen Ideologie der Linken sind für uns nicht alle Kulturen von gleichem Wert“, sagte Guéant am Samstag bei einer von rechtsstehenden Studenten organisierten Veranstaltung im französischen Parlament, die hinter verschlossenen Türen stattfand. Zugleich betonte der konservative Politiker die Notwendigkeit, „unsere Kultur zu schützen“.
(…)
Die Äußerungen Guéants sorgten knapp drei Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl für Empörung bei der Opposition. Die Nummer zwei der französischen Sozialisten, Harlem Désir, verurteilte in einer Nachricht über den Kurznachrichtendienst Twitter, die „erbärmliche Provokation eines Ministers, der zu einem Sprachrohr der rechtsextremen Front National reduziert wurde“. Die Regierungspartei UMP befinde sich hinsichtlich der Wahl und Moral im „Verfall“. Grünen-Chefin Cécile Duflot sprach von einer „Rückkehr zur Zeit vor drei Jahrhunderten“.

 

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Anti-israelische Vorurteile im Deutschlandfunk


Ich bin  ueber einen Beitrag im Deutschlandfunk (DLF) gestolpert, der mich in seinen Luegen und Manipulationen negativ beeindruckt.

Wie groß müssen Wut und Verzweiflung eines 20-Jährigen sein, wenn er zu einer solchen Tat bereit ist und damit sein eigenes Leben wegwirft? Allein die Frage nach dem Motiv der Attentäter will in Israel niemand hören.

Christian Wagner stellt die Frage nach dem Motiv selber nicht, er hat die Antwort schon vorgefertigt. Wir Israelis interessieren uns brennend fuer die Motive und es gibt jede Mengen Untersuchungen, von wissenschaftlichen Veroeffentlichungen, Auswertung von palaestinensischen Umfragen, Interviews mit Palaestinensern usw., die sich damit befassen. Gerade jetzt: Jeden Morgen im Radio wird eine andere, arabische Persoenlichkeit interviewt und jede gibt ihre eigene Interpretation. Im Fernsehen und in den Zeitungen geben die verschiedenen Experten ihre Einblicke zur Kenntnis. Die Antworten sind auch da sehr verschieden, aber vor allem wesentlich nuancierter, als was Wagner unterstellt.

Wagners Auffassung ist im Westen weit verbreitet. Ich habe vor acht Jahren mal dazu geschrieben:

Eine Praemisse des heute weithin geltenden Menschenbilds (oft mit “links-progessiv” identifiziert) ist, dass Menschen in ihrer psychischen Grundstruktur so gut wie identisch sind. (…) Wenn nun Menschen mehr oder weniger identisch ticken, dann muss moeglich sein, von sich auf andere zu schliessen, sich in jemand hineinzuversetzen und auf diese Weise seine Motive zu verstehen.
Ein “links-progressiver” Mensch, der versucht, auf diese Weise die Motive eines Selbstmordattentaeters zu verstehen, kann nur eine einzige Emotion finden, die ihn in solcher Weise handeln liesse: Auswegslose Verzweiflung. Dieses Motiv wird Terroristen untergeschoben, weil andere Erklaerungen mit dieser Praemisse nicht vereinbar sind.
Die Praemisse ist mE falsch.

Dieser Tage hat Yaakov Lozowick, ein Historiker, auf den ich grosse Stuecke halte, einen seiner nachdenklichen Texte dazu geschrieben.

…The part that impresses me is the public atmosphere forming the minds of Palestinian teenagers. In order for significant numbers of them to be willing to be killed for the chance to stab an Israeli, they must be steeped in hatred to a degree most Western pundits can’t even recognize. …

Hier habe ich ueber den schrecklichen Fall geschrieben, wo zwei palaestinesische Kinder einen gleichaltrigen Buben und einen jungen Mann fast zu Tode stachen. Diese Buben, Cousins 13 und 15 Jahre alt, koennen nicht aus der von Wagner unterstellten Wut und Verzweiflung gehandelt haben: Sie sind einfach zu jung und leben in mehr als ordentlichen Verhaeltnissen. (Ich schreibe in der Gegenwart, auch wenn der 15-Jaehrige nun tot ist.) Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich von Youtube Filmchen von ISIS beeindrucken liessen, ist hoeher. Vor allem aber wachsen sie offensichtlich in einer Atmosphaere von Realitaetsverweigerung und Hass auf.

Obwohl es Filmaufnahmen gibt (von den allgegenwaertigen Sicherheitskameras) und ihre Opfer schwerstverletzt im Krankenhaus liegen, behaupten die Verwandten (ein Onkel wurde im israelischen Radio interviewt), das sei eine israelische Verschwoerung, ausser fuer Tom und Jerry haetten sich die Jungs nie fuer etwas im Fernsehen interessiert. Sie seien von Israelis einfach ohne Grund abgeknallt worden. Dabei wurde nur der 15-Jaehrige getoetet und der 13-Jaehrige ist verletzt im Krankenhaus. WEnn man sich das Video ansiehst, dann duerfte klar werden, dass es sich um Notwehr handelte: Der Junge rannte nicht etwa weg, sondern mit stossbereitem Messer in der Hand auf den Bewaffneten zu!

Auch die Palaestinensische Autonomiebehoerde macht sich die Luegen zu eigen: Abbas behauptet, der 13 jaehrige Taeter sei von den Israelis kaltbluetig hingerichtet worden, ungeachtet aller Tatschen, u.a., dass der Junge lebt und auf Kosten des israelischen Steuerzahlers im Krankenhaus behandelt wird. (Seit Bilder des Jungen im Krankenhaus Hadassah in Jerusalem kursieren, hat die PA stillschweigend den Text der Verlautbarung geaendert.) Landes schreibt ausfuehrlich darueber, welche Schlussfolgerungen wir daraus ziehen koennen, dass die PA einen nachweislichen Attentaeter als unschuldiges Opfer darstellt:

Someone who can see this latter case as the equivalent of Muhammad al Durah makes no distinction between innocence and guilt, none between illegitimate violence and self-protection. And the reason they do not see these differences is because, in their eyes, the enemy – in this case Israelis – deserve no consideration as people. They have no right to resist attacks, no claim on justice to fight back against murderers; they must stand down before the violence that stalks them.

Noch vor diesem Fall machte ich mir hier Gedanken um die Motive einer Attentaeterin und hier versuche ich die groesseren Zusammenhaenge zu sehen. Ich bin nicht allein in dieser Beschaeftigung. Lozowick habe ich ja schon verlinkt, es wimmelt wie gesagt von Experten, Psychologen, Politikwissenschaftlern, usw., aber auch so gut wie jeder normale Israeli versucht zu verstehen, was hier abgeht. Eigentlich sollte das einleuchten. Wir leben oder sterben hier, und um zu ueberleben, ist es unerlaesslich, dass wir so gut wie moeglich verstehen, was wen motiviert, damit wir Entwicklungen voraussehen und bestenfalls vermeiden koennen. Weil wir so viel naeher dran sind und so viel dringender verstehen muessen, sind unsere Analysen konkreter und nuancierter.

Einfach zu unterstellen, dass die Palaestinenser aus Verzweiflung handeln, ueber das, was ihnen die Israelis antun – und nicht etwa die eigene Elite, die ihnen in ihren verkrusteten und korrupten Strukturen kaum Mitsprachemoeglichkeiten laesst – und dass die Israelis das nicht wahrhaben wollen, ist nichts weiter, als die Israelis als boese Menschen zu sehen, die sich ihre Bosheit nicht eingestehen koennen.

Wenn die palästinensische Politik gegen Israel hetzen würde, wäre es noch zu erklären.

Nach Wagner gibt es in der palaestinenischen Politik also keine Hetze gegen Israel. Und was ist das hier, etwa keine Hetze? Und das ist nur ein Bespiel aus einer Flut von Hasspropaganda, die von den keineswegs freien palaestinensischen Medien verbreitet wird. Fuer Kritik an Abbas kommen Journalisten ins Gefaengnis (Electronic Intifada steht uebrigens Hamas nahe), aber die Hetze gegen Israel ist offensichtlich genehm.

In Netanya, einer Stadt am Mittelmeer, waren es sicher keine Siedler, die drauf und dran waren, drei Palästinenser zu lynchen. Das ist nationalistischer Rassismus, der sich Bahn bricht, den diese Regierung mit zu verantworten hat.

Die Palaestinenser kennen keine Hetze und keinen nationalistischen Rassismus, sondern nur Verzweiflung und Wut. Damit koennen ihre brutalen Angriffe mit Messern und Hackebeilen mindestens erklaert, wenn nicht gerechtfertigt werden. Aber wenn in Ranaana Israelis auf einen Attentaeter einpruegeln, der gerade versucht hatte, Israelis zu ermorden, dann kann das nichts mit Wut zu tun haben, sondern verraet, dass alle Israelis eigentlich Nazis sind (bei den Siedlern ist der Fall fuer Christian Wagner schon lange klar) und ihre Regierung sowieso.

Christian Wagners Vorurteil ist unuebersehbar. Leider teilt er diese Grundhaltung mit allzu vielen Menschen in Europa und Nordamerika. Und leider, leider wird ihm und vielen anderen auch immer wieder die Buehne geboten, seine Vorurteile zu verbreiten.

Europas Hoffnung ruht auf Israel


In den letzten Tagen wird immer offensichtlicher, dass die US-Regierung unter Obama um jeden Preis ein Abkommen mit dem Iran erreichen will.

Inzwischen bekommen offensichtlich die Regierungen der EU-Staaten Muffensausen, bei den Aussichten auf einen Iran als nukleares Schwellenland (wie z.B. Japan, Deutschland) und mit Langstreckenraketen und einem internationalen Terrornetzwerk.

Dass die EU sich mit ihren Befuerchtungen ausgerechnet an Israel wendet, werte ich als Indiz, dass man leise hofft, Israel werde die Kastanien aus dem Feuer holen. Anschliessend kann die EU den Judenstaat ja wieder verurteilen, wegen Kriegstreiberei, exzessiver Gewalt, Landraub und nicht zuletzt dem Haeuserbau in Siedlungsblocks, die bei Israel bleiben sollen.

Voreingenommenheit in der FAZ


UN-Soldat durch israelischen Beschuss getötet titelt die FAZ heute. Nicht etwa: „Hisbollah greift israelisches Militaerfahrzeug an“

Der Bericht selber widerspricht der Schlagzeile:

Bei Vergeltungsschlägen der israelischen Armee ist daraufhin im Südlibanon auch ein Blauhelmsoldat getötet worden. Das bestätigte UN-Sprecher Andrea Tenneti der Deutschen Presse-Agentur. Er könne die Nationalität des Toten nicht angeben, solange dessen Hinterbliebene noch nicht informiert seien. Wer geschossen hat und wo genau der Soldat getötet wurde, wollte Tenenti ebenfalls nicht mitteilen. „Unifil-Kommandeur General Luciano Portolano ist mit allen Seiten in Kontakt und drängt auf Zurückhaltung, um eine Eskalation zu vermeiden“, fügte er hinzu. (Hervorhebung von mir)

Ganz unabhaengig davon, aus welcher Waffe die Kugel kam, muss klar sein, dass Hizbollah mit ihrem Angriff die volle Verantwortung traegt.

Irgendwie soll der Vorfall aber so hingedreht werden, dass Israel als Kriegsverbrecher dargestellt werden kann..

Um den Angriff der Hizbollah auf die Grenzpatrouille zu rechtfertigen, packt die FAZ die folgende Gemme aus:

Das rund 25 Quadratkilometer große Gebiet am Westhang des Hermon-Bergmassivs wird seit dem Sechtstagekrieg 1967 von Israel kontrolliert, aber vom Libanon als sein Staatsgebiet beansprucht.

Ausgelassen wird hier die Information, dass die UN die Ansprueche des Libanon auf die Shebaafarmen (das besagte Gebiet) gruendlich geprueft hat und fand, dass sie unbegruendet sind, weil dieses Gebiet vor dem Sechs-Tage-Krieg zu Syrien gehoerte und Syrien bis heute seine Ansprueche nicht an den Libanon abgetreten hat.

Im Libanon werden schon Suessigkeiten verteilt, um den Tod der beiden israelischen Soldaten zu feiern.
(hattip Israel News Flash)

Update 29/01/15: Inzwischen hat die FAZ die Schlagzeile korrigiert:

Zwei israelische Soldaten bei Hizbullah-Beschuss getötet

Der Link lautet aber immer noch http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/un-soldat-durch-israelischen-beschuss-getoetet-13394990.html

Palaestinensische Luegen laufen um die Welt II


Zur Berichterstatttung zu diesem Fall in deutschsprachigen Qualitaetsmedien und „Qualtiaetsmedien“:

FAZ:

1) Unter dem Titel
Palästinenser-Minister stirbt nach Gerangel mit Soldaten
veroeffentlicht die FAZ ein Video. Ein Gerangel mit Abu Ein ist darauf nicht zu stehen. Stattdessen sehen wir einen aelteren Mann mit Palaestinsertuch auf dem Kopf, der mit der Stange seiner Palaestinafahne auf die israelischen Soldaten einpruegeln will und von diesen zurueckgedraengt wird. ein juengerer Mann mit purpurfarbenen Pullover wird von einem israelischen Soldaten in einen Haltegriff genommen, wogegen er sich wehrt. Anschliessend sieht man Ziad Abu Ein, der behauptet, dass kein Demonstrant sich gewehrt haette: Die Soldaten haetten von Anfang an und ohne Grund die Demonstranten attackiert. Dann sieht man ein paar friedliche Demonstranten, mit denen die Soldaten sich ruhig unterhalten. Am Schluss sind noch Fragmente zweier Festnahmen zu erkennen, ohne dass Gewaltanwendung durch die Soldaten zu erkennen waere.

2) Die FAZ titelt tendenzioes: War es Mord? Immerhin steht gleich im Untertitel „Beweise gibt es nicht.“ Der Artikel von Hans-Christian Roessler dagegen ist sachlich und informativ. Es wird klar, dass selbst wenn die pal. Angabe, fuer die jeder Beleg fehlt, zutraefen, allenfalls von Koerperverletzung mit Todesfolge die Rede sein koennte. Die Redaktion kennt sich entweder mit den legalen Defintionen ueberhaupt nicht aus, oder sie hat doch eine leise Vorliebe fuer reisserische Titel, die Leser anlocken. Der Hinweis darauf, dass Abu Ein ein verurteilter Moerder war, fehlt im Text zwar. Aber dafuer wird der Hintergrund, dass naemlich die palaestinensische Fuehrung und die palaestinensische Bevoelkerung schon vor diesem Ereignis die Konfrontation mit Israel wuenschen und vorbereiten, gut dargestellt.

3) Als Abschluss dann noch ein Artikel nach dap Palästinenser geben Israel die Schuld an Ministertod Im Untertitel wird faelschlich behauptet, dass die pal. Schuldzuweisung auf der Autopsie beruhe. Dank dem vorangegangenen Artikel (2) ist jedoch voellig klar, dass die Palaestinenser einfach behaupten, die Autopsie belege, was sie schon vorher „gewusst“ hatten: Schlaege und Traenengas seien die Todesursache. Keines der Videos, die ich gesehen habe, zeigt Schlaege. Und ein Augenzeuge, der Journalist fuer den israelischen Fernsehkanal 10, Roy Sharon, sagt aus, dass er direkt neben Abu Ein gestanden habe und keine Schlaege sehen konnte. Eine israelische Stellungsnahme wird nicht beruecksichtigt, wonach Abu Eid an einem Herzinfarkt gestorben sei, wobei das vorhergehende Gerangel moeglicherweise ein Ausloeser gewesen sei. In Y-Net wird uebrigens der palaestinensische Befund anders berichtet als nach dpa: Von Schlaegen ist keine Rede, nur von Traenengas und fehlender Erster Hilfe. Dazu ist bemerkenswert, dass eine israelische Sanitaeterin unter den Soldaten versuchte, Erste Hilfe zu leisten, von den Palaestinern aber daran gehindert wurde.

Die WELT

1) Dasselbe Video, wie auch von der FAZ veroeffentlicht.

2) „Was – er ist tot? Ich kann es nicht glauben!“ Der Titel zu Gil Yarons Artikel ist zwar auch emotional, aber deutlich weniger manipulativ als der Titel der FAZ. Der Text selber gibt die ueberzogenen Reaktionen der palaestinsischen Funktionaere gut wider, auch werden sie mit den Aufrufen zur Gewalt der letzten Wochen in Zusammenhang gebracht.

BaZ

1) Palästinensischer Minister nach Konflikt mit Soldaten gestorben
Die Basler Zeitung berichtet voellig korret, sowohl im Titel wie im Text. Die israelische Einschaetzung zur Todesursache wird offensichtlich fuer plausibler gehalten, als die palaestinensischen Angaben, zu denen festgehalten wird, dass jeder Beleg fehlt. Es fehlt der terroristische Hintergrund von Abu Ein, sowie die verstaerkten Aufrufe zur Gewalt gegen Israel von Seiten der palaestinensischen Fuehrung schon vor dem Zwischenfall.

NZZ

1) Inge Guenther berichtet in der NZZ Tödliche Eskalation Der Titel ist reisserisch und wird durch die Fakten nicht gestuetzt. Als einziger Bericht wird im Text die terroristische Vergangenheit von Abu Ein erwahent, wenn auch mit einem sachlichen Fehler: Der Mann sass nicht sechs Jahre im Gefaengnis nur drei, weil er sich seiner Verhaftung durch Flucht in die USA entzog und die Auslieferung und das Verfahren insgesamt drei Jahre dauerten. Negativ bemerke ich, dass zwar das „ohnehin angespannte Verhaeltnis“ erwaehnt, aber verschwiegen wird, dass es palaestinesische Hetze und Anschlaege fuer die Anspannung gesorgt haben und weiterhin sorgen.

Die ZEIT

1) Palästinenserminister stirbt bei Gerangel mit israelischen Soldaten Die Ueberschrift ist nicht besonders reisserisch, aber falsch. Abu Ein starb nach dem Gerangel nicht waehrenddessen. Im Untertitel steht korrekt: „Zur Todesursache gibt es verschiedene Versionen.“ Im Text werden aber nur widerspruechliche palaestinensische Versionen berichtet: Traenengas oder heftige Schlaege? Die israelische These, dass Abu Ein einen Herzinfarkt erlitten haben koennte und israelische Augenzeugen, wie Roy Sharon und der Sprecherin der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din Reut Mor, werden dagegen unterschlagen.

Sueddeutsche Zeitung

1) Der Titel in der SZ ist korrekt: Palästinenser-Politiker stirbt nach Gerangel mit israelischen Soldaten Im Untertitel und in den Zwischentiteln werden nur die palaestinensischen Behauptungen betont. „Widerspruechlich“ ist laut SZ ausschliesslich, ob Abu Ein groessere Mengen Traenengas eingeatmet hatte. Dass das Bildmaterial keine Spur der heftigen Schlaege zeigt, die angeblich die Todesursache waren, und dass israelische Augenzeugen keine Schlaege sehen konnten, wird verschwiegen. Auch die Moeglickeit, Abu Ein koenne einen Herzinfarkt erlitten haben, wird erst gar nicht erwaehnt. Die israelische Sanitaeterin wurde nach Zeugenberichten daran gehindert, erste Hilfe zu leisten. Das Bildmaterial belegt in jedem Fall, dass Abu Ein nicht unter Betreuung ruhig gehalten wurde, bis die Ambulanz eintraf, sondern von Palaestinensern weggeschleppt wurde. Dabei scheint es gelegentlich zu Verzoegerungen zu kommen, weil Journalisten filmen.

Preisfrage an meine Leser: Welchen der analysierten Medien spreche ich Qualitaet zu und welche bekommen das Praedikat „Qualitaet“?

Lechts und Rinks in Israel


Kaum waren die Neuwahlen in Israel angekuendigt, deklarieren die deutschen Medien unisono, dass Israel ein Rechtsrutsch bevorsteht.

Spasseshalber machte ich ein kleines Google Experiment: „Israel Linksrutsch“ bringt nur Treffer, die sich auf Frankreich beziehen. „Israel Linksruck“ fuehrt zu einer trotzkistischen Organisation, die nach 2007 unter dem Namen marx21 weitermacht. Den deutschsprachigen Medien zufolge hat es in Israel offensichtlich nie eine Bewegung nach links gegeben.

Dagegen ist der Trend nach Rechts eindeutig: Nicht erst bei den kommenden Wahlen, sondern bei allen Wahlen mindestens seit 2003 wird der Rechtsrutsch/Rechtsruck diagnostiziert. Geht es nach Rechts endlos weiter? Oder wenn sich die Extreme beruehren, ist Israel inzwischen selbst ungefaehr bei trotzkistisch angekommen?

Ueber die eigenwillige Verschiebung der Skala, sobald das politische Rechts-Links Schema auf Israel uebertragen wird, habe ich vor sieben Jahren schon geschrieben. Auch damals fiel mir auf, dass 2003 anscheinend der Anfangspunkt ist.

Und jetzt lasst‘ uns ueberlegen, welche Zaesur zwischen den Wahlen 1999 und 2003 stattgefunden hat? Kaum war Ehud Barak 1999 in einem Linksrutsch an die Regierung gelangt, zog er die IDF aus dem Suedlibanon zurueck und begann unter taetiger Mithilfe Clintons in Camp David Verhandlungen mit Arafat, um den israelisch-palaestinensischen Konflikt endlich zu beenden. Clinton und Barak waren schockiert, als Arafat trotz weitreichender Zugestaendnisse einfach abreiste, ohne auch nur eine Gegenofferte zu machen. Die Palaestinenser empfingen ihn wie einen Triumphator. Wochen spaeter begann die sog. Al-Aksa-Intifada, die sich schnell in einen blutigen Terrorkrieg gegen israelische Zivilisten verwandelte.

Die rasante Zunahme von Terror und Raketenangriffen auf Israel wird im Ausland schon seit Beginn des Osloprozesses unter den Tisch gekehrt. Auch in Israel selber waren grosse Bevoelkerungsteile, darunter ich, in der Lage, die Augen davor zu verschliessen. Bis Arafat die 2. Intifada startete. Deren Aussmass an Terroranschlaegen, Toten und Verwundeten war fuer Israelis nicht mehr uebersehbar. Fuer Europaeer aber schon, viele sind noch immer in den Glaubensaetzen der 90er Jahren gefangen. Solange das westliche Ausland nicht endlich den Erfahrungsvorsprung der Israelis einholt, wird weiterhin von „Rechtsrutsch“ gefaselt, wo Pragmatismus vorliegt.

Hauszerstoerung: Theorie und Praxis


In westlichen Medien und diplomatischen Noten wird die Zerstoerung der Wohnhaeuser von Attentaetern fast schaerfer verurteilt als die Attentate selber.

Auch in der Tagesschau bezieht Richard C. Schneider klar Position: Die Haeuserzerstoerungen sind illegal nach internationalem Recht und ausserdem bringen sie nichts.

Aber man sollte den Ton abschalten und nur die Bilder des Abrisses verfolgen. Wird so ein Haus abgerissen? Mit Presslufthaemmern wird sorgfaeltig nur das Dach ueber einem Fenster abgetrennt. Die Bilder zeigen, dass ein Raum verwuestet ist, waehrend der Rest des Hauses nicht angetastet scheint.

Bei Arutz7 finde ich die Bestaetigung fuer das, was mir meine Augen schon mitteilten: Nur das Zimmer des Attentaeters, Abdelrahman Shaludi, selber wurde verwuestet, vom Abriss des Hauses kann nicht die Rede sein. Ich habe nach weiteren Bildern gesucht und es scheint sich um mehr als einen Raum zu handeln. Moeglicherweise wurde die Wohnung der Eltern Shaludi demoliert, aber nicht abgerissen. Die Familie, die den Mord an einem dreimonatigen Baby und einer jungen Frau aus Ecuador mindestens nach der Tat gut heisst, wird Kosten auf sich nehmen muessen, um den Raum oder die Wohnung wieder herzustellen. Obdachlos ist sie aber nicht.

Offensichtlich waren die vollmundigen Ankuendigungen unserer Regierung nicht wirklich als Abschreckung fuer potentielle Attentaeter gemeint, sondern als Mittel, etwaigen juedischen Rechtsradikalen den Wind aus den Segeln zu nehmen und „Preisschild“ Vandalismus vorzubeugen.

Auch in der Vergangenheit wurde in dieser Hinsicht haeufig schaerfer angekuendigt als umgesetzt.  Aber das spielt fuer die anti-israelische Internationale keine Rolle: Was immer Israel macht, es muss verurteilt werden, selbst der Bau von Wohnungen fuer arabische Familien in Jerusalem und die nachtraegliche Genehmigung von illegalen Bauten in einem arabischen Viertel, wenn gleichzeitig auch Wohnungen fuer Juden gebaut werden.

In der Zwischenzeit hat Aegypten an der Grenze zum Gazastreifen Tunnel gefunden, die mehr als 500 Meter nach Aegypten hineinreichen. Infolgedessen wird die Pufferzone von einer Breite von 500 Metern auf 1 Kilometer ausgeweitet. Das bedeutet, dass noch mehr Haeuser abgerissen  – und  hier wirklich dem Erdboden gleichgemacht werden. Aber schon die ersten Abrisse haben international bestenfalls Schulterzucken ausgeloest.

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