Zur Zeitspanne fuer einen nuklearen Ausbruch des Irans


Olli Heinonen, ein ehemaliger, stellvertretender Generaldirektor fuer Sicherheitsmassnahmen bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat vor zwei Tagen einen sachlichen und gerade deswegen umso erschreckenderen Artikel zur moeglichen Ausbruchszeit des Iran veroeffentlicht. (hattip Elder of Ziyon)

Ich habe ihn ins Deutsche uebersetzt:

POLICYWATCH 2394

Die Zeit für einen nuklearen Ausbruch des Iran: Ein Informationsblatt

Olli Heinonen

  1. März 2015

Angesichts der Berichte, dass Washington und seine Partner in den kommenden Tagen ein Nuklearabkommen mit dem Iran erreichen wollen, beantwortet ein ehemaliger leitender IAEO-Funktionär für offizielle Sicherungsmaßnahmen die wichtigsten Fragen zum Programm Teherans und wie sich die Vereinbarung darauf auswirken könnte.

Was ist die allgemein akzeptierte Definition von “Ausbruchszeit”?

Dies ist die Zeit, um genug waffenfähiges Uran (WGU – weapon grade uranium) für eine Atomwaffe herzustellen. Um WGU erzeugen, muss Uran (z.B. mit Zentrifugen) auf mehr als 90 Prozent des spaltbaren Isotops U-235 angereichert werden. Die für eine Waffe benötigte Menge der WGU wird durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), als etwa 27 kg Uran definiert. Diese Menge wird oft als “signifikante Menge” (SQ – significant quantity) bezeichnet.

Welche aktuelle Ausbruchszeit hat der Iran?

Natürliches Uran enthält nur 0,7 Prozent des Isotops U-235, und der Aufwand, um es auf eine SQ von WGU bereichern, entspricht ca. 5.000 Trennarbeit-Einheiten (SWUS – separatation work units). Iran hat derzeit etwa 9000 funktionierende Zentrifugen der ersten Generation IR-1, und weitere 9000 Zentrifugen derzeit nicht in Betrieb. Die IR-1 Einrichtungen in Natanz und Fordo hatten eine Durchschnittsrate von 0,75 bis 1 kg UTA pro Einheit der Durchführung wurde von 0,75 bis 1 kg UTA pro Einheit und Jahr. Auf der Grundlage von 1 SWU pro Jahr Leistung der neüsten IR-1-Modell würde die Ausbruchszeit mit 9.000 Maschinen ausgehend von natürlichem Uran sechs bis sieben Monate daürn. Allerdings hat der Iran auch erhebliche Bestände von 3,5 Prozent angereicherte Uranhexafluorid (UF6), das als alternatives Ausgangsmaterial verwendet werden kann, dadurch  verringert sich die Ausbruchszeit auf drei Monate.

Wenn der Iran die derzeit nicht in Betrieb befindlichen, weiteren ca. 9000 IR-1 Zentrifugen laufen liesse, würde Ausbruchszeit mit natürlichem Uran als Ausgangsstoff etwa drei Monate betragen oder vier bis sechs Wochen mit 3,5 Prozent UF6 als Rohstoff. Iran hat besitzt die erweiterte IR-2m Zentrifuge, mit einer Leistung von 5 kg UTA / Jahr. Wenn die 1000 IR-2m in Natanz in Verbindung mit allen 18.000 IR-1s verwendet würden, würden die jeweiligen Ausbruchszeiten um ein Drittel gesenkt.

Laut Medienberichten würde das vorgeschlagene Nuklearabkommen die Anzahl der Zentrifugen in Betrieb auf rund 6500 zu senken. Wie würde sich das auf die iranische Ausburchszeit auswirken?

Bei Nutzung von IR-1 Zentrifugen mit Natururan als Rohstoff würde die Ausbruchszeit bei 6.500 Zentrifugen neun Monate betragen. Eine entscheidende Frage ist, wie viel des auf 3,5 Prozent angereicherten UF6 im Iran bleiben wird. Doch selbst wenn der UF6 Bestand von derzeit 7,5 bis 8 Tonnen auf 500 kg reduziert ist, ist eine Ausbruchszeit zwischen sieben und acht Monaten noch möglich, angesichts der Anreicherungskapaizät des Programms mit Natururan. Diese Ausbruchszeiten sind kürzer als die der US-Regierung festgelegten Ziele, daher wäre es wichtig zu wissen, welche Parameter Washington für seine Schätzungen verwendet.

Die Regierung sagt, dass eine der wichtigsten Errungenschaften der Vereinbarung wäre, die Ausbruchszeit auf mindestens ein Jahr zu erhöhen. Was müsste in der Vereinbarung enthalten sein, um dieses Ziel zu erreichen?

Die maximal zulässige Ausbruchszeit sollte als Kombination aus Erkennungszeit und Aktionszeit betrachtet werden, d.h. als die Zeitspanne, die benötigt würde, den Iran wieder zur Einhaltung des Abkommens zu bringen. Beide Zeiten sind schwierig, genau abzuschätzen; administrative Verzögerungen und Bemühungen zur Beilegung von Meinungsverschiedenheiten können leicht mehrere Monate daürn.

Wie lang ist die Nachweiszeit?

Die Erkennungszeit ist abhängig von iranischen Aktionen. Wenn Teheran nicht versucht, zu verbergen, was sie tun, würde die IÄA eine Verletzung ziemlich schnell erkennen – im schlimmsten Fall vielleicht nach zwei Wochen. Die Agentur würde dann den Befund mit iranischen Behörden abklären und der IAEO-Gouverneursrat würde weitere ein bis zwei Wochen brauchen, um ofiziell zy reagieren, etwa eine formelle Klage beim UN-Sicherheitsrat erheben. Dies wäre eine angemessene Zeitspanne für die internationale Gemeinschaft, um aktiv zu werden.

Wenn der Iran jedoch versucht, zu verbergen, was sie tun, kommt es wahrscheinlich zu einer viel längeren Entdekcungszeit. Wie die vergangenen IAEO Berichte zeigten, spielen Umweltproben eine zentrale Rolle für den Nachweis von Vertragsverletzungen. Aufgrund der großen Zahl von notwendigen Proben und des sorgfältigen analytischen Prozess, wären die Ergebnisse für mindestens zwei Monate nicht verfügbar. Und wenn Proben eine höhere Anreicherung zeigen, würden zusätzliche Proben entnommen und analysiert werden. Obwohl die zweite Probensatz sicherlich schnell verfolgt würde, ist es unrealistisch zu erwarten, dass die Verfahren und die ergänzenden Erläuterungen des Iran mindestens einen weiteren Monat in Anspruch nähmen. Dies würde der internationalen Gemeinschaft nur drei oder vier Monate lassen, um zu handeln, eine extrem kurze Zeit.

Es gibt auch plausible Szenarien von Missverständnissen oder sogar unterschiedliche Interpretationen dessen, was einen Verstoß gegen die Vereinbarung. In solchen Situationen könnte der Iran den Prozess für viele Monate in die Länge ziehen.

Iran könnte auch ein “Rauskriechen” -Strategie verfolgen, wie zum Beispiel durch eine langsame Erhöhung des Bestand von 3,5 Prozent UF6. Dies wurde bereits während des Interimabkommens unternommen. Als das JPOA (Joint Plan of Action) im November 2013 abgeschlossen wurde, hätte Iran einen Bestand von unter 7,5 Tonnen 3,5 Prozent UF6 haben sollen; alles zusätzliche Material, ob schon existierend oder neu hergestellt, sollte zu Oxiden umgewandelt werden. Doch keiner der seither veröffentlichten IÄA Berichte weist einen Bestand unter dieser Marke aus. Dies belegt die Notwendigkeit für die Vereinigten Staaten und ihre Partner zur Wachsamkeit, damit der Iran die Vereinbarung einhält und nicht die Grenzen dessen, was ihm erlaubt ist, zu erweitern versucht.

Die schwierigste Aufgabe ist es, ein heimliches Herausschleichen zu erkennen, in dem der Iran geheime Nuklearanlagen nutzt. Dieses Szenario hat mehrere Varianten, einschließlich der Möglichkeit einer völlig separaten, nicht gemeldeten Anlage irgenwo im Anreicherungszyklus entlang der Kette vom Uranabbau bis zur Anreicherung. Dieses Szenario kann nicht ausgeschlossen werden, weil der IAEO noch nicht erlaubt wurde, die Vollständigkeit der Teheraner Erklärung zu nuklearen Materialien und Einrichtungen zu überprüfen.

Als Herausschleichen gilt auch eine Kombination von erklärten und nicht erklärten Einrichtungen. Zum Beispiel könnte der Iran niedrig angereichertes UF6 in einer bekannter Anlage erzeugen und dann das Material zu einem geheimen Ort bringen, um dort nicht angemeldetes WGU produzieren. Daher ist es wichtig, dass die IÄA befugt sind, nicht nur die Vollständigkeit des iranischen Bestand an Kernmaterial, sondern auch als Grundlage die Gesamtanzahl und die Standorte der Zentrifugen innerhalb des Landes zu etablieren.

Falls eine Einigung mit einer einjährige Breakout-Warnzeit erzielt wird, ist es möglich, zu wissen, ob dieser Puffer über die Laufzeit der Vereinbarung aufrecht erhalten werden kann? Was könnte das ändern?

Vielleicht der wichtigste Faktor liegt in der Forschung und Entwicklung von fortschrittlicheren Zentrifugen wie IR-5 oder IR-8. Die Bereitstellung solcher Maschinen bis zur semi-industriellen Betriebsreife daürt mindestens drei Jahre. Da diese Zentrifugen geschätzt zehn bis zwanzig mal effizienter sind als die aktuellen IR-1 Zentrifugen, würden die Ausbruchzeiten wesentlich reduziert.

Die Zeit kann auch verkürzt werden, wenn es der IAEO nicht erlaubt wird, eine strenge Überwachung und Überprüfungsverfahren in vollem Umfang durchzuführen. Diese reichen von Routineinspektionen zu den sogenannten “jederzeit und überall Kontrollen” und vollen Zugriff auf Komponentenfertigung, sowie die Bemühungen um die Beschaffung bestimmter Dual-Use-Materialien und Geräte zu verfolgen, und ihre Endanwendung sicherzustellen.

Können Zentrifugen verwendet werden, um anderen Material als Uran anreichern?

Medien Berichte zeigen, dass einige der Zentrifugen in Fordow zur Herstellung von Isotopen für medizinische und industrielle Anwendungen bestimmt werden. Ein ähnliches Verfahren wird bereits in Anreicherungsanlagen in Europa und Russland angewendet. Eine entscheidende Frage ist, welche Art von stabilen Isotopen hergestellt wird. Wenn die Zentrifugen neu konfiguriert werden, um, sagen wir, Xenon-Isotope herzustellen, können die Maschinen wieder leicht umgewandelt werden, um Uran anzreichern. Wenn sie jedoch für Zink oder Molybdän-Isotope zu produzieren, könnte Kontamination spätere Versuche, die Produktion von nuklear hochwertigen Materialien wieder aufzunehmen behindern.

Welche Erfahrungen hat die internationale Gemeinschaft mit Vorhersagen zur Ausbruchszeit?

Die Geschichte zeigt Überraschungen. Das russische Zentrifugenprogramm lief jahrelang unbemerkt trotz enormen geheimdienstlichen Bemühungen. Die irakischen und libyschen Programme wurden nicht sofort erkannt, und Südafrika, das Kernwaffen hergestellte, gelang es, sein Programm zu zerstören, bevor die IAEO es sah. Der syrische Reaktor in al-Kibar kam auch ein bisschen wie aus heiterem Himmel, ebenso wie eine erweiterte Zentrifugenanlage in Nordkoreas. Es gibt immer das Element des Unbekannten oder Unsicheren in dieser Risiko-Gleichung.

Der Iran hat talentierte Ingenieure und die notwendigen finanziellen Mittel, und seine nuklearen Infrastruktur ist viel größer als das, was er tatsächlich benötigt. Daher ist ein Überwachungssystem, das lediglich “gut genug” ist, keine Garantie für den Erfolg, den Iran am nuklearen Ausbruch und dem Erreichen von Atomwaffen zu hindern.

Olli Heinonen ist leitender Wissenschaftler an der Harvard University im Belfer Zentrum für Wissenschaft und Internationale Angelegenheiten und ehemaliger stellvertretender Generaldirektor für die Sicherheitsüberwachung in der IAEO. Gemeinsam mit seinem Kollegen Simon Henderson vom Washington Institute , hat er die kürzlich den aktualisierte Politik Fokus Nuclear Iran: A Glossary of Terms herausgebracht.

Dazu gehoert noch die folgende Graphik.

Rassistisches Israel


In “progressiven” Kreisen in Europa und zunehmend auch in den USA ist man sich darueber klar, dass es mit Israels Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht weit her sein kann. Arabische Buerger werden diskriminiert, ein Vergleich mit dem damaligen Apartheidregime in Suedafrika draengt sich auf, wenn nicht gar mit dem Naziregime.

Am Wahltag stellte Netanyahu auf Facebook eine Videobotschaft ein, mit folgendem Inhalt:

“The right-wing government is in danger. Arab voters are going en masse to the polls. Left-wing NGOs are bringing them on buses,” he said.

In der Sache hatte Netanyahu nicht ganz Unrecht. Aus den USA wurde eine Kampagne gegen ihn finanziert und geleitet.

McLaughlin also cited an effort “to organize the [Israeli] Arabs into one party and teach them about voter turnout.”

“The State Department people in the end of January, early February, expedited visas for [Israeli] Arab leaders to come to the United States to learn how to vote,” McLaughlin said.

“There were people in the United States that were organizing them to vote in one party so they would help the left-of-center candidate, Herzog, that the Obama administration favored,” he added.

Aber die Formulierung war sehr ungluecklich. Es klingt, als habe Netanyahu etwas gegen die Wahlbeteiligung der arabischen Buerger, statt dass er die auslaendische Einmischung in Israels Wahlen moniert.

Der Praesident des Staates Israel, Reuven Rivlin, der ebenfalls dem Likud angehoert, kritisierte Netanyahu entsprechend und forderte, dass dieser sich bei den arabischen Buergern Israels entschuldige.

Dem entsprach Netanyahu umgehend. Im Video sieht es nicht so aus, als ob die anwesenden Vertreter der verschiedenen arabischen Gemeinschaften in Israel diese Entschuldigung fuer zynisch und unehrlich hielten. Tatsaechlich wird die Aussage, dass seine Regierung mit Infrastrukturprojekten besonders den Minderheiten in Israel hilft, durch ein besonderes Wahlergebnis bestaetigt. Von allen Kommunen in Israel erhielt der Likud den groessten Anteil der Waehlerstimmen in einem Beduinendorf in Galilaea eben weil die Regierung Netanyahu endlich die Infrastrukturprobleme anging.

Hatte ich schon erwaehnt, dass der Richter vom Obersten Gerichtshof, der die diesjaehrigen Wahlen ueberwachte, ein arabischer Israeli ist?

In der Zwischenzeit wurde ein arabischer Wissenschaftler aus Ostjerusalem, der kein israelischer Staatsbuerger ist, zum stellvertretenden wissenschaftlichen Leiter des Bueros fuer Wissenschaft und Technologie ernannt. Yaakov Lozowick erklaert, dass es sich dabei um eine Position handelt, die einiges an Macht mit sich bringt. Anscheinend wurde kein Druck auf Tarek Abu Hamed ausgeuebt, dass er die israelische Staatsbuergerschaft annehmen muesse. Diese Option haben naemlich die palaestinensichen Einwohner von Ost-Jerusalem.

Die Aehnlichkeiten zum Apartheidregime oder dem Dritten Reich sind unuebersehbar.

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Obama mit Islamisten im Bund


so beschreibt ihn Dr. Ahmad Al-Faraj in seiner Kolumne in der saudischen Tageszeitung Al-Jazirah gestern. (Uebersetung von MEMRI):

“I will conclude by saying the following: Since Obama is the godfather of the prefabricated revolutions in the Arab world, and since he is the ally of political Islam, [which is] the caring mother of [all] the terrorist organizations, and since he is working to sign an agreement with Iran that will come at the expense of the U.S.’s longtime allies in the Gulf, I am very glad of Netanyahu’s firm stance and [his decision] to speak against the nuclear agreement at the American Congress despite the Obama administration’s anger and fury. I believe that Netanyahu’s conduct will serve our interests, the people of the Gulf, much more than the foolish behavior of one of the worst American presidents. Do you agree with me?”

“Ich schliesse mit der folgenden Feststellung: Obama ist der Pate der vorgefertigten Revolutionen in der arabischen Welt und der Bundesgenosse des politischen Islams, und er arbeitet daran, ein Abkommen mit dem Iran zu unterzeichnen auf Kosten der langjaehrigen US-Verbuendeten im Golf. Daher bin ich sehr froh ueber Netanyahus festen Stand und seine Entscheidung, vor dem amerikanischen Kongress gegen das Nuklearabkommen zu sprechen trotz des Aergers und des Zorns der Obamaregierung. Ich glaube, dass Netanyahus Vorgehen unseren Interessen, den Interessen der Voelker am Golf, weit mehr dienen wird als das alberne Verhalten eines der schlechtesten amerikanischen Praesidenten. Stimmt Ihr mir zu?”

In Israel inzwischen argumentiert die Arbeitspartei, dass die iranische Bedrohung nur vom wirklichen Problem ablenke: hohe Lebenshaltungskosten.

Europas Hoffnung ruht auf Israel


In den letzten Tagen wird immer offensichtlicher, dass die US-Regierung unter Obama um jeden Preis ein Abkommen mit dem Iran erreichen will.

Inzwischen bekommen offensichtlich die Regierungen der EU-Staaten Muffensausen, bei den Aussichten auf einen Iran als nukleares Schwellenland (wie z.B. Japan, Deutschland) und mit Langstreckenraketen und einem internationalen Terrornetzwerk.

Dass die EU sich mit ihren Befuerchtungen ausgerechnet an Israel wendet, werte ich als Indiz, dass man leise hofft, Israel werde die Kastanien aus dem Feuer holen. Anschliessend kann die EU den Judenstaat ja wieder verurteilen, wegen Kriegstreiberei, exzessiver Gewalt, Landraub und nicht zuletzt dem Haeuserbau in Siedlungsblocks, die bei Israel bleiben sollen.

Sara Netanyahu und das Flaschenpfand


Die Medien, in Israel und anderswo, spielen seit Tagen “Bottlegate” hoch: Die Kurzfassung lautet, dass Sara Netanyahu leere Pfandflaschen selbst zum Supermarkt zurueckgebracht und das Pfandgeld eingestrichen haben soll, obwohl die Getraenke mit oeffentlichen Geldern eingekauft worden waren. Damit soll sie innerhalb von mehreren Jahren (2009-2014?) etwa 8,000 Shekel eingeheimst haben, zusaetzlich zu den 4,000 Shekeln, die sie 2013 fuer empfangenes Flaschenpfand an den Staatsaeckel zurueckzahlte. Frau Netanyahu kaeme so auf ein monatliches Entgelt von 111 Shekeln fuer das Einsammeln und Retournieren der zahlreichen Flaschen aus der Residenz des Premierministers.

Diese Vorwuerfe sind einfach laecherlich: Frau Netanyahu ist eine berufstaetige Frau und Mutter. Zusaetzlich zu ihrer eigenen Karriere hat sie auch die umfangreichen Pflichten einer First Lady uebernommen.

Als berufstaetige Frau und Mutter in Israel, ganz ohne zusaetzliche, ehrenamtliche Aufgaben, kann ich verraten, dass der kritische Punkt im Alltag einer solchen Frau sicher nicht das Geld ist, sondern die Zeit. Dass ich trotzdem brav meine Pfandflaschen im Supermarkt zurueckgebe, den Muell einigermassen trenne und ordnungsgemaess in die verschiedenen Behaelter werfe und Altkleider bis vor kurzem* zu den Sammelstellen brachte, hat mit meiner europaeischen Praegung zu tun. Vielen anderen Leuten ist das einfach zu viel Aufwand und sie werfen alles (inkl. Pfandflaschen) in den Muellcontainer. Entsprechend suchen Obdachlose oder andere Beduerftige gern die Muelleimer ab, sammlen die Pfandflaschen und andere brauchbare Sachen ein und verdienen sich damit ein bisschen Geld. (*Die Altkleider deponiere ich inzwischen ordentlich gefaltet und verpackt neben den Muellcontainer. Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass diejenigen, die sich die Muehe machen, die Muellcontainer regelmaessig abzusuchen, auch etwas fuer ihre Muehe haben sollten.)

Die Vorstellung, dass Sara Netanyahu wie eine Pennerin grosse Saecke mit Pfandflaschen zum Supermarkt schleppt, um ein paar Shekel zu kassieren, ist irrwitzig und laecherlich.

Diese Version der Geschichte macht wesentlich mehr Sinn: Jahrelang wurden die leeren Pfandflaschen aus der Residenz des Premierministers einfach in den Muell geworfen. Als das Ehepaar Netanyahu 2009 einzog, gab jemand – moeglicherweise Frau Netanyahu – die Anweisung, dass leere Flaschen gesammelt und dem Recycling zugefuehrt werden sollen. Diese Anweisung wurde vom Personal ausgefuehrt. Das erhaltene Pfandgeld kam in die Portokasse der Residenz und blieb damit dem Steuersaeckel erhalten.

Die israelischen Waehler sollen fuer bloed verkauft werden. Die linken Parteien werden seit Jahrzehnten mit auslaendischem Geld unterstuetzt, was nach israelischem Recht illegal ist. In diesem Wahlkampf beteiligt sich auch der Obama-Wahlkaempfer mit seiner Organisation, One Voice, an der Kampagne gegen Netanyahu. Obama hat im Laufe seiner Karriere gern Schmutzkampagnen gegen seine politischen Gegner gefuehrt: In den Senat wurde er z.B. gewaehlt, weil eigentlich vertrauliche Informationen aus den Scheidungsakten erst seines Konkurrenten innerhalb der demokratischen Partei und dann seines republikanischen Gegners in die Presse gelangten.

Wenn mit all der auslaendischen Unterstuetzung und der Motivation der politischen Widersacher in Israel  nur diese laecherliche Pfandflaschengeschichte als “Skandal” gegen die Netanyahus ausgegraben werden konnte, dann ist Netanyahu offensichtlich ein fast schon penetranter Saubermann!

Leseempfehlung


Dank eines Kommentators bei Elder of Ziyon bin ich auf die Seite von  Aboud Dandachi gelangt, einem Syrer, der vor Assads Schergen schliesslich nach Istanbul floh.

Seine Reaktion auf die Terroranschlaege in Paris ist die beste, die mir bisher begegnet ist.

Insgesamt empfehle ich seinen ganzen Blog und seine Twitterkommentare zur fortgesetzten Lektuere. Dementsprechend habe ich seinen Blog auch hier in die Blogroll aufgenommen.

 

PA Steuereinnahmen


Mit ihrem Vorgehen in der UN verstoesst die Palaestinensische Autonomiebehoerde eklatant gegen die Oslovertraege. Als Reaktion darauf ueberweist Israel die Steuereinnahmen, die von Israel fuer die PA erhoben werden, (vorlauefig) nicht an die Autonomiebehoerde: In der Vergangenheit ist Israel noch immer eingeknickt. Ich gebe der derzeitigen Uebung eine Woche, bis die Gelder ueberwiesen werden.

Beides ist ein alter Hut. Seit Unterzeichnung der Oslovertraege behandelt die palaestinensische Fuehrung sie als Paper, das je nach Lust und Opportunitaet beseite geschoben oder von Israel eingefordert werden kann. Auch das voruebergehende Einfrieren von PA Steuergeldern durch Israel ist ausgelutscht. Wer “Israel withholding PA funds” googlet, bekommt auf den ersten beiden Seiten Resultate aus den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014.

Der Witz ist, dass der derzeit eingefrorene Betrag nur etwa ein Viertel der PA Schulden beim israelischen Elektrizitaetswerk ausmacht. Die standen schon Ende Februar 2014 bei 1.9 Milliarden NIS.

Fuer Saeb Erekat ist das vorlaeufige Einfrieren der Gelder ein “Kriegsverbrechen”, dass die israelischen Verbraucher und Steuerzahler auch die Stromrechnung der Palaestinenser bezahlen, ist dagegen voellig in Ordnung, entsprechend der palaestinensischen Maxime “Palästina ist unser Land, und die Juden sind unsere Hunde”.

Update 06/01/15: Hier finden sich genauere Zahlen zu den Elektrizitaetsschulden und mal wieder (gaehn) eine Ankuendigung, dass die Stromlieferungen eingeschraenkt werden sollen.

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